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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 30.01.2010, 11:26 
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Vorneweg ich habe drei Kinder.

Bei meiner Tochter vor 18 Jahren stand die Frage wegen dem Stillen gar nicht im Raum. Ich habe es versucht und musste leider (da keine Milch da war) nach 2 Wochen aufhören. Damals hat man nicht so ein Gezeter drum gemacht. Wenns nicht ging, dann gings halt nicht.
Als ich dann 13 Jahre später meinen Sohn bekam, wollte ich um jeden Preis stillen. Schon im Spital hatten wir Mühe, dass überhaupt Milch kam. Ich musste mich stundenlang mit dieser Frage (und dem Pumpen und Anlegen) beschäftigen. Zu Hause habe ich zwischen kurz ansetzen (denn mehr kam da nicht raus), zig Sachen schlucken um die Produktion anzukurbeln, abpumpen und dies füttern (keine 20ml), Schoppen machen, pro Mahlzeit 2 Schoppen putzen, hin und her gependelt. Ich hab das Ganze 4 Wochen durchgezogen und war fix und fertig. Meine Milch (oder die paar Tröpfli die es gegeben hat) ging dann endgültig aus. Ich konnte meinen Sohn gerade Mal 1-2 Minuten anlegen und dann schrie er wie am Spiess da nichts kam.

Bei Sohn Nummer 3 war mir von Anfang an klar, sowas mach ich nicht ein drittes Mal durch. Ich entschloss mich ab Geburt den Schoppen zu geben und nicht zu stillen. Hat alles wunderbar geklappt und endlich konnte ich mich auch richtig meinem Neugeborenen widmen. Für mich hat's so gestummen. Was die andern dabei gedacht haben war mir Wurst. Schliesslich ist es unser Leben und nicht ihres.

Egal aus welchen Gründen man sich gegen ein Stillen entscheidet, es muss für diese Person stimmen und nicht für das Umfeld. Ich glaube kaum, dass jemand Aussenstehendes das Recht hat sich in unsere Angelegenheiten zu mischen. Jeder soll vor seiner Haustüre erst mal kehren, denn niemand ist perfekt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 07.02.2010, 22:25 
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Hallo zusammen

Möchte mich auch kurz zu diesem Thema äussern...habe selber zwei Kinder, beim älteren hat das Stillen von Anfang an nicht gut geklappt, habe deshalb nach ca. 2 Monaten abgestillt. Beim zweiten Kind klappt das Stillen nun so einigermassen. Für mich sind es immer wunderschöne Momente wenn ich mein Baby ernähren kann und es dann mit vollem Bäuchlein zufrieden an meiner Brust einschläft. Und praktisch ist es sowieso, man hat ja immer alles dabei. Auch ich pumpe ab und zu Milch ab und kann mir dann so eine Auszeit "finanzieren" :D
Ich akzeptiere den Entscheid nicht zu stillen, finde es aber sehr schade, wenn man diesen Entscheid schon im voraus trifft, ohne es überhaupt ausprobiert zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 08.02.2010, 10:53 
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CeDi hat geschrieben:
Ich akzeptiere den Entscheid nicht zu stillen, finde es aber sehr schade, wenn man diesen Entscheid schon im voraus trifft, ohne es überhaupt ausprobiert zu haben.

Da ich selber nie gestillt habe, weiss ich natürlich auch nicht was ich vepasst habe. Ich finde jedoch, wenn es im voraus schon klar ist dass man das nicht will, frau sich nicht übereden lassen soll, es trotzdem zu probieren. Jede Frau die nicht stillt, muss sich schon ständig erklären, und überlegt sich das gut. Eine Geburt ist genug anstrengend, und anschliessend soll man die Zeit mit dem Baby geniessen, auf seine Weise, aber sicher nicht mit dem Druck, es probieren zu müssen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 08.02.2010, 17:56 
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Liebe Karine

Ich finde es absolut super das du so entschieden hast!!Hut ab!
Wenn du im Vornhinein eine Abneigung hast bringt es sowiso nichts! Das Mumi das allerbeste ist fürs Baby ist natürlich nicht zu bestreiten jedoch sind die adaptierten Anfangsnahrungen sicher nicht viel schlechter, es sind noch alle kinder gross geworden.
Bei mir klappte das stillen leider überhaupt nicht und ich hab nach fast 2 monaten pumpen und schöppeln abgestillt, und zwar aus dem grund das ich absolut fix und fertig war alle 3 h abzupumpen dann noch zu schöppeln...ich weiss viele denken vielleicht jetzt das nimmt man auf sich und das ist ja nicht viel aufwendiger als alle 3 h stillen...doch ich habe ein kind das extrem viel schreit und wenn er dann endlich mal geschlafen hat musste ich noch auf und pumpen. Nun schöppele ich und uns gehts bestens! schade finde ich allerdings das viele leute so reserviert reagieren wenn man sagt man stille nicht mehr aber was alles dahinter steck und wie es ist wenn ein kind die brust von anfang an nicht nimmt oder nicht kann und nur anschreit das sieht keiner.
Jeder soll es so machen wie man es für richtig hält und pasta!!

Ach noch kurz, es gibt Frauen die stillen nicht aus Vergangenheitsgründen (Missbrauch etc)
Bevor man kritisiert einfach lieber mal nachdenken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 08.02.2010, 18:12 
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Hallo Mia
Unsere Kinder scheinen ja fast gleich alt zu sein, meine Tochter ist am 14. November auf die Welt gekommen!
Die Frage des Stillens bzw. nicht stillens scheint mir oftmals daran geknüpft zu sein, ob jemand eine gute Mutter ist oder eben eine tendeziell schlechte.
Wir wissen, dass es nicht so ist.
Liebe Grüsse, karine


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 08.02.2010, 18:18 
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@karine, ja Diego ist am 16.November geboren :wink:
Ja da bin ich mir sehr sicher das aufgrund des stillens können/nicht können oder nicht wollen niemand eine schlechtere Mutter ist!!
Liebs Grüessli

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 08.02.2010, 21:42 
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@ Mia84: habe 3 Monate abgepumpt... Und ich bereue, es gemacht zu haben, da ich jetzt das Gefühl habe, ganz viel der Anfangszeit mit meinem Sohn verpasst zu haben. Alle 3 Stunden pumpen, dann Schöppeln, die ganze Abwascherei und Sterilisiererei... Und als ich dann, fix und fertig, beschloss aufzuhören, war es eine Erlösung. :D
Beim nächsten Kind werde ich es 10 Tage versuchen und wenn es nicht klappt, abstillen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 09.02.2010, 00:03 
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Wohnort: am Bodensee
@mia: ja genau, die die immer so kluge sprüche reissen sind ja nicht dabei wenn man ein schreiendes und hungriges bündel beruhigen muss, und selbst irgendwann nach x-schlaflosen nächten verzweifelt und heulend auf der bettkante sitzt (so ging es mir) und einfach nicht mehr kann. das sieht ja niemand und tangiert die anderen ja auch nicht, deshalb finde ich auch es hat kein mensch das recht, sich ein urteil anzumassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 09.02.2010, 01:49 
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Das ist ja ein ganz interessantes Thema.

Für mich war immer klar, dass ich mein Kind stillen werde. Schliesslich ist das die gesündeste Nahrung fürs Kind, man hat die Milch immer dabei und dazu kostet sie erst noch nichts. Als mich vor der Geburt jemand danach fragte, sagte ich: "Klar werde ich stillen!" Nur sind Vorstellung und Realität oft anders :wink: Nachdem ich keinen Milcheinschuss hatte, mein Kleiner im Spital nur schrie, ich schon Schweissausbrüche kriegte, als ich diese Pumpe sah (Babyboy wollte die Brust nicht, weil halt nichts raus kam), ich mich wie eine Kuh fühlte und pro Pumpung trotzdem nicht mehr als 20 ml von beiden Brüsten raus brachte, nachts sogar noch vom Stillen träumte, Stilltees, Rivella, Globuli etc. nicht mehr sehen konnte, hab ich dann nach drei Wochen den Bettel hingeschmissen.
Ich habe mit der Rücksprache der Hebamme mit Pumpen aufgehört. Und als sie mir sagte, ich dürfe dem Stillen ruhig nachtrauern und auch weinen, dachte ich mir, dass die doch spinnt!!! :shock: Als wir dann die Pumpe ins Spital zurück brachten, mein Sohn endlich ruhiger wurde und langsam der Alltag einkehrte, brach plötzlich alles über mir zusammen. Ich habe einen riesigen Wasserfall geheult, meinem Mann vorgejammert, dass ich die schlechteste Mutter auf Erden sei, da ich mein Kind nicht ernähren könne - und das für genau zwei Minuten. Dann habe ich mit mir selber Frieden geschlossen.
Und was ich jetzt schon mit Garantie sagen kann. Bei einem weiteren Kind werde ich das ganz anders angehen. Das Baby würde auch die Vormilch kriegen, aber wenn dann wieder kein Milcheinschuss kommt, dann wird nicht gepumpt und geknorzt. Dann wird gleich zum Schoppen gegriffen. Stillfreundliches Spital hin oder her.

Und obwohl ich ja stillen wollte, aber halt einfach keine Milch da war, wurde ich auch oftmals angegriffen. Am Anfang hat mich das noch verletzt und genervt. Aber da ich ja mit mir Frieden geschlossen habe, dachte ich mir, dass ich jetzt auch mit diesen paar besserwissenden "Weibern" Frieden schliesse und auf Göschenen-Airolo schalte :mrgreen:

Ich finde es wundervoll, wenn eine Mutter stillen kann und es möchte, aber ich kann es auch durchaus verstehen, wenn eine Mutter nicht stillen möchte.
Und neben den Vorteilen, wie der Unabhängigkeit etc, war es einfach auch mal wieder schön, meinen Körper einfach nur für mich zu haben.

So, fertig Roman :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 09.02.2010, 10:32 
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@ carina: ja, ich war auch eine dieser bettkantenheulerinnen. und an dem tag, an dem ich mich gegen das weitere abpumpstillen entschieden habe, waren alle trams vollgeklebt mit "stillen-ich bin dabei!"-postern. und wildfremde leute haben mich gefragt, warum ich denn nicht stille, sei doch das beste... läck, ich hätt die am liebsten angekotzt. in vollem bogen. :evil: :twisted:

@ nuage: danke für deinen roman. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 09.02.2010, 14:32 
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@karine
Mir geht es ähnlich, wie anderen Frauen hier: Ich kann nicht nachvollziehen, dass man von vornherein das Stillen ausschliesst. Ich akzeptiere aber einen solchen Entscheid, ohne heimlich mit den Augen zu rollen :-)

Ich selber habe mich durch das Stillen nie daran hindern lassen, mir meine Freiheiten zu nehmen. 2 Wochen nach Geburt bin ich jeweils wieder in den Chor und an Sitzungen meines Vereins gegangen. Ich hatte unkomplizierte Kinder und viel Milch, so dass immer ein ausreichend grosser Vorrat im Tiefkühler war. Als Junior 8 Monate alt war, gingen GG und ich 10 Tage in die Ferien, derweil er bei den Schwiegereltern war und die ganze Zeit über Muttermilch bekam (wobei 2 Mahlzeiten am Tag schon Brei waren, sonst hätte es dann doch nicht gereicht ;-)).

Aber ich verstehe auch, dass es nicht jederfraus Sache ist, mit der Milchpumpe in den Ausgang zu gehen ;-)

Den Rechtfertigungsstress machen wir Mütter uns glaube ich manchmal selber. Egal bei welchem Thema, wobei das Stillen schon eines der "beliebtesten" ist. Mir ist ein ehrliches "Ich weiss nicht warum, aber ich will einfach nicht stillen, es geht mir total gegen den Strich" viel lieber, als ein gesuchter Rechtfertigungsversuch. Aber ich frage eigentlich sowieso nie nach den Gründen, weshalb jemand nicht stillt. Interessiert mich nicht, das BB wird auch so gross und stark :-)

lg, aryu

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn frau sich gegen das stillen entscheidet...
BeitragVerfasst: 09.02.2010, 21:59 
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@aryu: finde ich toll, dass du das mit dem nicht stillen wollen einfach so stehen lassen kannst! Ich war schon manchmal an dem Punkt, wo ich am liebsten eine Ausrede gebracht hätte, warum ich nicht stille, aber schlussendlich bin ich froh dass ich einfach ehrlich war und dazu stand, dass es für mich nicht stimmte.


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