Das ist ja ein ganz interessantes Thema.
Für mich war immer klar, dass ich mein Kind stillen werde. Schliesslich ist das die gesündeste Nahrung fürs Kind, man hat die Milch immer dabei und dazu kostet sie erst noch nichts. Als mich vor der Geburt jemand danach fragte, sagte ich: "Klar werde ich stillen!" Nur sind Vorstellung und Realität oft anders

Nachdem ich keinen Milcheinschuss hatte, mein Kleiner im Spital nur schrie, ich schon Schweissausbrüche kriegte, als ich diese Pumpe sah (Babyboy wollte die Brust nicht, weil halt nichts raus kam), ich mich wie eine Kuh fühlte und pro Pumpung trotzdem nicht mehr als 20 ml von beiden Brüsten raus brachte, nachts sogar noch vom Stillen träumte, Stilltees, Rivella, Globuli etc. nicht mehr sehen konnte, hab ich dann nach drei Wochen den Bettel hingeschmissen.
Ich habe mit der Rücksprache der Hebamme mit Pumpen aufgehört. Und als sie mir sagte, ich dürfe dem Stillen ruhig nachtrauern und auch weinen, dachte ich mir, dass die doch spinnt!!!

Als wir dann die Pumpe ins Spital zurück brachten, mein Sohn endlich ruhiger wurde und langsam der Alltag einkehrte, brach plötzlich alles über mir zusammen. Ich habe einen riesigen Wasserfall geheult, meinem Mann vorgejammert, dass ich die schlechteste Mutter auf Erden sei, da ich mein Kind nicht ernähren könne - und das für genau zwei Minuten. Dann habe ich mit mir selber Frieden geschlossen.
Und was ich jetzt schon mit Garantie sagen kann. Bei einem weiteren Kind werde ich das ganz anders angehen. Das Baby würde auch die Vormilch kriegen, aber wenn dann wieder kein Milcheinschuss kommt, dann wird nicht gepumpt und geknorzt. Dann wird gleich zum Schoppen gegriffen. Stillfreundliches Spital hin oder her.
Und obwohl ich ja stillen wollte, aber halt einfach keine Milch da war, wurde ich auch oftmals angegriffen. Am Anfang hat mich das noch verletzt und genervt. Aber da ich ja mit mir Frieden geschlossen habe, dachte ich mir, dass ich jetzt auch mit diesen paar besserwissenden "Weibern" Frieden schliesse und auf Göschenen-Airolo schalte
Ich finde es wundervoll, wenn eine Mutter stillen kann und es möchte, aber ich kann es auch durchaus verstehen, wenn eine Mutter nicht stillen möchte.
Und neben den Vorteilen, wie der Unabhängigkeit etc, war es einfach auch mal wieder schön, meinen Körper einfach nur für mich zu haben.
So, fertig Roman
