Teures Weiterverkaufen

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Pippo
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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Pippo » So 10. Jun 2018, 12:02

man muss wohl auch unterscheiden, ob man in der CH hergestellte ware teuer einkauft oder aber importierte..... wenn ein CH schreiner mehr verlangt als einer aus DE ist das für mich absolut in ordnung, dann weiss ich ja auch warum das so ist.

iselle hat geschrieben:
Sa 9. Jun 2018, 21:24
Mich würde sehr interessieren, was Du überteuert findest in der Schweiz ...
ah ok, hier ein paar besispiele - allerdings meinte ich nicht, dass nur in CH gewisse dinge zu teuer sind, ich finde aber, dass die schweizer generell sehr grosszügig sind was preise angeht und sich viel gefallen lassen bzw. sich oft genug einfach nicht sagen trauen: das ist jetzt aber zu teuer.

ich bezahle für einen 5 personen Bungalow auf einem Campingplatz (!) in Tenero keine 300 CHF pro nacht - ist für mich absolut überzogen, bezahl ich nicht. D.h. in dem fall, ich weiche auf ein ferienhaus aus oder such mir eine andere location, ist es mir schlichtweg nicht wert und finde ich frech (sind ja beinahe hotelpreise).

vor einigen jahren waren wir im babygeschäft, wir wollten einen teutonia be you (deutsches fabrikat...) kaufen - kostet im fachgeschäft 1500 CHF und hatte 6 wochen lieferzeit. Service gäbe es nicht vor ort, aber sie würden den wagen im schadenfall einschicken und uns einen ersatzwagen stellen. Beim deutschen fachhändler, bei dem ich online bestellen konnte kostet das ding 750 CHF..... (da sackt also das fachgeschäft ordentlich was ein, nix mit herstellkosten, lagerkosten etc.) . Hab ich dann online bestellt.

wenn leute meinen, ihre gebrauchten babysachen (wiege, gitterbett, wickelkommode etc.) um 2/3 vom verkaufspreis weiter verkaufen zu müssen, bezahle ich das nicht.

bei swisscom kostet der austausch eines displays fürs iphone 209 chf.... in einer handywerkstatt bei uns in der nähe kostet mich derselbe spass 129chf (originalteile) - ich hab also die wahl.

ein Maxi Cosi rodi fix kindersitz wird in CH zwischen 130 und 190 CHF verkauft - ein und dasselbe modell. ich kann als konsument selber entscheiden wo ich den kaufe, gibt ja mittlerweile tolle preisvergleiche online.

Ich buche meine flüge selber online und nicht über ein reisebüro, da mir diese 5 klicks keine 80 CHF gebühr wert ist und ich keinen mehrwert habe wenn die reisefachfrau den flug gebucht hat.

Ich bin im gegensatz dazu gerne bereit, für Fleisch vom metzger mehr zu bezahlen, da die qualität stimmt. Wir haben auch unser haus mit handwerkern aus der region gebaut, da der service wichtig war, wir kaufen unsere lebensmittel hier und ich bin da gerne bereit, für gute qualität mehr zu bezahlen.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Lotus » So 10. Jun 2018, 17:06

Pippo: danke für deine Bsp ;)

Ich persönlich finde es auch mega frech, wenn ich über eine .ch Homepage ein Produkt in Schweizerfranken bestelle, und das Päckli kommt dann aus Deutschland :evil: weil ich habe mich in diesem Fall dazu entschieden, nicht im Ausland einzukaufen, bezahle aber dem Händler mehr, für dieselbe Leistung? (Es war ein Druckauftrag.) Geht gar nicht! Danach bestellte ich ein Fahrrad für meinen Sohn, die haben ihre Gesamtpreise in SFr umgerechnet, inkl Mwst Abzug wenn Lieferadresse in DE und inkl Versand und Zollgebühren. Man weiss 1:1 was man bezahlt und was man bekommt und die Preise sind gegenüber den Europreisen sehr ähnlich.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von iselle » So 10. Jun 2018, 23:04

@Pippo und alle anderen: Danke für Eure Meinungen! In Thailand kaufte ich einen Nivea-Deo (Mini-Teil für die Handtasche) für CHF 1.20. In der Schweiz sah ich ihn nach den Ferien für CHF 6.50 - und in Konstanz für umgerechnet CHF 4.50. Seither meide ich Nivea...

Bei den Medis sehe ich die krassen Unterschiede echt nicht ein.
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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Caipi16 » Mo 11. Jun 2018, 06:14

@Iselle

Das meinst Du aber nicht im Ernst, was Du da schreibst, oder?? :shock:

Du weisst schon, was das Durchschnittseinkommen in Thailand ist? Um die CHF 400.- pro Monat. In der CH liegt es bei CHF 6000.- pro Monat - und jetzt rechne mal bzw. überleg mal, wieso (fast alles!) In Thailand viel günstiger ist... :roll: :wink: .

Sorry, aber Du kannst doch nicht ernsthaft Thailand mit der Schweiz oder mit Deutschland vergleichen! Die haben ein ganz anderes Kostenniveau, ganz andere Löhne, ganz andere Zölle, usw. Wenn Du in Thailand oder Indien ein Nivea-Deo für CHF 6.50 verkaufen würdest, könnten sich ein Grossteil der Einheimischen das gar nicht leisten, weil ein durchschnittlicher Thai im Schnitt zigfach weniger verdient als ein CH (Nivea oder sonst eine Marke verkaufen ihre Deos in Thailand ja nicht in erster Linie für die Touristen wie Dich, sondern für die Thais - das dann halt auch Touris mit viel mehr Geld in den Genuss der tieferen Preise kommen, ist dann halt einfach so).

Wenn das Dein Kriterium ist, dann darfst Du faktisch in Thailand gar nichts kaufen bzw. bitteschön in Thailand gar nicht mehr in die Ferien gehen, weil Du dort fast bei allem und überall in den Genuss von tieferen Preisen kommst ;-). Denn auch ein Burger im McD kostet nur ein Bruchteil dessen, was er in der CH kostet... bei Deos, Duschmitteln, etc. von anderen Marken dasselbe... Du kannst in Thailand zigfach günstiger als in der CH essen... auch Medis sind viel günstiger (Aspirin)... usw ;-). Dasselbe in DE: Geh mal in DE asiatisch essen - kostet auch 2/3 weniger als in der CH. Und wenn Du Lebensmittel und Hygieneartikel in DE oder Spanien kaufst, sind die auch günstiger als in der CH - eben auch deshalb, weil die Löhne in diesen Ländern viel tiefer sind.

Länderübergreifend vergleichen bzw. eine gewisse Marke nicht mehr kaufen, weil die Produkte in Thailand oder Indien oder Brasilien viel günstiger und man sich deswegen verarscht fühlt... nicht sehr weit gedacht, sorry... ;-).

@Lotus
Egal, wo Du heute bestellst - Du hast nirgends die Sicherheit bzw. den Anspruch, dass das Produkt aus CH kommt bzw hier evtl. sogar hergestellt wird - ausser es wird Dir explizit auf der Homepage so versprochen. Aber wenn Du bei einem CH-Händler bestellst und Du bekommst die Ware aus DE geliefert (mit Zollkosten), dann hättest Du das garantiert in den AGB's lesen können (die niemand liest - ich weiss :wink: ).

Das Problem ist halt schon, dass die CH-Händler preislich extrem unter Druck stehen. Klar, Du hast vielleicht explizit einen CH-Händler ausgesucht - aber wenn er das Produkt hier in der CH ausgeliefert hätte, wäre es wahrscheinlich einiges teurer gewesen bzw. ob Du es dann auch bestellt hättest (weil Dir das .ch so wichtig ist), sei dahingestellt. Das heisst, wir funktionieren alle in erster Linie über den Preis - reklamieren aber, wenn die Ware dann aus dem Ausland kommt... und wenn wir ein Produkt irgendwo teurer sehen, kaufen wir es nicht, weil es dort eben aus der CH käme... da sind wir halt schon nicht unschuldig daran.

Ich hatte das Beispiel mit meinem Wasserbett. In der Grösse und mit der Ausstattung, die ich habe, hätte ich hier bei einem CH-Unternehmen (z.B. Aquadynamics) um die CHF 6000.- bezahlt, was ich mir damals schlichtweg nicht hätte leisten können. Ich habe dann bei einem Anbieter mit einer Servicestelle hier in der CH bestellt, wo aber die Betten aus DE kommen. Fazit: Ich habe für das Bett (mit Porto, montieren, etc.) alles in allem knapp CHF 2000.- bestellt. Qualität 1:1 wie Aquadynamics, z.T. sogar genau gleiche Bestandteile (kann ich beurteilen - ich hatte 5 Jahre ein Original-Aquadynamics ;-)). Ich habe das Bett nun auch schon 6 Jahre und bin superzufrieden damit bzw. es war die beste Investition meines Lebens. Aber eben: Dieser "Luxus" war mir nur möglich, weil ich einen Anbieter gefunden habe, der aus DE liefert... ist einfach so... und wenn ich es nicht "vorig" habe, ist das halt einfach ein Faktor für mich.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Lotus » Mo 11. Jun 2018, 07:41

Ich gebe dir teilweise Recht Caipi, aber ich glaube das Deo ist für die meisten der Thailänder unerschwinglich! Und wir Schweizer beim Kauf des Produkts, da erklären wir uns ja eigentlich mit der Philosophie des Unternehmens einverstanden. Also dass es in Thailand so in der Schweiz so viel kostet. Und wie das Unternehmen mit Löhnen und Gewinnen umgeht.

Das mit dem Auslandskauf und der Zweigstelle, das stimmt für Produkte, bei denen eine Lieferung nötig, etwas Aufwand vorhanden ist...aber einfach das Zeug in De drucken oder bestellen und dann in die Ch liefern lassen, ist nur dreist. Und da steckt sich jemand unverdientes!!!! Geld in die Tasche!

Grüssli
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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Pippo » Mo 11. Jun 2018, 08:54

Ich denke nicht, dass ein Produkt in Thailand für den konsumenten eine alternative zu dem selben produkt in CH darstellt. Wer bestellt sich schon das Deo in thailand? Alleine mit dem porto bist du wieder teurer ;-)

Für mich ist es ok, wenn dinge in CH etwas mehr kosten als in DE, das lässt sich ja auch nachvollziehen - wenn das Deo 2 CHF mehr kostet, ok, wenn es aber das doppelte oder dreifache kostet, ist das nicht mehr erklärbar.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von iselle » Mo 11. Jun 2018, 10:17

Mir ging es mehr um den Warenwert. Das Produkt wurde in D hergestellt (so habe ich es in Erinnerung). Da liegt offenbar eine gewaltige Marge drin, wenn es in Thailand so günstig angeboten werden kann. Das hat mich damals so verblüfft.

Natürlich wäre Nivea blöd, wenn sie es auch in D so günstig verkaufen würden. Aber die krasse Kaufkraftabschöpfung in der Schweiz gewisser Firmen nervt mich also echt. Bei Produkten, die in D wesentlich günstiger angeboten werden, weiche ich mehrheitlich auf Schweizer Eigenmarken aus.
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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Pippo » Mo 11. Jun 2018, 10:22

Die Frage ist (und die kann ich dir nicht beantworten), wer denn den verkaufspreis in CH festsetzt? Ist es (als Beispiel) Nivea selber? oder ist es Coop/Migros? ist es der hohe einkaufspreis der den preis in die höhe treibt?

Falls der Detailhändler in CH den preis so hoch ansetzt und die marge abschöpft, hilft es gar nichts wenn du stattdessen bei dem händler ein anderes produkt kaufst, dann wäre es nur konsequent, gar nicht mehr dort einzukaufen ;-)

Das Probelm ist einfach, dass du als Konsument diese Infos nicht hast.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Tinky » Mo 11. Jun 2018, 10:26

Pippo hat geschrieben:
Mo 11. Jun 2018, 10:22
Die Frage ist (und die kann ich dir nicht beantworten), wer denn den verkaufspreis in CH festsetzt? Ist es (als Beispiel) Nivea selber? oder ist es Coop/Migros? ist es der hohe einkaufspreis der den preis in die höhe treibt?

Falls der Detailhändler in CH den preis so hoch ansetzt und die marge abschöpft, hilft es gar nichts wenn du stattdessen bei dem händler ein anderes produkt kaufst, dann wäre es nur konsequent, gar nicht mehr dort einzukaufen ;-)

Das Probelm ist einfach, dass du als Konsument diese Infos nicht hast.
Häufig kommt das von Nivea (oder sonstigen Marken) selber. Aus diesem Grund gab es eine Zeit lang im Coop keine Nestle-Produkte mehr. Nestle wollte mehr Geld bzw. die Preissenkung nicht weitergeben.

Wenn ein Handwerker (mit entsprechender Garantieleistung) dahinter steht, habe ich weniger Mühe mit dem Preisunterschied. Eine Frechheit finde ich, dass Bücher bei uns immer noch das Doppelte kosten wie in Deutschland. Das ist unerklärlich!
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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von ausländerin » Di 12. Jun 2018, 15:50

Lotus, warum "verzichte halt" so schlimm ist? Es gibt so viel dingen die wir nicht brauchen. Verzichten ist ökologisch das beste.
Zweites gedanke: ist das schwimmkurs privat oder ein Verein? Wenn Verein - dürfen sie kein Profit machen und sich auszahlen. Also Geld fliest zurück ins Verein und kommt auf andere Weise Kunder zu gute. In dem Fall - heisst es nicht "abzocken" aber quersubvention. Wenn es privat ist - würde ich grundsätzlich dort nichts kaufen, genau so wie ich nie ein badetuch in schwimmbad kaufen würde, weil es nicht kerngeschäft ist und höhere preise bedeutet. Ausser ich habe meins vergessen - und dann bin ich bereit für eigene fehler mehr zu zahlen (liegt also in vereich service für mich).

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von ausländerin » Di 12. Jun 2018, 15:55

Ein gutes beispiel für "interessante" preispolitik sind Medikamente. Ich kaufe schon lange mehrere Medikamenten von Schweizer Firmen die ich regelmässig brauche im Ausland (ausserhalb EU), weil ich sie dort ohne Rezept bekomme und sie um einiges (bis zu 50%) günstiger sind.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von frausteiner » Mi 13. Jun 2018, 08:26

Der Schwimmkurs ist privat, kein Verein.
Ja, zum Teil kauf ich auch Medis im Ausland und ab und zu Weled...-Produkte. Aber nur bei Gelegenheit und sonst verzichte ich drauf weil es zu teuer ist hier.

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Re: Teures Weiterverkaufen

Beitrag von Gutemine » Do 14. Jun 2018, 17:50

Pippo hat geschrieben:
Mo 11. Jun 2018, 10:22
Die Frage ist (und die kann ich dir nicht beantworten), wer denn den verkaufspreis in CH festsetzt? Ist es (als Beispiel) Nivea selber? oder ist es Coop/Migros? ist es der hohe einkaufspreis der den preis in die höhe treibt?

Der Verkäufer (Nivea) bestimmt den Preis und es ist sogar so, dass der auch bestimmt, wo der Einkäufer die Produkte kaufen darf. So kommt es leider öfters vor, dass schweizer Einkäufer ihre Produkte teurer beziehen müssen, als sie im Laden in Deutschland für Konsumenten zur Verfügung stehen. Das finde ich schon sehr dreist und wie es stella bereits erwähnte, wäre ein Unterschied im Verkauf von ca. 20% mit dem Lohn-/Mietunterschied in der Schweiz zu erklären. Wenn der Unterschied mehr als 20% ist, liegt das wohl am überteuerten Verkaufspreis an die Grosshändler.

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