Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Wer kennt sich aus?

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ChrisBern
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von ChrisBern » Mi 22. Jan 2020, 14:08

Finde den "Fairness"-Aspekt bei der Arbeit immer wieder spannend! Sind wir ehrlich, das ist gar nicht möglich...einige arbeiten mega effizient, andere stempeln erst mal ein und lesen dann Zeitung, andere lassen sich bei jedem Schnupfen krankschreiben etc. Mit diesem Anspruch macht man sich doch nur Stress, es ist sowieso immer irgendwas wahrgenommen nicht ganz gerecht...und eben, anscheinend darf man sich so krankschreiben lassen und ich finde die Wertigkeit (Schönheits OP geht ja gar nicht, bei einer anständigen Grippe hätte man vielleicht Mitleid und fände zwei Wochen ok) komisch. Ist ja so, als ob man in der Schwangerschaft ausfällt und alle, die keine Kinder wollen, regen sich auf...leben und leben lassen...

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Nuuneli
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Nuuneli » Mi 22. Jan 2020, 16:16

Netterl hat geschrieben:
Mi 22. Jan 2020, 13:33
Und Leute, was ich nicht verstehen kann. Es wird so schnell geschrien, dass dies oder jenes die Krankenversicherungen belastet.
Wenn du damit mich meinst: es ist so. Aber ich habe das nicht wegen der Belastung der KK geschrieben, sondern als Grund, wieso sie dafür krank geschrieben wäre und keine Ferien dafür nehmen müsste.
200120042007

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Netterl
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Netterl » Mi 22. Jan 2020, 16:25

Nein, damit meinte ich nicht Dich. Mir gingen andere Threads durch den Kopf. ( Schwangerschaft etc)
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Manjana
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Manjana » Do 23. Jan 2020, 07:10

Wenn es eine reine Schönheitsop ist, wird es die KK nicht bezahlen und der Schönheitschirurg kein Arztzeugnis ausstellen.

greenguapa
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von greenguapa » Do 23. Jan 2020, 07:21

Manjana, das mit der KK kann ich bestätigen aber das mit dem Arztzeugnis ist einfach nicht korrekt.

Edit: Was ich noch sagen wollte, bei mir wären sämtliche Nachsorgeuntersuchungen (Fäden ziehen), Beratungsgespräch vor Eingriff und Kontrolluntersuchungen von der KK bezahlt worden.

Und zum Thema Schönheits OP ist es immer einfach von aussen zu urteilen/bewerten wenn man nicht in dessen Haut steckt.
Zuletzt geändert von greenguapa am Do 23. Jan 2020, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.

orion11
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von orion11 » Do 23. Jan 2020, 08:35

Also, wenn ein Arzt ein Zeugnis ausstellt, egal welcher oder egal aus welchem Grund, muss es der AG in erster Linie mal akzeptieren.
Aber wenn ihm die Sache "seltsam" vorkommt, kann er immer noch einen Vertrauensarzt aufbieten, der da hinschaut. Ich nehme an, er könnte dann verlangen, dass dafür Ferien bezogen werden müssen, weil es nicht als Krankheitsfall anerkannt wird.

Ich verstehe die TE schon, finde solche Sachen auch schwierig. Ich finde, dieser saloppe "Ich-lass-mir-jetzt-mal-die-Brüste-vergrössern-und-bin-dann-halt-krank"-Aspekt kommt recht schräg daher. Tönt ja auch nicht nach total seelischer Notlage, aber wir wissen es ja auch nicht.

Ich kenne aber die andere Seite ein wenig, ich hatte vor Jahren eine Augenoperation, die als Schönheits-OP galt und ich selber bezahlt habe. Ich bekam anstandslos ein Zeugnis für eine Woche, und mein AG war informiert und hatte keine Mühe damit. Nur ich hatte ein blödes Gefühl und versuchte, meine "Ausfallzeit" möglichst kurz zu halten.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Manjana » Do 23. Jan 2020, 09:20

Greenpagua dann war es ja bei dir kein reiner Schönheitseingriff, sonst hätte es die KK nicht bezahlt oder? Ich finde es soll jeder machen, was einen glücklich macht. Aber dann halt Ferien beziehen

sonrie
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von sonrie » Do 23. Jan 2020, 09:26

Manjana hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 09:20
Greenpagua dann war es ja bei dir kein reiner Schönheitseingriff, sonst hätte es die KK nicht bezahlt oder? Ich finde es soll jeder machen, was einen glücklich macht. Aber dann halt Ferien beziehen
das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun? Einen freiwilligen Eingriff vornehmen, den selbst bezahlen und dann trotzdem krank geschrieben werden. Das eine (wer bezahlt) hat nichts mit einer krankschreibung zu tun.
Zuletzt geändert von sonrie am Do 23. Jan 2020, 09:26, insgesamt 1-mal geändert.

jupi2000
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von jupi2000 » Do 23. Jan 2020, 09:26

Und wenn ich freiwillig total besoffen ins Auto steige und einen Unfall baue, ich mich schwer verletze, ich zusammengeflickt werde, bekomme ich ja auch ein Arztzeugnis, weil ich nicht arbeiten kann, sondern mich erholen muss, oder? Es spielt doch keine Rolle ob es selbst verschuldet ist oder freiwillig oder krankheitsbedingt oder oder oder. Man ist nicht fähig zu arbeiten und wird krank geschrieben. Egal weshalb. Man kann nicht arbeiten. Da wird der Arzt hoffentlich kein Unterschied machen?! Der sagt ja auch nicht, ah, der hätte halt besoffen nicht autofahren sollen, also kriegt er kein Zeugnis von mir.
Bei der Brust OP ists doch ähnlich? Egal warum das jemand macht, die Person ist nach der OP nicht arbeitsfähig und kriegt ein Zeugnis. Spielt doch keine Rolle, ob sie das freiwillig macht oder es machen muss, wegen eines Tumors oder nicht?

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von greenguapa » Do 23. Jan 2020, 09:31

Manjana hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 09:20
Greenpagua dann war es ja bei dir kein reiner Schönheitseingriff, sonst hätte es die KK nicht bezahlt oder? Ich finde es soll jeder machen, was einen glücklich macht. Aber dann halt Ferien beziehen

doch Manjana es war ein reiner Schönheitseingriff. Den Eingriff habe ich selbst bezahlt aber der Rest, wie oben in meinem Beitrag genannt hätte und hat die KK bezahlt.

Und ich musste keine Ferien beziehen weil ich sowieso nicht am arbeiten war zu diesem Zeitpunkt. Ein Arztzeugnis für 6 Wochen habe ich trotzdem ungefragt erhalten.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von 5erpack » Do 23. Jan 2020, 09:47

Nun kommt drauf an!
Man kann auch von den Versicherungsleistung ausgeschlossen werden, wenn man grob fahrlässig habdelte( steht bei uns im Reglement vom Karate Klub das gewisse Unfälle halt nicht übernommen werden, weil es als Risiko Sportart gillt).

Frage: Wir haben eine Mitarbeiterin, welche uns mitgeteilt hatte, dass sie eine Nasenkorrektur vornehmen werde. Nun hat sie uns einen ärztlichen Bericht zugestellt, in welchem eine zweiwöchige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird. Sind wir als Arbeitgeber verpflichtet, dies zu bezahlen?
Antwort: Gemäss Art. 324a OR trifft den Arbeitgeber eine Lohnfortzahlungspflicht, wenn der Arbeitnehmer «ohne sein Verschulden» an der Arbeitsleistung verhindert ist. Auch ein Unfall oder eine Krankheit führen demnach nicht in jedem Fall dazu, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter für die Dauer der Abwesenheit entlöhnen muss. Zu beurteilen ist also unter Umständen trotz ärztlichem Zeugnis, ob die unfall- oder krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitnehmer verschuldet ist. Diese Frage ist teilweise heftig umstritten. Ist beispielsweise eine Krankheit infolge Drogenkonsums oder nicht geschützten Geschlechtsverkehrs verschuldet? Wie steht es bei einem Unfall während einer schwierigen Bergtour? Der von Ihnen geschilderte Fall ist dagegen von der arbeitsrechtlichen Praxis klar beantwortet worden: Eine freiwillig vorgenommene Schönheitsoperation bzw. die Folgen davon sind vom Arbeitnehmer verschuldet. Anders könnte dies nur sein, wenn die Operation medizinisch indiziert gewesen wäre, bspw. die Wiederherstellung der Nase nach einem Unfall.

Oder wie im Artikel vom Beobachter steht:
Anders wäre es höchstens bei einer von Ihnen grundsätzlich selbst gewählten Behandlung, also zum Beispiel bei einer Schönheitsoperation. Wenn Sie wegen eines solchen Eingriffes am Arbeitsplatz fehlen, muss der Arbeitgeber den Lohnausfall nicht übernehmen.

Das sie krank geschrieben wird, ist klar, denn Ferien gelten als Erholung und nicht als auskurieren einer Operation. Daher kann man auch, wenn man in den Ferien krank etc wird, das wiederum als Krankentage eintragen und kann die Ferien später beziehen,

So oder so, krankgeschrieben ok, aber die Taggeld Versicherung wird sicher nicht zahlen. Dumm gelaufen in dem Fall für die Frau. Sie hat für zwei Wochen kein Lohn zugute.
Nicht umdrehen, weiter gehen!

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von sonrie » Do 23. Jan 2020, 09:49

5erpack, ich hab genau diesen Artikel weiter oben gepostet.
und die Frage ist nicht wer den Krankenstand bezahlt sondern ob sie sich krank melden darf.

Und ob sie lohn bekommt oder nicht, ist am ende sache der Versicherung und des AG.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Pinie » Do 23. Jan 2020, 11:34

Es war gerade spannend diesen Thread durchzulesen. Eine Frage, die man (sich) meiner Meinung nach absolut stellen darf. Immerhin zahlen wir alle mit für Krankentaggeld - die meisten jedenfalls. Dass der Fragestellerin dann schon Probleme unterstellt werden, die sie mit in-sich-gehen erforschen und lösen müsste... äh, Hallo??? Es geht um eine sachliche Frage.
Wenn es um eine Meinung ginge wäre ich auf der Seite von solche absichtlich "selbstverschuldeten" Absenzen müssen selber getragen werden und nicht von der Versicherung.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Netterl » Do 23. Jan 2020, 11:52

"selbst verschuldet" soweit geht das für mich nicht. Wenn bei einer Extremsportart sich jemand verletzt etc. sehe ich das komischerweise anders als bei einer Schönheits OP. Wobei ich hier mal Schönheits-OP mal definieren müsste als medizinisch nicht notwendiger Eingriff. Also beispielsweise Brust größer,bloß weil man sexier sein möchte. (Und die Frage ist, ab wann ist ein Eingriff nicht mehr medizinisch notwendig und welche es denn noch gibt)

Ich bleibe mal beim aktuellen Fall Brustvergrößerung und setze" medizinisch nicht notwendig" dazu. Da sollte jedenfalls nichts gezahlt werden, es reicht ja schon die Mehrarbeit, die andere nur wegen eines Schönheitsbedürfnis tragen müssen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich Brustvergrößerungen (nur aus dem "ich will sexy sein"- Grund ) absolut überflüssig finde. Auf gut bayerisch: müssig wie ein Kropf.
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Libli » Do 23. Jan 2020, 12:01

Mich dünkt es es geht gar nicht farum was rechtens ist oder nicht, sondern dass sich einige aufregen weil es sich um eine Brust-OP handelt und nicht alle verstehen dass man sowas machen lässt. Die Eingangsfrage war doch: sie hat gesagt sie bezieht Ferien, habe aber gesehen dass es unter Krankheit läuft: darf es das? Nachdem ich alles durchgelesen habe scheint es so dass die Antwort lautet ja, es darf unter Krankheit laufen (nicht dass die KK die OPs zahlt, sondern dass sie die zwei Wochen danach krank geschrieben wird). Ich vermute ja die TE hat Mühe damit weil sie sichangelogen fühlt und hätte da Klarheit gewünscht. Von daher nochmal meine Empfehlung: die Kollegin drauf ansprechen.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Stella* » Do 23. Jan 2020, 12:12

Libli hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 12:01
...Die Eingangsfrage war doch: sie hat gesagt sie bezieht Ferien, habe aber gesehen dass es unter Krankheit läuft: darf es das? Nachdem ich alles durchgelesen habe scheint es so dass die Antwort lautet ja, es darf unter Krankheit laufen (nicht dass die KK die OPs zahlt, sondern dass sie die zwei Wochen danach krank geschrieben wird). Ich vermute ja die TE hat Mühe damit weil sie sichangelogen fühlt und hätte da Klarheit gewünscht. Von daher nochmal meine Empfehlung: die Kollegin drauf ansprechen.
Habt ihr euch schon mal überlegt, dass es vielleicht dieser Mitarbeiterin unangenehm ist, wenn sie mit allen über die OP reden muss? Ist ja schliesslich ihre Privatsache. Ich selber hatte auch mal einen geplanten Eingriff, von dem ich nicht der ganzen Firma erzählen wollte. Habe den Termin bewusst in einem Zeitraum geplant, wo ich normalerweise Ferien nehme. Meine Vorgesetzte war informiert und ich hatte in gegenseitiger Absprache ebenfalls Ferien eingetragen und es anschliessend auf Krankheit geändert.
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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von sonrie » Do 23. Jan 2020, 15:22

"selber verschuldet" oder "notwendig" ist halt immer so eine Sache der Definition....

Brust vergrössern kann man jetzt einerseits auslegen als
- find ich sexy, will ich haben
- ich leide seit meiner Jugend unter Körbchengrösse A und trau mich weder ins Schwimmbad noch in einen Sportverein, weil ich mich nicht vor anderen zeigen will - es beeinträchtigt mein Leben

Dasselbe ist dann ja auch mit Augen-Ops, die einfach die Brille ersetzen (kann ja eine Brille tragen), mit Laserbehandlungen der Haut (hat man ein Recht auf schöne Haut?), Kinderwunschbehandlungen (dann bekommt sie halt keine Kinder), Sterilisation oder Vasektomie (dann nehmt halt Kondome) und so weiter... die Behandlungen werden alle selber finanziert, nur die krankschreibung danach ist bezahlt. Wer wertet denn nun, ob eine Brustvergrösserung weniger wichtig ist als eine Augen OP?

Man müsste sonst ja fast noch weiter gehen und sagen, wer selber verschuldet krank wird oder verunfallt (wie in Jupis Bsp. oben) bekommt auch kein geld. (Raucher, übergewichtige, Skifahrer, etc.)
Gottseidank funktioniert unser System aber nicht nach dem Prinzip, ich finde das ist auch gut so. Immer dieser Neid, wenn andere Versicherungleistungen beziehen.

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von Muffin82 » Do 23. Jan 2020, 15:41

Sonrie, vielen lieben Dank, das waren auch meine Gedanken - super Text!

Ich habe vor 3 Jahren eine Bauchdeckenstraffung vornehmen lassen. Die OP habe ich natürlich selber bezahlt. Die Frage bez dem richtigem Zeitpunkt kam vom Chirurgen gleich am Anfang, weil er mich auch 10 Tage krank schreiben wollte. Da ich aber zu diesem Zeitpunkt Hausfrau war, spielte es keine Rolle.

Und nein, dieser Eingriff war nicht gesundheitlich relevant. Ich hatte keine Entzündungen, etc. Ich wollte einfach wieder einen flachen Bauch.

LG
*Mücke 22/11/2008*
*Munggeli 06/10/2011*

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Re: Schönheit OP, Ferien oder Krankheit?

Beitrag von danci » Fr 24. Jan 2020, 15:56

jupi2000 hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 09:26
Und wenn ich freiwillig total besoffen ins Auto steige und einen Unfall baue, ich mich schwer verletze, ich zusammengeflickt werde, bekomme ich ja auch ein Arztzeugnis, weil ich nicht arbeiten kann, sondern mich erholen muss, oder? Es spielt doch keine Rolle ob es selbst verschuldet ist oder freiwillig oder krankheitsbedingt oder oder oder. Man ist nicht fähig zu arbeiten und wird krank geschrieben. Egal weshalb. Man kann nicht arbeiten. Da wird der Arzt hoffentlich kein Unterschied machen?! Der sagt ja auch nicht, ah, der hätte halt besoffen nicht autofahren sollen, also kriegt er kein Zeugnis von mir.
Bei der Brust OP ists doch ähnlich? Egal warum das jemand macht, die Person ist nach der OP nicht arbeitsfähig und kriegt ein Zeugnis. Spielt doch keine Rolle, ob sie das freiwillig macht oder es machen muss, wegen eines Tumors oder nicht?
Danke.

Bei der Krankschreibung kommt es einzig und alleine auf die folgende Frage drauf an: Ist XY arbeitsfähig? Warum sie es evtl. nicht ist, ist dafür doch völlig unerheblich. Ferien dienen im Übrigen der allgemeinen Erholung von der Arbeit und sollten gerade nicht der Genesung dienen. Darum können sie auch nachgeholt werden, wenn man in den Ferien krank wird. D.h. aus meiner Sicht dass hier ein Ferienbezug eigentlich gar nicht zulässig wäre.

Nach einer Brust-OP kann man ganz sicher nicht gleich arbeiten gehen. Daher ist die Krankschreibung völlig korrekt. Ob der Lohnausfall bezahlt wird oder nicht, ist ein komplett anderes Thema. Dort kann das Selbstverschulden (oder Drittverschulden bei Regress-Fällen) eine Rolle spielen.

Und nochmals ein völlig anderes Thema ist die Arbeitsverteilung, wenn jemand ausfällt. Dies kann man besprechen, wenn es wirklich schwierig ist.
Bild Bild Bild

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