Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

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Kokoro
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Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Kokoro » Mi 12. Feb 2020, 09:14

Hi Moms,

In Deutschland haben Eltern nicht wirklich die Wahl, ob sie nach der Geburt arbeiten wollen oder nicht - von einem Gehalt lässt sich nicht leben, ausser man wohnt weit draussen oder verdient richtig viel. Mein Mann und ich wohnen jetzt in der Schweiz und arbeiten beide 100%, trotz junger Tochter und Brüderchen auf dem Weg.

In der Schweiz höre und lese ich immer wieder, dass Mütter nach dem Mutterschutz nicht oder nur gering arbeiten, weil die Krippe so teuer ist (wir sind uns selber noch nicht sicher wie wir das mit zwei kleinen Kindern lösen werden).

Jetzt frage ich mich, ist dies ein kultureller Unterschied zwischen anderen Ländern und der Schweiz (also dass Mütter hier traditionell einfach mehr zu Hause sind), oder liegt es wirklich an den Krippenkosten?

Nehmen wir mal an, die Krippe wäre hier bezahlbar - wie viel würdet ihr denn arbeiten? Oder passt es euch so wie es ist?

Es geht mir nicht darum, eine politische Debatte ins Leben zu rufen - ich bin einfach krass neugierig, wie viele ausgebildete Mütter hier zu Hause bleiben weil arbeiten ein zu teures Hobby ist.

sonrie
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von sonrie » Mi 12. Feb 2020, 09:51

ich hab eine Frage:
In Deutschland haben Eltern nicht wirklich die Wahl, ob sie nach der Geburt arbeiten wollen oder nicht - von einem Gehalt lässt sich nicht leben, ausser man wohnt weit draussen oder verdient richtig viel.
ist das hier nicht dasselbe? Von einem einzigen durchschnittlichen Gehalt (sagen wir mal 6000 CHF?) ist es auch hier schwer, als Familie städtisch zu leben (vor allem, da viele Kosten die in DE vom Staat(Sozialversicherung bereits abgedeckt werden hier noch separat bezahlt werden müssen)- ausser man wohnt weit draussen oder verdient richtig viel :-) Oder warum arbeitet ihr beide 100%?

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Allegra85
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Allegra85 » Mi 12. Feb 2020, 10:02

@Kokoro
Das ist eine gute Frage :-) meine Kinder sind schon 8 & 11. Wäre die Kita günstiger gewesen oder fast gratis, wie in anderen Ländern hätte ich keine Tagesmutter organisiert, sondern die Kinder nach Bedarf in die Krippe gebracht. Mehr gearbeitet hätte ich die ersten 4 Jahre nicht (damal 40-50%), da die Nächte mir sehr an die Substanz gingen und ich kaum leistungsfähig war beim arbeiten (es kamen da aber gesundheitliche Probleme dazu, die erst etwas spät erkannt wurden).
Auch mein Umfeld gab mir zu verstehen, dass eine Mutter mehr zuhause sein soll, als am arbeiten. Beim Vater ist das egal. Heute wäre mir diese Ansicht egal und ich würde mehr darauf schauen, wie es für mich stimmte. Damals ging das für mich irgendwie nicht. (War auch erst knapp 24, als mein 1. Sohn auf die Welt kam. Für mich war das zu jung um verschiedene Modele gesehen zuhaben und mir vorzustellen, was ich gerne möchte.)
Zur Entlastung von mir, die Kinder in die Krippe zu schicken, hätte ich gerne genützt.
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Ida82 » Mi 12. Feb 2020, 10:13

Ich arbeite 60% und empfand meine Arbeit nie als "teures Hobby". Ich arbeite sehr gerne, bleibe im Beruf, meine Kinder haben von der Krippe profitiert. Und die Zeit, in der die Betreuungskosten so hoch sind, ist kurz. Ab Schulalter reduzieren sich die Kosten massiv. Also: Ja, ganz unabhängig von den Kosten würde ich mich für eine Berufstätigkeit entscheiden.

Ich finde es zudem eine Frage des Blickwinkels: Es ist ja nicht der Lohn der Frau, der in die Betreuung investieren wird. Wir haben ein Einkommen als Familie, von dem bezahlen wir unser Leben, ein Teil davon für die Kinderbetreuung. Nicht mein Lohn geht für die Kinderbetreuung weg, sondern ein Teil unseres Familieneinkommens. Für mich ist es wichtig, dass mein Mann und ich uns die Verantwortung für Finanzen und Erziehung teilen, dass nicht das eine auf den Schultern der Mutter und das andere auf den Schultern des Vaters liegt. Deshalb arbeiten wir beide teilzeit, tragen beide zum Familieneinkommen bei und sind auch beide für die Kinderbetreuung verantwortlich.
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Ups... » Mi 12. Feb 2020, 10:23

Da es uns sehr wichtig ist, das Kind selber zu erziehen, und auch für den Kleinen / bzw. auch grösseren Kleinen da zu sein, würde auch bei Gratis Krippe einer von uns nicht arbeiten.

Und ja, ich wurde als Kind zu einer Tagesmutter abgeschoben, weil meine Mutter arbeiten musste - und ich fand das damals und auch heute noch wirklich schlimm... würd ich meinem Kind nicht antun...

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KarinL
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von KarinL » Mi 12. Feb 2020, 10:36

Meine Mädels sind 16 bzw. 13 Jahre alt. Damals war die KiTa erst am Kommen. Somit stellte sich diese Frage bei uns nicht. Ich war dann 13 Jahre mehr oder weniger Hausfrau. Mein GG hat ein eigenes Geschäft, so habe ich ihm an einem Tag die Buchhaltung gemacht und die Mädels wurden von den Grosseltern betreut. Ich denke, ich würde auch heute noch diese Model wählen. Nicht wegen den Kosten, sondern, weil bei uns beide Seiten voneinander profitiert haben und dies auch so möglich war. Ohne Grosseltern sehe es aber ganz bestimmt anders aus.

Um zu deiner Frage zurückzukommen. Bei den gleiche Voraussetzungen wie damals vor 16 Jahren würde ich auch heute meine Kinder nicht in die KiTa schicken, sondern zu Hause bleiben, bzw. die Grosseltern einspannen. Bei uns war dies nie eine finanzielle Entscheidung, sondern eine persönliche. Und für uns hat dies immer gestimmt.
LG KarinL

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von dan79 » Mi 12. Feb 2020, 10:58

Ups... hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 10:23
Da es uns sehr wichtig ist, das Kind selber zu erziehen, und auch für den Kleinen / bzw. auch grösseren Kleinen da zu sein, würde auch bei Gratis Krippe einer von uns nicht arbeiten.

Und ja, ich wurde als Kind zu einer Tagesmutter abgeschoben, weil meine Mutter arbeiten musste - und ich fand das damals und auch heute noch wirklich schlimm... würd ich meinem Kind nicht antun...
UIiii krasse Meinung!! Findest du das nicht sehr Klischeehaft?

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Ups... » Mi 12. Feb 2020, 11:08

dan79 hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 10:58
Ups... hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 10:23
Da es uns sehr wichtig ist, das Kind selber zu erziehen, und auch für den Kleinen / bzw. auch grösseren Kleinen da zu sein, würde auch bei Gratis Krippe einer von uns nicht arbeiten.

Und ja, ich wurde als Kind zu einer Tagesmutter abgeschoben, weil meine Mutter arbeiten musste - und ich fand das damals und auch heute noch wirklich schlimm... würd ich meinem Kind nicht antun...
UIiii krasse Meinung!! Findest du das nicht sehr Klischeehaft?
ist doch egal, in was du das hineinkategorieren möchtest.
Ich hätte das Kind nicht bekommen, wenn mein Mann nicht einverstanden gewesen wäre, zu Hause zu bleiben und aufs Kind aufzupassen.
Und ja, ich habs grausam gefunden mit einer Mutter, die arbeiten war... ich hätte sie oft gebraucht, und nein, nicht erst am abend - sondern dann, wenn ich von der Schule nach Hause kam... das ist etwas, was heute noch sehr an mir knabbert... natürlich hab ich das damals schon nicht gesagt, und heute würd ich es auch niemals tun... möchte ihr kein schlechtes gewissen machen, aber es war echt heftig für mich!!!

sonrie
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von sonrie » Mi 12. Feb 2020, 11:11

@dan79: das sind doch einfach Ups... Erfahrungen die sie geprägt haben, das ist doch irgendwie normal, nicht? Dinge, die man selber als Kind als normal und gut erlebt, macht man später vielleicht genauso - und die Dinge die man in keiner guten Erinnerung hat, macht man anders. Sie hat ja nirgends geschrieben, dass es generell für alle Kinder schlimm und tramatisch ist, sondern nur, dass sie und ihr Mann das nicht gut finden. Andere arbeiten Vollzeit und finden alles andere total komisch und schräg ....

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Lotus » Mi 12. Feb 2020, 11:20

Bei uns war damals (vor 12 Jahren) das Hauptproblem, dass wir keine Tamu fanden, aber unsere Arbeitszeiten nicht von einem Tagi abgedeckt werden konnten. Als wir dann eine Tamu hatten, kam das Problem mit dem 2.Kind - kein Platz. Und Tamus werden mal Schwanger ;) oder sind krank. Andere Tamu wurde von Kind 2 verweigert - im Nachhinein sind wir froh, denn diese Frau machte massiv negative Schlagzeilen mit der Betreuung zuvieler Kids unter speziellen Umständen!

Irgendwann wurde uns die Betreuungssuche zu blöd und GG blieb zuhause...

Und was ich so aus DE höre mit den Kitas! Es ist ein Graus, was man den Kinder zumutet! Viele Kitas = viele schwarze Schafe!

Jetzt in der Tagesbetreuung an der Schule könnt ich mir das vorstellen, aber da sind die Wartelisten lang! (Unter anderem, weil Reiche zum Spass die Plätze belegen :? )

Nanny/Aupair: viele sagen, das sei eine günstige Alternative, aber mir wäre nirgends recht, jemandem einen tiefen Lohn zu geben, nur damits bei uns besser aussieht.
"Erziehung ist organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend." Mark Twain

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von sonrie » Mi 12. Feb 2020, 11:32

Lotus hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 11:20
Nanny/Aupair: viele sagen, das sei eine günstige Alternative, aber mir wäre nirgends recht, jemandem einen tiefen Lohn zu geben, nur damits bei uns besser aussieht.
Lotus: eine Nanny ist nicht billig weil sie wenig verdient, aber ab einer gewissen Anzahl Kinder ist es oft billiger als eine Kita.
Eine Nanny verdient bei uns am Land zwischen 25 und 30 CHF/Std. (netto), das entspricht bei 100% einem Nettolohn von 5000 CHF (da ist aber Essen inkl.) - (kostet mich dann aber "nur" 250 CHF/Tag im Vergleich zu einer Kita, die bei 3 Kindern gleich mal 300-350 CHF/Tag kostet).
(Gelernte FaBes verklangen meistens mehr, auch zu recht) . Ist jetzt nicht soo schlecht bezahlt, oder? Dabei gilt zu beachten, dass sie im Normalfall nicht 8h pro tag durchackert, sondern auch ihre Leerzeiten und Pausen hat, welche aber dennoch bezahlt sind (Mittagspause, Kinder teilweise ausser Haus etc.).

EDIT: typos
Zuletzt geändert von sonrie am Mi 12. Feb 2020, 11:40, insgesamt 2-mal geändert.

Malaga1
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Malaga1 » Mi 12. Feb 2020, 11:36

Ich arbeite seit ich Kinder habe 60%, mein Mann hat am Anfang 80% gearbeitet, jetzt arbeitet er 90% (halber Tag pro Woche Homeoffice). Nein - ich bzw. wir hätten nicht mehr gearbeitet und möchten es auch jetzt nicht. Ich möchte nicht, dass meine Kinder 5 Tage pro Woche von morgens bis abends fremdbetreut sind. Als Babys und Kleinkinder in der Krippe hätte ich das viel zu stressig gefunden (für sie und für uns), jetzt wäre das absolut nicht mehr kindgerecht. Sie haben Hobbys, möchten abmachen, haben Hausaufgaben - das alles ist mit unserem Hort nicht zu vereinbaren. Der Hort ist im Prinzip ein Wartesaal mit Aufsicht und Spielmöglichkeiten für die Kinder. Im Kindergarten bis zur 1./2. Klassen mag das ganz in Ordnung sein für zwei bis drei Tage, danach eindeutig nicht mehr. Meine Tochter geht noch 1x pro Woche an den Mittagstisch (sie hat an diesem Tag nur eine Stunde Mittag), mein Sohn geht gar nicht mehr, da es ihm zu laut war. Er darf bei einem Kollegen essen. Ich arbeite halbe oder 3/4 Tage, so dass ich am Mittag und nach der Schule meist zu Hause bin.

Kommst du aus dem ehemaligen Ostdeutschland? Die Cousinen meiner Kinder wohnen dort und dort ist es normal, dass die Kinder ab ca. einem Jahr den ganzen Tag in der Kita oder in der Tagesschule sind. Es gibt in der Schule aber viele verschiedene Freizeitangebote, Musikunterricht etc. und es sind wirklich alle Kinder dort. Was soll ein Kind am Nachmittag allein zu Hause? Das wäre sterbenslangweilig. Auch für Ferienbetreuung ist gesorgt. Die Eltern arbeiten Vollzeit was ca. 38 Stunden pro Woche heisst und haben 6 Wochen Ferien. Auch können sie locker ein Jahr zu Hause bleiben dank Elternzeit und Mutterschaftsgeld. Als meine Nichte noch ganz klein war, hat meine Schwägerin nur 80% gearbeitet, die Kleine ging aber trotzdem jeden Tag in die Kita, da sie sonst nicht genügend profitieren würde. Die Angebote und ganz sicher auch die Kultur sind in der Schweiz schlicht anders. Ich finde es total wichtig, dass beide Eltern im Arbeitsprozess bleiben, aber wenn beide 100% weiterarbeiten frage ich mich schon ein bisschen, warum man denn Kinder hat. Beide 80% wäre doch ein super Kompromiss. Und glaub mir: Solange die Kinder in die Krippe gehen, ist die Welt zwar teuer aber noch einfach. In der Schule wird es kompliziert - Stundenpläne, die nicht zusammenpassen, schulfreie Tage (und dafür extra viele Hausaufgaben), Schulferien, Projektwochen wo die Eltern mithelfen sollten. Ich hätte einen Nervenzusammenbruch wenn ich 100% arbeiten müsste.
Zuletzt geändert von Malaga1 am Mi 12. Feb 2020, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Lilyrose » Mi 12. Feb 2020, 12:20

Meine Eltern haben beide 100% gearbeitet (wohl eher 150% da selbstständig). Ich persönlich finde bis heute, dass es sehr schade ist, dass meine Mutter kaum präsent war und mein Vater noch weniger. Meine Mutter hatte nicht mal Zeit/Lust zum Kochen und wir hatten sehr eintöniges und oft fertig food. Ich persönlich fand das nicht schön und wollte das meine Kinder ihre Kindheit nicht mit abwesenden Eltern erleben. Wobei es natürlich auch hier Unterschiede gibt...wie sind die Kinder sonst betreuut, sind die Eltern jeden Abend um 17.00 Uhr zuhause usw.

Wie gesagt, für uns war klar, wenn Kinder, dann wollen wir die Hauptbezugspersonen sein. Ich stelle es mir einfach schwierig vor, Kinder so zu erziehen, wie ich es möchte, wenn sie 5 Tage die Woche ganztags fremdbetreuut sind.

Mein Mann arbeitet nun 80 und ich 50. 60% wären meine persönliche Grenze, solange die Kinder noch so klein sind. Also auch bei günstigerer Betreuung würde ich sie nicht mehr fremdbetreuuen lassen. So stimmt es für uns und uns bleibt genug Zeit für Unternehmungen mit den Kindern, Haushalt, Kochen, Erziehungsaufgaben usw.

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Leela » Mi 12. Feb 2020, 12:49

Um zu deiner Frage zurückzukommen, ich arbeite bzw habe gearbeitet aber die Krippe war für mich keine Option und wäre es auch nicht wenn sie günstig oder gratis wäre.
Könnte ich die Betreuung nicht in der Familie regeln, wäre ich bei den Kindern geblieben.
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Savuti » Mi 12. Feb 2020, 13:38

Wir arbeiten zusammen 140%. Wir haben das entschieden, bevor wir wussten, dass die Grosseltern auf die Kinder schauen werden. Daher war der Entscheid bei uns nicht von den Kosten abhängig.
Zuletzt geändert von Savuti am Mi 12. Feb 2020, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von ChrisBern » Mi 12. Feb 2020, 13:41

Eine sehr spannende Diskussion, ich lese gerne mit! Meine Vermutung ist: das Problem ist weniger das Geld, sondern eine häufig eher skeptische Einstellung zum Thema Kita bzw Fremdbetreuung.

Ich bin aus Ostdeutschland und merke, ich bin total anders sozialisiert als meine Schweizer Kolleginnen.

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von Patatina » Mi 12. Feb 2020, 13:54

wenn ich mich so umhöre oder lese haben / hatten wir wirklich brutal glück mit unserer Kita :oops: sehr klein und familiär. Es gab nie Vorfälle und unsere Kids gehen sehr gerne hin. Junior geht seit Kiga Eintritt nicht mehr, die Kleine schon. Ich denke nur schon deshalb kann man Kita nicht pauschalisieren - genauso wenig wie eine Tamu die Eine ist super die Andere nicht. Das ist die eine Seite und die andere Seite wie passt es für die Kinder und die Familie und deren Rahmenbedingungen ganz allgemein. Gibt es noch lange Arbeitswege etc.

Ich finde und fand es schon immer wichtig im Berufsleben zu bleiben für mich sowie die Kinder. Sie geniessen meine Arbeitstage sehr, dies ist eine Kombi aus Kita, Grosseltern und meinen Schwägerinnen. Für uns stimmts so und ich find's schön haben meine Kinder nicht nur mich und GG als Bezugsperson. Bei unserer Kita hätte und würde ich es auch in Betracht ziehen die Kids mehr als ihr jetziges Pensum in die Kita zu geben hätten wir die Grosseltern und Schwägerinnen nicht. Ich habe nicht das Gefühl nicht für meine Kinder da sein zu können oder dass sie auf etwas verzichten müssen weil ich arbeite. Wir verzichten dafür auf häufige kinderfreie Ferien/Wochenenden etc. weil wir die Zeit die wir haben als Familie geniessen.

EDIT:
da wir während meiner 1. SS nicht mit der Familiären Unterstützung gerechnet haben, war es für uns eh klar, dass wir die Betreuung organisieren müssen.
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frani
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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von frani » Mi 12. Feb 2020, 15:39

Interessante Frage.

Wir arbeiten seit dem ersten Kind beide Teilzeit (zusammen ca. 140%). Die Kita-Kosten hatten auf unsere Pensumwahl keinen wichtigen Einfluss, sondern andere Faktoren (v.a. unser Wunsch, je mind. einen Wochentag mit den Kindern verbringen zu können, und die Kinder mehrheitlich zu Hause betreuen zu können).

Ich habe übrigens eine Studie zu deiner Frage gefunden: https://www.infras.ch/media/filer_publi ... it_def.pdf

Ich habe sie noch nicht im Detail gelesen. Mein Zwischenfazit aus dem bisher Gelesenen:

Der Preis der externen Kinderbetreuung (und deren Verfügbarkeit) spielt eine Rolle bei der Entscheidung für/gegen Erwerbstätigkeit der Mütter und bei der Wahl des Pensums. Allerdings ist der Effekt nicht sehr gross: Würden die Kitapreise für alle auf 35 sFr pro Tag gesenkt, würde das im Durchschnitt zu einer Pensumerhöhung von 5.6% Stellenprozent führen (bei Frauen mit Kindern von 0-4 Jahren) (siehe S. 79). Weiter würden fast 30% der Eltern auch bei einem so stark vergünstigten Fremdbetreuungsangebot dieses nicht nutzen wollen (S. 78).
Zudem besagt die Studie folgendes (ebenfalls S. 79): "Zum anderen geht aus dem deskriptiven Teil der Befragung hervor, dass für die Befragten die «Verfügbarkeit von familienexterner Betreuung» für den Entscheid, ob und wieviel jemand arbeitet bzw. sich selber um den Nachwuchs kümmern will, kein Hauptfaktor ist. Hingegen ist es den Eltern am wichtigsten, dass das gewählte Erwerbs- und Betreuungsarrangement gut für das Kind ist und «insgesamt eine gute Betreuungslösung» besteht. Dabei setzen die Befragten stark auf den eigenen Partner/die Partnerin oder die eigenen Eltern und nicht in erster Linie auf familienexterne Betreuung,..."

Ich denke, das bestätigt recht gut die bisherigen Voten hier im Forum :wink:

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von frani » Mi 12. Feb 2020, 15:40

Gelöscht, doppelt

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Re: Würdet ihr arbeiten wenn die Kinderkrippe zahlbar wäre?

Beitrag von aqua » Mi 12. Feb 2020, 15:51

Nein.
Es war ein bewusster Entscheid unsererseits, dass ich, solange die Kinder noch klein sind, mehrheitlich nicht ausser Haus arbeite. Da hätte die Krippe auch gratis sein können, es hätte nichts geändert.
Man mag das altmodisch finden, aber für mich, meinen Mann und meine Kids stimmt es so und ich kann glücklicherweise in meinem Beruf auch jederzeit nach 15 Jahren wieder einsteigen. (Habe immer mal wieder kurze Stellvertretungen gemacht und mich weitergebildet).

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