Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

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nixxie006
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Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von nixxie006 » Do 28. Jun 2018, 17:33

Liebe Mit-Schwangere :)
Mein Beitrag richtet sich vor allem an diejenigen unter euch, welche vor der Frage stehen, ob sie den Ersttrimestertest (ETT) machen sollen, oder nicht. Ich möchte daher gerne meine Erfahrung mit euch teilen, weil ich den Test im Nachhinein NIE MEHR machen würde.
Ich bin 31 Jahre alt, normalgewichtig und in der 14. Woche schwanger. Vor rund 10 Tagen habe ich den ETT machen lassen, weil mir dies mein FA geraten hat. Der Ultraschall war unauffällig (Nackenfalte 1.5, Nasenbein normal etc.), dazu hab ich mir Blut entnehmen lassen. 2 Tage später kam dann der Schock per Telefon: Mein FA teilte mir mit, dass der ETT eine „für mein Alter“ hohe Wahrscheinlichkeit für Trisomie 21 ergeben habe. Ich war ausser mir, der Schock sass tief. Insbesondere, da ich aufgrund des normalen Ultraschallergebnisses und meines Alters überhaupt nicht mit einem solchen Resultat gerechnet hatte. Es war dann klar für mich, dass ich den erweiterten Bluttest machen wollte (NiPT). Mir wurde nochmals Blut genommen und danach hiess es warten... 7 bis 14 (!) Tage. Mein Mann und ich sind jetzt eine Woche durch die Hölle gegangen. Mir ging es vor lauter Sorgen um unser Kleines echt mies. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr über die Schwangerschaft freuen, habe alle Bücher, Nuggis, etc.weglegen müssen,weil ich die Gedanken nicht mehr ertragen habe. Ich hoffe sehr, dass diese Sorgen dem Baby nicht geschadet haben. Denn heute habe ich das Testergebnis des NiPT erhalten - alles UNAUFFÄLLIG!!! KEINE CHROMOSOMENANOMALIE erkennbar. Die ganzen Sorgen waren völlig umsonst. Natürlich ist unsere Erleichterung grenzenlos, aber dennoch bin ich wütend, dass wir dies überhaupt durchmachen mussten. Allen unter euch wünsche ich von Herzen, dass euch dies erpart bleibt! Deshalb möchte ich euch raten, lasst um Himmels Willen diesen ETT bleiben! Wenn ihr einen Test machen möchtet, macht direkt den NiPT, der ist vieeeeel genauer (über 99%). Natürlich müsst ihr diesen Test dann selber bezahlen (bei einem auffälligen ETT Test zahlt die Krankenkasse den NiPT), aber wenn euch damit unsere Sorgen erspart bleiben, dann ist das Geld mehr als wert!!! Und hört diesbezüglich nicht auf euchen FA, der euch den ETT wahrscheinlich weiterhin empfehlen wird - er verdient Geld daran!
Dazu ist folgender Artikel aus dem Tagi lesenswert: https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/med ... y/15213943

Leviana
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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Leviana » Fr 29. Jun 2018, 07:56

Finde ich gut das du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ich bin sehr froh habe ich einen guten FA, der von all diesen Test's nicht's haltet. ETT oder später auch den Gluckosetest (wenn Nüchternwert i. O. wird nicht weiter getestet). Wenn die Nackenfalte unauffällig ist, verstehe ich nicht, warum der Bluttest gemacht wird. Bei uns war das Ergebnis 1.1 und der FA meinte es würde sich erübrigen, da das Blutresultat uns nur verwirren könnte. Ich denke sich informieren und sich selber ein Urteil / Meinung bilden ist sicherlich am besten.
06.11.2018 <3 M <3

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von stella » Fr 29. Jun 2018, 08:15

Mein FA hat mich schon vor 15 Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass der ETT verunsichern kann und dass man dann bereit sein sollte, weitere Tests machen zu lassen. Er meinte,man dürfe auch darauf verzichten, was ich dann bei beiden Kindern gemacht habe. Bei uns war jedes Kind willkommen. Und dieser Test testet ja genau nur etwas, aber im Leben kann mit den lieben Kindern noch so viel geschehen...
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nixxie006
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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von nixxie006 » Fr 29. Jun 2018, 10:34

Vielen Dank für eure Beiträge. Wofür ist denn der Glucosetest? Schwangerschaftsdiabetes?
Mich wundert es einfach, dass der ETT heute überhaupt noch gemacht wird, wenn er ja so ungenau ist und eine bessere Alternative mit dem NiPT zur Verfügung stünde. Ich habe mich vorgängig über sämtliche Tests informiert, leider wurde ich von dieser Erfahrung dennoch nicht verschont, eben, weil mir mein FA den ETT empfohlen hat und mich nicht darauf hingewiesen hat, dass es empfehlenswerter wäre, direkt den genaueren NiPT machen zu lassen, natürlich vorausgesetzt man will es überhaupt testen lassen und ist bereit, die Kosten selber zu übernehmen.

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Tinca » Fr 29. Jun 2018, 11:26

Ich hab in dieser SS (meine dritte) das erste mal den ETT gemacht, da sie SS ungeplant war und wie einfach wissen wollten, was auf uns zu kommt. Der Test war dann natürlich auch sofort auffällig, aber meine Frauenärztin geht damit sehr offen um und erklärt auch ganz genau, dass das ja alles nur eine Wahrscheinlichkeit ist und dass ja beim Ultraschall alles gut aussah. Dadurch war ich dann auch eigentlich nicht verunsichert. Ich bin dann für einen weiteren Ultraschall zu einem Spezialisten gegangen und habe auch den NIPT gemacht. Bei dem NIPT hatte ich nach 2 Arbeitstagen das Ergebniss, dass keine Trisomie 13,18 oder 21 vorliegt. Aber ich wurde, sowohl vom Ultraschallspezialisten, als auch von meiner Frauenärztin, darüber aufgeklärt, dass eben auch jede andere Trisomie bei dem Testergebniss möglich wäre. Die werden ja nicht alle beim NIPT getestet. Bei allen weiteren Ultraschalls war bisher alles unauffällig und auch zum Organscreening in ein paar Tagen soll ich sicherheitshalber zum Spezialisten gehen.
Ich mache mir, dank der sehr guten Aufklärung der Ärzte, wenig Sorgen. Dennoch muss ich sagen, dass ich froh bin zu wissen, dass halt doch noch etwas sein könnte. So werde ich davon nicht komplett überrascht, wenn es erst nach der Geburt festgestellt wird.
Ich will damit nur zeigen, dass der ETT, bei korrekter Aufklärung von seiten der Ärzte, überhaupt kein "Fluch" sein muss. Viele Ärzte erklären nur einfach nicht oder zu schlecht, was das Ergebnis des Testes überhaupt bedeutet. Daran sollte man wohl eher etwas ändern, als den Test abzuschaffen.

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von milou » Sa 30. Jun 2018, 23:27

Auch unser Arzt hat uns vorgängig gut aufgeklärt. Er hat uns darauf hingewiesen, dass wir überlegen sollten, wie wir mit einem auffälligen Ergebnis umgehen würden. Aus meiner Sich bei ihm keine Geldmacherei sondern Information und Aufklärung über bestehende Möglichkeiten. Die Entscheidung liegt/lag bei den Eltern.

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Kizank » Fr 10. Aug 2018, 22:54

Wir haben bei beiden Kindern so eine Vereinbarung mit meiner FA gemacht. Sie macht die Tests - Ergebnisse daraus wollen wir nur, wenn es bedeuten würde, dass das Kind nicht lebensfähig wäre.
Die Tests wollten wir gemacht haben, dass allenfalls mögliche Probleme (z.B. Magen bei T21) schon beobachtet/begegnet werden könnte.
Das war für uns genau der richtige Weg.
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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Malaga1 » Sa 11. Aug 2018, 07:53

Aus meiner Sicht machen viele Schwangere diese Tests weil man sie halt macht, weil man wissen will, „dass alles gut ist“. Aus meiner Sicht ist das völlig blauäugig, die wichtige Frage ist doch, was man macht, wenn eben nicht alles gut ist und das sollte man sich vorher überlegen. Auch lohnt es sich, sich etwas mit Statistik zu beschäftigen und falsch-positiven bzw falsch-negativen Testresultaten. Und was heisst schon „alles gut“? Es gibt x Sachen, die man nicht testen kann. Oder es passiert etwas während der Geburt oder das Kind hat einen schweren Unfall oder wird schwer krank. Das Leben ist nicht voraussehbar auch wenn das ein paar Testli in der Frühschwangerschaft suggerieren,

(Glucosetest ist aus meiner Sicht übrigens etwas anderes. Bei SS-Diabetes kann man mit relativ einfachen Mitteln eine Gefährdung des Kindes verhindern.)
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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Pippo » Sa 11. Aug 2018, 08:07

Kizank hat geschrieben:
Fr 10. Aug 2018, 22:54
Wir haben bei beiden Kindern so eine Vereinbarung mit meiner FA gemacht. Sie macht die Tests - Ergebnisse daraus wollen wir nur, wenn es bedeuten würde, dass das Kind nicht lebensfähig wäre.
Die Tests wollten wir gemacht haben, dass allenfalls mögliche Probleme (z.B. Magen bei T21) schon beobachtet/begegnet werden könnte.
Das war für uns genau der richtige Weg.
wie meinst du das? der normale ETT sagt nicht aus ob ein kind lebensfähig ist oder nicht - und wennn man allfällige probleme vorab beobachten will, muss man auch zuerst wissen ob so ein problem besteht oder nicht. Kinder mit..in welchem fall hätte sie euch denn informiert? was habt ihr genau vereinbart?
wenn der test ergeben hätte, dass die Wahrscheinlichkeit für T21 bei 1:500 oder auch 1:250 liegt... hätte sie euch was gesagt?
T21 ist ja kein todesurteil.... aber die tests ergeben ja immer nur wahrscheinlichkeiten und keine fakten

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Mutter einer Tochter » Di 14. Aug 2018, 00:12

Ich habe bis auf den Ultraschall nichts gemacht. Für mich war es gut so, aber das muss jedes Paar für sich entscheiden.

Was mich nervt, ist die Aussage dass eine Frau "ein hohes Risiko für ihr Alter" hat. Das ist absolut egal.
Wichtig ist nur das absolute Risiko.

Und auch da gilt es zu unterscheiden.
Ich für mich habe entschieden, dass es für mich keinen Unterschied macht ob das Risiko 1:100 oder 1:1000 ist. Auf meine Handlungsweise hätte das keinen Einfluss gehabt. Wenn das Risiko aber 1:3 gewesen wäre, schon.

Wie schon geschrieben, sind gewisse vorgeburtliche Untersuchungen möglich, aber die meisten Krankheiten/Beeinträchtigungen sind erst später sichtbar oder entstehen erst später.

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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von Bleistift79 » Di 4. Sep 2018, 09:21

Was als Segen angesehen werden kann, kann auch ein Fluch sein.-
Manchmal dünkt es mich auch, dass die Menschheit immer kontrollierter wird, es sich schon fast zu einem Zwang entwickelt hat und das nicht nur positive Aspekte hat. Nicht nur in der Schwangerschaft, auch in der Baby, Kinder-Zeit. Prophylaktisch vorsorgen. -

Ich gehöre nun schon langsam zur etwas älteren Generation Mütter, ehrlich gesagt bin ich froh drum.

Eine Garantie im Leben gibt es nie. So frage ich mich dann schon ab und an, ob dieses prophylaktische Abklären, sich in Sicherheit wiegen nicht auch biz seinen Anteil daran trägt, dass wenn dann trotzdem im Laufe des (Kinder)- Lebens etwas ist/passiert die Menschen „ den Boden komplet unter den Füssen“ verlieren? .- jede Abweichung von der „Norm“ so schwer zu akzeptieren wird? -

whatelse32
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Re: Meine Erfahrung mit dem Ersttrimestertest

Beitrag von whatelse32 » Di 4. Sep 2018, 15:20

Ich war bereits Ü40 als ich ss wurde (1. Kind kurz vor dem 41. Geburtstag geboren und 2. Kind kurz nach meinem 43. Geburtstag geboren) - wir haben trotz meines Alters KEIN ETT gemacht (und das obwohl die kleine Schwester von meinem Vater Trisomie 21 hatte!). Ausser der Nackenfalte messen, haben wir keine weiteren Tests gemacht. Für uns war es klar, dass wir jedes Kind willkommen heissen!

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