Keine Freude an Kaiserschnitt

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Fritzili
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Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Fritzili » Sa 5. Okt 2019, 09:26

Ihr Lieben,
mittlerweile bin ich in der 37. SSW und der kleine Zwerg liegt immer noch in Beckenendlage. Alle bisherigen Versuche mit Yoga, Akupunktur, Moxen und äusserer Wendung blieben erfolglos - er lässt sich durch nichts beeindrucken.
Nun läuft es wohl doch auf einen Kaiserschnitt heraus, aber schon allein, wenn ich daran denke, kommen mir die Tränen. Ich habe keine Angst vor dem Eingriff, das werden die Ärzte sicher sehr gut hinbekommen, da habe ich volles vertrauen. Aber für mich ist das einfach keine schöne Art zu gebären - in so einem sterilen Umfeld.
Ausserdem stört mich diese Passivität dabei, man hat sein Kind nicht aktiv zur Welt gebracht, sondern einfach wie ein Geschenk in die Hand gedrückt bekommen. Werde ich mich trotzdem als "richtige" Mama fühlen, auch wenn ich mit der Geburt ja gar keine "Arbeit" hatte?
Was sind eure Erfahrungen?

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Xanthippe » Sa 5. Okt 2019, 09:40

Woher kommst du denn? Ich hatte mal gehört, dass man in Frauenfeld in der Klinik auch in Steisslage gebären könne. Weiss aber nicht ob das stimmt. Evtl in einem anderen KH mal fragen?

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Fritzili » Sa 5. Okt 2019, 09:42

Ja, in diversen Spitälern bieten sie das an. Leider haben wir kein Auto und somit ist schon ein weiterer Weg für uns ein Hindernis.

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Xanthippe » Sa 5. Okt 2019, 09:48

Wie kommt ihr denn in das andere KH? Könnt ihr euch fahren lassen? Auto mieten? Mobility?

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Fritzili » Sa 5. Okt 2019, 09:52

Mit dem Taxi :-) Aber damit möchte ich nicht längere Zeit unterwegs sein.

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Alebri » Sa 5. Okt 2019, 10:00

Ich hatte - aus medizinischen Gründen - einen KS. Und ganz ehrlich: Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mich deswegen "minderwertiger" zu fühlen. Ich war genau so schwanger, wie jede andere Mutter - und by the way: Ein KS ist auch kein Spaziergang ;-). Aber so oder so: Die Qualität einer Mutter entscheidet sich dann sowieso erst nach der Geburt ;-). Da gibt es ganz viele, die ihre Kinder "natürlich" auf die Welt bringen und danach 20 Jahre lang alles andere als gute Mütter sind - da bringt dann die Spontangeburt auch nichts... sorry.

Ich habe das immer sehr pragmatisch gesehen: Entscheidend ist, dass mein Kind und ich die Geburt gut überstehen. Punkt. Es bringt niemandem was, auf Biegen und Brechen eine Spontangeburt durchzuziehen, die dann schlussendlich doch in einem (Not-)KS endet - da ist der geplante KS 1000 Mal angenehmer. Oder noch schlimmer: Eine Spontangeburt, bei der dann die Mutter oder das Kind bleibende Schäden davontragen.

Ich persönlich kann von daher diesen Hype um die Spontangeburt nicht verstehen. Seien wir dankbar, dass wir heute den KS haben - vor 50 und mehr Jahren sind noch ganz viele Frauen und Kinder bei der Geburt verstorben, weil es eben den KS nicht gab. Von daher finde ich, wir sollten froh sein, dass wir heute diese medizinische Möglichkeit haben, in Fällen, wo eine Spontangeburt nicht möglich ist oder sehr riskant, einen anderen Geburtsweg zu wählen.

Und ich kann Dir versichern: Man fühlt sich keine Sekunde weniger als Mutter - und mit der Bindung zwischen Kind und Mutter hat der KS auch nichts zu tun. Ich gebe zu: Der KS war nicht das "romantischste" Erlebnis meines Lebens ;-), ich bin aber 100%ig sicher, dass die Spontangeburt das auch nicht gewesen wäre :lol: . Für mich war die Geburt immer nur ein Mittel zum Zweck. Und: Für mich war die Sicherheit meines Kindes immer am Wichtigsten - und die war in meinem Fall mit dem KS am grössten. Dafür habe ich gerne auf die Spontangeburt verzichtet. Dass man seine eigene Gesundheit und die des Kindes mit einer Spontangeburt (auf Biegen und Brechen) bereit ist zu gefährden, ist etwas, womit ich Mühe habe bzw. das empfinde ich dann als "egoistisch" (es geht ja nur um Deinen Willen - dass DU eine Spontangeburt willst).

Aber schlussendlich muss das jede Frau selber entscheiden - klar. Man trägt ja dann auch das Risiko und die Konsequenzen seiner Entscheidung. Ich auf jeden Fall bin dankbar um den KS, weil in meinem Fall das Risiko für mich und mein Kind bei einer Spontangeburt extrem hoch gewesen wäre. Uns ging es damals gut - uns geht es heute gut. Für mich ist das alles, was zählt.
Zuletzt geändert von Alebri am Sa 5. Okt 2019, 10:02, insgesamt 1-mal geändert.

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honey81
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von honey81 » Sa 5. Okt 2019, 10:01

fritzili
wie kommst du auf diese Gedanken? Weil du das gelesen hast, weil Mütter das so erzählen?! wissen kannst du das ja gar nicht, da noch nicht erlebt! Ich wollte auch eine natürliche Geburt, war aber auch für den KS offen, falls es nötig war. Ich hatte null mühe damit, weil es einfach nicht anders ging! Sorry wenn ich das so schreibe, aber oft hab ich das gefühl, Frauen reden sich das einfach ein.... vielleicht gibt es ja einen Grund das dein kleines sich nicht dreht? Vielleicht wäre eine natürliche Geburt gar nicht möglich?! Mach dich nicht verückt, auch auf einen KS kannst du dich vorbereiten, evtl. kannst du ihn auch erst dann machen, wenn es los geht. Also bei der ersten Wehe, oder wenn du Fruchtwasser verlierst usw. oder du bereitest dich und dein Baby vor, dass es bald los geht, verbindest dich mental usw. es gibt gaaanz viele Möglichkeiten. Versteife dich nicht darauf was nicht geht, sondern mach das beste aus dem was möglich ist.
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08.2019, ein Kämpferli hat sich eingeschlichen❤
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Fritzili
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Fritzili » Sa 5. Okt 2019, 10:11

Oh, versteht mich bitte nicht falsch: Auf Biegen und Brechen möchte ich auch keine Spontangeburt. Und das wichtigste ist natürlich, dass es vor allem meinem Kind bei der Geburt gut geht.
Ich bin mir voll bewusst, dass mein Wunsch der Spontangeburt egoistisch ist und ich weiss auch noch nicht so recht, woher er kommt. Für mich gehört das einfach zu einer Schwangerschaft mit dazu. Aber sicher würde ich weder mein noch das des Babys aufs Spiel setzen.
Momentan bin ich in der Phase herauszufinden, warum ich denn den Kaiserschnitt so "schrecklich" finde. Und ja, wer weiss wie furchtbar eine Spontangeburt (auch in richtiger Lage) des Kindes wäre und wie sehr ich mir dann einen Kaiserschnitt wünschen würde ;-)

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Leela » Sa 5. Okt 2019, 10:12

Ich hatte einen KS und leider genau die Gefühle die fritzli beschreibt.
Das habe ich mir nicht eingeredet, ist ja schön für jede Frau der es nicht so geht.

Fritzli, es gibt leider nur zwei Möglichkeiten. Entweder setzt ihr alles in Bewegung, um in einem KH gebären zu können, in dem eine Spontangeburt möglich ist, zb Paracelsusklinik Richterswil.
Das heisst ein Auto organisieren oder es gibt sogar solche die eine Ferienwohnung in der Nähe nehmen.
Oder du arangierst dich mit dem KS und versuchst das beste draus zu machen, evt könnte man auf einen spontanen geburtsbeginn warten, damit sie zumindest natürlich anfängt.

Alles gute!
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Alebri » Sa 5. Okt 2019, 10:19

Ich kriege einfach immer wieder das "Kotzen" (entschuldige), wenn ich mitbekomme, wie wir heutzutage - auch wenn wir uns als modern, fortschrittlich und "frei" bezeichnen - in solchen Mustern gefangen sind: Eine gute Mutter muss spontan gebären... eine gute Mutter muss mind. 6 Monate stillen... eine gute Mutter sollte gar nicht oder max. 40% arbeiten... usw. Und so viele Frauen, die dann eben nicht spontan gebären können, nicht stillen oder arbeiten wollen/müssen, machen sich dann selber das Leben schwer...

... wie gesagt: Null Verständnis! Eine (gute) Mutter zu sein/werden, hat nichts mit der Geburtsart und nichts damit zu tun, ob und wie lange man stillt... oder ob man berufstätig ist oder nicht. Ich z.B. musste mir von sog. "Übermüttern" jahrelang anhören, dass mein armes, armes Kind sicher ständig krank sein würde, weil ich nicht stillen konnte und somit mein Kind ein schlechtes Immunsystem hätte. Tja, mein Sohn war in 14 Jahren 2-3 Mal krank, während ganz viele Kolleginnen, die 6 Monate oder sogar länger gestillt haben, alle 2-3 Wochen wegen kranken Kindern Zuhause jammerten ;-)... soviel zum Thema :lol: . Und von wegen "schlechtere Bindung wegen KS": Ich habe ganz viele Mütter in den letzten bald 15 Jahren (seit ich Mutter bin) erlebt, die ganz viele Probleme mit ihrem Nachwuchs hatten und auch heute - wo die Kinder im Teenageralter sind - alles andere als ein harmonisches Eltern-Kind-Verhältnis haben. Mein Sohn und ich waren immer ein Super-Team und sind es bis heute geblieben - trotz KS ;-).

Nochmals - meine ganz ehrliche Meinung: Du machst Dir da grad selber das Leben (unnötig) schwer. Aber eben: Schlussendlich musst Du das selber entscheiden, wie Du damit umgehen willst - und ob Du Dir die Vorfreude auf das Mutter werden nun wirklich damit versauen willst, dass Du Dir da wegen dem KS derart einen Kopf machst. Ich würde mich an Deiner Stelle einfach ganz pragmatisch auf das Kind und Deine Mutterrolle nach der Geburt freuen - die ist nämlich eine Million Mal entscheidender als die Geburtsart ;-).

Alles Gute!

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Alebri » Sa 5. Okt 2019, 10:29

Ich glaube, das Problem ist auch, dass wir halt heute auch in einer "Luxusgesellschaft" leben: Früher waren Frauen froh, wenn sie und ihre Kinder die Geburt heil überlebten - weil es eben nicht selbstverständlich war. Heute ist es für viele selbstverständlich (obwohl es das faktisch immer noch nicht ist!). Und man verrennt sich richtiggehend in "idealen Wunschbildern"... wie man spontan gebärt... wie man problemlos stillt... und danach das Leben als Mutter einfach nur jeden Tag wundervoll und von Dankbarkeit und Liebe geprägt ist ;-). Glaub mir: Es wird noch GANZ vieles GANZ anders als in Deinen Träumen laufen ;-). Dein Kind wird vielleicht im Kindergarten aggressiv gegenüber anderen sein... oder mit 12jährig schon rauchen und Alkohol trinken (macht grad eine Kollegin von mir mit ihrer 12jährigen durch...)... das Kind wird sozial schwach sein oder in der Schule schlecht... und und und. Und ich denke, darum geht es im Leben: Man darf Wünsche und Träume haben, aber muss auch genügend Flexibilität haben, um mit einer anderen Realität umgehen zu können, wenn es dann halt anders wird/kommt. Ich für meinen Teil habe das Leben immer so genommen, wie es kam und - statt lange zu hadern und zu jammern - einfach das Beste daraus gemacht. Klar, auch in meinen Jugendträumen habe ich mein Kind spontan geboren ;-). Aber als dann klar war, dass es nicht geht, war's so. Und ich muss heute noch lachen, wenn ich an den KS zurückdenke, weil ich wirklich einen genialen Arzt und ein geniales Ops-Team hatte. Es war sicher anders als die Spontangeburt - aber ich behaupte heute noch: Es war nicht schlechter. Und mein grösstes Glück war es halt, danach ein gesundes Kind in den Armen halten zu dürfen - weil ich mir immer bewusst war, dass dies auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist.

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Libli » Sa 5. Okt 2019, 13:21

Ich hatte drei KS. Der erste war ein Not-KS, somit nicht geplant. Daran habe ich keine guten Erinnerungen und ich war einfach froh als das Kind da war und ich schlafen konnte ;) Beim zweiten gab es dann einen geplanten KS, und ich fragte mich schon wie das dann wird: so wie ein Zahnarzttermin?? Ich muss aber sagen dass es sich überraschenderweise doch wie eine Geburt angefühlt hat: das Team war herzlich, man merkte die Vorfreude auf das Ereignis, und man spürt während der OP nicht nichts, somit war das Kind schon nicht einfach plötzlich da sondern man spürt wie sich der Moment nähert und ich finde mol, es war eine Geburt. Und auch überwältigend. Auch beim dritten mal. Und das Wichtige nach der Geburt ist ja nicht die Bestätigung wow ich hab das gut gemacht sondern heeeey da ist mein Baby endlich!! Emu für mich war das so.

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Leela » Sa 5. Okt 2019, 14:25

Alebri hat geschrieben:
Sa 5. Okt 2019, 10:19
Ich kriege einfach immer wieder das "Kotzen" (entschuldige), wenn ich mitbekomme, wie wir heutzutage - auch wenn wir uns als modern, fortschrittlich und "frei" bezeichnen - in solchen Mustern gefangen sind: Eine gute Mutter muss spontan gebären... eine gute Mutter muss mind. 6 Monate stillen...
Niemand hat hier geschrieben, eine gute Mutter müsse spontan gebären!
Die TE hat geschrieben, dass es sich für sie nicht gut anfühlt. Da ist es schnurzegal wie gut es dir mit den KS geht, hier geht es nicht um dich.
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von stella » Sa 5. Okt 2019, 14:33

Leela hat geschrieben:
Sa 5. Okt 2019, 14:25
Alebri hat geschrieben:
Sa 5. Okt 2019, 10:19
Ich kriege einfach immer wieder das "Kotzen" (entschuldige), wenn ich mitbekomme, wie wir heutzutage - auch wenn wir uns als modern, fortschrittlich und "frei" bezeichnen - in solchen Mustern gefangen sind: Eine gute Mutter muss spontan gebären... eine gute Mutter muss mind. 6 Monate stillen...
Niemand hat hier geschrieben, eine gute Mutter müsse spontan gebären!
Die TE hat geschrieben, dass es sich für sie nicht gut anfühlt. Da ist es schnurzegal wie gut es dir mit den KS geht, hier geht es nicht um dich.
Danke Leela... Ich wollte gerade etwas Ähnliches schreiben!

Alebri
Ich bitte dich doch hier um etwas Zurückhaltung. Gefühle, die da sind bei Menschen, verändern sich nicht, nur weil du andere Erfahrungen gemacht hast. Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl wäre angebracht.

Fritzli
Es gibt ein gutes, bereits recht altes Buch, welches das Thema und die Gefühle aufgreift: Ein schwerer Anfang leicht gemacht von Brigitte Meissner.
Ich hatte eine Zangengeburt und hatte anschliessend auch schwer damit zu hadern. Dieses Buch hat mir sehr geholfen.

Deine Gefühle sind normal und ich finde, du solltest sie ernst nehmen und allenfalls vorher mit einer Hebamme anschauen. Und ich finde auch, wenn du einen geplanten Kaiserschnitt hast, dann solltest du deine Bedürfnisse nach Geburt und wie der Kaiserschnitt ablaufen sollte, wahrnehmen und mitteilen. Würde vielleicht helfen, da du dann Gestaltungsmöglichkeiten hast und nicht ganz so passiv ausgeliefert bist.

Darum mein Rat: Besprich es mit der Hebamme, die dabei sein wird oder mit der Nachsorgehebamme und versuche, den Prozess so zu gestalten, dass er für dich annehmbar ist. Viel reden und Zeit hilft. (Heute, gute 15 Jahre später, weiss ich nicht, was ich damals gehabt habe. Aber die Zangengeburt war für mich sehr schlimm, ich fühlte mich als Versagerin. Alle Voten wie "sei froh, hast du ein gesundes Kind" oder "zum Glück gibt es diese Möglichkeiten" haben mir aber gar nicht geholfen. Nix, nada... Ich schiebe es einerseits darauf zurück, dass ich total überrumpelt war und andererseits, dass ich von den Hormonen ganz schön durchgeschüttelt wurde...)
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Fritzili » Sa 5. Okt 2019, 17:49

Vielen Dank für all eure Antworten. Es tut gut eure Meinungen zu lesen, egal ob positiv oder negativ gestimmt!

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von fea » Sa 5. Okt 2019, 18:40

wichtig bei einem KS (rede leider aus Erfahrung) finde ich einfach in der Klinik ganz klar zu stellen dass direktes und stetes bonding ermöglicht wird. sprich das kind kommt- soweit es ihm gut geht natürlich- noch im OP direkt zu dir (während du zusammengenäht wirst) und bleibt dort.
4. ÜZ nach Frühabort im Juni 19, NMT 6.-8. Oktober

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Leela » Sa 5. Okt 2019, 19:29

Oh ja, das finde ich auch ganz wichtig.
Das war bei uns leider auch nicht so und ist einer der Punkte, mit denen ich heute noch hadere.
Der Tochter ging es übrigens sehr gut, es hätte nichts dagegen gesprochen.
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von stella » Sa 5. Okt 2019, 19:37

fea
Genau das meinte ich mit "Wünsche und Bedürfnisse" klären...
Ich hätte auch ein Bonding gewollt, wenn ich einen Kaiserschnitt gehabt hätte. Falls es dem Kind nicht gut gegangen wäre, hatte mein Mann den "Befehl", dass er mit dem Kind mitgeht und sich für seine Belange einsetzt und sobald es geht, hätte er sie auf den nackten Oberkörper ins Känguruh nehmen sollen. Das waren so meine wichtigsten Wünsche, falls ich eben einen Kaiserschnitt gehabt hätte.
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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von swam » Sa 5. Okt 2019, 20:41

Ich hatte beim 2. Kind einen Wunschkaiserschnitt, da ich eine sehr traumatische 1. Geburt hatte (in einem hier bereits erwähnten Spital, die auf Biegen & Brechen einen KS verhindern wollten und uns null in die Entscheidung miteinbeziehten). Mir ging es nach dem KS viel besser, und ich war um einiges schneller wieder fit.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es sehr von der Einstellung abhängt. Eine Kollegin wollte auch überhaupt keinen KS und stand dann tagelang nicht auf. Ich hab mich bewusst dafür entschieden und stand nach 1/2 Tag zweimal auf. Ich kenne noch einige ähnliche Beispiele.
Ich bin überzeugt, dass es einen Grund gibt, dass sich Dein Baby nicht dreht, z.B. dass die Nabelschnur zu kurz ist oder etwas anderes. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass Du positiv zur Geburt gehen kannst. Evt kann Dir eine Hebamme, eine Kinesiologin, eine Hypnosetherapeutin oder jemand anderes helfen? Ich hoffe ganz fest, dass Du eine schöne Geburt erleben kannst. Bei mir war der KS kein negatives Erlebnis, das muss es wirklich nicht sein! Ich wünsche Dir alles Gute!

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Re: Keine Freude an Kaiserschnitt

Beitrag von Solvej2 » Sa 5. Okt 2019, 20:50

Fritzili, ich verstehe deine Gedanken soo gut. Rational gesehen ist es genauso, wie Alebri schreibt aber emotional habe ich drei Jahre sehr mit dem Kaiserschnitt bei meinem ersten Sohn gelitten, inkl. all den Gedanken, die auch Du Dir machst. Lange sind mir immer Tränen in die Augen gestiegen, wenn es um Geburten ging, denn ich hatte das Gefühl, mein Kind nicht geboren zu haben, da gebären ja etwas aktives ist, mir mein. Kind jedoch herausgeschnitten wurde.
Zwei Dinge haben mich von diesem Schmerz geheilt:
1. Die natürliche Geburt meines zweiten Sohnes
2. Die vielen Jahre, in denen ich gelernt habe, dass Mutter sein für mich bedeutet, dass man ohne wenn und aber für seine Kinder das richtige tut. Und der Kaiserschnitt war für uns das richtige und scheint es auch für Euch zu sein.
Weisst Du, als ich meinen zweiten Sohn zur Welt brachte, wurde mir erst klar, wie anstrengend auch ein Kaiserschnitt ist. Denn nach der natürlichen Geburt war ich wesentlich schneller wieder fit. Die Leistung, die ich bei Nr. Eins gebracht habe, die war schon viel beachtlicher, als ich mir selbst zugestanden habe. Heute habe ich zwei tolle Jungs; fast neun und fast sechs Jahre alt. Beide Geburten waren einzigartig, denn es kamen diese wunderschönen kleinen Menschen dabei raus. Lass dich nicht beirren. Das allerwichtigste, was Du Deinem Kind geben kannst ist Sicherheit, Geborgenheit und Gesundheit. Und wenn das einen Kaiserschnitt fordert, dann ist es toll, dass Du ihm den geben kannst.
Alles Liebe und Gute für Dich!

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