Dr. Karg Gedichte / Teil 2

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Christus

Beitrag von Dr. Karg » Mo 15. Apr 2019, 10:08


Christus

Den Leidenden der ganzen Welt
Ist zugetan der Herr von Golgatha,
Bleibt schmerzvoll all jenen ein Held,
Die glauben, dass ihnen der Heiland nah.

Mit seinem überleidensvollen Tod
Hat unsere Sünden er auf sich geladen,
Mit denen wir verursacht jene große Not,
Weil Böses unterlegt oft unseren Taten.

Wie sollen, können wir ihn je verstehen,
Den Christus, den es wirklich einmal gab,
Der als des Gottes Sohn uns gab das Lehen
Zur Auferstehung und zu aller Gut und Hab.

Er hat uns zum Verrat Versteh'n gegeben,
Weil dieser immer noch im Menschenherz.
So führt er uns zu glaubensvollem Streben,
Denn alles Leben will doch himmelwärts.

Ach, ohne Gott kann nie die Hoffnung sein,
Wollen wir Frieden und Bescheidenheit erreichen.
Machen wir uns mit den Verrätern nicht gemein,
Werden auch viele Teufel von uns weichen.

Im Nachtgeviert weist uns die Woche an
Auf jenes Kreuz zu schauen, das für Hoffnung steht,
Mit dem Christus dazu befreien kann,
Dass mit dem Tod von uns kein Leben geht.


©Hans Hartmut Karg
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Erkenntnis

Beitrag von Dr. Karg » Di 16. Apr 2019, 09:45


Erkenntnis

Dem jungen Tag
gehört die Welt,
er fragt nicht,
was wir wollen.

Die Sonne steht
am Himmelszelt
und kennt nicht
unser Sollen.


©Hans Hartmut Karg
2019

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Drei Zeiten des Dichters

Beitrag von Dr. Karg » Di 16. Apr 2019, 10:21


Drei Zeiten des Dichters

Den jungen Dichter treibt der Mut,
Auch Übermut als Möglichkeit.
Er ist dabei kaum auf der Hut,
Findet für Sprache alle Zeit.

Bisweilen trägt ihn auch die Liebe –
Verquer steh'n junge Leidenschaften.
Manchmal will er, dass sie ihm bliebe,
Doch er muss weiter, kann nicht rasten.

Im Mittalter glänzt dann der Dichter
Mit Worten, die nun wohl gesetzt,
Vermittelt Werte, es wird dichter,
Der Wortsinn mit Feinheit benetzt.

Mitunter findet er auch Worte,
Die unsere Sprache nicht gekannt,
Weil er so tief hinein sich bohrte,
Wie kaum jemand im ganzen Land.

Viel Wissen ist jetzt eingeflossen
In diese mittlere Dichterzeit,
Wo alles wird vom Wort begossen,
Was zu Sprachkünsten frei bereit.

Und Sanftmut erst im Alter wirkt,
Die Schöpfung weise ihm erscheint:
Je weiter die Zeit sich entbirgt,
Desto mehr sie ein Sehnen eint.

Das späte Schreiben dient ihm jetzt –
Gegen den Tod wild anzuschreiben.
Doch sind die Zeiten längst gesetzt,
Die unaufhaltsam weitertreiben...


©Hans Hartmut Karg
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Fastenbrechen

Beitrag von Dr. Karg » Mi 17. Apr 2019, 10:44


Fastenbrechen

Nun hab' ich lange mich enthalten
Von Alkohol und Süßigkeiten,
Wollt' fastend etwas innehalten,
Um mir Gesundheit zu bereiten.

Doch hielt ich's leider nicht mehr aus,
Mir fehlte einfach Schokolade,
Ging zum Discounter aus dem Haus
Und kauft' auch wieder Limonade.

Der erste Schluck, das erste Rippchen
Ward mir wie eine Offenbarung.
Und hinterher das Sahneschnittchen –
Wie schön ist doch Nahtoderfahrung!

Wo man genüsslich, mit Bedacht
Die Zungenschmelze fühlt im Gaumen
Und anschließend ganz unbewacht
Hält heimlich hoch den eigenen Daumen,

Ist es das süße Paradies,
Das Schokolade mir bereitet,
Mich holt aus dem Erdenverlies,
Weil ich serotoningeleitet...

Wenn ich Genusswelt wieder habe,
Die ich zu lange doch entbehrt,
Will ich, dass sie mich reichlich labe,
Damit Kakao auch hier verehrt.


©Hans Hartmut Karg
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Familien sind ungerecht!

Beitrag von Dr. Karg » Mi 17. Apr 2019, 11:03


Familien sind ungerecht!

Egal ob mit, ob ohne Trauschein:
Familien sind ungerecht!
Denn immer beim Geborensein
Ist man wertvoll – oder unrecht.

Das Kind, das da geboren ist,
Wird einem Teil sehr ähnlich sein:
Das Elternhaus, das Werter ist,
Kann objektiv nur schwerlich sein.

Natürlich woll'n Eltern ausgleichen,
Kinder materiell gleich halten,
Abneigung lässt sich nicht erweichen,
So wird das Schicksal weiter walten.

Antipathie und Sympathie
Sind wirkungsvolle Wertungskräfte.
Dagegen kommen an ja nie
Die ausgleichenden Seelenkräfte.

Junges Leben wird so beschlagen,
Obwohl es dies wirklich nicht will.
Dem Nachwuchs wird man es nicht sagen,
Was man erfühlt, was Elternziel.

So werden manche früh gekränkt,
Die sich ja nicht erwehren können
Durch Urteile, die dann gelenkt
Zuwendungen nicht geben können.


©Hans Hartmut Karg
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Primelzeit

Beitrag von Dr. Karg » Do 18. Apr 2019, 14:58


Primelzeit

Da steht sie niedrig, unsere Primel,
leuchtet tiefblau
und trägt am Morgen
schon Sonne mit,
grüßt hoch ins Blau,
das uns jetzt mindert manche Sorgen.

Wie könnt' der Tag
mir besser taugen
im Lenz, wenn vieles blüht und grünt,
wenn aufnehmend die alten Augen
erschauen, was nun weltversühnt?

Die Primel strahlt
mit blauer Farbe
in ihrem schönsten Jahreskleid,
erweckt mich,
damit ich nicht darbe
und nimmt so aller Nächte Leid.


©Hans Hartmut Karg
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Tierwohl

Beitrag von Dr. Karg » Do 18. Apr 2019, 15:18


Tierwohl

Wer will das alles genau wissen,
Was mit der Kuh jetzt bald geschieht?
Wer wird das alte Tier vermissen,
Das zehn Jahre um uns bemüht?

Sie wird bei uns hier nicht geschlachtet,
Man hat sie nach Fernost verkauft,
Wo Tiere oft weniger geachtet,
Weil mit dem Geld man Leben kauft.

So geht es auf mühsame Reise,
Zehntausend Kilometer weit,
Denn dort erzielt man beste Preise –
Ums Tierwohl ist es niemand leid!

So manches Tier kommt da tot an,
Verhundert oder auch verdurstet.
Das interessiert dort keinen Mann,
Hauptsache, alles wird verwurstet.

Halbtot werden sie abgestochen,
Welche die Durstfahrt überlebt,
Haben voll Angst das Blut gerochen,
Wo man sie nun brutal angeht

Und leidend sie zu Tode kommen,
Soweit sie's nicht zuvor schon sind,
Hat ihnen den Respekt genommen,
Weil sie doch nur Schlachttiere sind.

Beendet doch den fiesen Mord,
Schlachtet die Tiere hier bei uns!
Schafft sie nur mehr gefroren fort,
Entlastet Tierärzte – und uns!!!

In Kühltransporter passt auch mehr,
Die Tier muss man doch nicht quälen,
Sonst hat es Tierwohl wirklich schwer,
Wo es auf Mitleid nicht kann zählen!


©Hans Hartmut Karg
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Kinderglück

Beitrag von Dr. Karg » Fr 19. Apr 2019, 10:06


Kinderglück

Wenn niedliche Osterhasen
Die Süßigkeiten abgelegt,
Werden Kleine rasch im Rasen
Suchen, was so gut versteckt.
Sie spüren dann, dass sie geborgen
Durch Jesus, der an diesem Morgen
Freude für sie eingelegt.


©Hans Hartmut Karg
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Süden und Norden

Beitrag von Dr. Karg » Fr 19. Apr 2019, 10:29


Süden und Norden

Südlich, in der Sonnenwelt
Gibt es kaum stillen Karfreitag.
Geschäftigkeit hat zugestellt
Alles Leid an diesem Tag.

Im Norden ist der Sterbetag
Das Großereignis aller Christen,
Denn alles Leid ist ein Tiefschlag,
Der nur kennt jene Todeslisten.

Spaziergänge gibt es auch dort,
Wo sie von kalter Zeit entlasten,
Denn unfassbar bleibt jener Ort,
Wohin betend Gläubige hasten.

Im Süden feiert man dagegen
Den Ostersonntag, Auferstehung:
Alles Licht schafft nun Bewegen,
Man kleidet sich zur Festbegehung,

Geht hoch bis in die nahen Hügel,
Wo das Mirakel neuen Lebens
Gefeiert wird mit viel Geflügel –
Nichts ist da traurig und vergebens!

Dort blüht im Lenz das Leben auf,
Leid bleibt nur in des Nordens Mitte.
Doch überall geh'n Herzen auf,
Wo Auferstehung Menschenbitte.


©Hans Hartmut Karg
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Ostergedanken

Beitrag von Dr. Karg » Sa 20. Apr 2019, 11:08


Ostergedanken

Hat die Welt nicht längst Feuer gefangen,
Wo sie doch nur Dollarherrschaft antreibt
Und wir nicht länger in uns gegangen,
Wo die Umwelt sich an unserem Handeln reibt?

Im Wetterbericht jubeln sie Sonne hoch,
Wodurch für den Monat verkündet,
Dass nur Sonne scheint und man ja doch
Nichts mehr mit dem Verhalten begründet.

Jetzt grillen sie wieder, die Feierakteure,
Fahren Auto und duschen nach Herzenslust,
Damit die Gemeinschaft sich darauf einschwöre,
Dass sie nicht verantwortet den Pflanzendurst.

Nichts auslassen und ja auf nichts verzichten!
Den Temperaturanstieg, den gibt es nicht!
Das wird die Politik für uns alles richten,
Denn dort hat das Reden ja volles Gewicht!

Leben wir doch in den Tag hinein,
Eine Wüste kann es nicht geben!
Lasst uns deshalb weiterhin feiernd sein,
Krachen soll gegenwärtiges Leben!

Verdrängen wir Miesepeter und Sorgen,
Leben wir lustvoll im Hier und Heute,
Denn wenn wir viele Flaschen entkorken,
Bereitet das endlich betrunkene Freude!

Grenzt deshalb die Spaßbremsen aus,
Die nur erinnern an Leid und Elend.
Tragt sie mit ihren Sorgen hinaus,
Wo man nichts als Jammereien kennt!

Was kann uns noch das Kreuz bedeuten,
Wenn wir uns an rauchendem Grillgut laben,
Feste feiern mit vielen betrunkenen Leuten
Und dadurch wirklich kein Nachsinnen haben?


©Hans Hartmut Karg
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Erste Blühphase

Beitrag von Dr. Karg » Sa 20. Apr 2019, 11:30


Erste Blühphase

Wenn der hohe Tulpenbaum
Blütenblätter jetzt lässt fallen,
Der Gelbbusch nun dem Grün gibt Raum,
Wo früh Vogellaute hallen,
Treiben bald die neuen Blüten
An Apfelbäumchen in das Jahr,
Wollen uns mit Frucht vergüten,
Was zum Ernten wunderbar.


©Hans Hartmut Karg
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Säulenbäumchen

Beitrag von Dr. Karg » So 21. Apr 2019, 11:58


Säulenbäumchen

Wir meinen, wir wären in Südtirol,
Denn die Säulen, die hängen übervoll
Mit mindestens sechzig Blüten,
Ohne dass wir uns darum bemühten.

Züchter haben Großartiges geleistet
Und sich für uns tatsächlich erdreistet
Den Wuchs der Bäumchen so einzurichten,
Dass die Blüten sich nur am Stamme verdichten.

Im Kleingarten steigert das den Ertrag,
Wo man gern erntet, was man so mag
Aus Einsneunzig und keinen Meter weiter,
Dazu braucht man wahrlich keine Leiter.

Wenn im Mai es nicht in die Blüte friert
Und das Wetter zu keiner Dauernässe führt,
Die Wärme, der Boden reiches Fruchten beschert,
Hat der Herbst jene Ernte, die hoch begehrt.

Die kleinen Helden in unserem Garten
Wollen jetzt mit Freude Blüten aufwarten,
Sind für uns eine herrliche Gottesgabe,
Denn nur die Natur schenkt wahre Teilhabe.


©Hans Hartmut Karg
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Osterspaziergang

Beitrag von Dr. Karg » So 21. Apr 2019, 12:30


Osterspaziergang

Osterspaziergänge bei den Sieben Mühlen
Waren früher ein Kalt-Licht-Ereignis:
Die Sonne musste mit Kühlwinden spielen,
Als wäre Ostern ein Wintergleichnis.

Kalt war es damals, die Hände klamm,
Man marschierte in Wintersachen,
Aß nach der Kirche noch Karpfen und Lamm
Und hörte der Kinder freudiges Lachen.

Heute zeigt das Thermometer 25 Grad,
Die Hitze lässt jetzt alles ruhen.
Der Grilldampf liegt bald über der Stadt,
Winterkleidung bleibt in den Truhen.

Waldbrandgefahr wird auch schon verkündet,
Wanderer marschieren in luftigem Leinen:
Längst hat sich die Heißzeit angekündet,
Denn die Welt ist nicht mehr im Reinen.

Wo früher die Knospen steh'n heute die Blüten,
Wo früher noch Pfützen liegt alles im Staub.
Und ohne unser Gießen, Bemühen
Wüchsen kaum Kräuter und frisches Laub.

Den Osterspaziergang reizen die Nasen,
Die Augen sehen ein verfrühtes Jahr.
Aus Keramik stehen im Garten die Hasen
Und schauen, wo früher Kaltregen war.

Die Spaziergänge fallen jetzt kürzer aus,
Man hört auch kaum noch Kindergelächter,
Geht schwitzend wieder ins eigene Haus,
Schaut bangend auf den Hitzewächter.


©Hans Hartmut Karg
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Glückstierchen

Beitrag von Dr. Karg » Mo 22. Apr 2019, 11:03


Glückstierchen

Silberfischchen unterm Tischchen
Seid Glücksbringer, Überbringer
Reichen Lebens, wo vergebens
Grauledrig das Fatum kauert.

Schmusekätzchen, gib Dein Tätzchen
Ohne Fauchen Deinem Frauchen,
Denn das gibt, weil es Dich liebt
Nahrung, sanfte Streichelhände.


©Hans Hartmut Karg
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Moderne Lösungen

Beitrag von Dr. Karg » Mo 22. Apr 2019, 11:47


Moderne Lösungen

Mit Konventionen sich zu ehren,
Den schönsten Mann der Welt bekommen,
Zwei feine Mädchen dann gebären,
Wird ihrem Leben nichts genommen:
So hat die Bindung sie gewollt,
Dem Glück sei breiter Raum gezollt –
Und alle haben nur gewonnen!

Mutig ist sie, schön und schlank,
Ist dabei sehr rasch aufgestiegen
Und – dem Elternhaus sei Dank! –,
Sprachmächtig und gar nicht verstiegen,
Sondern hat in die Hand genommen
Was sie an Gaben hat bekommen:
Beruf, Familie - alles gediegen!

Nach zwanzig Jahren spürt sie dann
Dass auseinander sie gelebt.
Die Bindung, sie schwand irgendwann
Und Sattheit über allem schwebt:
Er fährt getrennt in seinen Urlaub,
Sie macht sich oftmals aus dem Staub,
Wo jeder Eigenheiten lebt.

Wenn aufscheinen die Gegensätze,
Will man die Schuldfrage nicht stellen,
Damit man sich ja nicht verletze
Und Analysen viel zustellen,
Denn er will aushäusig jetzt leben,
Sie will zu Freunden hin entschweben,
Getrieben von des Lebens Wellen.

Er zieht aus, nimmt sich die Wohnung,
Mit Töchtern bleibt sie dann zuhause:
So hofft man auf Beziehungsschonung,
Das Ehebett hat längst schon Pause.
Im Wechsel sind die Kinder da,
Denen bleibt man dadurch nah,
Zusammen geht man in die Jause.

Doch Vater, Mutter, sie erziehen
Die Mädchen, weil man helfen will.
Niemand ist eifersüchtig, ohn' Bemühen,
Konfliktfreiheit erklärtes Ziel!
Den Pool, das Trampolin im Garten
Werden deshalb beide warten,
Ohne Krieg, mit viel Gefühl.

Getrennt und doch mit ihren Kindern
Vereint, so treffen sie sich oft,
Um Kindernöte zu verhindern,
Wo man auf Elternnähe hofft,
Man mit Geist und Vernunft gesegnet
Sich anständig stets dort begegnet,
Wo man auf Kinderzukunft hofft.

So haben sie sich arrangiert
Und führen einzeln nun ihr Leben.
Selbst wo die Neigung sie verführt,
Will man die Kinder nicht aufgeben:
Wenn er in seinem Sessel sitzt
Und sie vom Tanztaumel erhitzt
Heimkehrt, darf Kinderglück es geben!


©Hans Hartmut Karg
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Erwachsenwerden

Beitrag von Dr. Karg » Di 23. Apr 2019, 09:52


Erwachsenwerden

Immer schon
sucht der Junge den Blick
zu rascherem Älterwerden,
um endlich mündig zu sein.

Ist's dann soweit,
bedeutet der Beruf sein Glück,
wenn mit dem Einkommen Güter sich mehren
und man mit der Liebenden ständig allein.

Weltweit vernetzt
offenbart lernendes Geschick,
dass die Kollegen die Fleißigen ehren,
wo der Erfolg will endlich sein.

Zwar folgt unaufhaltsam
das Alter, es gibt kein Zurück,
doch wo die Kinder nicht stören
bringt Familie den Sonnenschein.


©Hans Hartmut Karg
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Nichts bleibt

Beitrag von Dr. Karg » Mi 24. Apr 2019, 08:26


Nichts bleibt

Sie hatte an ihren Kleidern gehangen,
In ihren Schrank oft und gerne geschaut,
Weil damit Lebensgeschichten anfangen,
Die zeigen, wie damals sie schön als Braut.

Fast alles hatt' sie bis heut aufgehoben,
Zu jedem Kleid gab's etwas zu erzählen,
Was sie damit erlebt, was aufgeschoben
Und was sie auch beruflich konnte erwählen.

Dann starb die Mutter, die ihr nahe war,
Und auch die Freundinnen, die mussten gehen.
Ihr Leben war bis dahin für sie wunderbar,
Doch jetzt musste sie denen nachsehen.

Als unheilbar der Krebs sie selbst erfasst',
Musste sie beim Kleiderschrank lange weinen.
Sie spürte nun: Auf Erden sind wir nur Gast,
Anderen wird künftig die Sonne scheinen...

Wehmütig glitten ihre grauen Hände
Über die schönen Stoffe mit den Geschichten,
Doch auch damit gab so leider keine Wende,
Auch sie musste sich nach dem Schicksal richten.

Dem Ehemann ward der Wunsch aufgetragen,
Die schönen Kleider in gute Hände zu geben.
Er konnte ihr den Wunsch erfüllen und zusagen,
Dass in Erinnerung er alles werde aufheben.

Nach ihrem Heimgang und fünf Jahre danach
Gab er dann die Kleider zum Frauenbund.
Dort gab es mit Wegwurf kein Ungemach,
Denn die Frauen taten dort werbend kund:

Die Kleider sollen neue Geschichten erfahren,
Denn die Trägerinnen kleiden sich damit gern,
So dass nach lebensfrohen, vielen Jahren
Gewesenes dem weiteren Leben nicht fern.

Als der Ehemann dann die Syrerin sah,
Die das schönste Kleid seiner Liebsten trug,
Da war ihm plötzlich die Erinnerung so nah –
Und die Trauer schwand wie ein ferner Spuk!

Ihm war damit schlagartig aufgegangen:
Das Leben geht mit der Liebe weiter,
Hält sich deshalb in Trauer nicht gefangen,
Sondern bleibt auch in Zukunft mild und heiter.


©Hans Hartmut Karg
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Italiens Kunstkräfte

Beitrag von Dr. Karg » Mi 24. Apr 2019, 08:45


Italiens Kunstkräfte

Du, der Du unter den Arkaden
Italiens Städte gern besuchst,
Denk an der frühen Künstler Taten,
Wenn Du die Reise dorthin buchst.

Da ist wirklich nichts virtuell,
Du tauchst ab in tiefe Geschichte
Und merkst im Schauen dann recht schnell,
Dass alles Heil erscheint im Lichte.

Wie ist das Heute doch so platt,
Wie Virtualität nur grell,
Wo hier in dunklen Räumen satt
Die Heilsgeschichte überhell!

Und doch ist dargestellt das Leid,
Als hätt' es Zeiten überdauert.
Schon damals wusste man Bescheid,
Dass überall das Schinden lauert.

Ein Bild schärft unsere Menschlichkeit,
Wenn es uns auch die Qualen zeigt,
Damit nachdenklich unsere Zeit
Vielleicht nun doch zur Buße neigt.


©Hans Hartmut Karg
2019

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