Dr. Karg Gedichte / Teil 2

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Dr. Karg
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Gottgleich sei die Menschlichkeit

Beitrag von Dr. Karg »


Gottgleich sei die Menschlichkeit

Gottgleich sei die Menschlichkeit,
Sie braucht keine Galgenbauer,
Denn nur dann gibt es Freiheit,
Wenn wir ohne Freiheitsklauer.

Mordgesellen wollen Wüsten,
Doch Mörder sind ziemlich out,
Dürfen Bücher nicht verwüsten,
Seelenlos auf Sand gebaut.

Entwickelt wird die Menschlichkeit
Doch in den freien Metropolen.
Dort sind Vernunftgründe bereit,
Sich weiterhin Lösungen zu holen.

Fachwissenschaftler sind ein Segen,
Wenn sie sich immer ideologiefrei
Und mitmenschlich dorthin bewegen,
Wo Menschenwürde lebbar sei.

Da ist gottgleich die Menschlichkeit,
Bewegt Gemüter und das Denken
Und freundet hin zu der Freiheit,
Mit der die Zukunft wir uns schenken.


©Hans Hartmut Karg
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Je nachdem

Beitrag von Dr. Karg »


Je nachdem

Die zweite Lebenshälfte: Herrlich
Mit Freuden und Liebe besät,
In Fülle, denn da ist nichts spärlich,
Wenn Nähe mit Aura umweht.

Damit kommt nicht ein jeder klar,
Der Zeit- und Wertsinn hat verloren:
Die Welt wird ihm ganz sonderbar
Und Freuden sind meist eingefroren.

Wer sich dagegen weiterbildet,
Dem Liefelong Learning sich verpflichtet,
Weil Neugierde Interessen schildet,
Der hat sein Fundament verdichtet,

Befreit sich von den Lebenslaunen,
Ist nicht mehr Sklave seiner Zeit,
Wenn er gelernt, dass er noch staune,
Wenn Neues adaptionsbereit.

Der eine stöhnt über die Jahre,
Während der andere längstens weiß,
Dass immer Neues er erfahre,
Weil er auf seine Erdwelt heiß.


©Hans Hartmut Karg
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Südsehnsüchte

Beitrag von Dr. Karg »


Südsehnsüchte

Die ersten Wogen im Aqua Termale
Umspülen stets meine kranken Gelenke,
Holen mich aus der Schmerztotale,
Damit das Wasser mir Heilung schenke.

Wunderbar scheint die Herbstsonne da,
Holt mir die Sommertage nach,
Wo der Himmel mir so seltsam nah,
Wegwischt das alte Ungemach.

Erst mit dem mediterranen Essen,
Dem Mineralwasser und dem guten Wein
Kann ich mein ganzes Glück ermessen:
So muss das Paradies wohl sein!

Es ist das ganzheitliche Programm
Mit dem die Tumore dort gezähmt:
Bewegt hat mich jenes Schöpferlamm,
Das den Schmerz in allen Regionen lähmt.

Frei hält das Wasser mich in Bewegung
Zu Menschen, die Gleiches erfahren haben,
Die offen sind für Gespräch und Begegnung,
Weil auch sie sich an diesem Heilwasser laben.


©Hans Hartmut Karg
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Alles und nichts

Beitrag von Dr. Karg »


Alles und nichts

Nichts ist Dir weggenommen,
Du hast den Lebenshauch bekommen,
Und mit dem ersten Atemzug
Hast Du für die Zukunft genug.

Da muss man ja nicht alles haben,
Die Gier lebe stets bei den Raben:
Wer nicht sein Leben nimmt in Blick,
Der hat auf Dauer auch kein Glück.

Von Anfang an ist Dir gegeben
Die Fähigkeit, zur Welt zu streben.
So geh' auch mutig da hinein,
Es kann niemals Dein Schaden sein.


©Hans Hartmut Karg
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Was Jugend will

Beitrag von Dr. Karg »


Was Jugend will

Wenn Du das Chillen nicht erlaubst,
Das Abhängen ihr gar verwehrst
Und in To-Do-Listen Du schaust,
Bleibt Dir der Zugang oft verwehrt.

Mancher will lieber keine Schule,
Zu Hause offen, frei abhängen,
Liegen in warmer Betten Kuhle,
Sich ja nicht in Klamotten zwängen.

Virenzeiten geben kein Recht,
Um nachlässig Lernen zu sehen,
Sonst geht’s der Jugend später schlecht:
Sie müsste dann zur Armut gehen...

Die Ernsthaften haben erkannt,
Dass ihre Zukunft doch bedroht,
Wenn sie dem Chillen zugewandt
In dieser Zeit der Pandemienot.

Man sollte wieder lernen, lesen,
Selbst wenn man nur handyumschwirrt
Sich festbeißt an vertrauten Wesen
Mit Ablenkung – ganz bildverirrt...

Die Mütter fänden so Entlastung,
Wo Väter bei der Arbeit sind,
Wenn Jugend in medialer Haftung
Meint, da wehte der Bildungswind.

Um Bildung muss es immer gehen,
Wenn unser Wohlstand nicht soll fallen,
Wir unser Leben selbst bestehen,
Entwickelt, weiter – mit Euch allen!


©Hans Hartmut Karg
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Die Gold'nen Zwanziger stehen auf

Beitrag von Dr. Karg »


Die Gold'nen Zwanziger stehen auf

Die Gold'nen Zwanziger stehen auf,
Rüpel verlassen jetzt die Bühne,
Das Lebensglück findet den Lauf,
Damit die Würde sich erkühne.

Elektrostrom wird man erzeugen,
Nevada ist doch Sonnenstaat,
Wird vor der Umwelt sich verbeugen,
Nachhaltig wächst die neue Saat.

Und man wird Kunststoffmüll verbieten
Von Kapstadt bis zu den Lofoten,
Auch Mikroplastik sei vermieden
Und Lebensschutz dem Fisch geboten.

Die Kernkraft liefert nicht mehr Strom,
Denn Wind, Sonne und Wasserstoff
Brauchen kein schädliches Atom,
Weil ein Reaktor schon absoff.

Die Zwanziger steh'n golden auf,
Denn endlich haben wir jetzt Lust
Hier in vereintem Zukunftslauf
Erzeugen Strom mit reiner Luft!


©Hans Hartmut Karg
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Die Befreiung

Beitrag von Dr. Karg »


Die Befreiung

Immer als Lastesel dienen
Mag anderen schon Hilfe sein.
Man sieht es ja bei unseren Bienen:
Der Fleißige muss selig sein...!

Doch ist die Knechtschaft noch ein Leben,
Mit dem man wirklich frei sein kann?
Darf man abhängig sich begeben
In Unfreiheit als Frau und Mann?

Gar mancher braucht ja seine Knechte,
Weil er die Hilfsbereitschaft sucht:
Er pocht auf seine Eigenrechte,
Nutzt andere aus, da er betucht.

Idealisten will man haben,
Sie sollen stets verfügbar sein.
Faulheit will sich an ihnen laben,
Doch lässt man sie gerne allein.

Lasse Dich daher nicht vernutzen,
Also, Freund, mach' Dich rar!
Man kann auch eigene Böden putzen,
Begehren bleibt oft sonderbar...

Denn Machtausübung ist nicht ehrlich,
Versklavung ist und bleibt die Schande.
Machst Du das mit, wird es gefährlich,
Zerstört es doch die Liebesbande.

Ein jeder muss selbst mit anpacken
Und darf Arbeit nicht delegieren:
Die Hierarchie sitzt dem im Nacken,
Der sich zur Sklaverei lässt führen.


©Hans Hartmut Karg
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Noch mausgrau

Beitrag von Dr. Karg »


Noch mausgrau

Noch mausgrau erscheint der Tag,
Die Sonne hat sich früh versteckt,
Weil sie die Kälte gar nicht mag
Und lieber südlicher aneckt.

Schneedecken reichen kaum aus,
Ein wenig Licht hierher zu bringen
Zu dem schönen, alten Haus,
Wohin sich die Blicke wenden.

Da treibt es Menschen hinaus,
Nachdem Gefangene sie waren,
Denn Natur gibt sehr viel aus,
Um Krankheiten zu ersparen.

Mancher will sich gern anpassen,
Auch im Grau den Weg beschreiten,
Lässt sich von Flocken umfassen,
Die ihn hier wandernd begleiten.

Noch mausgrau ist schmaler Weg,
Wunderbar sind dort die Lüfte:
Selbst wenn glatt ist mancher Steg,
Bringen Blüher erste Düfte,

Mit denen dieser Tag erwacht.
So schlendet man im Morgengrauen
Dorthin, wo mit der ersten Pracht
Weißblüher selig man kann schauen.


©Hans Hartmut Karg
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In den Hügeln

Beitrag von Dr. Karg »


In den Hügeln

Die Hügel sind waldumsäumt,
nah liegen sie vor den Augen,
wo den Süden man wachsen sieht.

Dort hat Dichterfreund Petrarca
einsam auf dem Stuhl gesessen,
als das Leben er noch genoss.

Natur ist hier Sehnsuchtsort,
wo Steinpilze in großer Zahl
dem Wanderer Freude bereiten.

Nach kleineren Abstiegsmühen
lockt warmes Wasser ihn,
um Müdigkeit abzustreifen.

Der rote Wein wärmt ihn,
Die Pasta Ai Funghi gibt Kraft
Und Siesta bedient den Schlummer.


©Hans Hartmut Karg
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Die Nacht beginnt

Beitrag von Dr. Karg »


Die Nacht beginnt

Abendumsäumt beginnt die Nacht
Ihr Dunkelnetz jetzt aufzuspannen.
Während fahl der Mond erwacht,
Atmen taggestresst die Tannen.

Die Sonne hat Hitze gebreitet,
Gab uns ein Licht in vollem Gleißen,
Sehnlich das Warten eingeleitet
Zum Abend mit den Dämmerweisen.

Erst jetzt erwacht die Waldnatur
Erneut zu Eigenatem, Leben,
Öffnet dem Wild Wege, die Spur,
Damit es Schutz kann so aufgeben.

Die Hitze weicht nach oben weg
Zum Himmel, der bald sternenklar.
Da wird Feuchte zum Privileg
Für eine kleine Vogelschar.

Was noch am Tage gut versteckt
Tritt jetzt endlich sein Leben an,
Ist aufgestanden, aufgeweckt,
Weil es jetzt wieder gehen kann.

Abendumsäumt beginnt die Nacht
Ihr Dunkelnetz jetzt aufzuspannen.
Während fahl der Mond erwacht,
Tritt Wild hervor unter den Tannen.


©Hans Hartmut Karg
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Zuletzt geändert von Dr. Karg am Do 28. Jan 2021, 08:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Urlaubsflair

Beitrag von Dr. Karg »


Urlaubsflair

Wie freuten wir uns auf den Ort,
Wenn hier bei uns schon alle fort,
In Urlaub sind in hellen Scharen
Mit ihren Autos weggefahren.

Da trieb es uns dann auch hinaus
Aus unserem kleinen, kühlen Haus:
Man musste doch Erholung finden
Im Süden, ganz weit fern der Linden.

So fuhren wir denn in den Urlaub,
Rochen dabei Teer, Straßenstaub,
Aßen damals Fische nicht roh,
Fuhren bepackt und hoffnungsfroh.

Irgendwann wird man ankommen,
Denn man hat sich vorgenommen,
Sommers wieder hin zu fahren,
Wo man urlaubte seit Jahren.

Die Massen zogen alle mit,
Lenkten nach Süden ihren Schritt,
Wo Sonne lag im Wunderland,
Das warme Meer und sehr viel Sand.

Zur Küche stand die Türe offen,
Der Duft ließ uns das Beste hoffen,
Dass hier kein Segen enden musste,
Wo Mama um die Pasta wusste.

Tomaten, Knoblauch, Artischocken
Gab es, man durfte sich hinhocken
An Tische, wo Genuss man fand
Mit Frischem hier im Urlaubsland.

Da lebte noch Nachhaltigkeit:
Die Freunde waren stets bereit
Im Garten Nahrung anzubauen,
Noch nicht in Billigmärkte schauen.

Man aß, was der Garten hergab,
Trank das, wo Rebstöcke noch Hab
Und teilte mit der Urlaubsschar
Ländliches Essen – gut und gar.


©Hans Hartmut Karg
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Ein Segen des Alters

Beitrag von Dr. Karg »


Ein Segen des Alters

Man muss nicht um Zustimmung buhlen,
Sich auch nicht mehr verbiegen lassen,
Kann sich in eigenem Geiste suhlen,
Darf immer lieben, muss nicht hassen.

Man darf sich auf Neues einlassen,
Verwerfen, was man gar nicht mag,
Begehen weiterhin die Straßen,
Auf denen lockt der freie Tag.

Ich darf aufstehen, wann ich will,
Muss nicht mehr nach dem Wecker leben
Und suche mir mein eigenes Ziel,
Kann dabei nach den Sternen streben,

Darf Reime, Worte neu erfinden,
Womit die Freunde ich erfreue.
Selbst wenn die Kräfte langsam schwinden,
Suche das Offene ich, das Neue.


©Hans Hartmut Karg
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Renaissanceauftrag

Beitrag von Dr. Karg »


Renaissanceauftrag

Erschaffen in der großen Zeit
Wollte Kunst bilden, was sie hält:
Man war zur Darstellung bereit,
Hatte Natur sich einbestellt.

Menschen hat man so entdeckt,
Sie lebensecht dort dargestellt,
Wo Biblisches zwar aufgelegt,
Doch Säkulares in der Welt.

Bunt war die Welt der Renaissance,
Man kann das heute noch erkennen,
Gibt man der Tradition die Chance,
Die Eigenbildlichkeit zu nennen.

Kunst muss man nicht verstehen wollen,
Auch dann erschließt sie sich den Augen:
Für unsere Zeit zeigt sie ein Sollen
Erst dann, wenn wir zum Blicken taugen.

Auch das Gemüt kann so gesunden,
Wenn akzeptiert, was dort gefällt,
Wir fernes Sehnen so erkunden,
Womit aufleuchtet frühe Welt.

Es braucht dazu die Menschengröße,
Ein ehrlich' Ringen im Durchstehen,
Damit sich von den Bildern löse,
Was hinführt uns zu eigenem Sehen.


©Hans Hartmut Karg
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Leserethik

Beitrag von Dr. Karg »


Leserethik

Ein Leser muss sich niemals schämen,
Wenn manches er nicht ganz erfasst,
Denn wo Dichter Bedeutung wähnen,
Wird dies mitunter Lesers Last.

Ein Leser muss auch niemals lesen,
Was er nicht gerne lesen will.
Es offenbart des Dichters Wesen,
Wert hat nur sein Gedankenspiel.

Doch Schlechtreden ist nicht erlaubt,
Wenn man den Dichter gar nicht mag,
Hinunter in die Hölle schraubt
Und so der Mitwelt wird zur Plag'.

Wo Menschen andere Menschen hassen,
Da werden sie niemals gerecht,
Können nur schwer die Botschaft fassen,
Verstehen nicht, was wirklich echt.

Deshalb, mein Leser, mühe Dich,
Den Reimen wirklich nachzusinnen.
Erst dann öffnen die Verse sich,
Wenn sie Dein Wohlwollen gewinnen.


©Hans Hartmut Karg
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Meinungsethik

Beitrag von Dr. Karg »


Meinungsethik

Sprich dem Nächsten kein Recht ab
Eine Meinung zu entwickeln,
Denn das bringt Freiheit auf Trab,
Wenn wir uns denkend auswickeln.

Such' nicht immer nur nach Gruppen,
Welche Deine Meinung teilen.
Das bedeckt Denken mit Schuppen,
Die nur im Rechthaben weilen.

Wird die Meinung angedacht,
So hört man zu, ist nicht dagegen:
Menschen werden nicht verlacht,
Lächerlichmachen ist kein Segen!

Wisse: Du bist nie im Recht,
Wenn Du Dich nur durchsetzen willst,
Indem Du alles redest schlecht,
Dein Insistieren so Du stillst!

Wenn Du Dich unterlegen fühlst,
Trachte danach, weiter zu denken,
Indem Ideen Du hochspülst,
Die auf Neulösungen uns lenken.


©Hans Hartmut Karg
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Anderwelt

Beitrag von Dr. Karg »


Anderwelt

Wir hatten doch mal schöne Feste,
Da gab es stets das Allerbeste,
Wo man mit Freunden man sich traf
Und kaufte alles nach Bedarf.

Im Freien stand man an den Theken,
Wo langsam wir uns fortbewegten
Mit einer Bratwurst in der Hand,
Weil man auf dieses Volksfest stand.

Jetzt ist das alles abgeblasen,
Nur Autos noch in unseren Straßen,
Denn es droht Ansteckungsgefahr
Sogar noch länger als dies Jahr.

Hoffen wir, dass nach der Impfung
Verlassen wir die Verunglimpfung,
Nicht mehr vor diesem Virus schaudern
Und fröhlich mit den Freunden plaudern.


©Hans Hartmut Karg
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Wo's totenstill

Beitrag von Dr. Karg »


Wo's totenstill

Da ist es jetzt doch totenstill,
ja, Särge aufeinander stehen,
hier auf die Flammen warten.

Kein Kerzenlicht, kein Blumenmeer
ist noch zu seh'n an Dunkeltagen,
wo alles Leben aufgezehrt.

Kann da noch Hoffnung sein,
wenn man abschiedsbenommen
den Leib zur Ewigkeit entlässt?

Außen ist viel Zank und Streit,
als ob nicht diese schalen Winde
die Leben längst bedrohten.

Sieh' hin, wo's totenstill.
Dort braucht es keine Zeit,
der Leib ist rasch vergangen.


©Hans Hartmut Karg
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Viel Glück, viel Glück

Beitrag von Dr. Karg »


Viel Glück, viel Glück

Steh auf, mein Herz,
sinne mit mir auf Liebe,
mit der ich Dich gefreit
und sehr tief ausgemessen
das große Glück der Freuden.

Was bleibt uns denn,
wenn sich die Strahlen senken
in unseren späten Stunden,
die wir noch immer haben,
um Sinne auf Schönes zu lenken?

Da gibt es keine andere Welt,
als jene, die uns bleibt,
wenn wir erinnerlich der Freuden
an's Taglicht uns gewöhnen,
das uns viel Glück, viel Glück gebracht.


©Hans Hartmut Karg
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Kasperltheater

Beitrag von Dr. Karg »


Kasperltheater

Mit Kasperl da gewinnt der Gute,
Der Böse wird dort niemals siegen.
Das kommt dem Kindergeist zugute:
Der will sich doch in Schönem wiegen.

Dort siegt auch stets die Fröhlichkeit
Mit Kasperl, Seppl, Polizisten.
Schlimmes löst auf die Heiterkeit:
Man flieht so aus Beziehungskisten.

Die Wirklichkeit bringt in Verruf,
Wo Ethisches nicht bringt Reales.
So wird bei Kindern laut der Ruf,
Ja nicht abdriften in Fatales.

Kinder niemals unterschätzen!
Sie wissen schnell zu überlegen,
Wo andere die Messer wetzen,
Bringen nur Leid und keinen Segen.

Das Leben bleibt ein ernstes Spiel,
Da muss man unterscheiden lernen,
Wie man zum Guten lenkt sich hin,
Um eigene Zukunft zu besternen.


©Hans Hartmut Karg
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Die zweite Lebenshälfte

Beitrag von Dr. Karg »


Die zweite Lebenshälfte

Tribut sei dem Alter gezollt,
Klang doch dieses Mantra früher:
Der Herrgott hätt' es so gewollt,
Ein Arzt sei nichts als ein Bemüher

Um Herz und Kreislauf allezeit,
Um Darmbeschwerden, Magenleiden.
So wär' im Griff das Altersleid –
Es kommen jetzt die besseren Zeiten!

Da wissen heut die jungen Alten:
Es gibt noch den Unruhestand.
Der lässt sich ja recht frei gestalten
Im Haus – im fernen Reiseland.

Man muss nicht mehr, was man nicht will,
Natürlich bleibt Gesundheit wichtig,
Doch holt man her, was einem Ziel,
Rangkämpfe sind ja nichts und nichtig.

Man will nachholen und erleben,
Wozu man nicht gekommen ist
Und in die ferneren Länder streben,
Denn lang ist nicht mehr diese Frist.

So hat man Vieles nicht gesehen,
Denn es gab sehr viel Arbeit, Kinder.
Neugierig will man dort hingehen,
Wo doch das Wetter etwas linder.

Das gibt der zweiten Hälfte Freiheit,
Die man bisher nicht leben konnte,
Gebunden war an Tätigkeit,
Nur sommers sich ein wenig sonnte.


©Hans Hartmut Karg
2021

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