Geburt von J

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Chrissie
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Geburt von J

Beitrag von Chrissie » Di 9. Apr 2019, 10:19

Anfangs April hatte ich die 38 SsW erreicht. Es durfte also los gehen.
Die Geburt von Junior vor 2 Jahren war kurz und problemlos. viewtopic.php?f=21&t=203580&p=7554168#p7554168
Ich wagte aber nicht, nochmals so eine einfache Geburt zu erwarten. Die zweite Schwangerschaft hat mir nämlich gezeigt, dass jede Schwangerschaft einzigartig ist - somit stellte ich mich auch darauf ein, dass die Geburt anders als beim ersten Mal sein könnte.
Zur Vorbereitung machte ich einen tägigen Kurs für Frauen die schon ein Kind haben. Er war sehr informativ und positiv und ich fühlte mich dadurch gestärkt für die Geburt.

Betreuung von Kind 1 war nur so halb organisiert. Hatten keine richtig gute Lösung falls es Nachts los geht.
Darum hoffte ich sehr, dass die Geburt nicht gerade mitten in der Nacht anfängt.
Ausserdem hoffte ich auf eine spontane Geburt vor ET da ich Schwangerschaftsdiabetes hatte was oft nach ET zu Diskussionen bezüglich Einleitung führt. Auch wurde Baby als eher gross eingeschätzt. Meine FA meinte dazu mein Körper könne falls nötig auch ein grosses Baby auf die Welt bringen, mein Becken sei ja auch nicht gerade zierlich (wohl einer der wenigen Momente in denen man „nicht gerade zierlich“ positiv auffasst).

37+5 war ich noch zur Akkupunktur bei der Hebamme am Mittag. Sie meinte Baby liegt noch recht hoch, das werde noch etwas dauern bis zur Geburt. Bauch war auch ruhig, hatte noch gar keine Anzeichen dass es bald soweit sein könnte. Ich war frustriert und teilte das auch allen möglichen Leuten per WhatsApp mit. Ich fing an Wehentee zu trinken und bestellte online Wehenöl.
Am Abend fuhren wir zu den Schwiegereltern. Wir diskutierten noch, ob wir den gepackten Spitalkoffer mitnehmen sollen. Da wir auch ohne genug Gepäck hatten liessen wir ihn zu Hause.

Nach dem Nachtessen kochte ich nochmals Wehentee und merkte ein Ziehen im Bauch. Es ging nicht lange bis ich es als Wehen empfand. Den Schwiegereltern wollte ich noch nichts sagen, daher verzog ich mich ins Gästebad im unteren Stock und veratmete die Wehen. In den Pausen schrieb ich noch WhatsApp mit einer Freundin. Mein Mann brachte im Zimmer nebenan unser erstes Kind ins Bett.
Als ich anfing mit der App die Wehen tracken stellte ich fest, dass ich schon Abstände von 3 Minuten und Wehen von 1 Minute Dauer hatte. Und das weniger als eine halbe Stunde nach Wehenbeginn. Zur Sicherheit informierte ich das Gotti vom Jubior denn sie sollte die Schwiegereltern unterstützen während wir weg waren. Sie machte sich gleich auf den Weg.
Als Kind 1 schlief kam mein Mann zu mir rüber und fragte wie die Wehen im Vergleich zur ersten Geburt sind. Ich konnte es nicht wirklich sagen - bei der ersten Geburt ging es etwas länger bis ich so kurze Abstände hatte.
Als er realisierte wie kurz die Abstände sind sagte er ich soll im Spital anrufen. Und zwar im Spital vor Ort, ins Spital nach Zürich zu fahren war keine Option mehr. Ich hatte Bedenken das zu tun, schliesslich hatte ich seit weniger als einer Stunde Wehen.ä, nahm dann aber trotzdem das Telefon in die Hand. Zuerst kam ein Tonband „im Moment sind alle Linien besetzt“, beim zweiten Versuch erreichte ich die Hebamme. Die Info „Zweitgeburt“ und „schnelle erste Geburt“ überzeugen sie - wir sollen doch mal zeigen kommen.
Nun informierten wir auch die Schwiegereltern die noch nichts gemerkt hatten. Schwiegervater fuhr uns ins Spital.
Dort mussten wir erst mal Gebärsaal suchen. Wir wurden von einer Hebamme in Ausbildung in Empfang genommen und in ein eher kleines Zimmer gebracht. Ohne Badewanne und auch sonst ohne viel Ausstattung. Sie fragte mich ob sie mich untersuchen dürfe. Für die Untersuchung sollte ich mich kurz auf das Bett setzen. Erstaunlicherweise fühlte sich diese Position gut an.
Bei der Unterdrückung war sie extrem behutsam, erklärte immer was sie gerade macht und stoppte sofort wenn ich eine Wehe hatte.
Resultat der Untersuchung : voll eröffnet. Fruchtblase noch intakt und darum Kopf noch nicht ganz im Becken.
Sie schloss das CTG an, ich fand es sehr beruhigend die Herztöne zu hören.
Da meine Unterlagen fehlten wurde mir noch Blut abgenommen. Dazu kam eine zweite Hebamme. Sie hatte etwas Mühe da sie während der Wehen Pause machte um mich nicht zu stören und so gar nicht viel Zeit hatte. Nach 3 Versuchen sagte ich ihr sie soll eifach machen auch wenn sie dazu während einer Wehe an mir arbeiten muss. Auch eine Ärztin kam kurz vorbei. Wir diskutierten noch kurz ob ich Antibiotika bekommen soll da mein Streptokokken Status nicht bekannt war. Es waren sich aber alle einig, dass es dazu eigentlich schon zu spät ist da dies 4 Stunden vor Geburt gemacht werden müsste.
Ich hatte alle 3 Minuten Wehen, veratmete sie und entspannte in den Pausen. Halb liegend auf dem Rücken fühlte mich recht gut. Zwischendurch hörte ich einmal , dass die Herztöne langsamer wurden während einer Wehe- die Hebamme wies mich an gut zu atmen. Sie sagte ich dürfe die Position wechseln aber ich wollte nicht- vielleicht musste mein Körper einfach nochmals kurz Energie sammeln.
Die Wehen waren gut auszuhalten wenn ich mich auf das Atmen und die Wehenpausen konzentrieren konnte.
Eine Weile später merkte ich, wie sich die Wehen änderten, ich spürte sie auch im Rücken. Ich hatte das Gefühl die Position so halb sitzend sei nicht mehr so gut, konnte in dem Moment aber selbst nicht sagen in welcher Position es besser wäre. Also bat ich die Hebamme mir eine andere Position vorzuschlagen. Sie empfahl auf die Seite zu liegen und sagte ich dürfe mitschieben. Da die Fruchtblase noch intakt war fehlte mir dazu der Druck was ich ihr auch sagte. Sie bot mir an ihre Hand hinzulegen damit ich ich weiss wohin zu drücken. Das half mir sehr. Bei der übernächsten Wehe platzte die Fruchtblase. Danach ging es wie sie schon vorausgesagt hatte schnell. Ich fühlte wie alles spannte als der Kopf durchkam. 23:53, kurz vor Mitternacht kam unsere J auf die
Und dann durften wir 2 Stunden ungestört kuscheln bevor geschaut wurde wie gross/schwer Baby ist: 50cm, 3320g. Ich fand es sehr schön, dass damit gewartet wurde - bei der ersten Geburt wurde das alles innerhalb einer Stunde gemacht was mir viel zu hektisch war).
Die Ärztin kam kurz schauen ob bei mir alles ok ist- alles perfekt, nichts gerissen oder geschürft.

Kurz vor 3 Uhr morgens ging ich kurz duschen. Danach wechselte ich ins Zimmer und mein Mann fuhr zurück zu den Schwiegereltern.
Die Pflegerin bot mir an J anzuziehen, aber ich wollte sie nackt bei mir auf der Haut haben und den Rest der Nacht anschauen und kuscheln.

Die nächsten 12 Stunden waren nicht so entspannt da wegen der Schwangerschaftsdiabetes und meinem unbekannten Streptokokken-Status (Labor hat anscheinend den Bericht nicht geschickt, auch im anderen Spital in dem wir angemeldet waren war er nicht zu finden) Blutzucker, Atmung und Sauerstoffsättigung engmaschiger überwacht wurde. Zusätzlich war wegen der Diabetes Zufüttern ein dauerndes Thema. Da die 3 geforderten Zuckerwerte gut waren und ich ziemlich sicher war dass mir meine Ärztin einen Streptokokken Befund mitgeteilt hätte entschieden wir am Morgen das Spital zu verlassen und den Rest des Wochenendes wie geplant bei den Schwiegereltern zu verbringen. Wir hatten Glück und fanden kurzfristig eine Hebamme die uns dort die ersten 2 Tage betreute. Für mich war es ein schöner Anfang mit dem zweiten Kind. Jubior wurde umsorgt von Grosseltern und seinen Gotti und ich musste mich um gar nichts kümmern.
Junior März 2017
* Juni 2018 (10 SSW)
Zwergli im Bauch - ET Ende April 2019

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vera24
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Re: Geburt von J

Beitrag von vera24 » Di 9. Apr 2019, 16:16

Chrissie, wie toll dein Bericht ist. Auch dein 1. Schon! Danke fürs mitteilen... :-)
Unser Schatz, ein Osterhäsli 2019 :)

LindaK29
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Re: Geburt von J

Beitrag von LindaK29 » Do 11. Apr 2019, 10:24

Toller Bericht:) Super das alles so toll geklappt hat auch, dass ihr so spontan noch eine Hebamme gefunden habt in der Region.

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