Mutterrolle

Hier können sich junge Eltern gegenseitig helfen.
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dan79
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Re: Mutterrolle

Beitrag von dan79 » Mo 9. Jul 2018, 15:34

Eine etwas andere Frage in den Raum geworfen: (die stelle ich mir manchmal...) Wenn dein/mein/euer Kind erwachsen ist/sind, was wünschen wir uns? Welche Erinnerungen sollen sie an ihre Kindheit haben? Was bedeutet für das erwachsene Kind Geborgenheit, Verbindlichkeit, Urvertrauen? Irgendwie ist es mir ein Anliegen, dass das erwachsene Kind rückblickend sagen kann: es habe eine schöne Kindheit gehabt. (Meine war es nämlich nicht zwingend immer und sehr prägend....obwohl wir ja alle eine prägende Kindheit hatten, ob schön oder nicht schön). Und wenn ich mir diese Frage stelle, ertappe ich mich, dass ich meinem Kind die Stabilität geben möchte, die ich nie hatte und mir als Kind schon gewünscht habe. Und genau diese Wünsche von mir prägen ja dann auch meine Definition von Mutterrolle, oder?

Stellt ihr euch diese Frage auch?

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Minchen
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Re: Mutterrolle

Beitrag von Minchen » Mo 9. Jul 2018, 15:44

Ja dan, genau diese Frage ist ebenfalls meine treibende Kraft und der Grund meines Handelns.
Aber ich denke, das tun doch alle. :)
Das ist eine schöne Art und Weise die Mutterrolle zu beschreiben.
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danci
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Re: Mutterrolle

Beitrag von danci » Mo 9. Jul 2018, 16:28

dan79 hat geschrieben:
Mo 9. Jul 2018, 15:34
Eine etwas andere Frage in den Raum geworfen: (die stelle ich mir manchmal...) Wenn dein/mein/euer Kind erwachsen ist/sind, was wünschen wir uns? Welche Erinnerungen sollen sie an ihre Kindheit haben? Was bedeutet für das erwachsene Kind Geborgenheit, Verbindlichkeit, Urvertrauen? Irgendwie ist es mir ein Anliegen, dass das erwachsene Kind rückblickend sagen kann: es habe eine schöne Kindheit gehabt. (Meine war es nämlich nicht zwingend immer und sehr prägend....obwohl wir ja alle eine prägende Kindheit hatten, ob schön oder nicht schön). Und wenn ich mir diese Frage stelle, ertappe ich mich, dass ich meinem Kind die Stabilität geben möchte, die ich nie hatte und mir als Kind schon gewünscht habe. Und genau diese Wünsche von mir prägen ja dann auch meine Definition von Mutterrolle, oder?

Stellt ihr euch diese Frage auch?
Das sehe ich auch so.
Und ich hatte eine mehrheitlich sehr schöne Kindheit, habe eine gute Beziehung zu meinen Eltern und weiss daher, dass diese Beziehung nicht vom Arbeitspensum der Eltern abhängt (meine Mutter hat bis auf 2 Jahre immer mind. 80% gearbeitet, mein Vater war Manager mit mehr als 60 Stunden/Woche). Dies hat nämlich wenig damit zu tun, wie präsent die Eltern sind, wie sehr sie für einen da sind. Auch gerade zu meinem Vater hatte ich eine sehr enge Bindung und es war ein Highlight, mal mit ihm am WE ins Büro zu fahren oder so.
Es gab aber eine Zeit, da ich meine Mutter als sehr fremdbestimmt erlebte. Da kam sie gerade mit den Anforderungen an Frauen von aussen (und auch von innen) nicht gut klar und war etwas überfordert, diesen gerecht zu werden. Woher diese Phase kam, weiss ich heute nicht mehr so genau. Das empfand ich aber damals als Teenager als schwierig und hätte mir gewünscht, sie hätte eine Möglichkeit gefunden, genau das zu tun, was eben zu ihr passt, sie ausmacht. Ich denke, dass die Kinder durch die Stabilität der Eltern auch Stabilität erfahren und diese dann verlieren, wenn die Eltern straucheln, weil es in der Beziehung nicht mehr gut passt oder beruflich Probleme da sind etc. Ist man mit sich und seinem Weg im Reinen überträgt sich das auf die Kinder und sie erhalten ein Gefühl der Sicherheit.
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Re: Mutterrolle

Beitrag von ausländerin » Mo 9. Jul 2018, 23:03

Danci - es ist ein paar tage her - Danke dir!

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dan79
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Re: Mutterrolle

Beitrag von dan79 » Di 10. Jul 2018, 07:51

danci hat geschrieben:
Mo 9. Jul 2018, 16:28
dan79 hat geschrieben:
Mo 9. Jul 2018, 15:34
Eine etwas andere Frage in den Raum geworfen: (die stelle ich mir manchmal...) Wenn dein/mein/euer Kind erwachsen ist/sind, was wünschen wir uns? Welche Erinnerungen sollen sie an ihre Kindheit haben? Was bedeutet für das erwachsene Kind Geborgenheit, Verbindlichkeit, Urvertrauen? Irgendwie ist es mir ein Anliegen, dass das erwachsene Kind rückblickend sagen kann: es habe eine schöne Kindheit gehabt. (Meine war es nämlich nicht zwingend immer und sehr prägend....obwohl wir ja alle eine prägende Kindheit hatten, ob schön oder nicht schön). Und wenn ich mir diese Frage stelle, ertappe ich mich, dass ich meinem Kind die Stabilität geben möchte, die ich nie hatte und mir als Kind schon gewünscht habe. Und genau diese Wünsche von mir prägen ja dann auch meine Definition von Mutterrolle, oder?

Stellt ihr euch diese Frage auch?
Es gab aber eine Zeit, da ich meine Mutter als sehr fremdbestimmt erlebte. Da kam sie gerade mit den Anforderungen an Frauen von aussen (und auch von innen) nicht gut klar und war etwas überfordert, diesen gerecht zu werden. Woher diese Phase kam, weiss ich heute nicht mehr so genau. Das empfand ich aber damals als Teenager als schwierig und hätte mir gewünscht, sie hätte eine Möglichkeit gefunden, genau das zu tun, was eben zu ihr passt, sie ausmacht.
Bist du sicher, dass du als Teenager deine Mutter schon so differenziert wahr genommen hast?? Oder ist das eine Reflektion als Erwachsene über die Kindheit/Jugend?
Ansonsten bin ich voll mit dir einig....den Kids geht es gut, wenn es den Eltern auch gut geht....und umgekehrt.
An dem arbeite ich ganz fest und habe gleichzeitig Angst, dass es mir eben nicht gelingt....ein Teufelskreis!!!

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Re: Mutterrolle

Beitrag von danci » Di 10. Jul 2018, 08:06

@ dan
Ja, wir haben da viel zusammen geredet und das waren eher ihre Worte. Natürlich sehe ich gewisse Zusamnenhänge heute besser, aber ich wusste es auch damals.
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Eliana
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Re: Mutterrolle

Beitrag von Eliana » Di 10. Jul 2018, 09:48

Liebe Dan
Ja, den Kids geht es gut, wenn es den Eltern auch gut geht. Leider sind wir aber nicht das ganze Jahr im Ferienmodus. Stress, Unsicherheiten, Jobverlust/Wechsel, Umziehen etc gehören zum Leben und das Kind sollte nach meiner Meinung nicht von allem verschont bleiben. Früher oder später werden unsere Kleinen ja eh mit der Realität konfrontiert. Ich finde es auch gut, wenn die Kinder schon klein sehen, dass die Eltern arbeiten müssen um das Leben zu finanzieren und deshalb nicht 24h mit ihnen verbringen können.

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Re: Mutterrolle

Beitrag von Pippo » Mi 11. Jul 2018, 21:01

Eliana hat geschrieben:
Di 10. Jul 2018, 09:48
Stress, Unsicherheiten, Jobverlust/Wechsel, Umziehen etc gehören zum Leben und das Kind sollte nach meiner Meinung nicht von allem verschont bleiben.
Werden sie ja eh nicht - oder wie sollte man das anstellen? Kinder kriegen viel mehr mit als wir denken, nicht nur was tatsächlich passiert, sondern auch was unausgesprochen bleibt.... Ich denke die Aufgabe als Eltern ist es, dem Kind zu zeigen (vorleben) wie man mit gewissen Dingen umgeht oder umgehen kann, auch wenn sie nicht immer nur locker-easypeasy-rosarot sind.


@dan: wie würdest du denn "eine schöne kindheit" definieren? Für dich jetzt? Ich finds noch schwierig das so zu sagen, es ist einfacher zu benennen was NICHT passieren soll um eine schöne kindheit zu haben.... :oops:

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dan79
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Re: Mutterrolle

Beitrag von dan79 » Mi 11. Jul 2018, 22:12

Pippo hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 21:01
@dan: wie würdest du denn "eine schöne kindheit" definieren? Für dich jetzt? Ich finds noch schwierig das so zu sagen, es ist einfacher zu benennen was NICHT passieren soll um eine schöne kindheit zu haben.... :oops:
ich denke, dass das jeder für sich definieren muss....wie schon erwähnt ist jeder geprägt und empfindet rückblickend seine kindheit schön oder nicht. ich hab gute und ganz schlechte erinnerungen an meine kindheit...1 beispiel: meine mutter war, seit ich 5 war, alleinerziehend und wir sind mehrfach umgezogen...während der primarschule musste ich 3 mal ein ortswechsel/schulwechsel erleben....meine mutter hatte mehrere wechselnde partner....sie hat nach unserem vater noch 2 mal geheiratet (ausländer, zwar aus liebe ihrerseits, aber auch, damit die herren in der ch bleiben konnten, resp. in die schweiz kommen konnten).....der eine war hochkriminell, hat sie 2x brutal abgeschlagen, war ein gesuchter verbrecher....ich war uwischen 10 und 11 jahre alt.....das war der letzte schulwechsel, nachdem wir flüchten mussten...

....das sind die dinge, an die ich mich sehr gut erinnern mag, ich weiss, dass da auch gute und schöne momente waren, aber diese dinge prägen....

...um deine frage zu beantworten: für mich bedeutet eine schöne kindheit, wurzeln zu haben (hatte/habe ich nicht), geborgenheit, urvertrauen resp. ein kind soll unbeschwert sein können, sich keine „existenziellen“ sorgen machen müssen, beständigkeit....

...neb all den negativen seiten meiner kindheit kann ich dir versichern, eines habe ich von meiner mutter mitbekommen: resilienz!!! mich haut so schnell nichts um ;-)
diese sicherheit, das leben zu bestehen, egal was kommt, „ich schaffe das“, ist mir ebenfalls ein grosses anliegen, dass unser sohn das für sein leben mitbekommt. nicht auf die gleiche art und weise wie ich es gelernt habe natürlich!!!

so, das war jetzt ziemlich ausführend, sorry :?

Pippo
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Re: Mutterrolle

Beitrag von Pippo » Mi 11. Jul 2018, 22:22

tut mir leid was du erlebt hast, das klingt wahrlich nicht einfach - aber ja du hast recht: die eigenen erfahrungen prägen uns sehr. finde es dennoch wichtig, das mal auszusprechen, was eine "schöne kindheit" denn bedeuten kann, denn die definition ist wohl von person zu person sehr unterschiedlich. Daraus leitet man dann vielleicht auch irgendwie seine eigene rolle als mutter ab.

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Re: Mutterrolle

Beitrag von badeentli84 » Mi 11. Jul 2018, 23:20

@dan:

Das was du für wichtig haltest, predige ich seit Jahren hier im Forum, danke fuer dein Bericht. Ja Wurzel, Beständigkeit und Sicherheit sowie Urvertrauen sind enorm wichtig für die Entwicklung. Jedoch nicht ein Muss. Es gibt Kinder die die ganze Welt schon gesehen hat, auch sehr bereichernd. Oder mal Umzug, wenns gar nicht mehr geht. Es kommt natuerlich immer auf das Gesamte drauf an.

Was mich etwas stört ist der Ausdruck Ausländer... Es gibt nicht wenig Schweizer, die tätlich werden gegen Frauen. Nur Schweizer werden weniger von der Polizei verfolgt als Ausländer wenns um häusliche Gewalt geht, die Dunkelziffer ist hoch. (Problematik besteht eher darin, dass Schweizer so was eher verdrehen und Ausländer eher zugeben ) Von daher bin ich eher der Meinung nichts zu überstürzen mit zusammen sein und zusammenziehen wenn man Kinder hat statt Schuld auf die Nationalität zu schieben.
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Re: Mutterrolle

Beitrag von SoNnEnkÄfEr » Mi 11. Jul 2018, 23:31

badeentli84 hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 23:20
@dan:

Das was du für wichtig haltest, predige ich seit Jahren hier im Forum, danke fuer dein Bericht. Ja Wurzel, Beständigkeit und Sicherheit sowie Urvertrauen sind enorm wichtig für die Entwicklung. Jedoch nicht ein Muss. Es gibt Kinder die die ganze Welt schon gesehen hat, auch sehr bereichernd. Oder mal Umzug, wenns gar nicht mehr geht. Es kommt natuerlich immer auf das Gesamte drauf an.

Was mich etwas stört ist der Ausdruck Ausländer... Es gibt nicht wenig Schweizer, die tätlich werden gegen Frauen. Nur Schweizer werden weniger von der Polizei verfolgt als Ausländer wenns um häusliche Gewalt geht, die Dunkelziffer ist hoch. Von daher bin ich eher der Meinung nichts zu überstürzen mit zusammen sein und zusammenziehen wenn man Kinder hat statt Schuld auf die Nationalität zu schieben.
Könntest du an dieser Stelle noch die Quelle deiner Recherche nennen betr. Häuslicher Gewalt/Verfolgung durch Polizei ?
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Re: Mutterrolle

Beitrag von badeentli84 » Mi 11. Jul 2018, 23:37

@Sonnenkäfer:

Für so was braucht nur den gesunden Memschenverstand. Dunkelziffer kann man nun mal nicht beweisen, das sollst du wissen...CHler kennen sich in der Regel besser mit CH Gesetz aus, und wissen, wenn sie lügen kommen sie besser weg, sofern kein Zeuge vorhanden. Ein Ausländer dagegen, der angeheiratet ist, befasst sich weniger mit solchen Details und sagen noch stolz, ich hab sie nur leicht geschlagen, weil blablabla. Es ist so.und ich rede nur von Tendenzen.
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Re: Mutterrolle

Beitrag von dan79 » Do 12. Jul 2018, 06:12

badeentli84 hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 23:20
@dan:

Das was du für wichtig haltest, predige ich seit Jahren hier im Forum, danke fuer dein Bericht. Ja Wurzel, Beständigkeit und Sicherheit sowie Urvertrauen sind enorm wichtig für die Entwicklung. Jedoch nicht ein Muss. Es gibt Kinder die die ganze Welt schon gesehen hat, auch sehr bereichernd. Oder mal Umzug, wenns gar nicht mehr geht. Es kommt natuerlich immer auf das Gesamte drauf an.

Was mich etwas stört ist der Ausdruck Ausländer... Es gibt nicht wenig Schweizer, die tätlich werden gegen Frauen. Nur Schweizer werden weniger von der Polizei verfolgt als Ausländer wenns um häusliche Gewalt geht, die Dunkelziffer ist hoch. (Problematik besteht eher darin, dass Schweizer so was eher verdrehen und Ausländer eher zugeben ) Von daher bin ich eher der Meinung nichts zu überstürzen mit zusammen sein und zusammenziehen wenn man Kinder hat statt Schuld auf die Nationalität zu schieben.
Jep, tut mir leid, wenn das falsch rübergekommen ist. Dieser Mensch wurde nicht polizeilich gesucht wegen häuslicher Gewalt, sondern wegen mehrfachem Einbruch und mind. 1 brutaler Mord. Er hat leider sein wahres Gesicht erst gezeigt nach der Heirat.
Aber ich weiss gsnz genau, dass es genauso viel schlechte CH-Männer gibt. Wollte, glaub ich, nur aufzeigen, wie meine Mutter funktionierte und was sie uns Kinder zumutete mit ihrer Naivität. Sie hätte ja nicht geheiratet, wenn es CHer gewesen wären. Ich entschuldige mich, wenn es despektierlich gegenüber Menschen fremder Herkunft rüberkam. Entspricht nicht meinem Wesen.

Apropo Reisen/Welt gesehen: da gebe ich dir recht. Es kommt meiner Meinung nach auf die Umstände an. Wenn man ständig umzieht, weil man einfach nicht sesshaft sein kann, weil immer wieder der Job verloren geht, weil verschiedene Männer da sind usw, ist das für ein Kind nicht bereichernd. Daneben finde ich auch das Alter des Kindes ausschlaggebend. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es für ein Kleinkind bis sicher 10 Jahre gut sein kann, immer woanders zu sein. Klar, wenn das Kind nichts anderes kennt, kennt es nichts anderes. Aber ich habe als Kind die andere Kinder benieden, die in ihrem Geburtsort zur Schule gehen, in einem Häusschen wohnten und die halbe Verwandschaft im Dorf hatten. ABER evtl. ist das auch Charaktersache..... ich bin zum Beispiel auch kein Reisefüdli. Da kann man sich auch überlegen warum?? Bin ich es vokn Natur aus nicht? Hatte ich keine Gelegenheit zu reisen, weil ich mit 17 Jahren während der Lehre auszog und somit auch kein Gwld sparen konnte zum Reisen? Oder weil mir die Basis zu Hause gefehlt hat, um wegzugehen und wieder in den sicheren Hafen zurückzukehren? Alles Sachen, was mich in der Mutterrolle prägt. Ich möchte, dass mein Kind, wenn es denn will, die Möglichkeit haben soll, die Welt zu bereisen, denn das, da bin ich überzeugt, bereichert ganz sicher das eigene Leben.

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Re: Mutterrolle

Beitrag von Pippo » Do 12. Jul 2018, 13:55

Naja, ich denke nicht dass herumreisen oder Umzüge für ein Kind per se schlecht sind, es kommt einfach auf die Umstände an. Wer immer wieder aufgrund äusserer umstände umziehen muss, dies aufgrund von gescheiterter beziehungen der eltern, finanzieller Probleme etc. wird dies sicherlich ganz anders erleben wie jemand, der MIT der ganzen familie öfter mal umzieht, welche die Wahl hat und sich und die kinder auch dementsprechend gut vorbereitet. Weisst du was ich meine? Ich glaube nicht, dass ein umzug per se schlecht ist für ein Kind, sondern das drumherum Wie und warum es passiert und wie dem kind dabei geholfen wird damit umzugehen.....
Und genau dieses Detail führt doch oft dazu, dass man sich missversteht.
Ein Bsp: Ich verstehe zu 100% dass du aufgrund deiner Erfahrungen in der Kindheit, deinem Kind jegliche Art von Umzug, langes reisen etc. nicht zumuten willst und verstehe daher den untenstehenden satz auch richtig.
dan79 hat geschrieben:
Do 12. Jul 2018, 06:12
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es für ein Kleinkind bis sicher 10 Jahre gut sein kann, immer woanders zu sein.
Hättest du vorher nicht von dir und deiner erfahrung erzählt, würde ich dir auf den satz oben antworten "wie kommst du denn bitte darauf? Nicht alle kinder haben mühe mit ortswechsel!!", würde dies vielleicht mit einem kopfschütteln quittieren und wir hätten in kürzester zeit eine diskussion darüber im gange, ob eine gute Mutter dem kind nun wurzeln gibt, indem sie örtlich gebunden bleibt.

Schlichtweg, weil sowohl mein mann und ich extrem viel und oft und mehrmals über mehrere monate gereist sind und auch mit den kindern lieber herumreisen als Hotelferien zu machen ;-) Die Kinder finden es toll, wir auch und alle sind happy. Wir sind auch umgezogen, wir fahren oft weg, gerne auch spontan, sie schlafen auch überall, egal bei wem wir gerade sind... sie sinds auch einfach von klein auf gewohnt und haben sich immer überall gut eingewöhnt, da ihr zu hause (wir) ja dabei ist. Meine tochter hat mit 5 Jahren mal gesagt "mama, ich finde reisen viel cooler als ferien" - damals sind wir mit dem Auto in südfrankreich rumgegurkt und haben jeweils spontan irgendwo ein zimmer gebucht und dort übernachtet.
Es haben wohl alle recht, einfach aufgrund der eigenen erfahreungen.... ist nur oftmals für andere nicht klar, wenn man nur so kurz etwas zu einem thema schreibt.

(PS: ich hab deine ausssage nur als bsp. genommen, will nicht sagen dass du unrecht hast oder so ;-))

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Re: Mutterrolle

Beitrag von Eliana » Mo 16. Jul 2018, 09:19

Danke Dan für deinen Erfahrungsbericht. interessant, wie einem die kindheit prägt.
Ich selbst wurde in einem deutschweizerischen Dorf gross. Traditionelles Familienmodell etc. Dies hat mich zimlich traumatisiert, zum Beispiel war sozialer Druck ("man sollte so und so sein" etc) enorm. Deshalb bin ich dann fürs Studium weg und kam seither nicht mehr zurück. war auch viel im Ausland und mache jetzt eine internationale karriere, wo ich auch unter versetzungspflicht stehe. zum teil beneide ich fast meine arbeitskollegen, die schon als kind in verschiedenen ländern wohnten (wegen job der eltern).

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Re: Mutterrolle

Beitrag von dan79 » Mo 16. Jul 2018, 10:00

Pippo hat geschrieben:
Do 12. Jul 2018, 13:55
dan79 hat geschrieben:
Do 12. Jul 2018, 06:12
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es für ein Kleinkind bis sicher 10 Jahre gut sein kann, immer woanders zu sein.
Hättest du vorher nicht von dir und deiner erfahrung erzählt, würde ich dir auf den satz oben antworten "wie kommst du denn bitte darauf? Nicht alle kinder haben mühe mit ortswechsel!!", würde dies vielleicht mit einem kopfschütteln quittieren und wir hätten in kürzester zeit eine diskussion darüber im gange, ob eine gute Mutter dem kind nun wurzeln gibt, indem sie örtlich gebunden bleibt.
Wie siehst du es denn, wenn die Kinder ständig die Schule wechseln müssen? Freunde verlassen müssen?

Pippo hat geschrieben:
Do 12. Jul 2018, 13:55
da ihr zu hause (wir) ja dabei ist.
Das finde ich eine sehr gute und schöne Aussage und ich denke, dass ist das wichtigste überhaupt!!!!

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Re: Mutterrolle

Beitrag von badeentli84 » Mo 16. Jul 2018, 14:19

Die Debatte um das Thema Wurzel und Wandel herrscht schon seit Jahren, international. Mittlerweile glaube ich, wenn die Eltern starke Wurzeln haben (egal ob einheimisch, doppelbürger was auch immer) Wenn man selbst stark, stillsicher und zufrieden ist, ist schon vieles gewonnen.

Dan, Eliana, euere Berichte sind sehr wertvoll, sie zeigen zwei Extreme auf. Ich bin der Meinung, Übertreibung kommt selten gut. Wichtig ist doch, dass wir rücksichtvoll mit dem Kindswohl umgehen, empahthisch zu sein, und unsere individuelle Werte an unsere Kinder weitergeben.
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Re: Mutterrolle

Beitrag von Pippo » Mo 16. Jul 2018, 16:21

dan79 hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 10:00
Wie siehst du es denn, wenn die Kinder ständig die Schule wechseln müssen? Freunde verlassen müssen?
Ich denke, dass Kinder sehr anpassungsfähig sind, es kommt einfach darauf an, unter welchen Umständen und WIE so etwas passiert. Zudem gibts immer zwei seiten: sie verlassen nicht nur ihre freunde, sie finden auch neue, sie lernen flexibilität und diversität und haben so durchaus auch vorteile gegenüber einem Kind, welches nicht aus dem Appenzellerland hinaus kommt. ;-)
ch glaube einfach nicht, dass es ein einziges richtig oder falsch für alle kinder dieser welt gibt und bin auch der meinung, dass es für alle familienmitglieder passen muss, nicht nur für die kinder. Dieses "wenn man kinder hat muss man alles andere aufgeben" ist so gar nicht meins.... wenn jemand wie Eliana einer internationalen Karriere nachgeht, darf/soll sie dann keine kinder bekommen? Wohl kaum... ;-)

Ich habe im ausland studiert und arbeite im internationalen Umfeld, viele meiner freunde sind expats und auch ich selber habe in mehreren Ländern gearbeitet. Ich kenne einige Familien, die mehrmals umgezogen sind und zwar nicht innerhalb von CH, sondern weltweit. Die Kinder wurden immer gut auf ein neues Land vorbereitet und haben sich immer gut eingewöhnt... aber die kennen es auch nicht anders. Zudem sind sie es gewohnt, durch die weltgeschichte zu fliegen (Familie und freunde besuchen, am Heimatort der Eltern aber auch an früheren Wohnorten) und mobil zu sein. Für die einen Stress, für die anderen der normale Alltag.
Die Eltern haben die Entscheidung umzuziehen auch nicht getroffen ohne die Bedürfnisse der Kinder mitein zu beziehen und als netter Nebeneffekt sprechen die kinder jeweils 2-3 sprachen und sind sehr offen und neugierig gegenüber Neuem.

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