Austausch mit Teenager-Eltern

Die Zeit des Erwachsenwerdens

Moderator: Züri Mami

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Pastina
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Pastina » Di 12. Mär 2019, 15:01

Hallo Miss_Mommy
Dein Sohn ist 14. Ist er im letzten Schuljahr? Bei meinem Sohn ist es im letzten Schuljahr völlig eskaliert bzw fing schon wenig vorher an. Die Pubertät ist nicht einfach, aber die Schule hat da null und nichts "Rücksicht" genommen. Stur und kleinlich auf den dümmsten Regeln beharrt... die Schule liess das Fass echt zum überlaufen. Ja klar, alle müssen hier 9 obligatorische Schuljahre absolvieren, aber es wäre auch für die Lehrpersonen chli einfacher gewesen, hätten sie es chli mit Humor genommen und nicht stur auf ihrem Schulstoff bestanden, den e niemanden mehr interessiert hat. Mein Sohn war im letzten Schuljahr dermassen frech und schlecht in der Schule, dass sie mir mit der KESB gedroht haben, obwohl es zuhause noch so einigermassen ging. Mmmm irgendwie weiss ich dir leider keinen Rat, da müsst ihr wohl einfach durch. Was mir oft ein wenig geholfen hat: Ruhe bewahren und nichts persönlich nehmen! Nun ist mein Sohn seit einem halben Jahr in der Lehre und wie ausgewechselt. Er hat ab und zu schon noch so Teenie Allüren, ist aber sonst sehr ausgeglichen, zufrieden und anständig. Also von dem her besteht wirklich Hoffnung ;-) alles Gute

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Nuuneli
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Nuuneli » Di 12. Mär 2019, 15:28

@moreen: ich verstehe nicht ganz, was du mit "wie es den Eltern geht mit Teenies" genau verstehst. Du schreibst hauptsächlich vom Sohn, auch nicht von Dir.

Mir ist verschissen gegangen - ich war eine zeitlang echt am Anschlag und wir haben beschlossen, dass wir ihn 9 Wochen nach England in die Schule schicken. Es tat gut, Abstand voneinander zu haben. Ich habe auch gemerkt, dass ich sehr viel in Sachen hineininterpretiert habe - ich konnte nicht mehr objektiv denken und handeln und habe alles persönlich genommen. Seither geht es besser, wenn ich auch ab und zu wieder ins alte Muster zurückfalle.
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Moreen » Di 12. Mär 2019, 17:58

Nuuneli hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 15:28
@moreen: ich verstehe nicht ganz, was du mit "wie es den Eltern geht mit Teenies" genau verstehst. Du schreibst hauptsächlich vom Sohn, auch nicht von Dir.
Du meinst wohl Miss_Mommy, nicht mich :wink:
Kinder, die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können.

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Nuuneli » Di 12. Mär 2019, 19:29

Moreen hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 17:58
Nuuneli hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 15:28
@moreen: ich verstehe nicht ganz, was du mit "wie es den Eltern geht mit Teenies" genau verstehst. Du schreibst hauptsächlich vom Sohn, auch nicht von Dir.
Du meinst wohl Miss_Mommy, nicht mich :wink:
Upps, jo - sorry!!!
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 13. Mär 2019, 08:34

@Nuuneli
Ich habe ja auch nur einen Teeny-Sohn :-)
Ich empfinde es als sehr anstrengend. Immer wieder auf taube Ohren zu stossen und festzustellen, dass Abmachungen nicht eingehalten werden, ist frustrierend. Ich habe sehr viel Geduld, aber ich bin es auch leid ständig für ihn den Kopf hinhalten zu müssen. Nichtsdestotrotz geht es mir nicht schlecht. Ich habe gelernt mich zu distanzieren und zu akzeptieren, dass er nun mal diesen Weg gehen will. Ich mach mir einfach Sorgen betr. seiner Zukunft. Fährt er so weiter, wird er es sehr sehr schwer haben.

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 13. Mär 2019, 08:35

@Moreen
Ja ich habe schon einiges probiert, auch in Zusammenarbeit mit der Schule. Diverse Massnahmen, Time Outs etc. eine Fremdplatzierung wird nun Thema.

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Mordillo
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Mordillo » Mi 13. Mär 2019, 09:56

Nuuneli hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 15:28
@moreen: ich verstehe nicht ganz, was du mit "wie es den Eltern geht mit Teenies" genau verstehst. Du schreibst hauptsächlich vom Sohn, auch nicht von Dir.

Mir ist verschissen gegangen - ich war eine zeitlang echt am Anschlag und wir haben beschlossen, dass wir ihn 9 Wochen nach England in die Schule schicken. Es tat gut, Abstand voneinander zu haben. Ich habe auch gemerkt, dass ich sehr viel in Sachen hineininterpretiert habe - ich konnte nicht mehr objektiv denken und handeln und habe alles persönlich genommen. Seither geht es besser, wenn ich auch ab und zu wieder ins alte Muster zurückfalle.
Wo habt ihr ihn in die Schule geschickt??
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Nuuneli » Mi 13. Mär 2019, 13:01

Einfach mit einem Schweizer Ausland-Schulaufenthalt-Anbieter. Das war dann halt keine öff. Schule, die nehmen glaub erst ab 6 Monaten Austauschschüler auf.

@ swissmommy: ich steh vielleicht auf dem Schlauch, aber was willst du mit diesem Thread genau bewirken? Geht's jetzt um Dein/unser Befinden oder wie schwierig dein Sohn ist?
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 13. Mär 2019, 13:22

@Nuuneli
Wie schon geschrieben, suche ich Austausch mit Eltern, die einen schwierigen Teeny haben. Das macht nur Sinn, wenn ich auch von uns erzähle.

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von gast » Do 14. Mär 2019, 09:01

Miss Mommy, ich verstehe dich vollkommen, dass du dich gerne austauschen möchtest und auch wissen möchtest, wie das bei anderen läuft mit ihren Teenies. Da hat doch alles Platz, was man gerne mitteilen möchte. Und ich kann auch absolut nachvollziehen, wie anstrengend das Ganze ist für dich. Ich wünsche dir, dass sich die Situation bald beruhigt und es etwas einfacher wird.

Meine werden jetzt dann 12, sind also noch nicht so richtig im Teeniealter, aber Kind 1 ist doch amigs recht frech. Alles 100x sagen, das war schon immer so bei uns. Sie kommen im Sommer in die Oberstufe, mir graut davor (das vergessen, dies vergessen....).
Liebi Grüessli

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2 Frechdachse im Schulalter

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von sonja32 » Fr 15. Mär 2019, 08:12

Miss_Mommy hat geschrieben:
Di 12. Mär 2019, 08:42
Darf ich mit euch tauschen? Neben euren Teenys ist mein Sohn ein echter Terrorist...
also ich kann dich gut verstehen. ich bin selten auf swissmom, ausser in spezial foren und habe dich erst jetzt entdeckt. und ich möchte dazu sagen: es hat rein gar nichts mit dir und deiner erziehung zu tun, wenn dein Sohn ne krasse zeit durchmacht. ev. läuft es in der schule nicht so gut und er lädt dann all seine agression an dir ab.
wenn einige hier wüssten, was meine tochter so alles zu mir gesagt hat...in ihren schwierigen zeiten, dann würden sie ganz weiss im gesicht werden. und natürlich wäre ich daran schuld...blablabla. mein sohn ist aber ganz anders. tja.
ihre schwierigste zeit war auch so mit 14. jetzt wird sie bald 16 und macht ihren weg.
ich weiss nicht was ich dir raten kann, soll? am besten nimmst du es nicht persönlich, grenz dich ab. wenn gar nichts mehr geht suche dir hilfe von aussen. auch wenns schwer fällt.
alles gute euch!!
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sonja32
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von sonja32 » Fr 15. Mär 2019, 08:20

so jetzt habe ich alles gelesen, ihr bekommt ja unterstützung. das ist schonmal gut. schulverweigerung ist ziemlich heftig und ich denke für eltern und kind eine riesen herausforderung. lustigerweise kenne ich ein paar jungs denen es so ging...aber kein einziges Mädel. meine tochter hasste zwar die schule, aber sie ging immerhin dort hin. ev. ist das schulsystem einfach nicht für *wildere jungs* geschaffen...
ev. beruhigt sich die situation wieder wenn er nicht mehr zur schule muss? lehre, Praktikum, etc.?
in welchem schuljahr ist dein Sohn? welche stufe? was meinen die lehrer dazu? oder die Beratungen?
Sonja mit iceprincess (14) und kleinronaldo (10)

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Miss_Mommy » Fr 15. Mär 2019, 09:38

@Gast
Danke für deinen Zuspruch. Oh ja die Vergesslichkeit nimmt rapide zu....

@Sonja32
Da hast du absolut recht. Ich weiss, dass er unter dem Druck der Schule leidet. Das ganze Schulsystem ist gänzlich nicht geeignet für ihn. Seine Strategie ist es nun mal sich zu verweigern. Es ist nicht so, dass er es nicht könnte. Im Gegenteil besitzt er die Fähigkeit durch reines Zuhören viel an Information zu speichern. Er will einfach nicht und stört den Unterricht.
Ich möchte hier noch sagen, er geht immer pünktlich zur Schule. Es war noch nie Thema, dass er nicht hin möchte. Nur, verbringt er dann dort viel Zeit vor der Türe....

Er hat noch 2.5 Jahre vor sich. Nach den Sommerferien geht es langsam Richtung Lehrstellensuche. Was das Arbeiten betrifft, ist er top. Nur, mit dieser ungenügenden Sozialkompetenz wird er es schwer haben überhaupt einen Lehrbetrieb zu finden. Die Noten sind erstmal zweitrangig.

Ich komme eigentlich mit allem recht gut klar. Das ist ja ein Prozess, der sich bereits über zwei Jahre hinweg zieht und ich hatte Zeit mich selber zu reflektieren und zu akzeptieren, dass er eine eigenständige Persönlichkeit ist und er seine Erfahrungen selber machen muss. Dennoch gibt es Momente, die sind sehr verletzend und frustrierend. Mein Sohn besitzt so viel Potenzial. Ihm würde die Welt offen stehen, wenn er nur wollte. Zu sehen wie er jegliche Hilfe ablehnt, jeden Versuch ihn zu Unterstützen topediert, respektlos und gemein ist, ja dann, ja dann ist es manchmal auch für mich sehr sehr schwer.

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stella
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von stella » Fr 15. Mär 2019, 15:10

Miss_Mommy hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 09:38
@Gast
Danke für deinen Zuspruch. Oh ja die Vergesslichkeit nimmt rapide zu....

@Sonja32
Da hast du absolut recht. Ich weiss, dass er unter dem Druck der Schule leidet. Das ganze Schulsystem ist gänzlich nicht geeignet für ihn. Seine Strategie ist es nun mal sich zu verweigern. Es ist nicht so, dass er es nicht könnte. Im Gegenteil besitzt er die Fähigkeit durch reines Zuhören viel an Information zu speichern. Er will einfach nicht und stört den Unterricht.
Ich möchte hier noch sagen, er geht immer pünktlich zur Schule. Es war noch nie Thema, dass er nicht hin möchte. Nur, verbringt er dann dort viel Zeit vor der Türe....

Er hat noch 2.5 Jahre vor sich. Nach den Sommerferien geht es langsam Richtung Lehrstellensuche. Was das Arbeiten betrifft, ist er top. Nur, mit dieser ungenügenden Sozialkompetenz wird er es schwer haben überhaupt einen Lehrbetrieb zu finden. Die Noten sind erstmal zweitrangig.
Ich bin Reallehrerin und habe in meinen 25 Jahren Tätigkeit schon eine ganze Chratte Schüler, selten Schülerinnen, erlebt, die als Teenies grosse Mühe hatten und darum schlechte Beurteilungen. Praktisch alle haben ihren Weg gemacht. Es gibt sie auch noch heute, die Lehrmeister, sie selber so drauf waren und sich gut einfühlen können. Und wenn dann einer sich gut anstellt beim Schnuppern und das Potential vorhanden ist, dann bekommen diese Jungs ganz oft eine Chance. Und gerade, wenn solche Jungs wissen, was sie lernen wollen, ist die Motivation und wie sie sich dann in einer Schnupperlehre geben, ganz was anderes als in der Schule!


Ich komme eigentlich mit allem recht gut klar. Das ist ja ein Prozess, der sich bereits über zwei Jahre hinweg zieht und ich hatte Zeit mich selber zu reflektieren und zu akzeptieren, dass er eine eigenständige Persönlichkeit ist und er seine Erfahrungen selber machen muss. Dennoch gibt es Momente, die sind sehr verletzend und frustrierend. Mein Sohn besitzt so viel Potenzial. Ihm würde die Welt offen stehen, wenn er nur wollte.
Vertrau auf dieses Potential. Glaube daran. Vermittle ihm, dass es für ihn zurzeit schwierig ist, aber dass er bestimmt einen guten Ausbildungsplatz finden wird und dass er auch noch später eine höhere Schulbildung anstreben kann.
Ich habe von meinen abgehenden Schüler*Innen, wohlgemerkt, alles aus der Real und zum Teil aus der KBF reintegriert, einen Malermeister mit eigenem Geschäft (läck, was der alles geboten hat damals...), einen Lastwagenmech, der sehr glücklich ist, eine Reallehrerin, einen Kaminfeger, einen Polizisten,... Es gibt mühsame Phasen im Leben... Da sind wir als Eltern gefragt (ich darf das schreiben, da ich Mutter von zwei Teenies bin, eines davon mit ADS und einer mega Krise aktuell)! Ein Kind mit Schwierigkeiten einigermassen gut durch die Pubertät zu bringen, ist ein Kraftakt sondergleichen. Aber es lohnt sich, liebevoll und hartnäckig einzufordern, was man von den Teenies möchte, sich nicht beirren lassen über Schlämperlige und gleichzeitig die Zuversicht aufrecht zu halten, dass das Kind schon den Rank finden wird. Also die Quadratur des Kreises!

Du hast dir Hilfe geholt. Super! Es ist und bleibt ein Abenteuer, die Pubertät, mit unbekanntem Ausgang!


Zu sehen wie er jegliche Hilfe ablehnt, jeden Versuch ihn zu Unterstützen topediert, respektlos und gemein ist, ja dann, ja dann ist es manchmal auch für mich sehr sehr schwer.
Pfunzle 06/04 und Gumsle 10/07

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Mondschrein » Sa 16. Mär 2019, 20:03

stella hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 15:10
Miss_Mommy hat geschrieben:
Fr 15. Mär 2019, 09:38


Er hat noch 2.5 Jahre vor sich. Nach den Sommerferien geht es langsam Richtung Lehrstellensuche. Was das Arbeiten betrifft, ist er top. Nur, mit dieser ungenügenden Sozialkompetenz wird er es schwer haben überhaupt einen Lehrbetrieb zu finden. Die Noten sind erstmal zweitrangig.
Ich bin Reallehrerin und habe in meinen 25 Jahren Tätigkeit schon eine ganze Chratte Schüler, selten Schülerinnen, erlebt, die als Teenies grosse Mühe hatten und darum schlechte Beurteilungen. Praktisch alle haben ihren Weg gemacht. Es gibt sie auch noch heute, die Lehrmeister, sie selber so drauf waren und sich gut einfühlen können. Und wenn dann einer sich gut anstellt beim Schnuppern und das Potential vorhanden ist, dann bekommen diese Jungs ganz oft eine Chance. Und gerade, wenn solche Jungs wissen, was sie lernen wollen, ist die Motivation und wie sie sich dann in einer Schnupperlehre geben, ganz was anderes als in der Schule!


Ich komme eigentlich mit allem recht gut klar. Das ist ja ein Prozess, der sich bereits über zwei Jahre hinweg zieht und ich hatte Zeit mich selber zu reflektieren und zu akzeptieren, dass er eine eigenständige Persönlichkeit ist und er seine Erfahrungen selber machen muss. Dennoch gibt es Momente, die sind sehr verletzend und frustrierend. Mein Sohn besitzt so viel Potenzial. Ihm würde die Welt offen stehen, wenn er nur wollte.
Vertrau auf dieses Potential. Glaube daran. Vermittle ihm, dass es für ihn zurzeit schwierig ist, aber dass er bestimmt einen guten Ausbildungsplatz finden wird und dass er auch noch später eine höhere Schulbildung anstreben kann.
Ich habe von meinen abgehenden Schüler*Innen, wohlgemerkt, alles aus der Real und zum Teil aus der KBF reintegriert, einen Malermeister mit eigenem Geschäft (läck, was der alles geboten hat damals...), einen Lastwagenmech, der sehr glücklich ist, eine Reallehrerin, einen Kaminfeger, einen Polizisten,... Es gibt mühsame Phasen im Leben... Da sind wir als Eltern gefragt (ich darf das schreiben, da ich Mutter von zwei Teenies bin, eines davon mit ADS und einer mega Krise aktuell)! Ein Kind mit Schwierigkeiten einigermassen gut durch die Pubertät zu bringen, ist ein Kraftakt sondergleichen. Aber es lohnt sich, liebevoll und hartnäckig einzufordern, was man von den Teenies möchte, sich nicht beirren lassen über Schlämperlige und gleichzeitig die Zuversicht aufrecht zu halten, dass das Kind schon den Rank finden wird. Also die Quadratur des Kreises!




@stella
Ich finde deinen Kommentar ausgezeichnet. Ich kenne aus viele Jugendliche, welche ihren Weg auch mit schlechten Schulnoten gemacht haben. Mein Mann und ich haben beide uns um die 30 umgeschult und sind in unserem neuen Job sehr glücklich. Ich denke auch, dass wir unsere Kinder in der schwierigen Zeit der Pubertät begleiten müssen und ihr Selbstvertrauen so stärken, damit sie ihren Weg gehen können und der Zukunft positiv entgegen schauen. Das zur Theorie. Aber mein Ältester ist kein Schultyp. Er ist sehr interessiert und auch intelligent, doch in der Schule kommt er auf keinen grünen Ast. Er ist bezüglich Schule ein Phlegma und schlittert so in der Schule einfach durch. Ich sehe durch aus seine Kompetenzen, den diese hat er ganz bestimmt. Aber auf die Lehre hin (ist in der 3. Real) bekomme ich doch des öfteren das Muffensausen. Dazu hatte er ein schwierige Schulkarriere mit vielen Verletzungen, welche halt immer wieder hochkommen und zusätzlich hatten wir die letzen 2,5 Jahre eine familiär ganz schwierige Zeit (Krankheit). Und dazu jetzt noch die Lehrstellen suche. Er hat in diesen letzten Jahren eine grosse Entwicklung gemacht.... er ist einfach toll :oops: Aber die Angst vor der Zukunft bleibt...

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass die Schüler in der 2 Oberstufe also mit im Schnitt 14 am schwierigstens sind. In der 3 (also mit ca. 15) haben sie einen extremen Reifeprozess durchgemacht und sie gehen ganz anders mit anderen und sich selber um.

Viel Kraft an euch alle :wink:
2003,2004 und 2007

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von stella » So 17. Mär 2019, 12:44

Mondschrein
Ich unterrichte ja seit 25 Jahren Oberstufe. Und das kann ich also bestätigen. In der 8. Klasse sind die meisten Jungs sehr speziell drauf. Und auch wenn ihr nun drin steckt und es kaum glauben könnt: Es wird im Verlauf der 9. Klasse bei den meisten Jungs besser. (Die Modis sind in der 7. Klasse oft speziell drauf, die sind etwas früher...)

Wenn ich nun meine 9. Klässler anschaue: Bei fast jedem ist eine Art Vernunft zurück gekehrt.
Pfunzle 06/04 und Gumsle 10/07

8. Klasse und 5. Klasse

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Nette » So 17. Mär 2019, 12:58

@ Stella, du hast dies schön geschrieben...
Stolzes Mami vo zwei liebe Luusbuebe ;-)

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Mordillo » So 17. Mär 2019, 15:17

stella hat geschrieben:
So 17. Mär 2019, 12:44
Wenn ich nun meine 9. Klässler anschaue: Bei fast jedem ist eine Art Vernunft zurück gekehrt.
Das macht mir Hoffnung. Und doch macht unser Sohn glaub jetzt mit 14,5 Jahren seine ganze Zukunft zur Sau :-(
8. Klässler 8.04
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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Nette » So 17. Mär 2019, 17:34

Ich war in meiner Teenagerzeit im Heim. Nicht weil ich Probleme machte, aber aus anderen Gründen.
Wir hatten dort auch Jugendliche, die Sachen machten ...
aus den allermeisten sind tolle und anständige Menschen geworden, die seit Jahren mit beiden Beinen im Leben stehen und arbeiten und eine Familie haben....
Stolzes Mami vo zwei liebe Luusbuebe ;-)

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Re: Austausch mit Teenager-Eltern

Beitrag von Miss_Mommy » Mo 18. Mär 2019, 08:57

Das stimmt absolut. In der Schweiz ist es immer möglich anhand von Weiterbildungen etc. seinen Weg zu gehen und den Traumberuf auszuüben. Manchmal braucht man halt etwas länger, bis man weiss was man möchte.
Nur, die Noten sind das Eine. Aber was mach ich mit schwacher Sozialkompetenz? Mir macht das weitaus grössere Sorgen. In der Kombination mit schlechten Noten ist das ein Over-kill.

@Mordillo
Ich kann dir nachfühlen. Aber ich sage mir immer wieder, dass sobald es Klick macht, es neue Chancen gibt.

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