Verhandeln bis zum Umfallen

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Moderator: conny85

Nina
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Nina »

Genau mariposa da hast du vollkommen recht du triffst es auf den Punkt. Darum wollen und brauchen die Kinder eine Führung. Ich kenne zur genüge Eltern die diskutieren stundenlang, lassen den Kleinen alle Freiheiten, irgendwann werden die Kleinen gross, die Eltern sind ihnen teilweise nicht mehr gewachen und resignieren. Dann kann es tatsächlich zu Vernachlässigung kommen. Es braucht keine militärische Erziehung, um Gottes Willen aber Liebe, Führung und Konsequenz. Ein dreijähriges ist zu klein um abzuschätzen wie viel Schlaf es braucht damit es für das Kind und für uns auch am nächsten Tag angenehm bleibt. Ich weiss aber wann es Zeit fürs Bett ist, darum entscheide ich :wink:. Und so zieht sich das mit dem älter werden der Kinder immer weiter es gibt in jedem Alter Situationen, die Kinder/Jugendliche noch nicht abschätzen können oder wollen, weil gewisse Sachen einfach cool sind oder die Konsequenzen sind ihnen egal. Darum braucht es uns Eltern als Führung. Erachte ich etwas als ungefährlich oder unproblematisch, bin ich gerne sehr grosszügig, schätze es aber auch, dass meine Kinder sehr vernünftig sind. Es ist immer ein Geben und Nehmen, finde es aber wichtig, dass die Eltern einfach gewisse Grenzen setzten.

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Lotus
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Lotus »

Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 09:57 Genau mariposa da hast du vollkommen recht du triffst es auf den Punkt. Darum wollen und brauchen die Kinder eine Führung. Ich kenne zur genüge Eltern die diskutieren stundenlang, lassen den Kleinen alle Freiheiten, irgendwann werden die Kleinen gross, die Eltern sind ihnen teilweise nicht mehr gewachen und resignieren. Dann kann es tatsächlich zu Vernachlässigung kommen. Es braucht keine militärische Erziehung, um Gottes Willen aber Liebe, Führung und Konsequenz. Ein dreijähriges ist zu klein um abzuschätzen wie viel Schlaf es braucht damit es für das Kind und für uns auch am nächsten Tag angenehm bleibt. Ich weiss aber wann es Zeit fürs Bett ist, darum entscheide ich :wink:. Und so zieht sich das mit dem älter werden der Kinder immer weiter es gibt in jedem Alter Situationen, die Kinder/Jugendliche noch nicht abschätzen können oder wollen, weil gewisse Sachen einfach cool sind oder die Konsequenzen sind ihnen egal. Darum braucht es uns Eltern als Führung. Erachte ich etwas als ungefährlich oder unproblematisch, bin ich gerne sehr grosszügig, schätze es aber auch, dass meine Kinder sehr vernünftig sind. Es ist immer ein Geben und Nehmen, finde es aber wichtig, dass die Eltern einfach gewisse Grenzen setzten.
Also wie schon erwähnt, jede(r) so wie er will, solange es im Guten für das Kind ist,...

Aber meine Kinder wussten schon immer besser, wann SIE müde sind ;) habe 3 Kids, alle grundverschieden, aber das wissen sie alle 3 besser als ich.
Ist ein wenig wie beim Essen: ich setze den Rahmen, sie wählen frei (davon) aus. Der Rahmen kann aber auch von ihnen hinterfragt werden und ich passe ihn an. Trotzdem essen wir in 15 von 20 Fällen alle zusammen dasselbe und die anderen 5x alle zusammen wie s passt.
Bettgehrahmen setze ich so, dass ich die Situation beobachte, die Medienzeit schon am Nami verbraucht wurde, jeder auf mein Bitten sowieso schon die abendliche Ruhe respektiert...etc... das sind ganz viele Dinge, die zusammenspielen, aber sicherlich weiss ich nicht besser, wann mein Kind müde ist :) Optimalerweise lernt es dies (wieder) selbst zu spühren - meine habens nie verlernt!
"Erziehung ist organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend." Mark Twain

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Papa68
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Papa68 »

mariposa_2 hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 09:26
Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 08:35 Meine Kinder brauchen gewisse Konsequenz. Wenn es mir zu bunt wird und ich ihnen sage „ach mach doch was wotsch oder von mir aus kannst du die ganze Nacht wach sitzen oder eigentlich ist es mir egal ob du die Zähne putzt, sind ja dann nicht meine Löcher :wink: sowas mögen und wollten sie gar nie.
Zwischen "Konsequenz" und dem was du hier beschreibst gibt es noch ganz viele Abstufungen. Das was du beschreibst hört sich für mich nach Vernachlässigung an. Du hast recht, das mögen und wollen Kinder nicht.
Also, da gehst du mir zu weit. Ich habe meinen Kindern im Situationen völliger Erschöpfung auch schon gesagt "mach halt, was du willst". Es geht ja nicht darum, dass die Kinder nie wieder die Zähne putzen. Es geht darum, dass manchmal einfach eine Situation beendet werden muss. Das ist so bestimmt nicht optimal, aber wegen einmal nicht Zähne putzen ist das Gebiss am nächsten Morgen nicht durchlöchert.
Meine Kids haben übrigens immer die Zähne geputzt, wenn ich aufgegeben habe. :D Die wollen manchmal einfach gewinnen.
SCHWEIGEN IST GOLD.
ES SEI DENN, DU HAST KINDER. DANN IST SCHWEIGEN VERDÄCHTIG!

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Lotus
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Lotus »

Unsere Kidies stellen diese "freien" Dinge gar nicht in Frage. Aber man kann nur aus Überzeugung loslassen. Mein GG hat zB wegen Medienkonsum total Mühe und das ist bei uns ein anstrengendes Thema. Die Kinder würden sagen: Mama verbietet uns das nie, Papa verbietet es immer. Es gibt viele Diskussionen. Ich weiss aber von Familien, dass auch das klappen kann!
Aber hey, das Ziel ist klar. Kind 1 hat ein Handy und muss einen Umgang damit finden. Ich sage nie: stell ab. Ich sage: schon wieder :roll: :lol: und wir leben vor - mal schlecht mal besser!
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mariposa_2
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von mariposa_2 »

Papa68 hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 11:21
mariposa_2 hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 09:26
Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 08:35 Meine Kinder brauchen gewisse Konsequenz. Wenn es mir zu bunt wird und ich ihnen sage „ach mach doch was wotsch oder von mir aus kannst du die ganze Nacht wach sitzen oder eigentlich ist es mir egal ob du die Zähne putzt, sind ja dann nicht meine Löcher :wink: sowas mögen und wollten sie gar nie.
Zwischen "Konsequenz" und dem was du hier beschreibst gibt es noch ganz viele Abstufungen. Das was du beschreibst hört sich für mich nach Vernachlässigung an. Du hast recht, das mögen und wollen Kinder nicht.
Also, da gehst du mir zu weit. Ich habe meinen Kindern im Situationen völliger Erschöpfung auch schon gesagt "mach halt, was du willst". Es geht ja nicht darum, dass die Kinder nie wieder die Zähne putzen. Es geht darum, dass manchmal einfach eine Situation beendet werden muss. Das ist so bestimmt nicht optimal, aber wegen einmal nicht Zähne putzen ist das Gebiss am nächsten Morgen nicht durchlöchert.
Meine Kids haben übrigens immer die Zähne geputzt, wenn ich aufgegeben habe. :D Die wollen manchmal einfach gewinnen.
Ui da verstehst du mich aber komplett falsch.
Ich würde mein Kind niemals zum Zähneputzen zwingen! Und ich kann supet damit leben wenn die Zähne nur umregelmässig geputzt werden.

Ich finde es einfach fies zu sagen "denn mach halt was wotsch, isch mier doch egal wenn dini Zähndli Löcher bechömed". Das ist total gemein und fühlt sich für das Kind nicht schön an. So schiebt man die Verantwortung einfach ab zum Kind und damit ist es ganz sicher überfordert.
Ausserdem schwingt da ein "beleidigt sein" mit. Kinder sind von Geburt an sozial und sie wollen sich sozial verhalten. Sie suchen die Verbindung, immer und in jeder Situation. Ich bin da 100% überzeugt davon. So zu reagieren ist einfach total unschön für das Kind.
Chline Buddha 2017

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mariposa_2
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von mariposa_2 »

Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 09:57 Genau mariposa da hast du vollkommen recht du triffst es auf den Punkt. Darum wollen und brauchen die Kinder eine Führung.
Dieses "Kinder brauchen Führung" passt mir nicht. Das hört man oft und leider wird es auch oft missbraucht indem man das Kind zu Sachen zwingt die es nicht will (meist getrieben con den eigenen Glaubenssätzen).

Ich ersetzte diesen Satz lieber mit "Kinder brauchen Verbindung".
Chline Buddha 2017

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naura
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von naura »

Ich finde Kinder brauchen Klarheit und damit Halt. Beziehung natürlich auch, aber diese alleine reicht nicht. Ich habe manchmal Gruppen von bis zu 50 Kindern und Jugendlichen, es braucht jemand, der die Führung übernimmt, diese funktioniert aber nur wirklich, wenn diese Person auch eine Beziehung zu den Kindern hat.
mit Meite (07)
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Wir sind da um zu strahlen, wie es die Kinder tun.
Mandela

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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 08:35 Hallo, ich lasse mit mir nicht verhandeln... erfahrungsgemäss wird es dann nur schlimmer. Ich bin den ganzen Tag für die Kinder da. Abends brauche ICH meine Auszeit und die Kinder ihren Schlaf!!! Denn wenn übermüdet, ist es wirklich mühsam. Ich sage ins Bett und dann ist es so. Mit all diesen Rituals, Gschichtli da, Fernseh dort, wird es dann immer mühsamer bis sie schlafen. Gschichtli erzählen geht auch mal am Nachmittag oder direkt nach dem Znacht. Ich lasse dann oftmal die Wahl nach dem Essen: möchtet ihr selber noch spielen oder eine Geschichte oder etwas TV oder mit uns noch rin Spiel machen... Wenn dann aber Schlafenszeit ist, ist sense, da bin ich nicht kompromissbereit. Natürlich gabs schon Theater aber dies ist mir dann ehrlich gesagt egal :oops: . Ich habe auch meine Bedürfnisse und möchte irgendwann mal Feierabend und wenn die Kinder dann am nächsten Tag nicht ausgeschlafen sind, ist auch ihnen nicht wohl. Meine Kinder merkten da schon früh, dass wir konsequent sind und es da kein Verhandlungsspielraum gibt. Die grosse Tochter mittlerweile darf danach im Zimmer noch lesen oder CD hören, dass ist mir egal. Bei der jüngeren setze ich ein Zeitfenster, dann wird gelöscht, klappt es nicht, gibts am nächsten Abend dieses Zeitfenster nicht mehr. Ich habe irgendwie einfach als sie klein waren gemerkt, sobald die Kinder merkten oh da lässt sich diskutieren, wurde es mühsam. Meine Kinder brauchen gewisse Konsequenz. Wenn es mir zu bunt wird und ich ihnen sage „ach mach doch was wotsch oder von mir aus kannst du die ganze Nacht wach sitzen oder eigentlich ist es mir egal ob du die Zähne putzt, sind ja dann nicht meine Löcher :wink: sowas mögen und wollten sie gar nie.
Nina, ich arbeite 80%. Ich finde es total nachvollziehbar, wenn meine Kinder von mir abends etwas wollen. ;-) ich will sie ja nicht nur abfüttern und ins bett stecken. Für mich ist 8 Uhr auch die Grenze, wo ich mich langsam mal auf die Couch setzen will. Aber das es für mich/ die Kids / uns ein Ritual gibt, das möchte ich gar nicht abschaffen. Abends gemeinsam lesen ist mir sehr wichtig und das möchte ich gar nicht streichen. Mir geht es eher um das Abmachungen "brechen": wir haben vorher abgemacht, dass es eine (recht lange) Geschichte gibt und wenn dann kommt "aber noch eine" - was mache ich dann? Diesen Rat wollte ich hier gerne haben. Ich habe die Wahl zwischen das zu machen oder ihn an die Abmachung zu erinnern: gibt 30 Minuten gebrüll auf dem Boden. Was macht wie sinn?
Vielleicht ist das anders, wenn man den ganzen Tag mit den kids zu Hause ist. Ich bin das nicht und mir die gemeinsame Zeit Am Abend und am WE sehr wichtig.

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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Und noch ein Update: letzte Woche ging super, wir haben schon halb sieben gegessen, dadurch war hintendran alles entspannter und mein Sohn auch nicht so überdreht. Jetzt mit der Zeitumstellung sehr mühsam: er ist abends wieder drüber, verhandelt ewig, schläft nicht ein, steht früh auf der matte und ist schlecht gelaunt. Naja. Irgendwann Pegelt sich das schon wieder ein.

Nina
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Nina »

ChrisBern: Dann würde ich ihm halt erklären wir machen zusammen ab, EINE Geschichte... hält er sich nicht daran, dann wird morgen die Geschichte gestrichen. Ihn nach der Geschichte nochmals daraufhinweisen und wenn er trotzdem täubelet vielleicht tatsächlich für den oder die nächsten Tage streichen. Später wieder daran erinnern, dass ihr es versucht, dass sich an die Abmachung gehalten wird, eine Geschichte dafür nacher kein Theater. Auch kleine Kinder können sich schon an Abmachungen halten und verstehen die logischen Konsequenzen. Aber eben, so mache ICH es, schlussendlich muss jede selber ihren Weg finden. Du hast einfach nach Tipps gefragt hier im Forum und ich habe meine Erfahrung mitgeteilt :wink:

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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Danke dir, Nina!

5erpack
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von 5erpack »

Also mein sechsjähriger weis nicht mal mehr was er heute im kiga machte, wie soll das denn ein dreijähriger?

ChrisBern, hatte das auch schon.
Ich mach das anders. Meine Kinder hatten, haben alle Nachtlichter, Taschenlampe oder Leselampe im Bett.
Wenn das Kind noch weiter lesen möchte, dann darf es das gerne, aber alleine. Geht es nur darum mich im Bett zu haben, dann kuschle ich nochmal 5 min.
Sag dann aber auch, das ich jetzt was anderes machen muss und ich später aber gerne nochmal nach ihm schauen komme.
Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das zweite ist schwieriger ( Mark Twain)

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mariposa_2
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von mariposa_2 »

Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 14:32 ChrisBern: Dann würde ich ihm halt erklären wir machen zusammen ab, EINE Geschichte...
Das ist nicht ZUSAMMEN abgemacht, dass hast du ja entschieden. Klar das er da wütend wird.
Das heisst nicht, dass das Kind immer alles entscheiden muss, aber ich finde wenn die Entscheidung richtig kommuniziert wird, ist es leichter für das Kind es zu verstehen.
Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 14:32 .. hält er sich nicht daran, dann wird morgen die Geschichte gestrichen.
Das ist dann eine Bestrafung....
Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 14:32 Auch kleine Kinder können sich schon an Abmachungen halten und verstehen die logischen Konsequenzen
.....und auch wenn du es logische Konsequenz nennst, es ist und bleibt eine Bestrafung.
Das mag funktionieren, jedoch nicht weil es irgendetwas versteht, sondern weil es Angst davor hat dass ihm die Geschichte wieder gestrichen wird.

Du kannst es machen wie du willst, da hier aber viele Mütter mitlesen wollte ich es nicht so stehenlassen.

@naura 50 Kinder und Jugendliche🙈......ich wäre massiv überfordert.

@chrisbern schön dass es gut geklappt hat vor der Zeitumstellung. Ja wir kämpfen auch noch mit der Umstellung. Es ist so mühsam......
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Stella*
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Stella* »

@Chris
Das ist doch ein schönes Erfolgserlebnis, wenn es vor der Zeitumstellung so gut geklappt hat. :D Einer der wichtigen Punkte ist sicher, dass dein Sohn nicht übermüdet ist, was jetzt halt gerade wieder etwas schwieriger ist.

Meiner Meinung nach bringt Bestrafung (man kann es auch logische Konsequenz nennen) ausser Geschrei nichts, dh du hast an dem Tag ein Geschrei, wo du aus dem Zimmer gehst und am nächsten nochmals, weil du keine Geschichte erzählst. Für mich wäre dies keine Lösung sondern ein Machtkampf, bei dem letztendlich beide verlieren. Ich würde ehrer versuchen, einen Weg zu finden, der für beide stimmt.

Unser Abendritual war und ist teilweise auch jetzt noch auch eine "Never-Ending-Story". :roll: Ich kann dir also gut nachfühlen. :wink:
Dass sich ein Kind so verhält, ist ein Zeichen, dass irgend eines seiner Bedürfnisse nicht befriedigt wird. Rede doch mal (tagsüber) mit deinem Sohn und frag ihn, was er braucht, damit ihr den Abend ruhig/friedlich abschliessen könnt. Vielleicht kann er dir nicht sofort eine Antwort geben und er muss sich dies zuerst überlegen. Dann redet an einem anderen Tag nochmals darüber.

Mein Sohn will auch heute noch jeden Abend mit mir reden und kuscheln. Dies ist für ihn sehr wichtig. Ich habe ihm irgendwann mal gesagt, dass ich um eine bestimmte Zeit aus dem Zimmer gehe, dh umso früher er bettfertig ist, umso länger haben wir Zeit miteinander zu reden und zu kuscheln.

Ich bin zufälligerweise mal auf die 5 Sprachen der Liebe gestossen. Weiss nicht, ob du das kennst https://www.helena-weingartner.ch/die-f ... er-kinder/ Da wurde mir bei meinem Sohn einiges klar und seitdem gehe ich in gewissen Situationen anders mit ihm um. Interessanterweise hat es oft auch einen Einfluss auf das Abendritual, wenn ich tagsüber auf gewisse Sachen achte (resp. bei uns nur noch am Morgen/Mittag, weil er den ganzen Tag in der Schule ist). Vielleicht findest du dort auch etwas, das euch hilft.

@nina
Ich weiss nicht, wie alt deine Kinder sind, aber wenn du langfristig eine gute Beziehung zu deinen Kindern haben willst, wirst auch du irgendwann mit ihnen verhandeln (müssen). Ich führe meinen Sohn auch und stelle gewisse Regeln auf. Trotzdem sind für mich ganz viele Dinge verhandelbar. Wie soll ich denn mit meinem Sohn in Verbindung bleiben, wenn ich ein diktatorisches Auftreten habe? Wenn unsere Verbindung gut ist, kann ich ihn auch viel besser führen. Dazu gehört für mich auch, dass ich ihm zuhöre und ihn ernst nehme. Themen, die wir gemeinsam entschieden haben, geben langfristig viel weniger Diskussionen.
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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Ich danke euch herzlich für eure Rückmeldungen! Ich bin auch noch mal in mich gegangen und habe entschieden, dass ich keine Geschichte streichen will. Ich finde das eine doofe Art der Bestrafung, gemeinsam lesen am Abend ist so ein schöner Moment und da möchte ich nicht bestrafen / streichen. Ich bin auch nicht sicher, ob ein 3 Jähriger den Zusammenhang checkt zwischen Dienstag verhandelt und Mittwoch Geschichte gestrichen. Ich habe entschieden, dass ich auch zweimal eine Geschichte lese, das ist mir egal, aber beim Zähneputzen, anziehen etc nicht mit mir verhandeln lasse. Gestern hatten wir wieder drama: erst durfte Papa ihn ins Bett bringen und auf einmal sollte ich. Da bin ich standhaft geblieben, das ausspielen zwischen uns geht mir total auf die Nerven. Gab Gebrüll, aber es war für mich ein Punkt erreicht, wo ich nicht mehr mochte.

Was ich gemerkt habe: ich darf nicht zu viele fragen stellen, das überfordert ihn. Bei bestimmten Sachen ist es klarer, wenn ich sage, dass jetzt Zähne geputzt werden und dann gelesen, und Ende. Beispielsweise. Ihr habt schon recht: wenn wir abmachen, es gibt nur eine Geschichte, ist das keine Abmachung, ich habe es nur so "verkauft".

Was gerade gut funktioniert: "wer ist als erster im Bad", das geht echt gut.

Jetzt hoffe ich, dass die Zeitumstellungsprobleme bald durch sind, wir sind alle wie im Jetlag...

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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Bleistift79 »

ChrisBern:
ich merke heute noch bei meinen Pupertieren, dass wenn ich für mich innerlich eine Entscheidung gefunden habe, dann akzeptieren sie es viel eher. Bin ich aber selber nicht so glücklich und sicher mit meiner Entscheidung, dann streiten wir.-

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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Netterl »

Kann ich definitiv unterschreiben bei bleistift! Je überzeugter ich bin ( inklusive Argumenten, die ich mir überlegt habe und nicht dem Kind gegenüber dargelegt), desto besser geht’s.

@ChrisBern: Ich finde, dass das doch schon recht vielversprechend klingt.
Du weißt jetzt für Dich, was verhandelbar ist und was nicht. Und Du hast gemerkt, dass vieles auch mit der Müdigkeit zusammenhängt. ( Willkommen im Club, ich brauche mindestens 2 Wochen bis ich in der Normalzeit ankomme. )
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Papa68
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Papa68 »

Ich denke, je kleiner das Kind ist, desto mehr Fremdbestimmung braucht es. Und es ist legitim, wenn Mama bestimmt, dass es eine Geschichte gibt. Und nicht zwei. Oder drei. Hauptsache, es ist immer gleich, daran kann sich das Kind orientieren.
Wenn wir Eltern die Kinder immer mitreden lassen, haben wir immer Diskussionen. Das zehrt an Nerven und Zeit.
Ein Beispiel aus einer mir bekannten Familie: sie fangen morgens an zu diskutieren, was sie an diesem freien Tag unternehmen wollen. Jede und jeder darf mitreden (es ist eine grosse Familie) und schliesslich ist es Mittag, bis eine Entscheidung fällt und der halbe Tag schon rum. Ergebnis: Zeitverlust, verärgerte und genervte Familie, Stress. Muss alles nicht sein.
Ganz ehrlich, wir Eltern bestimmen doch mehr oder weniger den ganzen Tag. Beispielsweise bestimme ich, dass keine Süssgetränke auf den Tisch kommen. Dass das Kind die Hausaufgaben machen muss, bevor es am Compi spielt. Dass das Kind bei 5 Grad nicht barfuss raus gehen darf. Und so weiter. Ich bestimme diese Dinge, weil sie direkte negative Konsequenzen für das Kind, für die Familie oder für mich haben. Genauso beim Abendritual. Wenn ich Diskussionen zulasse, endet das gefühlt Ewigkeiten nicht und wird immer weiter gezogen. Jeden Tag. Nicht gut für mich und auch nicht gut für das Kind. Deshalb darf ich bestimmen.
SCHWEIGEN IST GOLD.
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Lilyrose
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Lilyrose »

Ich merke bei uns auch, dass es viel um die eigene Einstellung geht. Wenn unterschwellig vielleicht noch ein bisschen "schlechtes Gewissen", weil es ja eigentlich die einzige quality time ist, mitschwingt, dann wirds eher schwierig (will dir nicht unterstellen, dass du zuviel arbeitest, gell :)). Was uns auch geholfen hat:

- eine Uhr zusammen basteln oder einfach zeitplan, wo bildlich dargestellt ist, was kommt wann. So weiss das Kind was als nächstes kommt und kann sich schon im vornherein drauf einstellen.
-früh ankündigen, was heute läuft. Also vielleicht grad nach dem Znacht schon erklären, dass ihr jetzt pjama anzieht usw und dann zum Abschluss eine Geschichte lest. Unserer Tochter hilft es jedenfalls, wenn sie es frühzeitig weiss.

Was ich mir bei solchen Anfällen immer eingestehen muss, dass ich selber zb nicht gerne von meinem Plan im Kopf abweichen spontan. Wenn sich dein Sohn vielleicht ausmalt, dass es heute ja vielleicht doch 2 Geschichten sind und dann beendet du es, dann ist der Anfall klar. Weisst du was ich meine? Ich bin dann selber in solchen Situationen auch enttäuscht...

Wenn das Bedürfnis nach mehr Nähe dahinter steckt, vielleicht gleich nachdem ihr nach Hause kommt dem Sohn zuerst 15min exclusivzeit widmen. Obwohl ich weiss, dass das auch nicht immer einfach ist, weil man nach einem strengen Arbeitstäg vielleicht selber grad andere Bedürfnisse hat.

Nina
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Nina »

Stella* hat geschrieben: Do 29. Okt 2020, 07:28Ich habe ihm irgendwann mal gesagt, dass ich um eine bestimmte Zeit aus dem Zimmer gehe
Dies bestimmst ja dann auch DU :wink:

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