Frust nach Fehlgeburt

Schwanger oder noch nicht?

Moderator: Minchen

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Lea1988
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Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von Lea1988 » Sa 13. Apr 2019, 19:43

Hallo zusammen

Bin neu hier. Muss mich etwas ausko... :roll:

ich hatte vor 2 Wochen eine Fehlgeburt in der 9ten Woche. 4 Tage zuvor dass 1. Ultraschall. Alles sah gut aus und es war ein Herzschlag zu sehen. Das war sehr enttäuschend.

Aber es ging mir den Umständen entsprechend gut. Wir haben 15 Monate geübt und auch Eisprung auslösende Spritzen gemacht, sowie eine Eileiterdurchgänigskeits-Prüfung. Nach dieser endlich ein positiver Test.

Aber gestern erzählt mir eine Arbeitskollegin sie ist schwanger. Hatte gerade die 3monatskontrolle und alles ist gut. Sie hat keine 3 Monate gebraucht und es hat alles geklappt.

Und jetzt bin ich einfach am Ende. Ich kann sie kaum noch anschauen und im Betrieb ist es natürlich Thema nr 1 und ich bin ständig damit konfrontiert.
Ich komm damit einfach nicht klar. Ich weiss es ist doof. Aber Es macht mich wütend, traurig und ich find es nicht fair.

Vielleicht habt ihr mir ein paar Ratschläge um mit der Sitation besser klar zu kommen.

Danke schon mal🙏

elanor88
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Re: Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von elanor88 » So 14. Apr 2019, 10:56

Liebe Lea,

auch ich hatte vor längerer Zeit eine Fehlgeburt. Bei uns lief es etwas anders, ich wurde damals auch beim ersten Versuch schwanger, habe die Zwillinge dann in der 12. Woche ohne Vorwarnung verloren (Missed Abortion mit Ausschabung). Danach wurde ich über ein Jahr nicht mehr schwanger, bis unsere Kleine (nun knapp 6 Monate) sich mit Hilfe von Medikamenten auf den Weg machte.

Ich weiss noch genau, wie verzweifelt, und ja, missgünstig ich in dieser Zeit war. Ich hatte das Gefühl, rund um mich herum wurden alle auf Anhieb schwanger. Auch auf der Arbeitsstelle hatten wir gerade eine Frau, die beim ersten Versuch schwanger wurde und dann nach einer problemlosen Schwangerschaft ein Kind bekam. Statt es ihr zu gönnen, war ich frustiriert, neidisch, ging ihr aus dem Weg. Als sie dann mit dem Kind zu Besuch kam, konnte ich es kaum anschauen.

Ich kann dir leider auch nicht wirklich helfen. Ich habe mir damals immer wieder versucht zu sagen, dass unsere Zeit auch kommen wird. Und dass weder diese Frau, noch ihr Kind etwas dafür können, dass es mit unserem Kinderwunsch schwieriger ist. Geholfen hat es mir leider nicht viel.

Aus heutiger Perspektive kann ich aber sagen, dass die lange Zeit des Wartens auch positives hatte. Ich habe heute das Gefühl, dass ich mehr zu schätzen weiss, dass ich ein gesundes Kind geboren habe. Ich habe Freundinnen, die mehrfach beim ersten Versuch schwanger wurden und darauf hin gesunde Kinder bekamen. Für sie ist es irgendwie "selbstverständlicher". Für meinen Mann und mich ist es das nicht. Auch wenn es aktuell absolut hart ist, weil unsere Kleine so schlecht schläft, sind wir jeden Tag unendlich froh, dass wir sie nun haben.

Ich hoffe, dass auch deine Zeit noch kommen wird.

Lea1988
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Re: Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von Lea1988 » Mo 15. Apr 2019, 22:18

Hallo Elanor

Vielen Dank für deine Antwort und deine Zeilen. Klingt vielleicht doof. Aber es tut gut zu hören, dass andere ähnliches durchgemacht haben.

Wir werden es weiter versuchen...

Aglaia
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Re: Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von Aglaia » Di 16. Apr 2019, 11:08

Hallo Lea ich hatte auch eine Fehlgeburt in der 11 SSW. Habe dann den Job gewechselt und hatte im Geschäft 4! Schwanger um mich herum. Ich dachte ich gehe daran kaputt aber ich habe mir immer gesagt bei mir wird es auch irgendwann so weit sein. Mir hat es auch viel gebracht dass ich mir immer gesagt habe ich weiss ja nicht wie lange die anderen hatten oder was sie durchgemacht haben. mein kleiner feiert nun am freitag seinen ersten geburtstag. Gib bitte nicht auf! lg

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Re: Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von Lea_ » Di 23. Apr 2019, 16:55

Liebe Lea

Es tut mir sehr leid, geht ihr durch so eine schwierige Zeit!

Ich verstehe dir sehr gut. Ich hatte im letzten Jahr 2 Fehlgeburten, in der 9. und 11. Woche - einfach so. Diese wechselnden Gefühlswellen die mich seither regelmässig überrollen, finde ich sehr anstrengend und nur schwer unter Kontrolle zu bekommen. Mit dem Glück der anderen konfrontiert zu werden und einen ständigen Reminder zu haben, was bei einem selber nun nicht (mehr) ist, tut schlichtweg weh.

Noch so gerne würde ich dir dagegen ein Rezept mit auf den Weg geben, leider habe ich auch keines gefunden! Es gibt aber trotzdem verschiedene Dinge, die mir sehr geholfen haben. Zum Beispiel habe ich sehr viel gelesen (es gibt einiges an Fachliteratur / Erfahrungsberichten, vieles findest du aber auch in Foren wie hier). Die Geschichten andere haben bei mir zweierlei bewirkt: zum einen habe ich mich nicht mehr so alleine gefühlt. "Jede 4. Schwangerschaft" war nun nicht mehr reine Statistik, sondern bekam viele Gesichter, wenn du weist, was ich meine. Ich habe das Glück einen tollen Mann zu haben und Familie und Freunde die sehr geduldig und Verständnisvoll mit mir und meiner Trauer umgehen. Trotzdem kann sich keiner so gut in mich hinein versetzen wie jemand, der selber Gleiches oder Ähnliches erlebt hat. Sich verstanden zu fühlen, sich wiedererkennen in den Erzählungen einer eigentlich Fremden Person - das hat mir irgendwie ein Gefühl von Halt gegeben.

Zum anderen haben mir diese vielen Geschichten und auch das angeeignete Wissen vorallem eines gegeben: Hoffnung!

Ich versuche bewusster zu leben und zu meinem Körper und meiner Seele sorge zu tragen. Dabei ist mir sehr wichtig das ich mich nicht verrückt mache und nicht zu streng mit mir bin Also nicht einfach grundsätzlich auf alles, was irgendwie Einfluss auf eine künftige SS haben könnte, zu verzichten zum Beispiel. Das Glas Wein trink ich trotzdem, wenn es nötig ist :)...

Es mir sehr geholfen hat ist TCM, in meinem Fall Akupunktur begleitet von Kräutereinnahme. Ich hatte zuvor nie Berührungspunkte mit Alternativmedizin und ich bin mit dem Gedanken "wenns nichts bringt, dann schadets nichts" hingegangen. Ohne dir genau erklären zu können, weshalb: es tut Körper & Geist unheimlich gut.

Du wirst mit der Zeit einen Weg finden, damit umzugehen. Bis dahin (und danach!) ist es absolut okay alle diese Gefühle zu fühlen - auch wenn vielleicht nicht alle sie immer nachvollziehen können. Ich wünsche Dir von Herzen dass du die Hoffnung nie verlierst!

Liebe Grüsse

Debsi
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Re: Frust nach Fehlgeburt

Beitrag von Debsi » So 28. Apr 2019, 20:29

Hallo :)

Ich habe 1.5 jahre verucht schwanger zu werden...dann endlich hab ichs geschafft, eine mitarbeiterin wurde gleichzeitig auch schwanger. Dann kam der schock, fehlgeburt. 1 monat später passiert das gleiche mit meiner schwester. Ich sah zu wie meine arbeitskollegin ihre schwangerschaft hatte, und ich hatte starke mühe damit, weil es ständig an mein kind erinnerte, jetzt hätte ich das herz im ultraschall gesehen, jetzt würde ich das geschlecht wissen etc.
Es war der horror für mich, mit anderen schwangeren hatte ich kein problem.
Ich selbst wurde nicht schwanger. Habe die arbeitsstelle gekündet, da ich ihr kind immer mit meinem verglichen hätte, suchte mir eine relaxtere arbeitsstelle. Nun habe ich kein stress mehr. Es geht mir wieder gut.
Dies ist 1 jahr her, dass ich fehlgeburt hatte, seither noch nicht schwanger, evtl. Bestätigt mir morgen mein frauenarzt dass ich schwanger bin.
Ich wünsche es mir nach wie vor...seit 2.5 jahren.
Aber ich weiss mein Leben geht weiter, ich koste jetzt alles aus, was ich als schwangere oder mutter nicht tun könnte. Z.b. städtetrip, nervenkitzel, zeit für mich etc.

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