Baby nimmt nicht zu

Rat bei Stillproblemen und Säuglingsernährungsfragen

Moderator: Züri Mami

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Mommii
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Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Mommii » Fr 1. Nov 2019, 05:16

Hallo liebe Mamis

Ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiss und hoffe hier auf wertvolle Tipps!

Also: meine Tochter wird bald 9 Monate alt, doch Ihr Gewicht ist stagniert. Mit 4 Monaten wog sie 7200 und jetzt mit fast 9 Monate 8,230. :(
Mit Beikost will es einfach nicht funktionieren. Zuerst wollte sie gar nichts und würgte jedesmal wenn sie essen probiert hatte. Dann habe ich gewartet und wieder probiert und dann wieder gewartet.. wir mussten gegen 7. Monat erst mit Beikost anfangen, vorher hat sie das ganze einfach gar nicht akzeptiert und aktuell das höchste was ich ihn Ihr „reinbekomme“ sind 3 mickrige Löffelchen.. meistens auch nur Früchtebrei. Fingerfood haben wir auch schon probiert und es passiert auch nicht viel. Meistens möchte sie das Essen gar nicht berühren. Das einzige was sie bis jetzt „gern“ hat sind: Bananen, Orangen, und Apfelbrei.. aber ich meine gern, weil sie dann eben ein wenig isst: 2-3 Löffelchen oder beisst kleine Stückchen ab. Auf dem Kinderstuhl will sie gar nicht, meistens gebe ich ihr das Essen auf mein Schoss.

Auch muss ich erwähnen das sie auch nicht gut trinkt.. ich pumpe Muttermilch und gebe es Ihr an die Flasche, (die Brust hat Sie als Baby verweigert) sie trinkt höchstens 120ml alle 3h und wenn ich ihr probiere mehr zu geben verweigert sie es auch total. Das kann doch nicht so weitergehen oder?

Ich war schon in der Mutterberatung, und gestern musste ich mir anhören das es nichts zu machen gibt. Ich muss das essen einfach weiterhin präsentieren und hoffen.
Das keine Gewichtszunahme mehr passiert finden die es nicht „tragisch“, aber bei die Perzentilleskalla fällt sie weiterhin ab.
Ich kann mich einfach nicht entspannen, sie braucht bestimmt Nährstoffe: eisen, vitamine usw..
Ihr Wachstum ist auch langsamer geworden.

Wie kann ich Ihr Interesse für das Essen wecken? Was kann ich noch alles machen? Wie bringe ich das sie mehr trinkt? Würde sie wenigstens die Muttermilch gut trinken wäre ich etwas beruhigt aber nicht mal das...

Lg

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Libli » Fr 1. Nov 2019, 09:20

Wurde sie somatisch gut abgeklärt? Ich denke es ist wichtig zu wissen ob es "nur" ihr Wille ist oder ob es einen medizinische Grund gibt für ihre Verweigerung. Ich würde mir an deiner Stelle auch Sorgen machen und das eher mit dem Kinderarzt als mit der MüBe besprechen..

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von 5erpack » Fr 1. Nov 2019, 09:42

Ich würde das ebenfalls mit dem Kinderarzt ansehen.
Wenn ein Kind aus seiner perzentille rausfällt, dann ist Klärungsbedarf vorhanden.
Das kann medizinische Ursachen haben, oder anderes. Mach am besten einen Termin und schau was der Arzt dazu sagt.
Mir ist egal ob das Glas halb voll oder halb leer ist, Hauptsache ich hab ein Glas und es ist etwas drinne!

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Mommii » Fr 1. Nov 2019, 12:12

Danke für euer Antwort.
Am 8. November haben wir ein Termin beim
Kinderarzt und ich werde das auf jedenfall ansprechen!

Ja, ich mache mir wirklich sehr grosse Sorgen. Ich bin langsam schon so verwirrt das ich gar nicht mehr weiss was und wie ich Ihr alles anbieten soll.. Gestern hat sie ein bisschen aus meinen Teller gegessen, und es hatte ein wenig salz :( die Verzweiflung ist schon so gross, das wenn sie etwas akzeptiert ich es halt so sein lasse mit salz oder ohne, ich möchte einfach das sie isst.

Heute morgen habe ich dann mit Milchbrei probiert, und wieder nichts.. Jetzt schläft sie und dann probiere ich wieder das sie das isst was auf mein Teller ist.. später probiere ich erneut mit Früchtebrei.. usw..

Es ist eine sehr schwierige Situation, ihr Essen anzubieten ist langsam für mich eine kleine Tortur, ich sehe sie ist dünn, sehe sie ist blass, ich weiss sie braucht Nährstoffe, und dann wenn sie es weigert kommt bei mir so ein wut hoch, nicht meine Tochter gegenüber, aber auf die ganze Situation und auch ein Gefühl der hilfslosigkeit, ihr könnt euch das nicht vorstellen, oder vielleicht schon.. ich hoffe schon :roll:
Aber nach 5 Monaten probieren und „kämpfen“ bin ich an meine Grenzen gestossen..

Lg

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Leela » Fr 1. Nov 2019, 12:23

Wegen dem Essen würde ich mich nicht so verrückt machen.
Viele Kinder essen in dem Alter noch kaum und andere wie meiner schon vom Tisch, inkl. Salz ect., Brei hat r nie gewollt.
Kennst du den Spruch: Food under one is just for fun?
Mit Muttermilch bekommt deine Kleine die wichtigsten Nährstoffe!
Was ich mit dem KiA anschauen würde ist die mangelnde Gewichtszunahme und die geringe Trinkmenge.
2010, 2013, 2015

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von 5erpack » Fr 1. Nov 2019, 12:31

Mommi, nur easy. Du überbewertest das Essen vollkommen. Brei etc hat weniger Kalorien als Muttermilch!
Also es würde sie definitiv nicht dicker machen ;-)
Ich würde den ganzen Druck Rats nehmen!
Biete ihr doch einfach an. Was sie dann nimmt ist ihre Entscheidung. Will sie nicht ist das auch ok so!
Weist du meine Kinder hab ich nie gezwungen.
Ich hab mir in dem Kopf gesetzt das kein Kind vor vollem Teller verhungert und hab einfach essen hingestellt. Ob wie und was sie dann gegessen haben, war und ist weiterhin ihre Entscheidung.
Alles andere würde nur zu Problemen führen.
Und sie sind alle gesund und munter ;-)

Ich würde lediglich wegen dem geringen Wachstum und eben der allgemeinen Appetitlosigkeit schauen. Das ist wohl auch der Grund warum sie nicht essen mag und das kann verschiedene Ursachen haben.
Eines meiner Kinder hatte zum Beispiel mal einen starken Eisenmangel. Das hemmte den Appetit extrem!
Nach drei Monaten Kur würde es dann besser und ein Jahr später hat er gegessen wie ein Scheunendrescher.

Also schau es mit dem Arzt an und lass es erst mal abklären aber bitte bitte bitte nimm den Druck raus aus dem essen!
Sie MUSS nicht essen, sie DARF!
Mir ist egal ob das Glas halb voll oder halb leer ist, Hauptsache ich hab ein Glas und es ist etwas drinne!

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von mamisbebe » Fr 1. Nov 2019, 13:36

Ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschliessen....nimm den Druck auch von dir und biete es ihr einfach an. Manchmal brauchen die Kleinen auch einfach nicht so viel. Hast du es schon versucht in dem du immer wieder wenig zum Essen oder auch zum Trinken anbietest? Oder vielleicht braucht dein Kindchen auch grössere Abstände um “Hunger zu bekommen”, was überhaupt nicht heisst, dass sie hungert!

Nur so zur Beruhigung: unser bald jährigen Sohn isst “nur” 2 bis höchstens 3x pro Tag und in meinen Augen keine grossen Portionen. Ich denke solange die Kleinen spielen, aktiv sind etc. geht es ihnen gut.

Bietest du auch mal nur Wasser an? Wenn unser Sohn durstig ist, isst er nämlich nicht 🤷‍♀️🙄

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Mommii » Fr 1. Nov 2019, 16:51

Hallo zusammen,

Habe eure Beiträge gelesen. Vielen Dank!
Ich werde probieren zu entspannen!
Allerdings muss ich euch was fragen, kann es sein das meine Milch “schwach” ist? Da sie ja nicht mehr zugenommen hat? Sollte ich eventuell auch mit Pulvermilch zufüttern? Oder abwechseln: 1x mumi 1x pulvermilch und beobachten ob sie da eventuell etwa mehr zu nimmt...

Was meint ihr?

Lg

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von stella » Fr 1. Nov 2019, 16:59

Mommii
Ich hatte auch so ein Kind. Mit 6 Monaten war sie gleich schwer wie mit 12!

Also...
Deine Mumi ist genau richtig für dein Kind! Die Mumi passt sich auch den Situationen an.
Beikost heisst Beikost, weil es eben nebenBEI ist und nicht hauptsächlich. Die Breili, die man dort verfüttert, haben ungefähr die Hälfte der Kalorien wie Mumi, je nach Zubereitungsart.
Was habe ich bei meinem ersten Kind für Übungen gestartet punkto Essen?! Wie habe ich mir Sorgen gemacht!? Es hat nix genutzt. Sobald sie mobiler wurde, hatte sie keine Zeit mehr für die Ernährung. Richtig gegessen hat sie erst so mit drei Jahren. Sie rutschte von der 50% Perzentile punkto Gewicht und Grösse unten raus.
Ich verstehe dich also gut.

Mich dünkt auch wichtig, dass du beim Arzt abklären lässt, ob eine Gedeihstörung vorliegt. Meistens ist ja nix.
Dann würde ich aufhören mit Essen anbieten. Ich würde mindestens zwei Wochen einfach nur noch stillen. Wenn nicht länger.
Und anschliessend würde ich, wie das andere beschreiben, Angebote mit Fingerfood machen. (Brei würde ich mir da gar nicht antun, den Aufwand auf mich zu nehmen!)
Du bestimmst, was auf den Tisch kommt.
Dein Kind bestimmt, wie viel es davon isst.
Und kein Loben, kein Tamtam, wenn es mal isst und kein "ach komm, iss doch", wenn es das nicht tut. Einfach wertneutral. Konzentriere dich dabei auf dein Essen.

Heute ist übrigens dieses Kind ausgewachsen. Und ist sowohl vom Gewicht als auch von der Grösse her genau auf der 50% Perzentile der Frauen gelandet!
Pfunzle 06/04 und Gumsle 10/07

9. Klasse und 6. Klasse

Zoo: I hät gärn e Bislibär! Weisch, wie toll e Bisli wär!? (Pfunzi, mit 4 Jahren)

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von ChrisBern » Fr 1. Nov 2019, 18:31

Ich kann mich meinen vorrednerinnen nur anschliessen:
- Brei hat weniger Kalorien als Milch. Würde bei der Milch bleiben. Nimmt dein Kind denn Pulvermilch? Mein zweites Kind hat trotz regelmäßigen stillen auch nicht zugenommen, wurde mit Pulvermilch besser. Kann sein, muss aber nicht. Wenn du unsicher bist, mal versuchen. Wir mussten allerdings eine Weile pröbeln, bis wir eine Milch gefunden haben, die ihm schmeckt...
- eisen checken, macht der Arzt sicherlich. Das ist das einzige, was meines Wissens bei ausachliesslichem stillen irgendwann mal abfallen kann.
- ich würde eine Breipause machen. Ihr seid beide sicherlich nicht mehr entspannt. Regelmäßigen Schoppen anbieten - mein Sohn hat erst mit über Jährig grosse schoppenmengen getrunken. Er hatte allerdings auch Mühe mit der Atem- und Schluckkoordination, haben wir dann rausgefunden.
- Kind an eurem Essen teilhaben lassen. Wenn sie etwas möchte, geben. Egal ob Salz oder was auch immer. Sonst sitzt sie nur daneben.
- schauen, ob jemand anders auch mal das füttern übernehmen kann. Dann kommt ihr ein bisschen aus dieser Spirale raus.
- beim Arzt allergien bzw gedeihstörungen abklären lassen. Eine richtige wachstumsstörung kann man aber erst mit ca vier Jahren rausfinden. Aber wenigstens Zölliakie ausschließen.

Meine Grosse, chronischer Nichtesser, ist jetzt 40. Perzentil. :-) isst immer noch nicht mega, aber kann sagen, wann sie was mag, das hilft.
Der Kleine ist unter allen Kurven, obwohl er gut isst. Nunja, ich übe mich in Gelassenheit. ;-) alle abklärungen haben nix erbracht.
Ich halte euch die Daumen!

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Papa68 » Fr 1. Nov 2019, 20:09

Meine erste Tochter war in dem Alter auch nicht schwerer. Entspricht die Grösse denn dem Gewicht?
Unsere Jüngste hat sogar einmal 300g abgenommen. Da wurde die Welt auf den Kopf gestellt, und sie musste einmal wöchentlich auf die Waage. Ich spürte, dass alles ok war, denn es ging ihr gut. Sie war aktiv und so wie sonst auch. Wenn dein Kind ohne Energie oder sonst irgendwie seltsam ist, würde ich mich sorgen. Ansonsten einfach immer Essen anbieten, sie wird schon essen, was sie braucht.
Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreissen. Also kleine Bäume. Vielleicht Bambus. Oder Blumen. Naja, Gras. Gras geht.

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Lilyrose » Sa 2. Nov 2019, 06:57

Ich kenne das Problem mit dem Gewicht. Mekne Kinder waren allerdings erdt bald mit jährig so schwer wie deines...immer zuunterst in der Perzentile. Mein Sohn startete relativ weit oben in der Perzentile und ging immer abwärts, bis er sogar rausfiel. Da wurden wir dann an Spezialist uberwiesen. Aber ende vom Lied ist, es ist nichts, meine Kinder nehmen einfach nur mega schlecht zu, egal wieviel sie essen. Es gibt wohl schon Mumi die etwas fetthaltiger ist als andere, bei uns war mit Pulver zunshme auch etwas hoher. Du kannst ruhig weiterstillen, das ist natürlich das beste. Aber um den Stress razszubekommen, kannst du ja zb ein msl am Tsg durch Pulver ersetzen. Aber grundsätzlich sehe ichs wie alle anderen...stress raus, essen anbieten, aber kein Druck, stillen reicht vollig...KiA wird auf jeden Fall reagieren, wenn sie abnimmt. Ich weiss, es ist ein RIESEN Stress, wenn das Kind nicht gedeiht wie es soll. Ich fand es jeweils auch nicht toll. Es gibt unterschiedlich wachsende Kinder, es gibt unterschiedliche gute Esser...solange sie Mumi bekommt, fehlt es ihr an nichts. Ausser er hätte wirklich einen gesundheitlichen Grund...aber wenn du so Druck aufbaust, nimmst du ihr eher die Freude. Immer wieder probieren...aber eben Mumi hat mehr kslorien von daher eher schauen, dasd sie trinkt.

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von honey81 » So 3. Nov 2019, 11:24

Mein Sohn hat bis 9 Monaten nur voll gestillt. Er wollte nix anderes probieren. War für mich völlig ok, Mübe hat aber stress gemacht :roll: ich ging dann einfach nicht mehr hin, aber meiner nahm auch gut zu. Ich würde mich an eine Stillberaterin wenden. Du gibst ja Mumi und die kennen sich da bestens aus. Sie kann dir bestimmt auch Tips geben! Natürlich auch beim Arzt abklären ob alles i.O. ein Arzt rät einfach schneller zu Pumi, deshalb wäre zusätzlich eine ausgebildete Stillberaterin an deiner Seite sicher gut.
Sohn 08.2015❤
08.2019, ein Kämpferli hat sich eingeschlichen❤
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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Pirat » Mo 4. Nov 2019, 10:39

Bei uns haben beide Kinder nie Brei gegessen. Kind 1 hat sich erst vor dem 1. Geburtstag fuer unser Essen interessiert. Hat dann aber noch bis 18 Monate viel Milch getrunken. Kind 2 hat schon mit 10-11 Monaten gerne vom Tisch gegessen.
Bei Kind 1 habe ich mir noch einen mega Stress gemacht mit Brei anbieten - das war so anstrengend! Und hat nichts gebracht.
Bei Kind 2 habe ich ein paar Breiversuche gemacht und dann schnell aufgegeben, als es nicht geklappt hat...

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Astin » Mo 4. Nov 2019, 11:18

Liebe Mommii

Auch wenn ich meinen Vorrednerinnen gerne beipflichten würde (und bis vor ein paar Jahren auch hätte), schreibe ich hier unsere Geschichte auf. Es ist zur Info und nicht, um dir Angst zu machen, eher, um zu sensibilisieren.

Ich war auch immer eine, die dachte, dass ein gesundes Kind isst, wenn es Hunger hat. Beim zweiten Kind haben wir nach 5 Monaten mit Beikost (Brei) angefangen. Er würgte oft (und genau deshalb schreibe ich hier auch, weil das auch bei dir Thema ist) und musste ca. jedes zweite Mal erbrechen. Als wir auf "ältere" Breie umgestiegen sind (also mit Stückchen), hat sich das weiter zugespitzt und wir haben alles noch püriert. Gegessen hat er dann aber meistens gern.

Schleichend nahmen die Brei- und Beikostmahlzeiten ab. Nudeln erbrach er meist auch noch während der Mahlzeit. Alles "feste" Essen bis auf ein paar wenige Ausnahmen gingen gar nicht. Im Alter von 1.5 Jahren bis 2 Jahren nahm er 3 kg (!) ab. Dann kam eine Magendarmgrippe mit anschliessender Mittelohrentzündung und Antibiotikum (Durchfall). Unsere Kinderärztin meinte immer nur, dass sich das schon regeln würde, da er auch noch starke Zahnungsbeschwerden hatte. Erst unser Hausarzt hat ihn dann an eine spezialisierte Kinderärztin verwiesen. Er meinte, dass ein "Rutschen" in der Perzentile völlig normal sei, nur eben nicht von der 75. zur 10., und auch keine Gewichtsabnahme. Er (nicht unsere eigentliche Kinderärztin) stellte dann fest, dass er grosse Mandeln hat, und deshalb vermutlich auch oft erbrechen musste. Vielleicht hat dann das eine zum anderen geführt, dass er keine Lust mehr zum Essen hatte und nur noch die paar wenigen Gerichte ass, die ihm auch schmeckten. Mit der Methode "Wir sagen, was auf den Tisch kommt, er darf sagen wie viel" endet das bei uns meistens in einer ausgelassenen Mahlzeit.

Dann kamen wir also zur spezialisierten Kinderärztin, der Kleine war da knapp 2.5 Jahre alt. Sie hat mit Akkupunktur seinen Appetit anzuregen versucht (klappt bei 95% solcher Fälle), hat uns Tipps gegeben, wie wir die Schoppenmahlzeiten reduzieren sollen. Wir haben wochenlang etliche Teller mit verschiedenstem Essen auf den Tisch gestellt, uns aber an die Essenszeiten gehalten. Unverträglichkeiten wurden getestet. Es stellte sich dann heraus, dass er nach der MDG eine Verstopfung bekam, die wir dann auch behandelten. Seither geht es bergauf, wenn auch nicht sehr steil. Insgesamt verhalf sie uns zu einer entspannteren Haltung zum Essen.

Inzwischen (3.5 Jahre alt) gibt es halt oft seine Lieblingsgerichte und nur wenig Abwechslung (für ihn), doch er isst mit Freude. Risotto, Nudeln, Pommes, gebratene Eier, Äpfel, Erdbeeren (wir haben im Garten immertragende, da gab es immerhin noch 1-2 pro Woche bis in den Herbst hinein :wink: ), Wienerli und Brot gehen gut. Ca. einmal alle 1-2 Monate probiert er von sich aus etwas Neues und das freut uns dann immer sehr. Wir sind stolz auf ihn und darauf, wie er langsam das Essen (wieder)entdeckt! :) Er mag eigentlich keinen Käse, doch letztens machten wir Fondue zusammen, und dann tunkte er seine Gabel (ohne Brot, hehe) in den Käse und naschte ein wenig. Auch vom Raclette hat er probiert. Es hat ihn geschüttelt. :lol: Trotzdem "Mh, fein". Doch mehr gegessen hat er dann auch nicht. Ist für uns okay. Manchmal möchte er an etwas riechen, dann lassen wir ihn. Er muss auch nicht probieren. Uns ist es wichtig, dass er mit uns am Tisch sitzt und freiwillig und gerne isst.

Gerade diese Freude ist uns sehr wichtig, denn eine Bekannte ist Kinderkrankenschwester und erzählt hin und wieder, dass sie (Klein)Kinder über die Sonde zwangsernäheren müssen, weil die einfach nicht essen wollen, obwohl gesundheitlich alles in Ordnung ist.

Also, um zu einem Ende zu kommen: Ich würde die gesundheitlichen Apsekte abklären lassen. Mandeln (grosse Mandeln wachsen sich mit der Zeit aus, deshalb geht es bei uns im Moment vermutlich ohne zu würgen), Unverträglichkeiten, Verstopfung ... Mit Akupunktur o.ä. kann man auch viel machen (Lust aufs Probieren). Ansonsten das anbieten, woran deine Tochter Freude hat und gern isst, auch das, was sie von eurem Tisch probieren möchte. Und dir kein schlechtes Gewissen oder zu viele Sorgen machen. :wink: Es gibt Kinder, die essen am Anfang alles und als Erwachsene nur noch drei Sachen, und dann gibt es Kinder, die eben gefühlt nichts essen und in der Jugend plötzlich zum Mähdrescher werden.

Gelassenheit gepaart mit Aufmerksamkeit also. :wink:

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und tolle Erlebnisse!
Wirbelwind (Sommer 2013) und Wundernas (Februar 2016)

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von stella » Mo 4. Nov 2019, 16:38

Mommli
Was mir noch aufgefallen ist: Du schreibst, dass du seit 5 Monaten mit Brei probierst, dein Kind ist 4 Monate alt. Du schreibst in deinem Text auch, dass du nach dieser langen Zeit nicht mehr kämpfen magst.
Dann hör doch auf. Es ist nicht nötig. Im 1. Lebensjahr ist ein ausschliessliches Stillen okee. Auch ein ausschliessliches Schoppen geben. Dein Kind hat ja nicht abgenommen.
Beide meine Kinder haben NIE Brei gegessen. Sie mögen noch jetzt keine breiige Konsistenz beim Essen. Rissotto, Birchermüesli, Polenta... das essen sie heute zwar, aber widerwillig.

Schon bald kommt ja der Kia-Termin. Finde ich gut, dass du da abklären kannst, ob was Organisches vorliegt. Und bis dann und auch nachher - Weg vom Brei, vom Essen. Pause machen. So lange, bis dein Baby sich nicht mehr erinnert. Und dann süferli wieder beginnen.

Mein älteres Kind hat nie Brei gegessen. Sie hat sich so ab 10/11 Monaten für Fingerfood interessiert. Milch, Stillen blieb aber bis weit ins 2. Lebensjahr ihre Hauptnahrung.
Mein jüngeres Kind hat sehr spät mit Essen begonnen. Sie wurde bis 8 Monate voll gestillt und auch von da an stillte sie mal mehr, mal weniger. Sie habe ich noch länger gestillt. Und als sie sich mit 30 Monaten selber abgestillt hat, merkte ich erst, wie viele Kalorien sie durch die Milch zu sich genommen hat.

Bei mir haben zum Glück weder Mübe noch Kia Stress gemacht. Der Kia meinte, dass das etwas vorkommen könne, im Übergang zu fester Nahrung und gleichzeitigem Mobilwerden sei Essen halt oft unwichtig.

Das meine Geschichte... Lass dein Kind gesundheitlich abklären und dann entspannt euch.

Habe übrigens noch nachgeschaut: Mit 6 Monaten war meine Grosse 6400 g und mit Jährig 7400 g. Sie ist auch fast nicht in die Länge gewachsen, glaub von 68 auf 72 cm...

Mir gefällt der Satz "Gelassenheit gepaart mit Aufmerksamkeit" von Astin.
Pfunzle 06/04 und Gumsle 10/07

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Re: Baby nimmt nicht zu

Beitrag von Mialania » Di 5. Nov 2019, 08:21

Meine Vorrednerinnen haben eigentlich schon alles gesagt. Bei uns gab es ab ca 6 Monaten Fingerfood und haben sonst sehr oft gestillt. Ich habe das Kind entscheiden lassen, was es will und jetzt, mit anderthalb stille ich wieder mehr als vorher. Zahnen und nicht fit etc. Er ist bei der Jahreskontrolle auch stark von seiner Perzentile abgefallen, aber ist sonst fit.

Den einzigen Tipp, den ich dir nebst Druck raus nehmen, Kind machen lassen, Kinderarzt abklären lassen geben würde, ist: wenn du genug Milch hast und die im Kühlschrank lagerst, kannst du die Sahne abschöpfen und mehr von der geben. Das Dünne der Milch für ein Bad benutzen.

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