Fred Langzeitstillen

Rat bei Stillproblemen und Säuglingsernährungsfragen

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von danci » Mi 11. Jan 2017, 10:08

Ja, wir stillen noch. Die Kleine ist nun 20 Monate und es hat sich nicht viel verändert. Tagsüber kommt sie seltener, da gibt es andere spannende Sachen, aber nachts immer noch 3-5 Mal und natürlich abends morgens. Ich bin jetzt soweit, dass ich ihr einfach zwischendurch in der Nacht einen Schoppen gebe, wenn ich nicht mehr mag. Oder Papi legt sich neben sie. Dann wird zwar protestiert, aber sie schläft länger und besser. Meine Kräfte schwinden einfach langsam.... :?

Heute Nacht musste ich jedoch lachen. Normalerweise erwacht sie und zieht an meinem T-Shirt und sagt: "Mami tiue!" oder "Mami, chuum"! Und weil es wieder öfters ist, sage ich schon mal genervt: "Scho wieder?" Heute Nacht wacht sie auf, zieht an meinem T-Shirt und ruft: "Mami, scho wieder" :lol: :lol: :lol: :mrgreen:
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Carrys » Mi 11. Jan 2017, 10:09

Oh wie süss!
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Phase 1 » Mi 11. Jan 2017, 10:26

Hihi danci so süss!

Carrys nun ich hab einfach nein gesagt und bin auch wenn er energischer wurde aufgestanden.
Ich hab so immer mal eine Mahlzeit ausgelassen und dann ging es doch recht schnell.
Wir hatten dann in den Ferien wieder eine anhängliche Phase ( in den Herbstferien wo wir bei der Familie waren).
Da wollte er plötzlich wider ganz oft.
Ich hab ihn dann gelassen. Er hat aber schnell gemerkt das da nix mehr raus kommt und dann wars für ihn irgendwie definitiv erledigt.

Zuhause wars am Anfang halt schon mühsam.
Er wollte doch teils fast alle halbe Stunde und ich blieb dann konsequent.
Also zum Beispiel sagte ich ihm das er zuerst Mittag essen soll und wenn er dann noch will darf er noch etwas.
Abends hab ich aber extra streicheleinheiten und langes stillen gegeben.
Nachts hab ich mich weggedreht oder wie bei danci gesagt " schon wieder??".
An und an hab ich dann auch gesagt das er jetzt schlafen soll und ich ihm später die Brust gebe.
Oder eben ich sagte ich hätte aua dort ( was ja auch stimmt ich bin fast durch die Decke!)

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Satara » Mi 11. Jan 2017, 20:33

Wir sind jetzt bei 26 mte... es sieht nicht nach Abstillen aus...
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von sweetjona » Mi 11. Jan 2017, 21:43

Wir auch bald 26 Monate!
Aber nicht mehr so oft... mittags zum einschlafen ab und zu! Abends und nachts vielleicht so 2 mal...
Ich geniesse es und er ist halt einfach der totale Schmuser :-)

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Carrys » Do 12. Jan 2017, 08:44

Ja also wenn sie könnte, würde sie wohl mehr an der Brust sein. Ich arbeite aber ja noch :-) Wir stillen noch oft, manchmal einfach auch nur im Kuschelmodus. Ihr zu sagen, es ist jetzt vorbei oder so ähnlich, würde gar nicht klappen. Sie ist da echt stur. Und mich stört es ja nicht....
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Aliyah » Do 12. Jan 2017, 12:56

Wir haben vor knapp einer Woche komplett abgestillt d.h nun auch endlich nachts. Ging wider Erwarten relativ problemlos. Hbe ihr an Tag erklärt, dass Sie nun mit bald 2 kein Baby mehr ist und es darum keine Milch mehr gibt. Sie hat es jeweils bejaht. Nachts hat sie nach mir geschrieen und liess sich vom meinem mann nicht beruhigen. Aber als we sie mir brachte,hat sie aber nur einmal das Zeichen fürs Stillen gemacht und als ich sagte es gibt nichts, ist sie mit kuscheln gut wieder eingeschlafen. Danach hat sie jeweils selber wieder in den Schlaf gefunden. Und sie schläft nun etwas besser, nicht durch aber 1-2x aufwachem ist schol Welten besser als 3-6x!! Ich habe nun endlich wieder Energie und fühl mich viiiel wacher (obwohl ich nicht Viel mehr schlafe).
Damit verabschiede ich mich hier aus dem Thread und wünsche euch allen alles Gute und viel Durchhaltevermögen.
Lg Aliyah
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Chiapudding » So 14. Mai 2017, 02:26

Hoi zusammen

Da ich mit meinem Töchterchen derzeit Probleme habe, welche aufgrund ihres Alters (15 Monate) bereits in die Kategorie Langzeitstillen fallen, melde ich mich mal in diesem "Fred" (wieso schreibt ihr das eigentlich so :) )

An sich finde ich es ja völlig in Ordnung, dass sie immer noch gerne meine Milch trinkt. Allerdings hatte ich es mir so vorgestellt und gewünscht, dass das Stillen nach Einführung der Beikost allmählich mehr zum schönen Zusatz wird, ein Extra an Nähe und Nahrung sozusagen. Sie hat dann aber fast das ganze erste Lebensjahr durch nichts gegessen. Mittlerweile gibt es aber eine bescheidene Auswahl an Lebensmittleln, welche sie in kleinen, über den Tag verteilten Portiönchen zu sich nimmt... Na ja, da sie bislang immer gesund und normalgewichtig war, habe ich mich irgendwann getraut, das mühsame Abpumpen während der Arbeitszeit sein zu lassen. Leider trinkt sie aber auch nicht so viel und ist immer wieder verstopft.

Meine Situation ist zurzeit so, dass ich von ihrem Vater getrennt lebe, arbeiten muss und sie vorerst mit mir im Bett schlafen lasse (sie war sich das aus der alten Wohnung mit meinem Noch-Ehemann bereits so gewohnt). Nachts schläft sie teils ganz anständig am Stück (d.h. bei ihr, so 6-7 Stunden ohne Stillpause), aber häufiger kommt es vor, dass sie gefühlt die ganze Nacht an meine Brust will. Wobei sie auch nicht wenig trinkt, wie mir die vollgesogene Windel morgens jeweils zeigt... Mir tut das dann leid, weil ich den Eindruck bekomme, dass sie und ich nachts nicht durchschlafen können, weil sie sich die Milch tagsüber ja nicht ausreichend holen kann. Ebenfalls gibt es mir zu denken, wie sie sich tagsüber verhält, wenn sie mit mir zusammen ist. So beginnt sie zu quengeln und zu weinen, sobald ich nachhause komme (egal, wie zufrieden sie kurz davor noch gewesen ist) und rastet förmlich aus, wenn ich z.B. kurz ins Bad verschwinde, bevor ich sie an die Brust lasse. Wenn ich frei habe, bekomme ich den Eindruck, dass ich mein Kind zurzeit nicht auf den Schoss oder den Arm nehmen kann, ohne dass es nach meinen Brüsten greift und saugen will (egal, ob gerade etwas drin ist...). Zuhause gebe ich dem fast immer nach. Wenn nicht, weint sie dicke Tränen. Auch draussen passt es ihr nicht so recht, wenn ich mich z.B. im Bus nicht sofort zur Verfügung stellen will. Dort sorgt die Ablenkung aus der Umgebung aber wohl dafür, dass das Drama nicht ganz so übel ausfällt. Habe bereits viel Text verfasst... Vielleicht kennt ihr das ja und könnt Tipps geben, wie ich damit umgehen soll. Wie man wahrscheinlich merkt, bin ich nicht wirklich die strenge, konsequente Mama und will das auch nicht unbedingt sein. Andererseits bin auch ich nur ein Mensch, hätte gerne etwas mehr Freiheit (traue mich nicht, sie abends jemand anderem anzuvertrauen, da sie dann bei mir nur an der Brust einschläft). Zudem bekomme ich auch mit, wie bei Freundinnen mit nicht mehr stillenden Gleichaltrigen scheinbar Vieles einfach viel reibungsloser und selbstverständlicher klappt...da frage ich mich dann, ob ich doch unbewusst künstlich das Babyalter bei meiner Kleinen verlängere (wie es ja Kritiker vom Langzeitstillen und Familienbett so gern behaupten). Freue mich über eure Ratschläge.

LG
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von stella » So 14. Mai 2017, 12:19

Och! Da kommt ja eine ganze Menge zusammen bei dir!
Es ist ja klar, wenn die Kleine den ganzen Tag über von dir getrennt war, dass sie dann stillen will. Das war bei meinen Kindern, und ich lebte nicht getrennt, auch so. Und ich habe das auch genossen. Es werden so schöne Entspannungshormone ausgeschüttet, die mir halfen, mich runter zu fahren.

Und dass sie das vehement einfordert, das ist auch klar. Schau, es ist nur noch eine kurze Zeit, bei der du ein wenig tricksen musst. Schon bald kannst du mit ihr darüber reden. Ich habe in dem Alter begonnen, tagsüber auf einem bestimmten Stuhl zu stillen und als meine Kinder mich verstehen konnten, habe ich ihnen erklärt, dass wir nur noch dort stillen. Ausserdem habe ich mit ihnen ein anderes Wort für Stillen gesucht (Dodo ha) und so konnten sie mit mir auswärts darüber reden. Und ich konnte ihnen dann entgegnen, dass wir das Zuhause auf dem Stuhl machen werden.

Auch das an der Brust einschlafen... Das wird sich bestimmt von alleine geben. Und bis dahin ist es nicht mehr lange, gesehen auf dein ganzes Leben.

Und wegen dem nachts trinken... Das mag eine Gewohnheitssache sein. Und doch gibt es eine kleine Anzahl von Kindern, die das in dem Alter noch brauchen. Der unterbrochene Schlaf ist eigentlich evolutionsmässig normal. Als es noch keine Glühbirnen gab, schliefen die Menschen eine Runde, standen dann auf, scheuerten das Feuer und machten im Schein des Feuers noch einige Arbeiten und gingen dann wieder schlafen. Wichtig ist einfach, dass ihr beide zu möglichst zu genügend Schlaf kommt. Das heisst, ihr müsst wohl etwas früher zu Bett...

Wenn du nachts abstillen willst, dann wird oft empfohlen, dass man "remove the milk". Also, dass man alles gleich lässt und dann, dass die Mutter später in ein anderes Bett zum Schlafen geht. Im besten Fall hätte man einen Partner, der das Kind bei Erwachen versucht zu trösten. Es braucht viel Zeit und Kraft, dies durch zu ziehen. Du mit der Milch kannst sie nicht beruhigen - das Kind wird immer durch den Geruch daran erinnert werden.

Der Leidensdruck muss also sehr, sehr hoch sein, damit du so etwas durchziehen kannst.

Vielleicht noch: Die meisten Kinder stillen sich von selber irgendwann mal ab. Wenn man sie lassen würde, dann wäre das Abstillalter zwischen 3 und 4 Jährig, andere sagen auch, dass es um 7 Jährig wäre... Meine Langzeitstillkolleginnen hatten alle aber Kinder, die im erst genannten Alter sich selbstbewusst abgestillt haben.

Ich würde mich freuen, wenn mein Kind sich nachts selbstbewusst das holt, was es halt am Tag verpasst. Das machen viele Kinder. Und wie schon geschrieben, ist die Phase auf dein Leben gesehen sehr kurz. Wenn du schaust, dass du genügend Erholung hast, dann kann Frau so mehrere Jahre lang leben. Und rückwirkend gesehen war die Stillzeit eine enorm schöne Zeit. Sie kommt genau mit diesem Kind NIE mehr zurück. Sie ist einzigartig und wunderbar. (Und ja, es ist enorme Stillarbeit. Und ja, man ist gebunden. Und trotzdem: Sooooo schön!)

Kannst du mit meinen Worten etwas anfangen?
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Chiapudding » So 14. Mai 2017, 22:59

Ja, da gebe ich dir schon recht, Stella: es ist auch eine sehr schöne, wertvolle Zeit. Von der Energie her komme ich zwar teils an meine Grenzen, aber ich erhalte zum Glück viel Unterstützung von meiner Familie und bin momentan noch nicht so weit, dass ich aus einem hohen Leidensdruck heraus gleich ganz abstillen wollte. Bloss beansprucht die Kleine mich stilltechnisch derzeit oft so intensiv, dass ich mich angesichts ihres Alters frage, wann ihr Bedürfnis nach der Brust endlich etwas nachlassen wird. Sie nimmt allerdings auch keinen Nuggi.

Dass du schreibst, du wüsstest von vielen Kindern, welche sich zwischen drei bis vier Jahren von sich aus abgestillt haben, beruhigt mich etwas. Mein Mädchen bringt in seinem zarten Alter nun bereits eine solch heftige Willenskraft zum Ausdruck, dass ich mich voller Bange frage, ob ich künftigen Trotzanfällen von ihm werde standhalten können... Insofern denke ich, dass ich bereits jetzt zumindest ein paar Regeln in Bezug auf das Stillen aufstellen sollte, damit sie akzeptieren lernt, dass ich ihr die Brust nicht immer und überall geben muss. Ich glaube ja, dass sie meine grundsätzlichen Wünsche an sie schon sehr gut versteht:) Glaube, ich werde für den Anfang mal versuchen, ihr zu sagen, dass zuhause nur noch im Schlafzimmer gestillt wird (und nicht etwa irgendwann mitten im Spiel in der Stube oder im Bad, wenn ich ihr eigentlich gerade die Nägel schneiden wollte...). Sie will in solchen Alltagssituationen manchmal einfach nur mal kurz saugen... Ob dies der Entspannung dient oder es eher darum geht, sich zu versichern, dass ich und meine Brust anwesend sind...ich weiss es nicht.

Weiterhin Sorgen bereiten mir die Nächte. Ihr Vater wünscht sich zwar, dass sie bald irgendwann mal bei ihm übernachten kann, aber ich finde, ihm fehlt oft das Gefühl dafür, wie er sie beruhigen kann und was das Stillen anbelangt, meint er, ich könne ihm ja einfach etwas abgepumpte Milch mitgeben, Problem gelöst. Ja, klar....den will ich mal sehen, wie er im 2-Stundentakt aufsteht und Milch aufwärmt, während sie unterdessen immer heftiger weint... Wobei ich den Versuch, sie über Nacht jemand anderem in Obhut zu geben, ja noch nicht gewagt habe. Vielleicht müsste ja gar nicht alles so kompliziert sein und sie würde bei ihren Grosseltern brav schlafen(?) Ich kann mir nicht vorstellen, weitere Monate ohne jeglichen Ausgang in den Abendstunden auszukommen. In meinem Bekanntenkreis hat niemand diese Einschränkung, meine sozialen Kontakte leiden also. Ausserdem habe ich den starken Wunsch, mindestens noch ein zweites Mal Mutter zu werden und müsste dazu erst einmal potentielle neue Partner kennenlernen. Es ist vorläufig ein Dilemma für mich. Einseits möchte ich meine Tochter ihre Stillzeit noch etwas auskosten lassen, andererseits ertappe ich mich ständig dabei, wie ich mich frage, wie lange die jetzige starke Nachfrage denn noch andauern wird.

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Carrys » So 14. Mai 2017, 23:11

Ach ich muss dir unbedingt schreiben...aber dafür muss ich an den PC.Mein stillkind ist fast drei und sehr stur,ohne Brust geht gar nichts.Werde dir gerne in den nächsten Tagen berichten...auch Betr Ausgang etc
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Carrys » Di 16. Mai 2017, 08:49

So endlich am PC :-)

Liebe Chiapudding ich berichte dir mal wie es bei mir ist. Meine Tochter wird im August drei Jahre alt. Wir stillen noch und zwar noch recht viel. Seit Beginn an wollte sie immer nur die Brust. Kein Nuggi, kein Schoppen. Meine Kleine war so stur, dass sie sogar im Kinderhort locker 5-6std. auf mich gewartet hat und das gerade mal mit 4Monaten. Die Nächte waren diesbezüglich sehr bescheiden. Noch heute hängt sie zum Teil die halbe Nacht an mir :-)
Da sie so sehr am stillen hängt, macht das mich natürlich ein stückweit unersetzbar und auch unflexibel. Wir haben uns aber gut arrangiert denke ich. Ich fing nach 4Mt wieder 40-60% an zu arbeiten. Waren es lange Tage ging ich über den Mittag in den Hort um sie zu stillen (Weg 1.5Std. und einen sehr lieben Chef). Nach dem ersten Jahr habe ich dies dann aber aufgegeben und es hat erstaunlicherweise geklappt. Sie hat gelernt darauf zu verzichten, wenn ich nicht da bin. Wenn ich dann aber da bin, möchte sie zuerst gestillt werden. Das ist auch heute noch so. Meine erste Handlung wenn ich sie im Hort abholen: Stillen. Das erste was wir morgens machen: Stillen. Das letzte was wir abends machen: Stillen. Und sitz ich mal auf dem Sofa: stille ich :-)
Ich habe für mich entschieden nach Bedarf zu stillen. In diesem Alter hat es nichts mehr mit Nahrungsaufnahme zu tun, sondern es ist unsere Art zu kuscheln. Ich bin ihre sichere Basis. Ich beruhige sie, ich heile sie, ich gebe ihr eine Pause etc. Ich habe mich von ihrem Vater getrennt, da war sie noch keine 1.5 Jahre alt. Für ihn ist das Langzeitstillen sehr abstrakt. Es schränkt ihn natürlich auch ein. Er hat aber mittlerweile akzeptiert, dass sie braucht was sie halt braucht. Meine Tochter hat noch nie eine Nacht ohne mich verbracht. Zum einschlafen braucht sie das Stillen. Das heisst aber nicht, dass ich nicht ausgehen. Ich muss lediglich waren bis sie einschläft und wenn sie halt wieder wach wird, nach Hause kommen. Gut, mittlerweile haben wir es auch akzeptiert, wenn sie halt mal zwei drei Stunden auf mich warten muss. Sie weigert sich partout ohne mich bzw die Brust einzuschlafen.
Ich habe für mich entschieden, dass ich ihr die Zeit gebe möchte, die sie braucht. Ich bin davon überzeugt, dass sie irgendwann von alleine die Brust nicht mehr möchte. Und bis jetzt stört es mich ja auch nicht sondern sehe es als ein Geschenk an. Es bindet doch sehr und ich freue mich darüber, haben meine Tochter und ich etwas, dass nur uns gehört. Alles andere lässt sich irgendwie regeln. Wie grösser die Kinder werden, desto mehr verstehen sie. Sie können dann auch mal warten oder akzeptieren einen Ersatz (Wasser, Milchschoppen, Nuggi etc.). Ich denke, sprich einfach mit mir. Manchmal muss auch ich zu meiner Tochter sagen, dass es jetzt einfach nicht geht. Das ich nicht mag oder keine Zeit habe.
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Chiapudding » Fr 19. Mai 2017, 23:52

liebe carrys

liebe carys
danke für deine antwort. ich musste zwischenzeitlich einmal notfallmässig abends spät ohne die kleine raus, als sie noch nicht im bett war. meine schwester blieb mit ihr bei uns zuhause. als fazit kann man sagen, dass es zwar beide gut überlebt haben, allerdings musste meine schwester sie lange in der tragehilfe durch die wohnung befördern und als sie später nochmals aufgewacht ist und sauer wurde, weil es statt der üblichen milch bloss wasser im angebot gab, hat meine schwester mir eine verzweifelte whatsapp-nachricht geschickt, sodass ich, nur halb fertig, mit dem, was ich eigentlich vorhatte, wieder nachhause geeilt bin. ausserdem bin ich mir nun sicher, dass die kleine zurzeit auch schon wieder am zahnen ist und dadurch noch stärker als sonst trost an der brust sucht. dass sie diesen bekommen soll, steht für mich ausser frage. ich war schon oft froh und dankbar, dass ich in schwierigen momenten auf diese weise für sie da sein kann. daher kann ich mich wohl auch trotz den gefühlen von stress, welche ich zurzeit leider auch mit dem stillen verbinde, nicht einfach so ohne weiteres dazu entschliessen, die für uns beide so schöne zeit mit tränen und zwängerei enden zu lassen.

wenn ich mit ihrem vater noch in einer harmonischen partnerschaft zusammenleben würde, käme mir die sache etwas einfacher vor. von ihm könnte ich erwarten, dass er sie, falls nötig, stundenlang nachts herumträgt. auch wäre da weniger das gefühl, mein kind „abgegeben“ zu haben. wahrscheinlich ist es übertrieben von mir, so zu fühlen, denn meine tochter verbringt regelmässig und viel zeit mit ihren grosseltern sowie mit meinen schwestern… dennoch höre ich irgendwie noch meine nachsorgehebamme ganz bestimmt sagen, ich solle nur ja nicht zulassen, dass mein baby länger als für eine stunde von mir entfernt würde, denn ein kleines kind gehöre einfach zum mami, was ja dann wohl ich wäre…

aber wenn ich mir vorstelle, dass es gut möglich ist, dass ich nochmals ein bis drei Jahre lang stillen sollte, wenn ich den zeitpunkt des abstillens tatsächlich ihr überlassen möchte, so weiss ich trotzdem nicht, ob bis dahin bei mir die sehnsucht nach mehr freiheit nicht stärker sein wird. ah ja, als ich neulich zum arzt musste (nackenschmerzen), empfahl mir dieser gleich zwei-, dreimal, ich solle doch abstillen (und nein, ich hatte ihn nicht gefragt, was er dazu meint:))

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von stella » Sa 20. Mai 2017, 19:43

Chiapudding hat geschrieben:Ja, da gebe ich dir schon recht, Stella: es ist auch eine sehr schöne, wertvolle Zeit. Von der Energie her komme ich zwar teils an meine Grenzen, aber ich erhalte zum Glück viel Unterstützung von meiner Familie und bin momentan noch nicht so weit, dass ich aus einem hohen Leidensdruck heraus gleich ganz abstillen wollte. Bloss beansprucht die Kleine mich stilltechnisch derzeit oft so intensiv, dass ich mich angesichts ihres Alters frage, wann ihr Bedürfnis nach der Brust endlich etwas nachlassen wird. Sie nimmt allerdings auch keinen Nuggi.

Ich hatte zwei Kinder, die lieber die Brust als den Nuggi genommen haben. Bei einem Kind dachte ich, dass ich sie wohl noch bei der Hochzeit stillen werde. Sie hat sich dann ganz selbstbewusst von einer Woche auf die andere mit 30 Monaten abgestillt. Ich bin fast nicht nach gekommen. Auch, wenn du dir das jetzt nicht vorstellen kannst: DAS wird geschehen! Irgendwann.

Dass du schreibst, du wüsstest von vielen Kindern, welche sich zwischen drei bis vier Jahren von sich aus abgestillt haben, beruhigt mich etwas. Mein Mädchen bringt in seinem zarten Alter nun bereits eine solch heftige Willenskraft zum Ausdruck, dass ich mich voller Bange frage, ob ich künftigen Trotzanfällen von ihm werde standhalten können... Insofern denke ich, dass ich bereits jetzt zumindest ein paar Regeln in Bezug auf das Stillen aufstellen sollte, damit sie akzeptieren lernt, dass ich ihr die Brust nicht immer und überall geben muss. Ich glaube ja, dass sie meine grundsätzlichen Wünsche an sie schon sehr gut versteht:) Glaube, ich werde für den Anfang mal versuchen, ihr zu sagen, dass zuhause nur noch im Schlafzimmer gestillt wird (und nicht etwa irgendwann mitten im Spiel in der Stube oder im Bad, wenn ich ihr eigentlich gerade die Nägel schneiden wollte...). Sie will in solchen Alltagssituationen manchmal einfach nur mal kurz saugen... Ob dies der Entspannung dient oder es eher darum geht, sich zu versichern, dass ich und meine Brust anwesend sind...ich weiss es nicht.

Ich finde das einen ganz wichtigen Punkt. Mir war es selber sehr, sehr wichtig, dass mein Kind nicht immer und überall über mich verfügt. Mit zunehmendem Alter hätte ich das gestört. Wenn ich nicht da war, dann hat sie ja auch mit anderen Dingen vorlieb genommen. Darum habe ich stillen zuhause auch ans Schlafzimmer gekoppelt - dort entweder nachts im Bett oder tags auf dem Stuhl. Und eben: Beginne, eine Art Codewort fürs Stillen einzuführen. Dann kannst du mit ihr auswärts darüber reden, ohne dass die anderen nach kommen, was gemeint ist.
Solche Einführungen dauern im Fall ein halbes Jahr oder länger. Und es braucht liebevolle Hartnäckigkeit, immer wieder das gleiche zu sagen.

Ich fand auch herauszögern gut... Also, wenn mein Kind stillen wollte, ich z.B. sagte, dass ich noch die Küche fertig machen möchte und dann würde ich kommen. (Das geht im Fall nicht, wenn du von der Arbeit heim kommst. Meine Kinder haben mich da kaum die Schuhe ausziehen lassen...)


Weiterhin Sorgen bereiten mir die Nächte. Ihr Vater wünscht sich zwar, dass sie bald irgendwann mal bei ihm übernachten kann, aber ich finde, ihm fehlt oft das Gefühl dafür, wie er sie beruhigen kann und was das Stillen anbelangt, meint er, ich könne ihm ja einfach etwas abgepumpte Milch mitgeben, Problem gelöst. Ja, klar....den will ich mal sehen, wie er im 2-Stundentakt aufsteht und Milch aufwärmt, während sie unterdessen immer heftiger weint... Wobei ich den Versuch, sie über Nacht jemand anderem in Obhut zu geben, ja noch nicht gewagt habe. Vielleicht müsste ja gar nicht alles so kompliziert sein und sie würde bei ihren Grosseltern brav schlafen(?) Ich kann mir nicht vorstellen, weitere Monate ohne jeglichen Ausgang in den Abendstunden auszukommen.

Warum nicht? Was ist so wichtig am Ausgang? Gibt es nicht die Möglichkeit, am Weeki tagsüber weg zu gehen? Dann könnte der Kindsvater trotzdem hüten.
Ich halte wenig davon, so kleine Stillkinder so früh über Nacht weg zu geben. Ihr seid gegenseitig aufeinander angewiesen. Meine Brüste wären zu der Zeit geplatzt!!
Ich war auch abends im Ausgang. Aber da habe ich halt etwas in der kleinen Stadt gewählt, habe vorher gestillt, dann bin ich weg und alls Stillen wieder angesagt war, hat mein Mann mir eine SMS geschrieben und ich war innerhalb von 15 Min. wieder zuhause.
Ehrlich: Es war nur der Gedanke daran, dass ich nicht weg kann, schlimm. Die Tatsache, dass es halt so war und ich nicht so viel Auswahl hatte, war im Endeffekt nicht so schlimm, wie wenn ich es durchgezogen hätte. Dann hätte ich nämlich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen bekommen, dass mein Vergnügen wichtiger ist, als die Beziehung zu meinem Kind.


In meinem Bekanntenkreis hat niemand diese Einschränkung, meine sozialen Kontakte leiden also.

Welche Rolle spielt das? Sind das nun die besseren Eltern? Und ja, die herkömmlichen sozialen Kontakte leiden, wenn man Mutter wird. Gute soziale Kontakte werden das verstehen und die werden auch nachher noch bestehen. Schlechte halt nicht, dafür kommen neue - wenn man z.B. mit dem Kind in die Krabbelgruppe geht oder später, wenn das Kind Hobbys haben wird.

Ausserdem habe ich den starken Wunsch, mindestens noch ein zweites Mal Mutter zu werden und müsste dazu erst einmal potentielle neue Partner kennenlernen.

Hui... Es ist zwar doof, dass es mit dem Kindsvater nicht geklappt hat, aber hier jetzt einen auf Druck und Panik zu machen und an einem Lebensentwurf festhalten zu wollen, das bringt doch nichts. Den Mann fürs Leben kannst du überall kennen lernen. Ich habe meine Männer NIE im Ausgang kennen gelernt. Immer irgendwo, beim Sport, beim Einkaufen, an einer Weiterbildung... Aber nicht im Ausgang. Und ich ging oft und gerne in den Ausgang... Von dem Moment an, von dem ich nicht mehr krankhaft einen Mann gesucht habe, von dem Moment an stand er vor mir.

Es ist vorläufig ein Dilemma für mich. Einseits möchte ich meine Tochter ihre Stillzeit noch etwas auskosten lassen, andererseits ertappe ich mich ständig dabei, wie ich mich frage, wie lange die jetzige starke Nachfrage denn noch andauern wird.

Ich gehe mit solchen Situationen wie folgt um:
Ich setze mir ein Datum in der Zukunft, von dem ich denke, dass ich mit diesem Thema, diesem "Problem" noch gut leben kann. In der Zeit bis dahin lege ich mir einen Plan A, B und C zurecht. Und am Datum schaue ich, ob es noch so ist oder ob es sich verändert hat. So habe ich gerade in der Stillzeit manche Krise überwunden. Du wirst immer wieder Phasen haben, in denen dein Kind von 2 Mal stillen plötzlich wieder alle 2 Stunden verlangen wird. (z.B. bei Krankheit, Zahnen,...) GENIAL!!! Ich musste mir bei der Kleinen nie Sorgen machen, dass sie zuwenig bekommt, wenn sie krank war. Und dann kommen wieder Phasen, in denen sie weniger verlangen wird. Sie wird auch immer mehr essen. Es braucht jetzt noch gerade ein wenig Geduld.
Es wird auch möglich sein, sie über nacht zu liebevollen Betreuern zu geben. Einfach noch nicht jetzt gerade. In drei, vier Monaten kann das wieder anders aussehen.
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von stella » Sa 20. Mai 2017, 19:50

Chiapudding hat geschrieben:liebe carrys

liebe carys
danke für deine antwort. ich musste zwischenzeitlich einmal notfallmässig abends spät ohne die kleine raus, als sie noch nicht im bett war. meine schwester blieb mit ihr bei uns zuhause. als fazit kann man sagen, dass es zwar beide gut überlebt haben, allerdings musste meine schwester sie lange in der tragehilfe durch die wohnung befördern und als sie später nochmals aufgewacht ist und sauer wurde, weil es statt der üblichen milch bloss wasser im angebot gab, hat meine schwester mir eine verzweifelte whatsapp-nachricht geschickt, sodass ich, nur halb fertig, mit dem, was ich eigentlich vorhatte, wieder nachhause geeilt bin.

Davon hat sie bestimmt keinen Schaden genommen. Und du warst ja auch relativ schnell wieder zuhause. Geht doch. Auch wenn es nicht ganz befriedigend ist, weil du nicht fertig machen konntest und weil dein Kind warten musste. Es ist halt eine Art Kompromiss.

ausserdem bin ich mir nun sicher, dass die kleine zurzeit auch schon wieder am zahnen ist und dadurch noch stärker als sonst trost an der brust sucht.

DAs habe ich mir gedacht. Und da stillt Stillen halt mit dem Druck auf die Pilgern den Schmerz ungemeine.

dass sie diesen bekommen soll, steht für mich ausser frage. ich war schon oft froh und dankbar, dass ich in schwierigen momenten auf diese weise für sie da sein kann. daher kann ich mich wohl auch trotz den gefühlen von stress, welche ich zurzeit leider auch mit dem stillen verbinde, nicht einfach so ohne weiteres dazu entschliessen, die für uns beide so schöne zeit mit tränen und zwängerei enden zu lassen.

wenn ich mit ihrem vater noch in einer harmonischen partnerschaft zusammenleben würde, käme mir die sache etwas einfacher vor. von ihm könnte ich erwarten, dass er sie, falls nötig, stundenlang nachts herumträgt. auch wäre da weniger das gefühl, mein kind „abgegeben“ zu haben. wahrscheinlich ist es übertrieben von mir, so zu fühlen, denn meine tochter verbringt regelmässig und viel zeit mit ihren grosseltern sowie mit meinen schwestern… dennoch höre ich irgendwie noch meine nachsorgehebamme ganz bestimmt sagen, ich solle nur ja nicht zulassen, dass mein baby länger als für eine stunde von mir entfernt würde, denn ein kleines kind gehöre einfach zum mami, was ja dann wohl ich wäre…

Vergiss den Spruch. Ich finde, wenn sich eine Mama bemüht und alles versucht, dann ist das okee. Und wenn sie nicht mehr kann und das Kind halt auch mal regelmässig weg gibt, dann ist das auch okee. Wichtig ist, dass es der Mutter gut geht, dann geht es auch dem Kind gut. Kinder arrangieren sich mit der Situation.

aber wenn ich mir vorstelle, dass es gut möglich ist, dass ich nochmals ein bis drei Jahre lang stillen sollte, wenn ich den zeitpunkt des abstillens tatsächlich ihr überlassen möchte, so weiss ich trotzdem nicht, ob bis dahin bei mir die sehnsucht nach mehr freiheit nicht stärker sein wird.

Dann wirst zu zum gegebenen Zeitpunkt selbstbestimmt entscheiden, wie euer Weg weiter gehen soll. Was nützt es dir, wenn du dir jetzt darüber Gedanken machst? Nix. Stille, so lange, wie du magst, wie es für euch stimmt. Und wenn du nicht mehr magst, überprüfe, ob es eine kurzfristige Krise ist oder aber, ob die Zeit gekommen ist und wenn ja, dann stille selbstbewusst ab.

ah ja, als ich neulich zum arzt musste (nackenschmerzen), empfahl mir dieser gleich zwei-, dreimal, ich solle doch abstillen (und nein, ich hatte ihn nicht gefragt, was er dazu meint:))
Die Lösung ist einfach: Nicht mehr erzählen, dass du noch stillst. Es gibt praktisch niemand, der dafür Verständnis hat, obwohl die WHO stillen bis zum 2. Lebensjahr empfiehlt und obwohl es viele Menschen und viele Kulturen gibt, in denen die Kinder deutlich länger als bis zum 2. Lebensjahr gestillt werden.
Informiere dich bei der LaLecheLiga oder auf einschlägigen Foren übers Langzeitstillen. Bei mir wussten am Schluss nur noch mein Mann und meine Freundin und meine ältere Tochter, dass ich die Kleine noch stille. Ich meine, man wird ja schon schräg angeschaut, wenn man ein 8 monatiges Bebe stillt!
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Chiapudding
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Chiapudding » So 21. Mai 2017, 00:00

liebe stella

dem arzt hatte ich das mit dem stillen bloss erzählt, weil ich etwas gegen die schmerzen einnehmen wollte, das der kleinen nicht schadet. ich habe ihm seine gut gemeinten ratschläge nicht weiter übel genommen, es hat mich eher belustigt. du hast schon recht: die leute haben generell ziemlich rasch das gefühl, das kind wäre nun doch schon viel zu alt fürs stillen. wenn es nach meiner mutter und unserer schon etwas älteren kinderärztin gegangen wäre, hätte ich meiner tochter, als sie die beikost verweigerte, einen breischoppen zubereiten sollen. na ja, mir erschien es dann sinnvoller, ihr noch etwas zeit zu geben, damit sie dann halt von der muttermilch zum normalen essen übergehen kann.

über das langzeitstillen habe ich schon einiges gelesen, weil ich irgendwie schon das gefühl hatte, dass das thema bei uns mit einjährig noch nicht ganz durch sein könnte:) ich würde mich allgemein als typ bezeichnen, der alternativen vorstellungen vom guten leben nicht abgeneigt ist. will heissen: ich mache auch sonst nicht immer alles so, wie es die mehrheit um mich normal finden würde (wobei, eben: was heisst das schon...). den bedarf, ein codeworte einzuführen, sehe ich momentan bei uns noch nicht. momentan gibt sie mir ihr bedürfnis noch nonverbal mit zerren am ausschnitt und nach-den-brüsten-greifen zu verstehen. sobald sie sprachlich etwas weiter ist, darf sie dann von mir aus gerne nach dem "mops" verlangen (die bezeichnung hat sich zwischen meinem noch-mann und mir seit ich stille irgendwie so durchgesetzt). in der öffentlichkeit stillen werde ich womöglich nicht mehr ewig (momentan habe ich noch nicht den eindruck, dass gross geglotzt wird), aber aus der sache an sich möchte ich kein geheimnis machen. mir ist jedenfalls wohler dabei, wenn mein kind meine milch trinkt als wenn es stattdessen die milch irgendwelcher anonymer kälber vorgesetzt bekommt.

was das thema ausgang und partnersuche betrifft, fühle ich mich von dir etwas missverstanden. klar, kann ich auch mal am wochenende tagsüber etwas unternehmen. aber ich kenne auch interessante menschen, denen diese zeiten aus verschiedenen gründen nicht gut passen und diese möchte ich nicht einfach durch neue chrabbelgruppen-kontakte o.ä. ersetzen. unter "ausgang" verstehe ich zudem nicht etwa eine party bis morgens um fünf, sondern dinge wie mit einer freundin auswärts znacht essen, an einen poetry slam gehen oder mit einer gruppe von freunden in einer bar etwas feiern und dann um mitternacht oder so nachhause fahren. und ja, das fehlt mir nach fünfzehn monaten schon allmählich. ich habe ja nicht den anspruch, als kleinkind-mami ständig draussen auf der piste sein zu müssen, doch so alle ein, zwei wochen mal nach acht uhr nachhause kommen zu dürfen wäre mir schon ein bedürfnis. es macht mich unzufrieden, dass ich das (noch) nicht kann. was einen möglichen partner betrifft, so möchte ich schon nicht allein darauf vertrauen, dass der sich mir im öv oder in der migros präsentieren wird. mit kind wird man nicht unbedingt gleich als single wahrgenommen und ich arbeite in einem frauenberuf. wenn du persönlich die erfahrung gemacht hast, dass die passenden männer ganz von selbst in dein leben getreten sind, mag ich es dir gönnen. dass du aber mein bestreben, für mich gelegenheiten zum kennenlernen von möglichen partnern zu schaffen, mit "krankhaft einen mann suchen" gleichsetzt, finde ich schon etwas heftig!

für mich ist durch die sache mit dem zahnen vorläufig das thema mal etwas aufgeschoben... sie soll es in diesen schwierigen tagen so haben, wie sie es kennt. war allerdings schon anstrengend gerade heute. sie klebte den ganzen vormittag nur an meinem hosenbein und weinte, sobald ich die geringsten anstalten machte, mich einen schritt von ihr zu entfernen:(

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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von stella » So 21. Mai 2017, 09:56

Ui Chiapudding
Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Mit dem "nicht mehr krampfhaft nach Mann gesucht" habe ich dir lediglich meine Erfahrung geschildert. Der Umkehrschluss, dass du das auch machst, ist nicht zulässig...

Ich verstehe dich schon. Und klar, es ist abends einfach ein anderer Groove... Nur ist es halt schwierig, wenn du noch stillst.
Ich kann mir vorstellen, dass du eine ganze Chuttle jünger als ich bist. Ich war 31 Jahre alt, als Pfunzi geboren wurde. Ich hatte alles gemacht, was ich wollte. Aber am Anfang war für mich das Angebundensein und vor allem die lebenslange Verantwortung sehr, sehr schwierig. Aber es ging halt wegen dem Stillen nicht anders.

Wenn ich unbedingt in den Ausgang hätte gehen wollen, dann hätte ich wohl gestillt, wäre dann sofort gegangen und wäre halt nach 4 Stunden wieder zuhause gewesen. (Habe ich einmal an einem Konzert so gemacht...)
Und meine kinderlosen Freundinnen habe ich zum Essen zu mir nach Hause eingeladen. So konnten wir auch open end quatschen, philosophieren und ich war nicht unter Stress...

Übrigens habe ich ganz, ganz tolle Frauen in der Krabbelgruppe kennen gelernt. Und auch einige Mütter der Freundinnen meiner Kinder sind mittler weilen auch meine Freundinnen... Vielleicht wäre so etwas eine Chance für dich? ;-)
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Carrys » Fr 18. Aug 2017, 09:59

Stillt noch wer? Wir stillen jetzt schon drei Jahre und kein Ende in Sicht :-)
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Barfüesslerin » Sa 19. Aug 2017, 14:07

Bis jetzt war ich nur stille Mitleserin. Und eben auch sogenannte Langzeitstillerin, obwohl ich in diesem Thread wohl eher zu den Kurzzeitstillerinnen gehöre. :P
Wir stillen seit 16 Monaten und sind noch sehr zufrieden damit (überwiegend nachts. Tagsüber eher als Trösterli). Ein Ende zeichnet sich nicht ab. Aber ich vermute, Sohnemann wird das irgendwann von einem Tag auf den anderen beenden.
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Re: Fred Langzeitstillen

Beitrag von Leela » Sa 19. Aug 2017, 15:25

Das letzte Stillen ist nun mehrere Tage her. War schon länger nur noch ein Einschlafstillen und nun klappts plötzlich mit zusammen Hinlegen.
Bubi ist 2J3Mt.
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