"Kötzli-Kind"

Rat bei Stillproblemen und Säuglingsernährungsfragen

Moderator: Züri Mami

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Faline
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"Kötzli-Kind"

Beitrag von Faline » Mo 7. Jan 2019, 16:53

Hallo zusammen
Mein Baby ist mittlerweile 3,5 monate alt. ich stille es voll, habe auch mehr als genug Milch. leider kommt fast immer direkt nach dem absetzen viel Milch raus. oft reicht es mir nicht einmal, mein Kind hochzunehmen und den bh zuzuschließendes. ganz sicher kommt immer etwas, manchmal auch sozusagen wieder alles. manchmal nur direkt nach der Stillmahlzeit, manchmal aber auch noch während einer stunde immer wieder etwas. manchmal frische Milch, manchmal anverdaute Milch oder geronnene Milch.

langsam bin ich recht erschöpft und frustriert. tag und nacht bin ich am waschen. muss mich und mein kind oft umziehen. und es tut mir auch leid für mein Baby, für mich und unsere Beziehung. dass innige, was das stillen mit sich bringt, ist bei uns leider ein bisschen verloren gegangen. ständig muss ich wie auf der hut sein, das baby beobachten um die Milch auffangen zu können um das umziehen so verhindern zu können. in der nacht erst das Bett mit Tücher, noschi abdecken bevor ich stillen kann.

wer hat auch Erfahrungen gemacht mit einem "kötzli-kind"? was habt ihr unternommen ?und hat jemand einen tipp wie es bessern könnte, wie ich es anstellen könnte, dass die milch im Bäuchlein bleibt?

ich danke euch für eure Rückmeldungen.
liebe grüsse

Zwacki
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Zwacki » Mo 7. Jan 2019, 17:30

Mein Chötzli-Kind ist mittlerweile 13 Jahre alt aber ich habe es auch als sehr unangenehm in Erinnerung, v.a. weil es das erste Kind war, beim zweiten wäre ich wohl etwas lockerer gewesen. Es gibt kaum ein Foto, auf dem das Kind nicht irgendein Noschi oder sonst was um sich trägt... ich würde zu einem Osteopathen gehen. Ich kannte das seinerzeit noch nicht, ging dann aber mit dem 2. Kind wegen einem Schiefhals und sie sagte mir, das sie auch bei Chötzli-Kindern gute Ergebnisse habe. Ich habe im Raum Olten eine gute Adresse.
Ich legte sie nach dem Stillen häufig in die Wippe (relativ aufrecht), damit kam am wenigsten retour. Aber bitte gut anbinden (sie rutschte mir unten mal raus...).

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maple
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von maple » Mo 7. Jan 2019, 19:27

Ich hatte zwei Kötzli-Kinder. Beim zweiten war's so krass, dass die Nachsorgehebamme mich zur Kinderärztin geschickt hat, noch vor der Einmonatskontrolle. Ich kann mich an zwei Mal erinnern, bei denen die Milch sogar aus der Nase kam und regelrecht raussprudelte... Die Ärztin meinte, dass man Medis geben kann, falls das Kind Schmerzen hat (wenn die Magensäure hochkommt ist das ja nicht sehr angenehm), das schien bei uns aber nicht der Fall. Daher einfach Oberkörper hochlagern beim Schlafen, viel tragen und abwarten...

Bei mir hat geholfen nur noch eine Brust auf einmal zu stillen und tendenziell gegen die Schwerkraft zu stillen, damit die Milch weniger schnell/stark kommt. Aber das Spucken war dann nicht weg, sondern nahm von "super wahnsinnig extrem" auf "sehr stark" ab :roll:

Ich bin einfach nur noch mit 3-4 Spucktüchern (Nuschis) und 2 Sätzen Ersatzkleidern in der Tasche aus dem Haus, habe das Kind NIE ohne Spucktuch gehalten und für das Kind lauter Jäckli zugelegt, die ich schnell austauschen konnte. So musste normalerweise nicht auch noch der Body gewechselt werden. Spucktüchlein um den Hals waren zu klein, das hat ausser noch mehr Wäsche nichts gebracht.

Bei beiden wurde es mit der Zeit weniger, sie haben aber auch Brei noch gespuckt (es gibt den Tipp möglichst schnell möglichst dickflüssigen Brei zu füttern, das fand ich nicht sehr hilfreich, gab einfach schlimmere Flecken...). Ganz weg war es vielleicht so mit jährig?

Wirklich den Hammertipp habe ich nicht. Aber es geht vorbei. Viel Neven für diese Zeit!
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Zwacki
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Zwacki » Mo 7. Jan 2019, 19:46

maple: bei uns war es mit jährig auch weg.

Wir hatten so grosse, viereckige Frottee-Lätzli, die banden wir um (nicht beim Schlafen), und die hielten das meiste von den Kleidern ab. Aber es sah voll schräg aus, Baby mit tischtuchgrossem Lätzli bis zu den Knien :-). Bei uns war es teilweise auch im Schwall, es passierte einmal bei der Kinderärztin und sie schickte mich sofort zum Ultraschall ins Kantonsspital. Aber dort konnte nichts festgestellt werden.

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Ich
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Ich » Di 8. Jan 2019, 06:51

Unsere zweite Tochter war auch ein extremes Kötzlikind. Nach dem Shoppen mussten wir sie wie ein rohes Ei behandeln , ansonsten kam alles retour.
Der Kinderarzt hat ihr damals etwas verschrieben um die Milch einzudicken da sie durch das ewige erbrechen viel zu leicht war . (Geht natürlich nur mit Shoppen) Das Bettchen haben wir auch schräg gestellt.
Wenns nicht so schlimm ist halt Nuschelis oder Lätzchen und viel Geduld. Meistens ist mir jährig das ganze vorbei.
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Faline
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Faline » Di 8. Jan 2019, 14:01

Vielen herzlichen dank für eure raschen Antworten. Habe mich sehr gfreut von euch zu lesen und zu hören wie andere damit umgehen. Es tut gut zu wissen, dass ich da nicht die einzige mit diesem „Problem „ bin. Und ja, wie ich sehe kann man gar nicht viel dagegen tun, ausser nerven behalten und bestmöglichst damit umgehen.
Noch wegen dem osteophaten im raum olten, wie wäre denn sein name?

Mein bub ist auch eher leicht. Aber wie gesagt, die Milch eindicken geht nicht. Nun weiss ich nicht, ob er zu wenig bekommt oder ob er so oder so ein leichtes kind wäre.

Wie war das bei euch allen, waren eure kinder auch eher auf der untersten perzentile durch das viele kötzeln? Oder ganz normal/im Durchschnitt mit dem Gewicht?

Danke und liebe Grüsse

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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von kätzli » Di 8. Jan 2019, 15:01

Hallo

Unsere tochter war auch so ein kötzli. Wir haben sie nie waagerecht hingelegt, immer oberkörper höher. Also auch im bett hatte ich zwei ordner unterlegt unter die matraze. Sie hatte aber reflux, also sie hatte dann nach zwei monaten einen offenen hals unddas endete in einem teufelskreis. Sie hatte dann hunger, wollte trinken, dies schmerzte aber, also schrie sie die brust nur an. Mit den medis konnte sie wenigstens trinken und als sie nur noch schoppen trank bekam sie adapta reflux. Weiss nicht mal ob es das heute noch gibt. Musste es immer bestellen.
Sie war auch immer unter der untersten perzentille, auch heute noch. Eine kleine dünne und mittlerweile ist sie 10:-)
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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von uetliberg » Di 8. Jan 2019, 16:42

Liebe Faline, mein Sohn hat gekötzelt wie verrückt, er hat aber sicher genug bekommen, er war immer auf den obersten Perzentilen. Wir haben ausser Oberkörper hochlagern und Benutzen vieler vieler Nuschis nichts gemacht gegen das Kötzeln. Weiss nicht mehr genau, bis wann es dauerte, sicher über sechs Monate. Alles Gute!

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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Zwacki » Di 8. Jan 2019, 16:55

Faline - ich habe Dir eine PN geschickt mit dem Namen. Unser Kind war auch auf der untersten Perzentile, deshalb stresste es mich auch. Wir mussten sie am Anfang wägen, das würde ich heute wohl nicht mehr machen. Sie ist aber immer entlang dieser unteren Perzentile gewachsen, fiel nie durch. Sie ist heute noch sehr dünn. Im Nachhinein habe ich mir schon überlegt, ob sie wohl doch etwas zu wenig bekam, aber da ich sie sehr lange stillte, war das halt schwierig zum beurteilen.

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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Lilyrose » Di 8. Jan 2019, 20:48

Ich hab 2 Kötzlikinder, die auch bis zu 25x am Tag gekötzelt haben. Mal nur ein bisschen, mal richtig heftig. Meine Tochter ist auch sehr leicht und wir haben lange ein schoppen am Tag zugefüttert mit Anti reflux Milch. Der ging etwas besser, aber kam auch raus. Man kann theoretisch die Milch auch beim Stillen eindicken, indem man dem Kind das Zeugs in die Backen streicht. Aber ganz ehrlich?? Augen zu und durch...bei uns hat nichts richtig gut geholfen, sondern nur zusätzlich gestresst. Ich hab mich und Kind nur umgezogen, wenn wir komplett verkotzt waren, sonst einfach trocknen lassen. Ist mühsam, gibts aber halt einfach und ist jaceigentlich auch nicht weiter schlimm, ausser, dass es mehr Aufwand zum umziehen und mehr Wäsche ist. Lass es dir nicht das Stillen vermiesen, sondern versuchs zu akzeptieren . Die Kinder störts meistens nicht, sonst wirst du es schon merken. Bei uns hats jeweils mit ca 7-8 Monaten gebessert. Meine Tochter ist bis heute eine sehr leichte, obwohl sie Unmengen isst.

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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von mysun » Di 8. Jan 2019, 21:28

Kann dich auch gut verstehen, mein Grosser war auch ein extremer Kötzli. Es kam manchmal so im Schwall, dass ich ihn kaum aus den Augen liess, weil es ihm dann aus Mund und Nase lief. Ich hatte Angst er könnte ersticken. Fand die Zeit recht stressig. Hormone sei dank :roll: , die haben sicher auch ihren Beitrag geleistet.

Wenn er gut zunimmt und keine Anzeichen von Schmerzen zeigt, dann ist es nur lästig.

Was ich gemacht habe :

Kind lag immer mit erhöhtem Oberkörper, habe eine Babylagerungskissen benutzt wie ein Mini Stillkissen damit er nicht weg rutschte.
Auf gutes Görpseln achten nach dem Stillen.
Viel im Tragetuch getragen.
Grosse Nuschis gekauft en Masse :mrgreen: .
Im Bettli und Kiwa ein Tuch quer eingebettet auf Kopfhöhe.
Habe uns auch nur im Extremfall umgezogen.
04.2011 und 07.2013

MIR SIND STOLZ UF EUCH ZWEI!

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Re: "Kötzli-Kind"

Beitrag von Faline » Do 10. Jan 2019, 08:53

Liebe alle
Merci viel mal für all eure Beiträge. Erstens tut es gut zu hören dass es vielen anderen auch so ergangen ist und ich somit mein Theema teilen kann und zweitens haben mich eure Tipps inspiriert um neues auszuprobieren. :-) Vielen Dank.
Was auch komisch ist, es ist nicht immer gleich, gibt wie keine Systematik. An manchen Tagen/Nächten kommt sooooo viel retour. Manchmal bin ich auf alles vorbereitet mit riesen Latz und 10 Noschis und dann kommt nur wenig. Mmmhhhh. Aber das wichtigeste ist ja, dass es meinem kleinen Bub gut geht und er keine schmerzen haben muss. Und das stelle ich überhaupt nicht fest. Trinkt immer. Gebe nun nur noch eine Seite aufs mal. Halt einfach öfters stillen. Ich hoffe, er bekommt so genug...
En schöne Tag euch allen. :-)

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