Ständiger Wechsel der Lehrperson

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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tin
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Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von tin » Mi 12. Jun 2019, 09:59

Man kann wohl nichts machen, aber in der Klasse meines Sohnes scheinen alle Lehrpersonen schwanger zu werden..
Durch Krankschreibung während der Schwangerschaft, Frühgeburten und Mutterschaftsurlaub kommen Vertretungen und Vertretungen für die Vertretungen und vertretende Vertretter der Vertrettungsverträter :lol: 8) :oops:
Also unglaublich viel Wechsel, da die Schule oft praktisch von einem Tag auf den anderen mit Ausfällen konfrontiert wurde..
Nach den Sommerferien sollte eigentlich Ruhe einkehren, die eigentliche Klassenlehrerin sollte nach dem Mutterschaftsurlaub die Klasse im Jobsharing mit einer anderen Lehrerin übernehmen, doch die 2. Jobsharing-Lehrerin wird im September ein Baby erwarten und es ist noch keine neue Möglichkeit gefunden..

Naja, man kann wohl nichts machen, ausser den Lehrerinnen und den Vertrettungslehrerinnen ihr Mutterglück zu gönnen und sich für sie zu freuen..

Nur ist mein Sohn jemand, der sich mit Veränderungen sehr schwer tut und langsam scheinen sich durch ständig wechselnde Lehrkräfte auch fachliche/stoffliche Rückstände vermuten (im Vergleich zu Paralellklassen)

Ich starte deshalb mal eine Umfrage, was ich da machen könnte, vor allem wie ich das Kind unterstützen kann, mit dem Wechseln umzugehen

(Für Fleissige Leser: Ja, es handelt sich um meinen Autistischen Sohn.Deshalb hat er so Mühe, mit den Veränderungen. Er wird mittels einer Klassenassistenz (momentan 6 Stunden pro WocheAssistenz) in der Regelschule integriert. Aber die Assistenz scheint zunehmend mit korrigieren von gelösten Aufgaben der ganzen Klasse beschäftigt zu sein.
Ich nehme diesmal gerne allgemeine Vorschläge (unabhängig von Diagnose) entgegen, wie man Kinder bei gefühlt ständigem Lehrpersonenwechsel stärken kann)

Vielen Dank

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Maierisli » Mi 12. Jun 2019, 10:46

In der 5. Klasse hatte mein Sohn 5 verschiedene Lehrer/ Vertretungen. Nun in der 6. Klasse eine neue Lehrperson nach 20 Jahren Familienpause.... und ja, die Noten sind im Keller da die Konstanz fehlte, die Beziehung zur Lehrperson ect... nun erhohlen sich die Noten langsam wieder.... doofe Situation so kurz vor dem Uebertritt....
Unterstützung hatten wir von der Homöopathin und dem Kinderpsychologen.
Good luck!

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von stella » Mi 12. Jun 2019, 11:01

Ich würde jetzt auch sagen, dass Unterstützung entlastend sein kann. Geht dein Kind in eine Therapie?

Und dann noch:
Ich habe mein Kind, so gut es ging, immer auf diese Wechsel vorbereitet. Wir haben dauernd über bevorstehende Wechsel geredet, wenn wir es denn gewusst haben.
Wir haben abends dauernd vor dem Schlafen rückblickend die Wechsel angeschaut und geschaut, was geholfen hat, welche Strategien brauchbar waren und welche nicht.
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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von tin » Mi 12. Jun 2019, 20:18

Danke euch.
Ich hoffe, es geht ohne Kinderpsychologen :wink: Bei 22 Kindern nur allein in dieser Klasse bräuchte es ja eine Unmenge Therapeuten...

Wir versuchen auch Vor-und Nachbesprechen. Aber irgendwie erträgt er auch manchmal den Gedanken kaum, eine nette Vertretung der Vertretung nicht mehr zu sehen und es fliessen Tränen (weil irgen ein Junglehrer wahrscheinlich nicht mehr gesehen wird..) Und manchmal ist auch viel Ärger und Angst dabei, weil sie es nicht mit allen gut trafen..Ich versuche dann die Gefühle anzusprechen, mit ihm anzusprechen und wahr zu nehmen...
Aber langsam wird es für die ganze Familie mühsam..

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von stella » Mi 12. Jun 2019, 20:47

tin - Ja, haben denn alle 22 Kinder einen special Effekt oder eine Entwicklungsstörung?

Ich habe aus meiner Sicht als Mutter von einem Kind mit special effects geschrieben und dachte mir, es könnte hilfreich sein. Aber okee...
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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von tin » Mi 12. Jun 2019, 21:10

Stella
Habe ich dich angegriffen? War nicht so gemeint...

( haben eine Aspergerspezialistin-Psychologin über knapp 2 Jahre wöchentlich besucht..sie wollte eigentlich früher Pause mit uns machen (sei so üblich, „so was“ nicht zu lange durchzuziehen, sie hörte aber wegen den ständigen Wechsel (und damit verbundenen Wechselbad der Gefühle) nicht auf..sondern will jetzt, wo auf dem „Langzeitplan“ der Schule Konstanz eingetreten wäre, Pause machen. Dass keine Konstanz Eintritt, weil die Nächste schwanger ist, weiss sie noch gar nicht..Aber ich möchte sie (und vor allem die IV, die dies bezahlen muss) nur ungern bitten weiter zu machen)
(Habe mir irgendwie gedacht, mich mal nicht bei den besonderen Kindern/Eltern umzuhören, sondern allgemein zu gucken, was so gemacht wird in solchen Sitationen...Aber ich finde es sehr aufmerksam von dir, Stella, der ersten Klammerbemerkung von mir so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Vielen Dank)

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Zwacki » Mi 12. Jun 2019, 23:50

Vielleicht könntest Du den Fokus auf die Freunde und Freundinnen legen, die "bleiben"? So nach dem Motto, nur einer wechselt (ist halt grad der Lehrer...), der Rest bleibt gleich? Unsere Tochter hatte auch mal Mühe, weil sie die Stellvertretung nicht mochte (hatte die schon mal und sie hatten irgendein Missverständnis zusammen). Und ich sagte ihr da einfach, erstens ist es befristet, Frau X kommt wieder und eben, sie hätte all Freunde noch, die Klasse bleibt gleich. Sie solle sich probieren zu arrangieren und ich habe das gar nicht mehr gross diskutiert (aber das ist bei Dir s.w. etwas anders). Und sie sagte mir dann mal, eigentlich gehe es jetzt gut, es sei kein Problem mehr. Sie hatte auch in der Krippe mal eine Zeit mit unendlich viel Wechsel, aber auch da war ihr wichtig, dass ihre Freunde noch da waren.

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Majoties » Do 13. Jun 2019, 08:51

Schau habe selber 2 Asperger Kinder und bin selber Fachperson . Ich weiss wie schwierig Wechsel sind und trotzdem sie gehören zum Leben und ein guter Lernprozess für dein Kind für die Zukunft .
Glaub mir mein Sohn 19 wäre nicht so oder wäre nicht dort hörre err durch mich und meine Situation ( Trennung Scheidung usw Flexibilität gelernt .
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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von tin » Do 13. Jun 2019, 09:23

Ja Majoties...
Deshalb wollte ich eigentlich den Autismus nicht zu sehr betonen..

Es waren wirklich unglaublich viele Wechsel, viele Lehrerinnen, die nur 1-2 Tage übernahmen...die Aktuelle blieb zwar etwa 3 Monate, war in dieser Zeit aber auch 2x weg und vertreten (und ausserdem fühlten sich viele Kinder der Klasse von ihr „geplagt“) In 2 Wochen beginnen hier Sommerferien und es weiss noch niemand, wie es danach weiter geht..

Ich versuche es auch als „Lebensschule“ zu sehen, daraus Abschied,Umgang mit sympathischen und unsympathischen Leuten und ähnliches aufzuzeigen/zu lernen...
Aber es ist die Quantität die auch die neurotypischen Kids an ihre Grenze stossen lässt

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von tin » Do 13. Jun 2019, 09:30

Majoties hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 08:51
Glaub mir mein Sohn 19 wäre nicht so oder wäre nicht dort hörre err durch mich und meine Situation ( Trennung Scheidung usw Flexibilität gelernt .
Schön, das es bei euch klappte..
Ich glaube aber auch, dass dies an der Resilence und dem (Autismus-) Betroffenheitsgrad des Kindes liegt, ob es Flexibilität lernt oder daran zerbricht (und nur bedingt an den Eltern)

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Jelisa » Do 13. Jun 2019, 14:19

wir haben zwar noch keine schulkinder und ich kenne mich auch mit autismus nicht besonders gut aus, daher ist das vielleicht blödsinn, was ich schreibe, und ich entschuldige mich gleich im vornherein dafür.

- was mir einfach grad in den sinn gekommen ist: und wenn man das problem mit dem häufigen und stressigen lp-wechsel gar nicht so sehr in den vordergrund rückt, sondern etwas positives? vielleicht gibt es ja etwas, was dein sohn besonders gerne macht & einmal mehr machen darf, wenn er den zusätzlichen stress in der schule gut gemeistert hat. oder wenn der erste tag mit der neuen lp war, darf er sich ein essen wünschen, oder immer am wochenende, oder nach so-und-so vielen tagen (strichli-/ kleberliliste?). oder wenn man weiss, wie lange die neue vertretung bleibt, einen langen streifen aufhängen mit kleinen schöggeli oder so, für jeden tag eines, das macht die zeit etwas greifbarer?

sind nur so ideen, die mir gerade eingefallen sind, was mir als kind jeweils geholfen hat bei stressigen/ unangenehmen situationen. vielleicht lässt sich ja etwas adaptiert auch auf deinen sohn anwenden. oder, wenn es ja verständlicherweise für euch als ganze familie sehr belastend ist, dass ihr zum beispiel einen schönen ausflug oder was ihr so gerne zusammen macht vereinbart, wenn eine neue vertretung kommt und ihr denn stress ausgehalten habt, oder in der halbzeit, oder oder oder...

ich wünsch euch auf jeden fall viel kraft, geduld und gute nerven, und das nötige glück für etwas mehr konstanz bei den lp deines sohnes!

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Konfetti » Do 13. Jun 2019, 17:21

Meine spontane, unkonventionelle Idee dazu:
Gestaltet ein "Kennenlernbuch"! Stellt Kennenlernfragen zusammen, die dein Kind an die neue LP hat (Hobbies, wie lange sie bleibt, was ihr im Unterricht wichtig ist, worauf sie sich freut, eigene Kinder, Lieblingsessen...) und macht eine Fragestunde mit ihr (die Klassenassistenz hilft da sicher gerne!).Muss ja keine ganze Stunde sein. Aber so lernt dein Kind sie sowohl als Privatperson besser kennen, als auch als LP. Gemeinsamkeiten wirken zudem verbindend.
Zuhause kann er euch dann mit Hilfe des Fragebogens (kann ja auch als Ankreuzliste gestaltet sein) die Person grad auch vorstellen und ihr könnt unterstützend wirken.

Im besten Fall bleibt das Buch sehr dünn, im nicht so optimalen Fall hats halt dann ein paar Seiten mehr. Aber so hat er auch eine Erinnerung an jede LP, ihr könnt zurück blättern und sagen:"Guck mal, bei der hatten wir viele HA, aber wir habens überlebt!" "Die konnte doch so gut Klavier spielen!"Etc....

Ich bin selber Lehrerin und muss oft solche spontanen Springereinsätze übernehmen. Es ist auch für die LP nicht immer lustig...alle Beteiligten würden es sich anders wünschen, glaube mir. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich würde mich als LP aber über so einen kleinen Fragebogen/Kennenlernstunde freuen, zeigt es doch, dass die SuS Interesse an mir haben, wie ich an ihnen ja auch.

Wie gesagt, dies nur eine spontane Idee. Ob für euch umsetzbar oder nicht, kann ich nicht einschätzen.
Lg
Konfetti

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Re: Ständiger Wechsel der Lehrperson

Beitrag von Majoties » Do 13. Jun 2019, 17:26

@tin wie ich bereits oben geschrieben habe ich habe 4 Kinder 2 haben bereits die Diagnose und die dritte wohl auch . Abklärung läuft seit 2 Jahren .
Alle 3 anders betroffen . Sie müssen es lernen den ich bin sehr flexibel . Ihr Vater das Gegenteil . Stur .
Bild

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