Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Ariadne
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Mi 19. Nov 2014, 11:58

Coccolina hat geschrieben:Wir haben auch ein Kind, welches Ende Juli 4 Jahre alt werden wird. Ich bin grundsätzlich eher der Typ "wir halten uns an Regeln und Systeme und machen das Beste draus". Nun tendieren wir aber dazu unser Kind ein Jahr zurückzustellen. Ich habe folgendes festgestellt:

- es gibt aktuell im KiGa offenbar ein Problem im Turnen, da zu viele Kinder beim Umziehen noch Hilfe benötigen. Für mich keine überraschende Tatsache bei Vierjährigen. Überraschend finde ich jedoch, dass dies bemängelt wird.

-offenbar wurden die Lehrmittel der Schulen bus dato nicht auf das jüngere Alter der Kinder angepasst ( Aussage Lehrkraft Basisstufe)

-Unser Kind braucht noch unbedingt einen Mittagsschlaf

-es kann sich nicht alleine anziehen

-es hat Mühe sich an Regeln zu halten und Warten zu können

-es ist sprachlich und motorisch gut entwickelt, vielseitig interessiert, fragt nach Buchstaben. Kann im Disneyalbum vom Coop die Kleber mit wenig Hilfe einkleben und das recht "schön". Hat keine Ablösungsprobleme und besucht mit Freude die Waldspielgruppe.

Ich denke wir gehen in unserem konkreten Fall das kleinere Risiko ein Schaden anzurichten, wenn das Kind ein Jahr länger zu Hause bleibt.
Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen.
Wann müsst ihr euch denn entscheiden?
LG,
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danci
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Mi 19. Nov 2014, 12:04

Danke, stella. Damit kann ich sehr viel anfangen. Wenn ich meinen Sohn (Stand heute) anschaue....
stella hat geschrieben:Ach, aus meiner Sicht als Mutter und auch als Pädagogin, die solche Kinder begleitet, sind vor allem folgende Dinge wichtig:

* Das Kind muss körperlich in der Lage sein, das Programm zu meistern. Sprich, es hat dort seine Entwicklungsschritte wie Trockenwerden, allenfalls kein Mittagsschlaf mehr, gut zu Fuss,... gemacht.

Kein Problem. Er macht zwar noch Mittagsschlaf, das hängt aber v.a. damit zusammen, dass es (für uns) praktischer ist, wenn die Kinder abends zusammen schlafen gehen und morgens zusammen aufstehen und er braucht einfach 1-2 Stunden mehr als meine Tochter. Ich bin aber sicher, das könnte man innert wenigen Wochen umstellen. Ansonsten ist er körperlich, sowohl von der Grösse her wie auch motorisch und konditionell eher bei den schnelleren und auch Tag und Nacht trocken.

* Das Kind kann sich selber altersgerecht organisieren. Es weiss, was es wie anziehen muss und kann sich Hilfe erfragen. Es traut sich zu, sich selber zu managen.

Jein. Er lässt sich gerne helfen und fragt auch um Hilfe, wenn er es eigentlich könnte. Da sind aber sowohl wir wie die KITA dahinter.

* Das Kind muss ich von der Mutter, dem Vater loslösen können und es sollte sich in einer grossen Gruppe Gleichaltriger bewegen können. Gibt es in der Kita oder in der Spielgruppe da schon Schwierigkeiten, kann dies ein Hinweis sein, dass es eben noch zu früh ist.

Das kann er, wenn er sich sicher fühlt. Ich kann mir vorstellen, dass die ersten Wochen etwas schwerer werden, aber es dann kommt.

Die sozialen Fertigkeiten finde ich nicht so zentral. Sie entwickeln sich u.U. im Kiga sehr schnell.

Für mich muss das Kind vor dem Kigaeintritt eine Art Entwicklungssprung vom Kleinkind weg gemacht haben. Oft merken das Eltern, in dem sie das Gefühl haben, das Kind sei jetzt mühsam, der Kigaeintritt wäre nun gut, das Kind "sucht" andere Kinder zum Spielen und Interagieren.

Wirklich schwer einschätzbar. Im privaten Umfeld besteht halt noch zusätzlich ein "Problem", dass er seiner Schwester extrem am Rockzipfel hängt. D.h. er spielt auf dem Spielplatz und co. mit anderen Kindern, aber sie legt ihm jeweils den Zugang dazu und wenn er unsicher wird, was zu tun ist, orientiert er sich an sie. So wirkt er sehr wiff, ist aber gleich verunsichert, wenn sie weg ist und wendet sich sofort Erwachsenen zu. Es ist noch schwer, ihn alleine einzuschätzen. In der KITA dauerte es über ein Jahr, bis er soweit war, ohne sie zu gehen und wir damit keine Probleme hatten. Darum nimmt mich auch dort der Punkt noch wichtig, wie es jetzt ist.

Er sucht aber relativ wenig Input sowohl von uns, wie auch andere Kinder und kann sich gut alleine vertrödeln. Und eben seine Schwester reicht ihm sowieso völlig. Da meine Tochter das krasse Gegenteil war und das praktisch schon seit 18 Monaten, ist es für mich noch schwer zu sagen, ob er noch nicht soweit ist, dass er mehr braucht, als wir zu Hause bieten können oder ob er einfach ein ganz anderer Typ ist. Vermutlich eine Kombination von beiden.
Und da ist noch ein Punkt, der nicht direkt mit der Reife zusammenhängt, aber doch auch wichtig ist. Er wird Ende April grosser Bruder. Ich könnte mir vorstellen, dass er, so wie ich ihn kenne, eine Zeit brauchen wird, um diese Umstellung, verarbeitet zu haben. Er ist gerne das Nesthäckchen und zugegeben auch etwas "verwöhnt", auch von seiner Schwester, die ihn sehr schont und sich zurücknimmt. Nun kommt da ein kleiner Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die teilweise über seine gestellt werden. Das wird nicht ganz einfach. Ich weiss nicht, ob es das richtige ist, ihn gleich nachdem sich das etwas einspielt, eine zweite grosse Änderung vorzunehmen, denn er hat ein grosses Stabilitätsbedürfnis.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Coccolina » Mi 19. Nov 2014, 12:24

Phase 1 hat geschrieben:Cocolina konnte mein junge auch alles nicht er konnte noch nicht mal ein Wort reden.
Drei Monate später hat er all das gekonnt!
Und der turnunterricht.
Hier kommen die Kids im turnzeugs bereits angezogen zur schule.
Nix da mit umziehen. Geht einfach und somit auch kein Problem.
Dass sich bei euch die Kinder bereits zu Hause umziehen hilft mir nicht - hier ists nicht so. Und mir gehts auch eher um die Erwartungshaltung der Schule HIER im Ort welche sich in diesem Beispiel zeigt.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Coccolina » Mi 19. Nov 2014, 12:28

Ariadne hat geschrieben:
Coccolina hat geschrieben:Wir haben auch ein Kind, welches Ende Juli 4 Jahre alt werden wird. Ich bin grundsätzlich eher der Typ "wir halten uns an Regeln und Systeme und machen das Beste draus". Nun tendieren wir aber dazu unser Kind ein Jahr zurückzustellen. Ich habe folgendes festgestellt:

- es gibt aktuell im KiGa offenbar ein Problem im Turnen, da zu viele Kinder beim Umziehen noch Hilfe benötigen. Für mich keine überraschende Tatsache bei Vierjährigen. Überraschend finde ich jedoch, dass dies bemängelt wird.

-offenbar wurden die Lehrmittel der Schulen bus dato nicht auf das jüngere Alter der Kinder angepasst ( Aussage Lehrkraft Basisstufe)

-Unser Kind braucht noch unbedingt einen Mittagsschlaf

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-es ist sprachlich und motorisch gut entwickelt, vielseitig interessiert, fragt nach Buchstaben. Kann im Disneyalbum vom Coop die Kleber mit wenig Hilfe einkleben und das recht "schön". Hat keine Ablösungsprobleme und besucht mit Freude die Waldspielgruppe.

Ich denke wir gehen in unserem konkreten Fall das kleinere Risiko ein Schaden anzurichten, wenn das Kind ein Jahr länger zu Hause bleibt.
Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen.
Wann müsst ihr euch denn entscheiden?
Im Februar. In den letzten Jahren wurde die Mehrheit der sehr jungen Kindergarten-Kinder nicht regulär sondern über die Ein(führungs/schulungs?) Klasse ( sprich die erste Klasse wird in 2 Jahren absolviert) eingeschult. Das Angebot dieser Klasse finde ich an sich toll. Wenn dies jedoch für die Mehrheit der jungen Schülern benötigt wird damit sie zu Recht kommen finde ich das ein klassischer Fall von "das Pferd von hinten aufgezäumt"
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Phase 1 » Mi 19. Nov 2014, 12:31

Ja cocolina kenne auch schulen mit einer extremen erwartungshaltung ( der Lehrer bezeichnet systematisch Kinder aus ländlichen regionen als dumm).
So etwas ist nicht förderlich und ganz sicher nicht im sinne der Kinder.
Hier bei euch wird an den kindern Maßstäbe gesetzt die so ungesund sind.

Ich finde die kiga hier recht gut.
Sie hat jedes Kind dort abgeholt wo es gerade gestanden ist und hat es so gefördert das es nach relativ kurzer Zeit das alles konnte.
So hat sie den Kids auch gezeigt mit viel geduld wie man eine jacke richtig anzieht.
Am Anfang ist sie da halt schon zehn Min vor dem klingeln raus und hat bereits angefangen.
Sie war sogar bereits windeln zu wechseln wenn ein Kind noch nicht trocken war oder kindern im wc zu gelfen.
Unser junge brauchte da noch Hilfe und es war überhaupt kein Problem.
Heute geht das alles alleine und ohne Probleme.

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schneeflockli
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von schneeflockli » Mi 19. Nov 2014, 12:52

Hallo leider hatte ich nicht die Zeit alles zu Lesen aber habe grad ein Kiga Kind zuhause und habe mir auch diese Gedanken gemacht, zwar nicht wegen dem Alter, sie ist ein Februarkind, aber wegen ihrer Schüchternheit. Obwohl sie in die KITA ging, war sie extrem introviertiert. Sie konnte sich natürlich von mir lösen, sonst hätte ich ja nicht arbeiten gehen können aber nur im gewohnten Umfeld. Ist ja klar. Die KITA kannte sie seit Baby und war natürich für sie wie Zuhause. Den Kindergarten kannte sie nicht, aber jetzt kennt sie ihn und sie fühlt sich super wohl. Bezüglich anziehen. Sie kann es im Kindergarten ohne Probleme, aber Zuhause braucht sie immer Hilfe, zum Teil sogar beim Socken anziehen. Im Kindergarten macht sei alles von A-Z selbst, beim Turnen auch. Es geht also bei ihr nicht ums können, sondern sie möchte in diesem Moment einfach meine Aufmerksamkeit und Nähe. Bei uns hat es sehr viele 4 jährige im Kindergarten und dies ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil,es funktioniert super. SIe haben einen Waldtag, einmal Turnen und jede Woche in Kleingruppen Förderlektionen je nach Thema. Sollte ein Kind nicht so weit sein, kann man es bis zu den Herbstferien rausnehmen. Bis jetzt war nach Aussage der Lehrpersonen und der Schulleitung jeder Fall eindeutig und Lehrer wie auch Eltern vorbehaltslos einer Meinung. Sollte das Kind nicht reif für die erste Klasse sein, wird dies in de Förderklasse gehen, heisst die erste Klasse in zwei Jahren absolvieren. Funktioniert super. Mein Cousin, hatte dies vor langer Zeit schon gemancht und ist jetzt im Lehrerseminar, war danach immer Klassenbester. Zudem macht das Kind in diesem Alter extreme Entwicklungssprünge. Ich würde kurz bevor es soweit ist nochmals anschauen und nur auf das Kind schauen, nicht was die anderen Eltern machen. Es gibt so viele, welche einfach aus Prinzip das Kind ein Jahr länger zu Hause behalten. Und dass Gefühl haben sie würden was gutes tun. Unsere wäre komplett unterfordert gewesen. Sie hatte auch schon ein halbes Jahr vor Kindergarten eintritt keine Lust mehr auf Zuhause. Sie ging immer 2 Tage in die Krippe und sie wollte eingentlich jeden Tag gehen. Leider ist uns dies zu teuer. Aber sie hat schon mit vier stundenlang gebastet und gemalt für sich alleine. Sei sie im Kindergarten ist hat sie wahnsinnige Fortschritte bezüglich Schüchternheit gemacht. Sie hat einen solche Entwicklung gemacht, dass ich manchal denke, sie ist gar kein Kleinkind mehr. Sie rechnet von sich aus bis 30 und möchte schon schreiben und ist so an allem interessiert und möchte lernen, unabhängig von Kindergarten. Dort spielen sie nur oder basteln. Bei uns haben die Kleinen nur Vormittags Kindergarten, somit könnte sie am Nachmittag immer noch einen Mittagsschalf machen. Unsere macht einfach Zimmerstunde. Schaut Büchli an oder hört eine CD oder malt und bastelt im Zimmer nur für sich.

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Mi 19. Nov 2014, 13:09

@ Coccolina
- es gibt aktuell im KiGa offenbar ein Problem im Turnen, da zu viele Kinder beim Umziehen noch Hilfe benötigen. Für mich keine überraschende Tatsache bei Vierjährigen. Überraschend finde ich jedoch, dass dies bemängelt wird.
Ja, das finde ich auch überraschend, bzw. es sollte natürlich nicht so sein. Aber offenbar denken die Leute tatsächlich, die Kinder sollten sich an die Anforderungen anpassen und nicht umgekehrt :wink:
In den letzten Jahren wurde die Mehrheit der sehr jungen Kindergarten-Kinder nicht regulär sondern über die Ein(führungs/schulungs?) Klasse ( sprich die erste Klasse wird in 2 Jahren absolviert) eingeschult. Das Angebot dieser Klasse finde ich an sich toll. Wenn dies jedoch für die Mehrheit der jungen Schülern benötigt wird damit sie zu Recht kommen finde ich das ein klassischer Fall von "das Pferd von hinten aufgezäumt"
Stimmt, das finde ich auch. Vielleicht gibt es ja auch noch die Möglichkeit, das Kind anzumelden, und dann die Anmeldung zurückzuziehen, falls es sich wirklich abzeichnet, dass es nicht gehen wird? Wir hatten unser Kind angemeldet, weil man uns das so empfohlen hat. Im April mussten wir uns dann endgültig entscheiden. Das war in meinen Augen i.O. (auch wenn Sommer natürlich noch besser gewesen wäre :wink: ), da kann man schon relativ gut sehen, wie die Entwicklung läuft. Das Zurückziehen der Anmeldung war dann kein Problem, wie man uns zuvor schon gesagt hatte.
LG,
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von carina2407 » Mi 19. Nov 2014, 13:21

@danci: Ich fands imfall auch schwer eine Entscheidung zu treffen. Für mich war noch ein wichtiger Punkt, zu welcher KiGä er kam. Ich wusste ja wohin er zu 99% eingeteilt wird und ich wusste, die KiGä war eher streng, mit vielen Regeln und einer sehr hohen Erwartungshaltung. Für mich war das noch entscheidend. Meine Tochter hat nun eine KiGä die sich sehr gut auf die jüngeren einlassen kann, viel hilft und sehr viel mit den Kindern singt, Spieli spielt und Geschichten erzählt. Bis zu den Herbstferien haben die glaubs nur gespielt, gesungen und gebastelt im KiGa :lol: (fand ich persönlich super, andererseits gabs aber auch Mütter die fanden es sei zu wenig anspruchsvoll für ihr Kind). Das war bei meinem Sohn schon anders, da wurde bereits nach ein paar Wochen schon an ihm rumgemäkelt, möchte nicht wissen was sie ein Jahr früher sonst noch alles an ihm auszusetzen gehabt hätte.
Weisst du schon wo er allenfalls eingeteilt würde und wie die KiGä drauf ist? Für mich war das sehr entscheidend.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von linn » Mi 19. Nov 2014, 13:51

Liebe alle

Wir haben unsere Tochter Geb. Mai 10 zurückgestellt, da wir schlicht und einfach ein schlechtes Gefühl gehabt hätten, wenn sie diesen August in den Kiga hätte gehen sollen...sie ist/war einfach noch nicht reif dafür...wir haben das damals mit der Spielgruppenleiterin und KIA angeschaut und sind happy mit der Entscheidung.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Mi 19. Nov 2014, 15:51

@ Ariadne
Wie weit wird bei Euch denn der Stichtag verschoben bzw. was war der "alte" Stichtag?

@ carina
Wir haben 4 Kindergärten, vom Wohnort her, kommen aber eigentlich nur zwei in Frage. In den allermeisten Fällen werden die Geschwister in den gleichen eingeteilt, in dem das ältere war. Das haben auch die Kindergärtnerinnen so gewünscht, damit sie nicht immer alle Eltern neu kennenlernen müssen. Meine Tochter bekam in ihren Kindergarten dieses Jahr gleich 4 jüngere Geschwister von Gspännli, die letztes Jahr mit ihr im Kindergarten waren. Man kann Wünsche anbringen, die aber halt nicht immer berücksichtigt werden können. Darum nehme ich mal an, er würde auch dahinkommen und die KiGä ist super. Klar, gibt es mal das eine oder andere, aber ich kann sie echt nur loben und höre auch das gleiche Feedback von der Schulleitung (ich bekomme aufgrund eines Gemeindeämtlis da manches mit). Er hätte auch den Vorteil, dass es im gleichen Gebäude wäre wie die erste Klasse und zudem kann ich mir vorstellen, dass gerade bei ihm, der eben so sehr an seine Schwester gebunden ist, sich sicherer fühlen würde, wenn er wüsste, er geht dorthin, wo sie war. Der zweite in Frage kommende Kindergarten ist auch gleich nebenan und ich kenne die Kigä. Sie ist für mich etwas ungewohnt, weil sie einfach ein ganz anderer Typ ist, als unsere. Ist auch eine ganze Generation älter. Aber von den Eltern, die ihre Kinder bei ihr hatten, auch von solchen, die ich als eher diejenigen Eltern erlebe, die schnell mal wegen etwas kritisieren, waren stets mit ihr zufrieden. Sie verfügt halt über eine sehr grosse Erfahrung, ist schon lange an unserer Schule und kann anscheinend sehr gut auf die Kinder eingehen. Von dieser Seite habe ich also keine Angst.
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Marianna
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Marianna » Mi 19. Nov 2014, 17:50

Wie seht ihr einen Vergleich mit gleichaltrigen Kindern (in unserem Fall April - Oktober Kinder) als Entscheidungshilfe?

Wenn ich unsere Tochter mit ihren Gspänli vergleiche, dann liegt sie im Mittelfeld. Hat eben ihre Stärken und Schwächen. Sie ist ihnen sicher nicht voraus (dann wäre die Entscheidung einfach) und auch nicht klar im Hintertreffen (auch da wäre die Entscheidung einfach). In einigen Bereichen zeigt sie Defizite und in anderen ist sie sehr gut mit dabei. Wenn ich sie aber mit August 2010 Kindern vergleiche, ist sie eindeutig viel weniger weit. Wenn ich sie mit Juli 2012 Kindern vergleiche ist sie entsprechend weiter.

Sie ist eben ziemlich genau ein Juni/Juli 2011 Kind und das "Verhältnis" zu den anderen Kindern wird ja etwa gleich bleiben. Ich denke manchmal, dass wohl beide Optionen irgendwie machbar wären und versuche abzuwägen, wie sich ihre Schwächen auswirken würden bzw. ob ihre Stärken zu einer Langeweile führen würden. Letzteres bezweifle ich jedoch, da ja auch August oder September Kinder bei einer Rückstellung mit ihr eingeschult würden und diese etwa gleich weit sein werden.

Kann man die Thematik überhaupt so sehen? Was meint ihr?

Marianna
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Marianna » Mi 19. Nov 2014, 17:53

D.h. eigentlich hilft mir diese Sichtweise ja auch nicht viel weiter. Da es schlussendlich auch da auf ihre Schwächen ankommt und diese die Kiga Reife beeinflussen...

Aber vielleicht kann jemand erzählen, wie eure Kinder im vergleich zu gleichaltrigen waren?

Es ist wirklich nicht einfach.

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Mi 19. Nov 2014, 19:13

@ danci
@ Ariadne
Wie weit wird bei Euch denn der Stichtag verschoben bzw. was war der "alte" Stichtag?
Der Stichtag war hier immer der 30. April. Dann wurde er verschoben auf den 31. Juli (schrittweise in 3 Jahren jedes Jahr einen Monat).
Als meine grössere Tochter, ein Januar-Kind, in den KiGa ging, weiss ich noch, wie die KiGä sagte, sie sei in einigen Sachen noch nicht so weit, aber das sei ja klar, sie gehöre ja quasi zum jüngsten Drittel. Sie rechnete Januar/Februar-April-Kinder zum jüngsten Drittel. Das waren dann die "Kleinen" der Klasse, die vieles noch nicht so gut konnten und ein bisschen mehr Hilfestellung brauchen (natürlich nicht alle, aber durchschnittlich merke man das schon, sagte die Lehrerin).
Nun mit dem neuen Stichtag gehören die Januar-Kinder schon zur älteren Hälfte... Und dabei wurde eben, wie gesagt, NICHTS an den Anforderungen geändert. Die Kinder vom Januar-April sind aber nicht auf einmal reifer. Nur kommen jetzt noch kleinere dazu, die wieder durchschnittlich weniger können und noch mehr Hilfe brauchen...

Es geht halt einfach irgendwo nicht auf, wenn man die Anforderungen nicht anpasst.

@ Marianna
Aber vielleicht kann jemand erzählen, wie eure Kinder im vergleich zu gleichaltrigen waren?
Meine Kleine war im Vergleich zu Gleichaltrigen immer weit voraus im Kognitiven, aber im Sozialen waren die Gleichaltrigen dafür ihr weit voraus. Sie hat da eine rechte Schere, ist weder beim einen noch beim anderen im Durchschnitt. Im Emotionalen war sie etwa durchschnittlich.
LG,
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Do 20. Nov 2014, 10:42

@ Ariadne
Danke, dann ist es gleich wie bei uns. Ich frage mich einfach immer wieder wie weit man die Anforderungen anpassen muss wegen der drei Monaten. Aus meiner Erfahrung entwickeln siech die Kinder schubweise. Da passiert mal wochen- und sogar monatelang gar nichts und dann von einem Tag auf den anderen sehr viel. Daher können das Welten sein oder auch gar nichts. Aber es stimmt schon, schon dadurch, dass der Durchschnitt jünger wird, sind Anpassungen notwendig.

@ Marianna
Ich finde die Frage sehr schwierig, vielleicht auch weil ich zu wenig direkten Vergleich habe, d.h. halt v.a. zu meiner Tochter, als sie so alt war wie er und ich muss zugeben, dass ich sie ohne grosses Überlegen geschickt hätte. Wäre damals der Stichtag schon Ende Juli (sie ist ein August-Kind) gewesen, hätten wir uns sogar ein Gesuch um vorzeitigen Eintritt überlegt, da es aber erst Ende Mai war, war mir dann der Unterschied zum nächsten doch zu gross. Mit 5 war sie dann aber wirklich überreif und die letzten 6 Monate waren mehr als happig.

Mein Sohn ist motorisch und körperlich weit, v.a. grobmotorisch. Er erklimmt jedes Klettergerüst, geht in der Badi alleine auf die Rutschbahn, die ab 6 wäre und fährt alle möglichen Arten von Fahrzeuge, ob mit Gleichgewicht oder Pedalen etc. Feinmotorisch (Malen, Puzzles, Essen etc.) ist er etwa altersentsprechend.

Emotional ist er aber wirklich noch ein Kleinkind, er braucht immer mal wieder jemanden, der in an die Hand nimmt, hat Mühe mit Regeln oder wenn andere Bedürfnisse vor seinen stehen. Warten fällt ihm auch noch sehr schwer, wie auch etwas tun, was er gerade nicht will. Das ist auch der Punkt, wo ich am meisten zweifle, ob er es schaffen würde.

Das Soziale entwickelt sich gerade im Moment extrem. Da steckt er mitten im Schub und ich kann nicht sagen, wie es in ein paar Monaten sein wird. Noch vor ein paar Wochen hätte ich gesagt, er ist noch nicht sehr weit. Nun fängt er plötzlich an, selber auf andere Kinder zuzugehen, allfällige Konflikte zu lösen, ohne gleich einen Erwachsenen zu holen, geht sehr gerne in die KITA und spricht, wenn er heimkommt von anderen Kindern und nicht nur von den Betreuern, bezeichnet diese als seine Freunde etc. Dieses Wochenende wird er mit seiner Schwester bei ihrem Gotti übernachten. Noch vor ein paar Wochen hätte es geheissen: "Katarinas Gotti ist sehr lieb" oder auch "Ich will aber mit Mami bleiben.", den Fokus auf den Erwachsenen. Heute morgen erzählt er mir, er freue sich, denn dann könne er mit R. und M. (Kinder des Gottis) spielen. Die Grossen waren abgeschrieben. Es ist wirklich wie Tag und Nacht und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
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Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Coccolina » Do 20. Nov 2014, 10:59

Wenn ich unser Kind anschaue ist es einfach mehrheitlich noch ein Kleinkind. Es braucht zum Schlafen zwingend den Nuggi, es braucht oft noch Kuschelzeit, ohne Mittagsschlaf geht nichts. Warten müssen, Regeln befolgen, etwas Teilen oder Abwechseln führt mehrheitlich zu einem Wutanfall. Allerdings kommuniziert es in ganzen Sätzen mir richtigen Pronomen und in den richtigen Zeiten und grossem Wortschatz. Interessiert sich für das Lesen der Uhrzeit, Zahlen, erkennt sämtliche Automarken/Modelle. Da fürchte ich etwas die Unterforderung ohne KiGa.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von jp3077 » Do 20. Nov 2014, 21:57

danci hat geschrieben: Emotional ist er aber wirklich noch ein Kleinkind, er braucht immer mal wieder jemanden, der in an die Hand nimmt, hat Mühe mit Regeln oder wenn andere Bedürfnisse vor seinen stehen. Warten fällt ihm auch noch sehr schwer, wie auch etwas tun, was er gerade nicht will. Das ist auch der Punkt, wo ich am meisten zweifle, ob er es schaffen würde.
Die Beschreibung trifft auf unseren 3 jährigen auch zu und wenn ich es mir überlege auch auf viele erwachsene Männer.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Chürbis » Fr 21. Nov 2014, 06:24

@ jp3077

:0) wie recht Du hast!! Ich habe auch zwei solche Exemplare zu Hause einen in Gross und einen in Klein ;-)

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Fr 21. Nov 2014, 10:05

@ JP
Hihihi Jetzt weiss ich auch, warum mein Mann nie im KiGa war. Er war einfach nie reif dafür :mrgreen:
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von stella » Fr 21. Nov 2014, 11:12

danci
Und wenn du dann noch den Chrüzlibogen des Kigas von Basel anschaust... "erledigt Aufträge termingerecht" und "hält sich an Abmachungen" --- Dann ist ja klar, wenn dein Göga dies nicht kann, weil er ja gar nie im Kiga war!!!
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