Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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danci
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Di 21. Okt 2014, 14:52

Ariadne hat geschrieben:Wenn nun immer diejenigen, die halt noch nicht reif sind, zurückgestellt werden, heisst das nicht, dass es keine von diesen Monaten mehr gibt. Sondern halt nur noch die, die reif dafür sind. Genau so sollte dann im Grunde genommen auch diejenigen August-Kinder, die schon sehr reif sind, eingeschult werden können. So schaut man viel mehr auf die Reife als auf das Alter.
Da gebe ich Dir recht. Es steht aber für mich zum klaren Widerspruch zu Kristas Worten, die ich eben gerade sehr pauschalisierend empfand: Sie ist ein Verfechter der späten Einschulung, weil es diejenigen in der Klasse, die zu den älteren gehören einfacher haben als die jüngeren. Da geht es nicht um die Reife des einzelnen Kindes.

Und zudem kommt zumindest die Tendenz tatsächlich immer wie mehr, denn es gibt viele Rückstellungen. Das hat nun mal zur Konsequenz, dass ich z. Bsp. wenn ich meinen Sohn schicke, er nicht nur der jüngste der Klasse sein wird (obwohl es im Quartier noch zwei andere Kinder gäbe, die jünger sind, also zwischen 25. und 31.7., aber die vermutlich zurückgestellt werden), sondern ich riskiere, dass er auf den nächsten 2-3 Monate Rückstand hat, weil die anderen zurückgestellt wurden. Auf der anderen Seite aber muss er, der ja nach Stichtag eingeschult wurde, mit Kindern konkurrieren, die mehr als ein (im KIGA sogar zwei) Jahr älter sind als er, weil diese ihrerseits zurückgestellt wurden. Das finde ich nicht fair und auch nicht in Ordnung. Ich bin ja nicht gegen das Zurückstellen, aber bin schon der Meinung, wir sollten hier von Ausnahmen sprechen. Teilweise wird die Ausnahme aber zum Regelfall, wo es mich dann ärgert, warum wir überhaupt eine Regel haben, wenn sich niemand daran hält.

Ja, wir brauchen eine Ganztagesbetreuung für zwei Tage. Zudem wäre bei uns 4 Tage Spielgruppe nicht machbar:
1. Finanziell und organisatorisch kaum möglich. Betreuung für drei Kinder und Spielgruppe, die ziemlich teuer sind, dazu halt Hobbys ist zu viel. Und wenn jedes einen anderen Stundenplan hat, geht es eh nicht.
2. Wird bei uns die Spielgruppe zwar 4 x pro Woche angeboten, aber eigentlich ist die Idee, dass ein Kind das erste Jahr einmal, das zweite zweimal geht. Für mehr braucht eine Bewilligung und wir hätten es schon schwer zweimal zu bekommen, weil er ja das erste Jahr nicht gemacht hat (fand ich neben der KITA unnötig).
3. Sind es durch dieses System immer andere Kinder an verschiedenen Tagen, auch verschiedene Leiter, und das wäre nichts für meinen Sohn. Er braucht seine Stabilität und Bezugspersonen (auch unter den Kindern). In der KITA spielt er eigentlich fast nur mit denen, die beide seiner Tage da sind, wo er dann weiss, dass sie wieder kommen.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Di 21. Okt 2014, 15:09

@ danci
Schon gut, danci, einfach eine Antwort "Spielgruppe ist für uns keine Lösung" hätte auch gereicht :wink: . Nur weil es bei uns die Lösung war, heisst das nicht, dass ich denke, dass das für jeden die Lösung sein muss und man sich rechtfertigen muss, wenn man das nicht so machen kann :wink: . Es war einfach ein Beispiel, mit dem ich ausdrücken wollte: Es gibt keine pauschalen Lösungen. Weil die Kinder ja aus ganz unterschiedlichen Gründen zurückbehalten werden. Deshalb sind individuelle Lösungen oft besser. Welche das ist, muss jede Familie für sich selber entscheiden, je nach Möglichkeiten.

Ja, das was du schilderst, ist sicher nicht fair. Aber ich sehe es halt ganz aus meiner individuellen Warte aus: MEIN Kind war nicht reif und wäre im KiGa unter die Räder gekommen. Das wurde mir auch von anderen bestätigt, und die Kindergärtnerinnen meiner Tochter haben mir auch jetzt bestätigt, dass der Schritt bei uns sicher richtig war. Da ist es mir ehrlich gesagt egal, wenn andere finden, das sei jetzt unfair, weil ihr Kind sehr wohl mit gerade mal 4 in den KiGa gegangen sei. Sie hätten ja auch zurückstellen können bzw. es gab einen Grund, warum sie es nicht gemacht haben, weil ihr Kind offenbar reif genug war. Ich finde, du siehst das sehr schwarz-weiss. Ich glaube nicht, dass nun ALLE zurückstellen werden und NIEMAND sich daran hält. Genau das wäre ja dann wieder die andere extreme Seite der Massen-Abfertigung statt Individualisierung. Wünschenswert wäre es, wenn individuell geschaut würde, und dann wird es auch aufgehen.

Bei uns ist die Gemeinde übrigens sehr wohlwollend bei Zurückstellungen und unterstützt das sehr, gibt das auch schon im Anmeldebrief zu verstehen. Trotzdem sind in der Klasse meiner Tochter viele regulär eingeschulte Juli-Kinder. Weil da halt individuell geschaut wird, nicht pauschal einfach mal nicht eingeschult wird. Ich kann deine Befürchtung also aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.
LG,
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von mias mama » Di 21. Okt 2014, 15:18

Wieso sind rückstellungen erst jetzt so ein grosses thema?

Egal wie der stich tag fällt, es wird immer extrem junge, junge und ältere geben!?

War es früher so, dass allg erst viel später eingeschult wurde?

(Sorry weiss es echt nicht mehr....)


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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Di 21. Okt 2014, 15:26

mias mama hat geschrieben:Wieso sind rückstellungen erst jetzt so ein grosses thema?

Egal wie der stich tag fällt, es wird immer extrem junge, junge und ältere geben!?

War es früher so, dass allg erst viel später eingeschult wurde?

(Sorry weiss es echt nicht mehr....)


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Wie ich oben schon geschrieben habe: Ja, die Einschulungen sind tendenziell früher, weil nun schon Kinder, die im Juli gerade mal 4 geworden sind, in den KiGa kommen.
Und: Die Anforderungen an KiGa- und Schulkinder sind im Allgemeinen höher geworden. Sie sind auf jeden Fall beim Einschulen in den KiGa nicht niedriger geworden, obwohl die Kinder tendenziell jünger sind, und in der Schule sind die tendenziell höher als früher. Das haben mir in unserer Gemeinde zumindest Kindergärtnerinnen und LehrerInnen bestätigt, die dort schon lange arbeiten.
Das bringt es - zu Recht - mit sich, dass man sich überlegt, ob man das Kind wirklich schon so früh in dieses System schicken oder ihm noch ein Jahr Zeit geben will.
LG,
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Di 21. Okt 2014, 15:40

Entschuldige, Ariadne, ich dachte, es sei hier eine Diskussion und die besteht nicht nur aus Meinungen, Sonde n insbesondere aus Erklärungen dieser Meinungen. Ich rechtfertige mich nicht, erkläre lediglich meinen Standpunkt, ist es dir zu umfassend, dann, dann lies es einfach nicht;-)

Aber schade kam offenbar die Hauptaussage nicht an: ich kritisierte nie deinen Entscheid, dein Kind zurück zu stellen (wie war das mit det Rechtfertigung;-)), ich erinnere mich noch gut an den damaligen Austausch und deine Auseinandersetzung mit dem Thema. Das hat noch auf jeden Fall geprägt, mich nervt einfach die Pauschalisierung in die andere Richtung u d och hatte das Gefühl, als hätte Krista es so befürwortet eben mit "Verfechter der späten Einschulung". Darauf habe ich reagiert, nicht mehr und nicht weniger. Krista, sollte ich dich falsch verstanden haben, tut es mir leid, die gesagt war das mein Eindruck

. Und ja, ich habe das Gefühl, sie nehmen zu. Wir haben im Umfeld noch zwei Julikinder, ich habe das Thema mal mit deren Mütter angeschaut und es hiess klar, nein, es wird nicht mit 4 eingeschult. Beschlossene Sache und das 2 Jahre im Voraus. Da kannst du mir doch nicht erzählen, es wird auf die Reife des Kindes geschaut.... Und das kritisiere ich klar.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Di 21. Okt 2014, 15:43

PS darum wäre es für mich persönlich (muss nicht für andere gelten) viel wichtiger hier die Kriterien für die Einschätzung des eigenen Kindes zu besprechen. Worauf schaut ihr? Die Reife ist ja so ei. Überbegriff! Und weniger die Vor- und Nachteile der frühen\späten Einschulung.
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Marianna
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Marianna » Di 21. Okt 2014, 15:53

Hallo Zusammen

Ich danke Euch für Eure Kommentare. Auch wenn wir selbst entscheiden müssen, was für unsere Tochter das Beste erscheint, so helfen Eure Erfahrungen und Meinungen doch sehr.

Bei uns ist es jetzt soweit. Die Kiga Anmeldung haben wir erhalten und wir müssen uns nun entscheiden. Ich fühle mich ehrlich gesagt etwas überfordert. Wie soll ich denn das jetzt schon wissen?

Ich bin ganz Ariadnes Meinung. Natürlich ist immer ein Kind das Älteste und eines das Jüngste. Trotzdem ist es so, dass die Kinder grundsätzlich jünger sind als früher. Im Kiga können sie die Tätigkeiten vielleicht noch dem Alter der Kinder anpassen. In der Schule wird dies aber sicherlich nicht mehr möglich sein.

Bei uns ist es zudem so, dass erst wenige Gemeinden den Stichtag auf Ende Juli verschoben haben. Grundsätzlich ist für nächstes Jahr Ende Mai Stichtag. Natürlich geht es jetzt erst mal um den Kiga. Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken betr. Oberstufe. In den Nachbargemeinden werden nämlich Juni und Juli Kinder noch nicht eingeschult und mit diesen würde unsere Tochter in der Oberstufe zur Schule gehen. Der Abstand wäre also noch etwas grösser. In unserer Gemeinde gehen anscheinend die meisten Juli Kinder regulär gemäss Auskunft der Schule. "Die Eltern seien froh um die frühere Einschulung." Das heisst, bis zur 6. Klasse, wäre sie bei Rückstellung die Älteste. Bei regulärer Einschulung eine der Jüngeren und in der Oberstufe erst recht.

Findet Ihr es wirklich richtig, diese Thematik erst einmal zu ignorieren und dann erst später zu reagieren, wenn Probleme auftauchen?

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von carina2407 » Di 21. Okt 2014, 16:09

Marianna hat geschrieben: Der Abstand wäre also noch etwas grösser. In unserer Gemeinde gehen anscheinend die meisten Juli Kinder regulär gemäss Auskunft der Schule. "Die Eltern seien froh um die frühere Einschulung." Das heisst, bis zur 6. Klasse, wäre sie bei Rückstellung die Älteste. Bei regulärer Einschulung eine der Jüngeren und in der Oberstufe erst recht.

Findet Ihr es wirklich richtig, diese Thematik erst einmal zu ignorieren und dann erst später zu reagieren, wenn Probleme auftauchen?
Jein, ich finde in erster Linie muss man zuerst mal schauen, wo das Kind jetzt steht. Bei uns wars einfach so, dass ich mir nicht gross drum Gedanken gemacht habe, ob er nun der Älteste oder der Jüngste ist, sondern wie es für ihn die nächsten Jahre sein könnte, wenn er immer der Kleinste ist und immer spulen muss, damit er den anderen hinter herkommt. Er gehört nun zwar zu den Ältesten in seiner Klasse, trotzdem ist von Unterforderung keine Spur zu sehen. Bei ihm wäre es bei einer Einschulung mit 4 eher in Überforderung ausgeartet. Ich sehe auch jetzt, dass es teilweise für ihn schwierig ist, mit den anderen mitzuhalten, nicht kognitiv, da ist er wirklich gut dabei, aber halt in anderen Bereichen. Es sind z.B. immer alle schneller als er, das ist für ihn manchmal echt frustrierend. Ich habe mir daher schon auch vorausschauend Gedanken gemacht, wie es wird in der Oberstufe ect. Aber richtig ausschlaggebend war für uns damals der IST-Zustand: eben noch sehr verträumt, verspielt, kann nicht gut zuhören und still sitzen, zeigt kein Interesse an Bastel/Malen usw. Wir mussten allerdings "erst" im Januar entscheiden, bei euch sind sie ja echt früh dran mit der Anmeldung.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Di 21. Okt 2014, 16:10

@ danci
Entschuldige, Ariadne, ich dachte, es sei hier eine Diskussion und die besteht nicht nur aus Meinungen, Sonde n insbesondere aus Erklärungen dieser Meinungen. Ich rechtfertige mich nicht, erkläre lediglich meinen Standpunkt, ist es dir zu umfassend, dann, dann lies es einfach nicht;-)
:wink: Sorry, du hast natürlich recht. Aber ich fand es halt lustig, dass du dich quasi vor mir rechtfertigst, warum du nicht genau das machen kannst, was wir gemacht haben, obwohl meine Hauptaussage ja eben gerade war, dass man INDIVIDUELL schauen muss. Da hatte ich halt auch das Gefühl, dass die Hauptaussage nicht ankam.

Doch, ich glaube schon, dass deine Hauptaussage bei mir ankam. Ich habe ja auch darauf reagiert. Deine Hauptaussage war, dass eine Kehrtwende in die andere Richtung unfair wäre. Da habe ich dir ja zugestimmt. Allerdings sehe ich diese radikale Kehrtwende eben nicht. Aber da gehen wir halt von verschiedenen Erfahrungen aus.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass du spezifisch meinen Entscheid, zurückzustellen, kritisiert. Ich wollte nur allgemein zeigen, dass es für die einzelnen, die diesen Entscheid fällen, eben ganz individuelle Entscheidungen sind. Und dass dann dein Kritikpunkt, dass es so auch eine radikale Kehrtwende mit nur Rückstellungen geben könnte, für die Einzelnen nicht relevant sind. Verstehst du?
Da kannst du mir doch nicht erzählen, es wird auf die Reife des Kindes geschaut....
Warum so angriffig? Ich erzähle dir nicht, dass BEI EUCH auf die Reife geschaut wird. Ich erzähle dir, dass es bei uns so ist. Und dass es also durchaus sein kann, dass das so gehandhabt wird. Da es bei uns eben so ist und ich dies erlebe. Deshalb glaube ich daran, dass es auch an anderen Orten so sein kann.
danci hat geschrieben:PS darum wäre es für mich persönlich (muss nicht für andere gelten) viel wichtiger hier die Kriterien für die Einschätzung des eigenen Kindes zu besprechen. Worauf schaut ihr? Die Reife ist ja so ei. Überbegriff! Und weniger die Vor- und Nachteile der frühen\späten Einschulung.
Ja, das finde ich auch sehr wichtig. Deshalb habe ich das auch so erwähnt: Emotionale Reife, soziale Reife, kognitive Reife... Es gibt vielleicht noch mehr. Das kann manchmal sehr auseinanderklaffen. Und je nachdem muss man dann unterschiedlich damit umgehen.

Und auch wenn z.B. zwei Kinder beide in einem Gebiet reif sind, heisst das nicht, dass man bei beiden Kindern gleich verfahren soll/kann. Ein Beispiel: Wenn ein Kind kognitiv sehr reif ist und sehr viel Input von aussen braucht, dann kann es für dieses Kind problematisch sein, dass es nicht eingeschult wird, weil es sich dann langweilt. Bei einem anderen Kind braucht das nicht so zu sein, weil es sich z.B. seinen Stoff selber holt. Das war z.B. bei uns ein ausschlaggebender Gedanke: Unsere Tochter war sozial unreif, aber kognitiv überreif. Wir wollten natürlich auch nicht, dass sie dann kognitiv unterfordert ist und sich langweilt. Aber, wie schon beschrieben; sie ist eine, die sich ihren Stoff einfach selber holt. Von daher war DAS bei ihr eben kein Problem, während es das bei einem anderen Kind sehr wohl sein kann.

Wegen der sozialen Unreife haben wir uns z.B. auch überlegt, dass es für unsere Tochter eben sehr gut war, dass sie mit Gleichaltrigen Peers in die Spielgruppe konnte. Deshalb war diese Lösung individuell für sie eben sehr gut. So konnte sie den sozialen Umgang in diesem Umfeld üben, ohne sich an die Regeln halten zu müssen und sich zu sehr in die Gruppe integrieren zu müssen, was ihr eben sehr schwer fiel.

Wegen der emotionalen Reife war es bei unserer Tochter auch kein Problem, dass sie 4x ging, weil sie sich leicht lösen konnte. Wenn es da bei einem anderen Kind hapert, ist es vielleicht besser, wenn es noch länger zuhause bleiben kann, um diese Sicherheit zu tanken.

Usw., usw.
LG,
Ariadne

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Ariadne » Di 21. Okt 2014, 16:16

carina2407 hat geschrieben:
Marianna hat geschrieben: Der Abstand wäre also noch etwas grösser. In unserer Gemeinde gehen anscheinend die meisten Juli Kinder regulär gemäss Auskunft der Schule. "Die Eltern seien froh um die frühere Einschulung." Das heisst, bis zur 6. Klasse, wäre sie bei Rückstellung die Älteste. Bei regulärer Einschulung eine der Jüngeren und in der Oberstufe erst recht.

Findet Ihr es wirklich richtig, diese Thematik erst einmal zu ignorieren und dann erst später zu reagieren, wenn Probleme auftauchen?
Jein, ich finde in erster Linie muss man zuerst mal schauen, wo das Kind jetzt steht. Bei uns wars einfach so, dass ich mir nicht gross drum Gedanken gemacht habe, ob er nun der Älteste oder der Jüngste ist, sondern wie es für ihn die nächsten Jahre sein könnte, wenn er immer der Kleinste ist und immer spulen muss, damit er den anderen hinter herkommt. Er gehört nun zwar zu den Ältesten in seiner Klasse, trotzdem ist von Unterforderung keine Spur zu sehen. Bei ihm wäre es bei einer Einschulung mit 4 eher in Überforderung ausgeartet. Ich sehe auch jetzt, dass es teilweise für ihn schwierig ist, mit den anderen mitzuhalten, nicht kognitiv, da ist er wirklich gut dabei, aber halt in anderen Bereichen. Es sind z.B. immer alle schneller als er, das ist für ihn manchmal echt frustrierend. Ich habe mir daher schon auch vorausschauend Gedanken gemacht, wie es wird in der Oberstufe ect. Aber richtig ausschlaggebend war für uns damals der IST-Zustand: eben noch sehr verträumt, verspielt, kann nicht gut zuhören und still sitzen, zeigt kein Interesse an Bastel/Malen usw. Wir mussten allerdings "erst" im Januar entscheiden, bei euch sind sie ja echt früh dran mit der Anmeldung.
Da kann ich mich anschliessen.
Marianna, ich verstehe sehr gut, dass du dir so umfassende Gedanken machst. Allerdings: Die Gedanken an später sollten halt einfach nicht wirklich den Ausschlag geben. Den Ausschlag sollte das JETZT geben. Wenn ihr beim JETZT total zweifelt und sich Argumente Für und Wider total die Waage halten, dann kann der Blick auf später ja vielleicht helfen, sich in die eine oder andere Richtung zu entscheiden. Aber meistens gibt es ja im JETZT Gründe, die dafür oder dagegen sprechen, und diese sind auf jeden Fall wichtiger.
Ich finde es extrem früh, dass ihr euch jetzt schon entscheiden müsst. Wir mussten uns damals im Mai entscheiden, ob wir unsere Tochter im August in den KiGa schicken wollen oder nicht. Habt ihr schon nachgefragt, ob ihr die Entscheidung verschieben dürftet?
LG,
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von danci » Di 21. Okt 2014, 16:53

@ Marianna
Was man halt auch nicht vergessen darf: bei 11/12jährigen machen 2-3 Monate meistens viel weniger aus als bei 4/5jährigen. Von daher kann es auch sein, dass man sie bis zur Oberstufe gar nicht bemerkt. Ich würde den Focus v.a. auf jetzt legen. Man muss es ja nicht ganz ausschalten, aber das ausschlagende Kriterium wäre es für mich nicht.

@ Ariadne
Vielleicht sind meine Worte wirklich falsch rübergekommen. Ich wollte nicht sagen, dass es eine radikale Kehrtwende gibt. Ich sehe eine Tendenz, mehr nicht und es werden ja nachwievor viele Kinder stichtagsgemäss eingeschult. Ich bin nur etwas empfindlich, wenn eben aufgrund solcher Pauschalisierungen entschieden wird. Es kommt mir dann halt echt so vor, dass Hauptsache mein Kind hat einen Vorteil, die anderen sind mir doch egal. Ich will, dass sich mein Kind im Kindergarten wohl fühlt, es gerne hingeht. Mir geht es nicht darum, dass er der Beste und der Reifste in der Klasse ist.
Ariadne hat geschrieben:
Da kannst du mir doch nicht erzählen, es wird auf die Reife des Kindes geschaut....
Warum so angriffig? Ich erzähle dir nicht, dass BEI EUCH auf die Reife geschaut wird. Ich erzähle dir, dass es bei uns so ist.
Das finde ich etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Mir ging es nicht um das bei Euch, bei uns, sondern nur darum, dass dort, wo die Eltern schon 2 Jahre im Voraus wissen, dass sie nicht einschulen werden, weil das Kind dann das jüngste ist und sicher einen Nachteil haben wird, nicht die Reife der Kinder betrachtet wird, sondern eben nur das Alter, was ich falsch finde. Und ich sage nur, dass es diese Fälle auch gibt. Wie auch, dass nicht alle so sind. Welches überwiegt, kann ich nicht beurteilen, da ich die Gründe der meisten für die Zurückstellung nicht kenne.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Helena » Di 21. Okt 2014, 17:34

@Marianna: ja, ich würds einfach versuchen, ihr könnt meiner Meinung nur gewinnen.

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von mias mama » Di 21. Okt 2014, 17:41

Marianna hat geschrieben:Hallo Zusammen

Ich danke Euch für Eure Kommentare. Auch wenn wir selbst entscheiden müssen, was für unsere Tochter das Beste erscheint, so helfen Eure Erfahrungen und Meinungen doch sehr.

Bei uns ist es jetzt soweit. Die Kiga Anmeldung haben wir erhalten und wir müssen uns nun entscheiden. Ich fühle mich ehrlich gesagt etwas überfordert. Wie soll ich denn das jetzt schon wissen?

Ich bin ganz Ariadnes Meinung. Natürlich ist immer ein Kind das Älteste und eines das Jüngste. Trotzdem ist es so, dass die Kinder grundsätzlich jünger sind als früher. Im Kiga können sie die Tätigkeiten vielleicht noch dem Alter der Kinder anpassen. In der Schule wird dies aber sicherlich nicht mehr möglich sein.

Bei uns ist es zudem so, dass erst wenige Gemeinden den Stichtag auf Ende Juli verschoben haben. Grundsätzlich ist für nächstes Jahr Ende Mai Stichtag. Natürlich geht es jetzt erst mal um den Kiga. Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken betr. Oberstufe. In den Nachbargemeinden werden nämlich Juni und Juli Kinder noch nicht eingeschult und mit diesen würde unsere Tochter in der Oberstufe zur Schule gehen. Der Abstand wäre also noch etwas grösser. In unserer Gemeinde gehen anscheinend die meisten Juli Kinder regulär gemäss Auskunft der Schule. "Die Eltern seien froh um die frühere Einschulung." Das heisst, bis zur 6. Klasse, wäre sie bei Rückstellung die Älteste. Bei regulärer Einschulung eine der Jüngeren und in der Oberstufe erst recht.

Findet Ihr es wirklich richtig, diese Thematik erst einmal zu ignorieren und dann erst später zu reagieren, wenn Probleme auftauchen?
Ich find einfach so eine frühe anmeldung schlecht. Man muss so quasi nach dem jetzigen entwicklungsstand des kindes gehen. Wer weiss was in ein paar monaten ist?

Bei unskam sie erst so im mai/juni das ist voel besser


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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von krista » Di 21. Okt 2014, 17:55

@danci
nach einigem Nachdenken über das Thema und meine Meinung, und wieso ich ein "Verfechter der späten Einschulung" bin, habe ich an mir gemerkt, dass ich an und für sich gar kein Fan vom Kindergarten (zumindest nicht von so einem vorschulartigen wie hier in der Schweiz) bin :oops: Ich glaube, das ist eher mein Thema.
Ich bin ein Befürworter des freien Spiels und des Zusammenseins mit anderen Kindern im freuen Spiel.
(Bedingt natürlich, dass man den Kindern diese Zeit zugestehen kann und dass man genügend andere Kinder im Umfeld hat).
Ich persönlich stehe hinter der Theorie, dass selbstbestimmtes und selbstmotiviertes Lernen am effektivsten ist, besonders im jüngeren Kinderalter. Ich finde einfach nicht, dass man Kinder in dem Alter schon (auch wenn es nicht viel ist) so unter Leistungsdruck stellen sollte.
Aber das ist eher ein Thema zum Kindergarten allgemein. Da hier nun einmal die Schulpflicht ab Kindergarten beginnt, geht es also (für mich) nur darum, ob und wie viel mein Kind von dieser freien Zeit braucht und bekommen soll.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass der Punkt kommt, an dem das Kind lernen will und soll, und Input von aussen braucht. Jedoch bezweifle ich, das 4 bereits dieses Alter ist. ich würde es auch eher auf 6 oder 7 ansiedeln. Finnland wurde schon als Beispiel genannt, ich füge Deutschland an: die Schulpflicht beginnt mit 6 oder 7, Kindergarten ist freiwillig, bis vor wenigen Jahren gab es nicht einmal das Recht auf einen Kindergartenplatz. Viele Kinder gehen also erst mit 6 oder 7 in die Schulpflicht und ich würde nicht behaupten, dass die Deutschen dümmer sind als andere oder bei der Einschulung mehr Schwierigkeiten als andere haben.
:arrow: Aber das Thema Kindergarten allgemein ist hier nicht das Thema.

Was den Stichtag angeht, so fände ich es besser, wenn es einen grösseren Zeitrahmen gäbe. Wobei in D der Zeitrahmen z.T. von Februar bis Dezember ist, das finde ich auch zu viel. Mit einem grösseren Zeitfenster könnte man mehr auf das einzelne Kind eingehen.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Marianna » Mi 22. Okt 2014, 17:18

Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich habe jetzt mal einen Termin mit der Gruppenleiterin der Kita vereinbart, um mit ihr die Thematik zu besprechen. Zudem werde ich in der Schule anrufen und nochmals fragen, ob es nicht möglich sei, später noch eine Entscheidung zu treffen. Ich verstehe ja, dass die Schule gerne so früh wie möglich weiss, wer eingeschult wird und wer nicht, aber es ist schon extrem früh.

Im Moment wäre unsere Tochter vom emotionalen her noch nicht so weit, kognitiv altersgerecht und vom sozialen her hätte sie wohl keine Probleme. So meine Einschätzung. Betr. dem kognitiven stimme ich euch zu, dass der Unterschied mit dem Alter der Kinder immer kleiner wird. Vom emotionalen her, könnte sie noch einen Riesen Sprung machen, wer weiss. Zu frühe Einschulung könnte sie jedoch auch erst recht verunsichern und sich längerfristig auswirken. Ich weiss nicht, ob ich dann zu Hause alles auffangen könnte.

Danke Euch, dass ich hier meine Gedanken etwas ordnen kann. Der Austausch mit Euch hilf mir dabei sehr.

Marianna

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Neonova » Mi 22. Okt 2014, 18:16

Bei uns kommt die Kiga-Anmeldung immer Anfangs Dezember. Man kann aber sein Kind auch noch im Nachhinein abmelden. War bisher bei niemandem ein Problem.
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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Schwups » Do 23. Okt 2014, 00:56

Marianna - Meine Erfahrungen mit meinem Juni-Kind

Februar bis März 2011
Von anfangs Februar 2011 steckte ich in der Phase "sollen wir ein Gesuch stellen, um Sohnemann vorzeitig auf Sommer 2011 in den Kindsgi einzuschulen". Er ist ein Harmos-Kind (Geburtsdaten vom 1.5. - 31.7.07) und für die konnte bei uns in der Gemeinde (Kt. Zürich) bis am 18.3.2011 ein Gesuch gestellt werden. Dem Gesuch muss ein Bericht einer Fachperson (z.B. Ki-Arzt) beiliegen. Nach Eingang des Gesuches wird eine Testwoche vereinbart. Die Kinderarztabklärung haben wir anfangs Februar 2011 gemacht. Der Kinderarzt hat mit ihm im Alter von 3,5 Jahren die Tests gemacht, welche er sonst mit 4-jährigen macht. Sohnemann hat bei allen an ihn gestellten Anforderungen die Qualität eines 4-jährigen Kindes gezeigt. Einen mehrseitigen Bericht der Innenspielgruppenleiterin haben wir auch und sie empfahl das Gesuch zu stellen und ihn in der Schnupperwoche vor allem bezüglich des emotionalen genau zu beobachten. Wir haben uns aber nach reiflichen Überlegungen (Excell-Liste Pro und Contra, Gespräch mit Lehrern, Sozialarbeitern aus dem Kollegenkreis) entschieden, ihn erst im Sommer 2012 regulär einzuschulen und kein Gesuch gestellt. Ich möchte nicht, dass er am Schwanz der Klasse herumlümmelt, weil es jene Kinder hat, die bis zu 15 Monate älter und dementsprechend weiter sind. Jeden Frühling sich von neuem sorgen, ob er repetieren muss oder nicht, weil es ihm an sozialer und emotionaler Reife mangelt.

Stand September 2013
Der Sohn ist wie erwartet ein starker Kindergärtler und sie haben uns nach dem ersten Gespräch im Herbst 2012 angeboten, mit ihm schon im kleinen Kindsgi, d.h. Jan. 2013, diese Schuleintritt-Test zu machen. Die Kindsgi-Zeit ist ein sooo schöne Zeit fürs Kind, kein Hausaufgabenstress, viel Zeit zum Spielen, ... Deshalb auch haben wir uns gegen seine Teilnahme am Test entschieden, da wir ihn nicht nach nur einem Jahr Kindsgi in die Schule eintreten lassen wollten. Er hat sich schon im kleinen Kindsgi selber Lesen beigebracht, indem er einfach die ältere Schwester beobachtet hat. Er hatte im kleinen Kindergarten eine Phase, wo er sich langweilte, nämlich ab der Hälfte beim 12-wöchigen spielzeugfreien Kindsgi, aber er konnte sich dann wieder fangen und sie gaben ihm auch genug Futter. Ich stehe mit der Kindergärtnerin in Kontakt und sobald er sich wieder über Langweile beklagt, darf ich mich melden und sie füttert ihn mit zusätzlichem Stoff. Er hat auch Zugriff zum Schüleri-Ecken, wo er Mini-Lük, etc. machen kann. Auch hat es in seiner Schublade Arbeitsblätter, mit denen er sich beschäftigen kann (Fehler suchen, etc.). Er ist jetzt ganz stolzer Götti von zwei kleinen Kindergärtner und nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Im kleinen Kindsgi spielte er vor allem mit den Kindern vom grossen Kindsgi und ich staune, wie er sich nun gegen unten anpassen konnte und die grossen, welche jetzt in der 1. Klasse sind, gar nicht vermisst. Da der Sohn schon zu Hause der Kleine ist, denke ich, dass es ihm gut tut, dass er einer der Besten ist, zu dem die kleinen aufschauen.

Jetziger Stand
Er ist nun in der 1. Klasse und es läuft ihm alles so ring. Die Hausaufgaben macht er ruckzuck von sich aus. Er ist sehr pflichtbewusst und vergisst nie ein Blatt, ein Buch oder was auch immer. Von seiner älteren Schwester, jetzt 3. Klasse, bin ich mir anderes gewöhnt und ich frage mich schon, wie es dann mit ihr laufen wird, wenn sie in die 4. Klasse kommt (neuer Lehrer, mehr Fächer, die benotet werden, mehr Prüfungen und viel mehr Hausaufgaben). Bei uns haben sie schon ab der 2. Klasse Englisch und ab der 3. Klasse nur noch am Mittwochnachmittag frei. Die Tochter läuft manchmal schon am Limit, bei den Hobbies stehen wir auf der Bremse (Gruppen-Flöten-Unterricht, Klavier-Einzelstunden und Jugi Meitli reicht definitiv) und ihr fehlt einfach Zeit, um für sich zu spielen und mehr mit anderen Kindern abzumachen. Ich habe in Erinnerung, dass ich in der Oberstufe unsere Jungs "Bubis" fand und ich denke in 8 Jahren wird es nicht anders sein. Wenn es in der 2. Sek. um die Berufswahl geht, ist es sicher ein Vorteil, wenn er zu den älteren gehört. Ich bin berufstätig und es wäre natürlich bequemer und kostengünstiger gewesen, wenn wir ihn schon ein Jahr früher im Schulsystem drin gehabt hätten. Aber es geht allein und einzig ums Kind, dem ein perfekter Start ins Kindsgi-bzw. Schulleben ermöglicht werden sollte. Ich wüsche Dir viel Kraft und Durchblick für Deine Entscheidung.

Noch etwas
Ich denke bei Euch kommen die Anmeldungen so früh, weil die Schule beim Kanton die genauen Schülerzahlen bekanntgeben muss und dann dementsprechend viele Lehrer bewilligt bekommt. Unser Schulleiter klagt jeweils, dass er die Zahlen so früh bekanntgeben müsse und dann gebe es noch soviel Zuzüge, weil bei uns soviel gebaut werde. Ich würde mich erkundigen, ob ihr das Kind an- und dann doch wieder abmelden könnt, weil es sich langsamer entwickelt hat, als ihr gedacht habt? Oder ob es möglich ist, die Anmeldefrist auf Ende März raus zu zögern (würde bei Deinem geplanten Telefongespräch gerade ein Datum nennen)? Wohnt ihr in Eurem eigenen Haus? Sonst kannst Du doch auch sagen, dass ihr auf der Suche nach einem eigenen Haus seid und ihr noch nicht wisst, wo ihr im Sommer 2015 wohnen werdet.
Meitli 12/05
Bueb 06/07

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von Mia2505 » Do 23. Okt 2014, 08:27

@Danci und Problem Kita
Wie schon erwähnt ist das auch mein Hauptproblem falls ich meine Tochter zurückstellen werde. Wir sie da richtig gefordert, wird es ihr zu langweilig... etc.

Ich überlege mir falls ich das Jahr überbrücke Sie aus der Kita zu nehmen und mir eine Tamu oder Spielgruppe suche.. könnte ja noch spannend sein für meine Tochter auch mal etwas anders. Sie geht ja schon seit Sie 3 Monate alt ist die die selbe Kita. Ich werde das Gespräch mit der Kita suchen und nachfragen was sie mit den "älteren" in der Gruppe machen resp. sie fordern. Wie ich gelesen habe machst du dir ähnliche Gedanken?

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von nori » Do 23. Okt 2014, 09:06

. Und ja, ich habe das Gefühl, sie nehmen zu. Wir haben im Umfeld noch zwei Julikinder, ich habe das Thema mal mit deren Mütter angeschaut und es hiess klar, nein, es wird nicht mit 4 eingeschult. Beschlossene Sache und das 2 Jahre im Voraus. Da kannst du mir doch nicht erzählen, es wird auf die Reife des Kindes geschaut.... Und das kritisiere ich klar.
Es geht doch nicht 'nur' darum, dass das eigene Kind das Jüngste sein wird, sondern dass es altersmässig einfach knapp sein wird. Als der Stichtag Ende April war, da waren die jüngsten Kinder bei Eintritt im August nunmal älter, als sie es heute sind, wenn sie Mitte/Ende Juli geboren werden. Und ich selbst finde halt, grad in dem Alter, merkt man einige Monate sehr gut, was die Entwicklung angeht, das macht viel aus. Bei unserer Mittleren konnte ich mir bis drei Monate vor Eintritt nicht vorstellen, wie das laufen wird. Sie hat aber just kurze Zeit vorher einen rechten Schub gemacht. Ich finde es verständlich, wenn man sagt, Punkt vier Jahre ist zu früh,und völlig legitim, wenn sich das mehr als eine Familie pro Jahrgang überlegt. Sollten die Rückstellungen so drastisch zunehmen, müsste man sich vielleicht überlegen, ob die Verschiebung des Stichtages wirklich sinnvoll war...

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Re: Juni/Juli-Kinder - Kindergarten mit gerade mal 4

Beitrag von dede » Do 23. Okt 2014, 09:44

danci hat geschrieben:@ Marianna
Was man halt auch nicht vergessen darf: bei 11/12jährigen machen 2-3 Monate meistens viel weniger aus als bei 4/5jährigen. Von daher kann es auch sein, dass man sie bis zur Oberstufe gar nicht bemerkt. Ich würde den Focus v.a. auf jetzt legen. Man muss es ja nicht ganz ausschalten, aber das ausschlagende Kriterium wäre es für mich nicht.
Da habe ich schon einiges anderes gelesen. U. a. bei Remo Largo nachzulesen, dass der Unterschied im Entwicklungsalter (also quasi die Reife) mit dem Alter stark zunimmt. D.h. dass 7jährige (biologisches Alter) sich im Entwicklungsalter bis zu 2 Jahre unterscheiden können. Bei 7.Klässern ist dieser Unterschied im Entwicklungsalter bis zu 6 Jahre (+/- 3 Jahre vom Durchschnitt). Ausserdem sind in diesem Alter die Jungs im Durchschnitt 1 1/2 Jahre hinter den Mädels zurück. Kinder, die schon im Kleinkindesalter eher zu den langsameren gehören, werden dies wahrscheinlich auch später sein. Oder um auf dein Beispiel umzudeuten: Ein Unterschied von 2-3 Monaten im Kindergartenalter kann bei 11-/12-jährigen dann über ein Jahr Unterschied bedeuten. Gerade im kognitiven Bereich werden die Unterschiede mit dem Alter immer grösser.


@allgemeine Diskussion zur Einschulunge
Die wirklich entscheidenen Kritierien sind für mich klar die individuelle Reife (also das Entwicklungsalter und weniger das biologische Alter). Und da vor allem im Bereich der sozialen und emotionalen Bereiche und der Selbstkompentenz und viel weniger im kognitiven Bereich. Kinder, die mehr Mühe mit grösseren Gruppen haben, können sich in diesem Umfeld auch weniger entfalten und da hilft es nicht, wenn sie kognitiv schon einiges drauf haben, dies aber nur zu Hause im privaten Umfeld zeigen können und auswärts im KiGa dann blockiert sind.
Im Zweifel würde ich zur Rückstellung raten (gerade bei Jungs, die Begründung für mich: siehe oben). Ich bin einfach überzeugt davon, dass sich eine leichte Unterforderung einfacher auffangen lässt als eine Überforderung, gerade wenn diese in den Bereichen Selbstkompetenz/ emotionale und soziale Reife ist. Für kognitiv wirklich fitte Kinder gibt es dann immer noch die Möglichkeit, eine Klasse zu überspringen, wenn sie in den anderen Bereichen ihre Kompetenzen gefestigt haben.

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