Asperger Syndrom - Teil 5

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

Moderator: Tiramisu

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Timna
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Timna »

@simbat
Wenn du mit der Lehrerin nicht reden kannst, geht es vielleicht mit der Schulleitung? Oder dem Inspektor? Hier im Kanton Bern kann man auch auch die EB (Erziehungsberatung) welche eng mit der Schule zusammen arbeitet.
Ich denke, wenn du deine Tochter immer wieder rauss nimmst, kannst du vielleicht Symptome bekämpfen. Aber eine Lösung bringt das nicht...
Ich finde, du solltest deine Tochter mit ihren Symptomen sehr ernst nehmen. Auch wenn die ganzen Beschwerden "nur" psychisch sind...
Oder kannst du mal einen Termin beim Kinderarzt machen? Such dir Hilfe... Die Schulzeit wird sonst sehr lang, wenn sie so leiden muss...
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Manana
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Manana »

Bei uns gehts auch oft so, dass Sohn fehlen muss, weil er einfach keine Energie mehr hat. Gerade in der Pubertät ist das eine grosse Herausforderung für uns Eltern. Aber es scheint nicht anders zu gehen.
Nebst der Schulpsychologin für die Abklärung etc. könnte da vielleicht ein Psychiater weiterhelfen.
Unser Sohn geht, wenn er es braucht, zu einem. Uns hilft diese Person dann auch, herauszufinden, ob ein Problem mit Faulheit oder mit Überforderung zu tun hat.

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Papa68
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Papa68 »

@zu Hause bleiben: wir haben auch so einen Kandidaten hier. Er hat Bauchschmerzen ohne physiologischen Grund, das wurde abgeklärt. Seine Schmerzen sind psychischer Natur. Sie sind aber real, nicht eingebildet! Wir lassen ihn in so einer Situation zu Hause. Er ist aber ein guter Schüler, der nicht zurück fällt, wenn er mal einen Tag fehlt. Ausserdem kommt die Bauchwehsituation nicht (mehr) sehr oft vor.
Ich finde es wichtig, dass sich das Kind ernst genommen weiss!
SCHWEIGEN IST GOLD.
ES SEI DENN, DU HAST KINDER. DANN IST SCHWEIGEN VERDÄCHTIG!

fläcki
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von fläcki »

Es gibt Verweigerung und Verweigerung. Ein Kind dem es schlecht geht verweigert in meinen Augen nicht. Es hat ein Problem und man wird das Problem lösen müssen. Bei einigen Kindern reicht es, ab und zu eine Pausentag einzulegen. Andere brauchen Pensenanpassungen oder es bräuchte Anpassungen am Setting. Letzteres ist oft nicht wirklich einfach. Da kommt es auch sehr drauf an, wie alle Beteiligten eingestellt sind. Ob ein Schulhaus sehr pro Inklusion ist oder eher nicht so. Und für manche braucht es Sonderschullösungen oder Privatschulen, die andere Bedingungen schaffen als die Regelschule.
Unser Sohn hat wöchentliche Sitzungen mit der Psychologin und ab und zu sieht er die Psychiaterin. Diese schreibt ihn auch krank, wenn, wie im Moment, nichts mehr geht. Dann schauen wir, was geht, was weiterhin wichtig ist, etc. Da kommt es meiner Ansicht nach auch sehr drauf an, was genau das Problem ist. Sobald aus Angst heraus ein Meideverhalten entsteht, ist das Thema ein anderes, als wenn das Kind erschöpft ist und einfach eine Pause braucht. Da würde ich jemanden suchen, auf den ihr bei Gelegenheit zugehen könnt und der euch auch gegenüber der Schule unterstützt. Wir machen im Moment gute Erfahrungen mit einer sehr offenen Kommunikation und ich fände es generell erstrebenswert, wenn Eltern und Schulen für das Kind eine Lösung finden können, die die Bedürfnisse -zBsp. nach einem Pausentag - ernstnehmen und annehmen und das Kind so auch vermittelt bekommt, dass es eben vorkommen kann, dass die Ressourcen erschöpft sind, man dann Lösungen sucht und das auch eigentlich kein Problem ist, auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen Rücksicht zu nehmen. Ich fände es schön, wenn man da offen sein könnte und das Kind nicht "ich war halt krank" sagen muss. Das wäre für mich ein Teil von Inklusion. Man kann sagen X braucht mehr Pausen als die meisten anderen, daher bleibt er manchmal einen Tag zuhause. Und man kann das sagen, ohne dass aus anderen Ecken Stimmen kommen, die das unfair finden, weil sie nicht glauben, oder nicht verstehen, was ein autistisches Kind leistet. Davon sind wir wohl in den meisten Schulen und Gesellschaften noch weit entfernt.

Merla
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Merla »

Mit dem Thema "was muss sein" und "was darf anders sein" betreffend Schule tun wir uns auch schwer.
Ich finde es schwierig einzuschätzen, wann Söhnchen wirklich eine Pause bräuchte , und wann er einfach genervt ist und keine Lust hat. Wenn es nur keine Lust ist möchte ich das nicht unterstützen, indem ich ihn dann zuhause behalte. Aber es tut mir auch weh ihn hinzuschicken, wenn er wegen Asperger nicht anders kann und leidet. Ist wohl wie geschrieben eine Gratwanderung.
Habe aber manchmal die Befürchtung, dass er sonst im späteren Leben auch viel zu oft denkt "ich bin anders, ich kann das nicht".

@ Erwartungen an die Schule: die Psychologin, die bei uns die Abklärungen gemacht hat, hat uns auch über den Nachteilsausgleich informiert, den einige Aspies scheinbar benötigen/bekommen. Z.B. Prüfungen in einem Raum ohne Ablenkung, oder mehr Zeit für die Prüfung. Sie meinte aber auch, dass dies je nach Lehrperson sehr unterschiedlich gehandhabt werde oder durchsetzbar sei...
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dede
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von dede »

https://szh.ch/themen/nachteilsausgleic ... -dokumente

Vogt-Hörler, E. et al. (2013). Der Nachteilsausgleich bei Prüfungen für Schülerinnen und Schüler mit Autismus. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 9, 27-34.

Hier findest du ein pdf von einem Artikel in der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik über den Nachteilsausgleich bei Schülern mit Autismus. Im Artikel hat es eine Liste mit möglichen Massnahmen in der Schule zur Unterstützung, die sich an Symptomen/ Behinderungern orientiert. Vielleicht hilft diese Liste im Gespräch mit der Schule. Unten findest du noch einen Link zum Vorgehen, sollten sonderpädagogische Massnahmen notwendig sein.

https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bil ... nahmen.pdf

Simbat
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Simbat »

@Missdaisy: ich glaube manchmal ist es einfach zu viel. Ich bin immer froh wenn nicht noch eine Tonne Hausaufgaben dazu kommt. Sie kann selbst nicht so genau sagen was es ist (auch logisch eigentlich), somit ist es aber schwierig der Schule vorzuschlagen, was man ander machen könnte. Ja es ist echt eine Gratwanderung zwischen nachgeben zum Wohle des Kindes oder hart bleiben "weil man halt muss".

@Timna: Wir sind mit der Schulpsychologin dran jetzt... mal schauen was da geht...
Zum Arzt geh ich nicht (wurde damals im Kindsgi schon organisch alles abgeklärt), mittlerweile sagt sie selber, dass ihr Buachweh von Stress oder Unwohlsein kommt.
Am besten wäre für sie wohl, wenn sie von einem Psychologen oder Psychiater begleitet werden würde und dort auch über ihre Probleme reden könnte. Nur, immer wenn ich eine Aktion starte um jemanden zu suchen, ist bei ihr grad alles wieder im Reinen und dann will sie nicht mehr. Und zwingen kann ich sie ja nicht. Deshalb ist es noch gar nie zu einem Versuch in die Richtung gekommen.

@Manana: Das tönt gut mit dem Psychiater. So etwas hätte ich auch gerne. Darf ich fragen, wie oft denn euer Sohn so ungefähr fehlt? Kommunizierst du das so in der Schule oder meldest du ihn "krank" mit Ausreden wie Bauchweh, Kopfweh etc?

@Papa: Schön zu hören, dass es noch mehr so "Kandidaten" gibt. Ich glaube ich werde es auch so handhaben, dass sie dann halt einfach zwischendurch einen Nami "krank" ist. Darf ich fragen wie oft es bei euch ungefähr vorkam und jetzt noch vorkommt?

@fläcki: Ja genau du sagst es. Ich glaube bei uns würde einfach ein bisschen Verständnis oder etwas mehr eingehen auf das Kind schon reichen und eben ab und zu einen Pausentag ohne schlechtes Gewissen (das eher meinerseits). Ich bin gespannt wie die Schule damit umgehen wird. Weiss ja nicht wie bekannt das denen ist und ob sie schon Lösungen haben. Ich von mir aus habe leider fast keine Vorschläge. Klar ein Pausenraum für Tochter wäre sicher nicht schlecht aber ich bin mir fast sicher, dass sie das dann doch nicht nutzen würde. So denke ich auch, dass die Aufgabenhilfe gut für sie wäre aber sie sträubt sich dagegen (noch länger in der Schule, wieder ein anderer Lehrer etc.)
Also du bist dafür diese "Pausen" offen zu komunizieren? Ich bin da so unsicher. Evtl. kommt es gut an und ist mit der Diagnose auch legitim. Könnte aber auch sein, dass sie das mega doof finden und nachher jedes Mal wenn Tochter Bauchweh hat oder so, einfach nur mit den Augen rollen?

@Merla: Ja genau so gehts mir auch. Man möchte ja auch nur das Beste für ihre Zukunft. Aber WAS ist das Beste?

@dede: Ich danke dir ganz herzlich für die Infos.

@us: Wir haben am Freitag das Zeugnis erhalten. Es ist das erste in der 4. Klasse mit neuer Klasse und neuer Lehrerin. Wir haben seit Beginn ein Gnusch, Tochter checkt oft Sachen nicht (vor allem Mathe), verhühnert vieles, kann nicht gut planen, die Hefter sehen aus wie Sau etc (vorher war das nicht so steng in der 1.-3.). Mich hat das Zeugnis fast aus den Socken gehauen, sie hat einen 4-5 und zwar in der verhassten Handarbeit und sonst nur 5er und 5-6er. Meine erste Reaktoin "ach du sch... die werden uns niemals ernst nehmen wenn wir sagen, wir hätten ein Problem". Natürlich freue ich mich über das Zeugnis und die Probleme zu Hause bleiben weiterhin bestehen aber von der Schule kann man wahrscheinlich nicht viel erwarten, schon gar keinen Nachteilsausgleich, wenn das Kind mit dem Stoff scheinbar gar keine Mühe hat.
Frage mich auch ob WIR einfach ein viel zu grosses Trara machen, resp. die Tochter. Dann gehts halt etwas länger bis sie es schnallt aber wenns dafür dann sitzt, wenn die Prüfungen kommen, dann ist ja auch alles gut. Vielleicht muss ich es anfangen etwas lockerer zu sehen (jetzt wo wir die Noten wissen) und wenn sie ein Theater macht zu Hause weil sie absolut nichts schnallt, sie einfach lassen, dann hat sie halt die Hausaufgaben nicht gemacht... so what, ein paar Tage später kann sies dann meistens.

@Hilfe in der Schule: Was haben denn eure Aspies so für "Sonderbehandlungen" in der Schule? Ich hoffe auf ein paar Ideen, die ich dann nennen könnte bei dem Gespräch mit der Schulpsychologin und der Lehrerin. Ich meine weniger Hilfe bei den Fächern sondern eher, was könnte man machen, damits ihnen nicht so schnell zu viel wird?

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Missdaisy
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Missdaisy »

@Simbat
Bringt sie denn die Tests nicht heim zum unterschreiben, damit du weisst, wie sie in etwa in der Schule steht? Evtl. wäre gerade das auch ein Punkt zu Ansprechen: Dass sie eben daheim bei den Hausaufgaben so verweigert und du vielleicht versuchst ihr die Verantwortung zu übergeben. Wenn sie es nicht machen mag, dann lass sie einfach sein. Sie muss dann in der Schule sagen, dass sie die Hausaufgaben nicht hat. Entweder ist es dann für sie so okay oder sie merkt selber, dass sie es machen muss. Ich erinnere unseren Sohn nur noch daran, die Hausaufgaben zu machen. Die Verantwortung ist bei ihm.
Ich weiss, es ist nicht so einfach, diese Verantwortung abzugeben. Ich habe auch immer das Gefühl, ich muss ihn doch unterstützen, ich will ja nur das Beste für ihn und möchte nicht, dass er später deswegen Schwierigkeiten bekommen. Aber wenn man sieht, dass es eigentlich klappt, dann ist es manchmal doch besser los zu lassen.
Unser Sohn hat am Freitag auch das Zeugnis gebracht. Die Noten sind "durchzogen", könnten teilweise besser sein, da es doch 2 ungenügende drin hat. (Er ist in der 2. Sek). Da er als Integrativ läuft hat er noch einen Lehrnbericht erhalten. Da hat jeder Lehrer noch sein Urteil zu den unterrichteten Fächern gegeben. Ich habe mich da manchmal echt gefragt, ob die wirklich von unserem Sohn schreiben. Der Bericht ist durchwegs positiv und er zeigt ein Verhalten, das wir daheim so absolut nicht kennen.
Mit den Pausentage kann ich dir leider keine Erfahrung mitteilen, die haben wir nicht. Auch sonst hat unser Sohn in dem Sinn keine speziellen "Sonderbehandlungen". Für die 1. Klasse hatte die Klassenlehrerin ihm Extra ein Rückzugstisch hergerichtet, hat er aber nie gebraucht. Sonst hat er einfach noch die Föderlehrperson, welche bei Bedarf ihn in gewissen Fächern unterstützt. Das ist bei uns alles. Ich würde aber in deinem Fall einfach mal ansprechen, dass du merkst, dass es ihr zu viel ist. Evtl. kannst du ja sogar sagen, wann es ihr vor allem zu viel wird, also in welcher Situation und welcher Konstellation. Super wäre dann, wenn dich die Schulpsychologin da unterstützt und Lösungsvorschläge bringen kann.
Räuber 12/2005
kleine Zicke 10/2008

Manana
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Manana »

@simbat

Die Pausentage braucht unser Sohn Phasenweise. Manchmal ein Jahr praktisch nie. In der 4. Klasse hatte er sehr Mühe, brauchte viel Pausen. Hat dann auch einmal 2 Wochen gefehlt.
Dann gings besser. Jetzt in der Pubertät braucht er aber wieder viel mehr. Er wehrt sich sehr dagegen, drum ist es nicht fix eingerichtet. Manchmal schafft er mehrere Wochen am Stück gut, dann, so wie jetzt, braucht er etwa einen halben Tag pro Woche Pause.
Ich sage dann einfach, dass er nicht in der Lage ist, den Unterricht zu besuchen und sich erholen muss.
(Die Lehrpersonen wissen hier aber Bescheid. Sie können ihn bei Bedarf auch nach Hause schicken, wenn sie merken, dass er müde ist).
Laut Psychiaterin gibt es aber auch Kinder mit ASS, die generell nur ein reduziertes Pensum zur Schule gehen. Das wäre auch möglich.
Unser Sohn will das nicht, er will dazugehören auf seine Art. Er lernt auch besser, wenn er den Unterricht vor Ort besucht. Aufgaben machen zu Hause tut er auch nur sehr widerwillig. Dank seiner Intelligenz muss er auch jetzt noch (2.Sek.) sehr wenig lernen für die Tests, weil er während der besuchten Lektionen sehr viel speichert.
Wenn er fehlt, holt er dies meist auch locker wieder auf.

Das Problem mit den Hausaufgaben hatten wir 6 Jahre lang. Er hat den Sinn vom üben gar nicht eingesehen und wollte nicht ständig Dinge wiederholen, die er ja konnte. In der 2. Klasse hiess es deswegen, er sei überfordert. Nach einer Abklärung der Intelligenz, konnten wir dann das Gegenteil beweisen.
Eine Zeitlang gings dann besser bis er in der 5./6. Klasse jede Woche eine Beige Aufgabenblätter lösen sollte, mit der Anweisung, dass die starken Schüler zusätzlich zur Basis noch mindestens ein paar Zusatzaufgaben lösen müssten.
Er kam dann nie zum Zusatz, weil er sich zu fest nervte ab den Basisaufgaben. Die Lehrperson hat es bis zum Schluss nicht eingesehen, dass er da anders tickt (wie auch viele Hochbegabte Kinder sonst).
Ich würde wegen den Hausaufgaben auch mit der Lehrperson sprechen. Wenn du eine verständnisvolle hast, könnt ihr da etwas erreichen, dass die spannend genug sind oder weggelassen werden können, wenn der Stoff beherrscht wird.

Simbat
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Simbat »

Missdaisy: Doch aber 1.-3. Klasse hatten sie keine Prüfungen und die Zeugnis-Noten waren immer zw 4.5 und 5. Und seit der 4. hatten sie jetzt gegen Schluss ca 3 Mathe- und 3 Englisch Prüfungen, vorher nichts. Diese Tests wusste ich, dass sie bis auf eine verhauene Englisch-Prüfung (aber ich glaube die wurde gar nicht gezählt, da wohl alle so schlecht abgeschnitten haben) alle gut waren. Dachte aber dies sei Zufall oder einfach gut gelaufen oder mein Verdienst, da ich mit ihr unter Geschrei und Streit jeweils versucht habe das Mathe Thema näher zu bringen. Hätte trotz allem nicht gedacht, dass die Zeugnisnote dann so gut ist, vorallem, weil ich eben nicht so viele Tests mitbekommen habe resp. unterschreiben musste. Gut, die Note kommt wohl sicher auch noch bisschen auf den Lehrer an, die einen sind strenger als die andern.
Sie hat schon ein paar Mal die Hausaufgaben verweigert und es hatte nie Konsequenzen. Auch nachholen musste sie es nie, was ich dann auch wieder komisch finde, resp. ich dann Angst habe, dass dem Kind Stoff fehlt. Aber vielleicht muss ich da auch wirklich etwas gelassener werden.

@Manana: Interessant... haben sie ihn denn schon mal von sich aus nach Hause geschickt, weil er müde war? Und wie reagieren sie generell was das Thema betrifft? Sind sie offen dafür?
Ja bei uns gehts jeweils auch tausend Mal besser, wenn sie die Aufgaben bereits in der Schule lösen kann oder zumindes das Thema so gut versteht, dass sie die Hausaufgaben selber und in angemessener Zeit zu Hause lösen kann.
Wenn man ein reduziertes Pensum in der Schule hat, steht das dann auch so im Zeugnis? Weisst du das per Zufall?

Manana
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Manana »

Ich weiss es nicht, ob es im Zeugnis stehen würde, wegen dem reduzierten Pensum.
Unser Sohn gilt als integrierter Sonderschüler, dies wird im Zeugnis vermerkt. Genaueres steht dort nicht. Er hat normale Noten, wie die andern, hat auch den Sek-Übertritt genau wie die andern gemacht.
Vermutlich ist es auch noch in jedem Kanton anders....

Yoghurt
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Yoghurt »

Heute Abend kommt eine Sendung von "Mona mittendrin", in der es um Autismus geht. Wohl nicht gerade Asperger, aber vielleicht findet die ein oder andere das ja trotzdem interessant.

Simbat
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Simbat »

Vielen herzlichen Dank für eure Meinungen und Erfahrungsberichte.

Ich hätte noch 2 weitere Fragen:
1. Tochter steht extrem auf Fidget Toys, also so Sachen, die sie in der Hand halten kann und irgendwie sich damit beschäftigen kann. Sie steht zum Beispiel seit Jahren auf Schleim aber seit neustem sucht sie extrem nach neuen Sachen. Einiges hat sie sich selber gebastelt 2 Sachen hat sie sich auf Wish bestellt, gestern ist eines davon angekommen und sie ist total happy (ein Kleiner Würfel an dem man gewisse Knöpfe drücken, drehen, schieben kann). Sie hat es gestern mal verlegt, nicht mehr gefunden und sie war tatsächlich am Boden zerstört. Es müssen definitiv noch mehr solche Sachen her. Kennt ihr einen guten Laden nähe Zürich oder einen guten Online-Shop für solche Sachen? Oder habt ihr Tipps und Ideen welche Haushaltsgegenstände man dafür zweckentfremden kann?
2. Wie gehen die Papas eurer Kinder mit den Eigenheiten und der Diagnose um? Mein Mann hat oft kein Verständnis dafür, wenn sie z.B die HA nicht machen mag oder mal nicht in die Schule mag oder wenn sie mal einen Ausraster hat. Er ist selber total streng erzogen worden und findet oft, dass ich viel zu sehr auf sie eingehe und zu wenig streng bin. Ich bin aber viel feinfühliger und merke (meiner Meinung nach), wenn etwas einfach nicht mehr geht, wann ich sie z.B. mit Samthandschuhen anfassen muss damit alles nicht noch schlimmer wird. Er giesst im Gegenteil dann jeweils eher noch Öl ins Feuer. Mittlerweile denkt er, dass er selber Asperger ist. Trotzdem oder gerade deswegen ist sein Verständnis für Tochter, trotz Diagnose, nicht sehr gross. Ich frage mich, wie ich ihn dafür sensibilisieren kann, dass eben so normale strenge Erziehung manchmal einfach nicht funktioniert und man gewisse Sachen einfach anders angehen muss mit einem Aspi Kind?

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Papa68
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Papa68 »

Simbat: das Bauchweh kam im Kiga fast jeden Tag vor. Damals hatten wir auch die Untersuchung beim KiA, der nichts physisches feststellen konnte. Mittlerweile kommt es nur noch sporadisch vor. Es gibt keine Regelmässigkeit mehr.
@fidget toys: da gibt es doch diese Drehdinger, die einst so beliebt waren. Wie heissen die nochmal? Und solche Skateboards für die Finger. Vielleicht wäre das etwas.
@GG: auch bei uns ist GG nicht immer verständnisvoll (ich auch nicht). Manchmal lacht GG über Dinge, die dem Sohn passieren und bei denen man üblicherweise lacht. Sohn nimmt das aber immer extrem persönlich und fühlt sich ausgelacht. Für solche und ähnliche Dinge hat GG keine Sensibilität.
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Manana
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Manana »

fidget Toys:
Unser Sohn hat auch so einen Würfel mit Knöpfen etc. den gabs mal beim Spielhimmel (Laden in Solothurn, hat aber auch einen Onlineshop) oder auch bei Manor.
Was bei uns auch im Trend ist sind die diversen Rubikscube.

Merla
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Merla »

@ Fidget Toys: ist bei unserem bisher kein Thema. In Winterthur gibt es einen Laden namens Jugglux, der viele solche Jonglier-, Knobelsachen hat. Ist natürlich im Moment geschlossen, haben aber auch eine gute Homepage.

@ Sonderbehandlung in der Schule: Er darf manchmal vor die Türe (also freiwillig) was arbeiten gehen, wenn es drinnen sehr laut ist. Oder er durfte beim Musikunterricht oder am Sporttag schon "aussetzen", weil es zu laut für ihn war.

Bin ehrlich gesagt grad etwas erleichtert, dass hier viele ähnliche Sorgen haben. Wir haben hier auch oft grosse Mühe mit den Hausaufgaben, die Tests und die Noten in der Schule waren jetzt beim ersten Zeugnis aber sehr gut. Der Schulstoff ist irgendwie nicht das Problem. Allerdings ist unserer auch erst in der 2. Klasse, kann ja alles noch kommen mit zunehmend schwierigerem Unterricht... Trotzdem immer mal wieder gut zu hören, dass man nicht alleine ist.
Merlino 2012
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Yoghurt
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Yoghurt »

Heute Nachmittag findet ein Online-Webinar mit Dr. Temple Grandin statt. Sie ist eine der bekanntesten AutistInnen der Welt, hat eine beeindruckende Karriere gemacht und erzählt in diesem Webinar von ihrem Leben mit Autismus. Anmeldungen sind noch bis heute Mittag um 12 Uhr möglich. Ich bin schon länger angemeldet und freue mich sehr auf diese Veranstaltung! Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt von Temple Grandin.

https://portal.autismus.ch/veranstaltungen/50

buntschatten
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von buntschatten »

@ Yoghurt
Ich bin auch fasziniert. Ich mag Temple Grandin sehr. Leider verpasst... Es gibt ein Bilderbuch für Kinder über sie in Zusammenarbeit mit ihr: Das Mädchen, das in Bildern dachte. Von Mosca und Rieley.

@ Verständnisvoller Partner
Doch, das habe ich. Ich bin sehr dankbar dafür. Allerdings ist Autismus für beide Familien nicht Neuland. Wir haben uns wohl gesucht und gefunden. Sei laut einer Studie nicht selten so...

@ Stimming in der Schule
Bei uns ohne Fidget toys schliesslich. Da abgelehnt. Hätte das aber super gefunden, wenn es geklappt hätte. Bei uns wäre es etwas zum Beissen gewesen. Aber da das Maskieren so wichtig ist, scheiterte mein Vorhaben. Leider. Aber in der Pause zur Erholung Zauberwürfel.
"Civil rights practise, after all, is fundamentally about who has to change." Kenji Yoshino (2001)

Sternli05
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Sternli05 »

Manana
Wow ich staune. Mein Sohn ist auch in der 2. Sek. Sein kleiner Bruder hat ASS, besucht eine spezielle Schule. Darum ist der Grosse jetzt auch in Abklärung. Er schafft es manchmal nicht in die Schule und wir kämpfen ständig mit Schulabstinenz. Es wird immer gesagt das er hingehen muss....

Manana
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Re: Asperger Syndrom - Teil 5

Beitrag von Manana »

@Sternli05
So einfach wies aussieht ists dann auch nicht. Wir haben sehr viel Kontakt zur Schule und mit der Heilpädagogin. Zudem ist in diesem Fall wohl der Unterschied, dass unserer seit ca. 3 Jährig eine Diagnose hat und eurer erst in der Abklärung ist. Mit der Diagnose ist das Verständnis eher gegeben, als ohne, aber die Erfahrung hast du ja wohl selber bereits gemacht mit dem Kleineren.
Manchmal ist es auch so, dass ich ihn schicken würde und selber auch finde, dass man nicht einfach fehlen darf, aber die Schule eher dafür ist, ihn zu Hause zu lassen, damit er sicher nicht einen Aussetzer hat.
Es braucht viel Kraft um immer wieder zu schauen, was jetzt das beste ist für das Kind und wo das Kind "nur" Pubertätsbedingt so reagiert und man darum konsequenter sein muss.
Und ja, die Schule ist recht kulant, wenn es um Absenzen geht, aber es muss begründet werden.

Von da her ists sicher gut, wenn ihr euren Grösseren abklären lasst, auch um herauszufinden, warum er nicht zur Schule gehen mag.

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