Abklärung Hochbegabung

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » So 14. Jan 2018, 17:53

@Lisa-Maria
Bei uns gibt es auch nicht in allen Gymnasien Förderprogramme für HB Kinder. Wie ich auf die Schnelle herausgefunden habe sind es gerade mal zwei ... beides Langzeitgymnasien (die sind bei uns üblicher als Kurzzeitgymnasien).

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stella
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von stella » So 14. Jan 2018, 17:57

Achtung.. Förderprogramme beseitigen das Problem nicht. Meist sind das ja 2 bis 4 Lektionen pull out - der Rest der Lektionen bleibt beim Alten. Und da steht und fällt es mit den LP.
Generell lässt sich sagen, dass die Probleme auf der OS eher abnehmen.

Abklären oder nicht, wenn die Kids klein sind.
Jemand schreibt von Leidensdruck. Meistens ist es gut, sich vom Leidensdruck leiten zu lassen, aber das kann auch, wie in AnnaMamas Fall, nach hinten los gehen.
Mich dünkt einfach wichtig, dass man mal entscheidet für den Moment. Kommen anderen Probleme, dann braucht es einen neuen Weg und eine neue Entscheidung.
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Lisa-Maria » So 14. Jan 2018, 20:37

@ AnnaMama bei uns gibt es gar kein Langzeitgymnasium. Jetzt dauert das Gymi aber 4 Jahre

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » So 14. Jan 2018, 21:30

Bei uns gehen die meisten Kinder ins Langzeitgymnasium.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von aryu » Mo 15. Jan 2018, 09:09

stella hat geschrieben: Abklären oder nicht, wenn die Kids klein sind.
Jemand schreibt von Leidensdruck. Meistens ist es gut, sich vom Leidensdruck leiten zu lassen, aber das kann auch, wie in AnnaMamas Fall, nach hinten los gehen.
Mich dünkt einfach wichtig, dass man mal entscheidet für den Moment. Kommen anderen Probleme, dann braucht es einen neuen Weg und eine neue Entscheidung.
Dem schliesse ich mich an, und das meinte ich auch mit dem "Leidensdruck".

@"Was heisst Leidensdruck": Bei uns war es so, dass Junior den KiGa gegen Ende nicht mehr so mochte, weil er ihn langweilig fand, aber er ging hin und hat eigentlich nie gejammert, wenn er heim gekommen ist. In der ersten Klasse gab es aber dann sehr bald eine Phase, in der ich ihn am Morgen richtiggehend überreden musste, überhaupt hin zu gehen, er klagte morgens auch öfter über Bauchschmerzen. Als dann auch noch die LP auf uns zu gekommen ist und meinte, es müsse etwas passieren, haben wir abklären lassen.

Er hat dann aufgrund der Abklärungen zusätzlich zum Pull-Out noch einen Nachmittag frei bekommen, den für sich nutzen durfte, da hat er dann angefangen, Geige zu spielen. Alles in allem nicht so viel dramatische Veränderung, aber für ihn hat's so gereicht, seither war es nie mehr ein Thema, ob er gern zur Schule geht, und in der Oberstufe ist er auch mehr gefordert.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Papa68 » Mo 15. Jan 2018, 09:39

Oh ja, die Bauchwehphase hatten wir auch. Wir waren sogar beim Arzt, der konnte aber nichts finden. Irgendwann war es dann vorbei. Ging aber fast ein Jahr. Und die Bauchschmerzen hatte er nicht nur morgens, sondern immer wieder, unabhängig der Tages- und Nachtzeit.
Momentan weint er regelmässig, wenn er Turnen oder Waldtag hat. Das mag er gar nicht. Sonst hat er einfach keine Lust, geht aber hin, weil er muss.
Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreissen. Also kleine Bäume. Vielleicht Bambus. Oder Blumen. Naja, Gras. Gras geht.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Mila31 » Sa 20. Jan 2018, 09:48

Obwohl die TE auf Wunsch deaktivert ist, möchte ich gerne unsere Situation kurz schildern und eine Frage stellen. Vielleicht hat es noch andere Mitleser, die sich jetzt Ende Semester, wo die Weichen für das nächste Schuljahr stellen, mit diesen Fragen beschäftigen:

Unser Sohn ist aktuell in der ersten Klasse. Im 2. Kindergarten wurde er aufgrund Empfehlung der Kindergärtnerin abgeklärt und hat den Wert von 130 weit übertroffen. Er las bereits im Kindergarten Bücher für 3. Klässler und rechnete im 100er Raum. Trotzdem wurde uns empfohlen, ihn in die erste Klasse einzuschulen. Einen halben Tag pro Woche darf er in ein Pull-out für hochbegabte Kinder, was ihm sehr gefällt. In der Schule gefällt es ihm gar nicht. Es ist ihm sehr langweilig und er verliert die Motivation. Leider möchte ihn die Klassenlehrerin nicht springen lassen, da er sie befürchtet, dass er körperlich mit den älteren Schülern nicht mitkommt.

Für uns hat die Abklärung sehr viel gebracht. Wir Eltern wissen jetzt, dass unser Sohn wirklich weiter ist als andere (davor hiess es oft: andere Kinder lesen auch bereits im Kindergarten etc…). Zudem hat ihm die Abklärung das Pull-out ermöglicht, was in diesem Semester unsere Rettung war.

Jetzt habe ich in ein paar Themen der letzten Wochen gelesen und gesehen, dass einige von euch ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

@ayru: ich habe gesehen, dass ihr euren Sohn für einen Nachmittag dispensieren lassen konntet. Dies könnte für uns auch die Lösung sein, ohne eine Klasse springen zu müssen (auch ihm gefällt es in der aktuellen Klasse von den Klassenkamaraden her). Darf ich fragen in welchem Kanton ihr wohnt? Leider habe ich bei uns (BE) keine solche Regelung gefunden. Wir haben bald ein Semestergespräch und es wäre toll, wenn ich etwas Erfahrungen zu diesem Thema sammeln könnte.

Mila

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » Sa 20. Jan 2018, 11:09

Hallo Mila
Ein Klassensprung löst die Probleme auch nicht unbedingt. Unser Jüngster hat die erste Klasse übersprungen, ist immer noch an der Spitze der Klasse und es ist ihm gerade in Deutsch und Mathe immer noch langweilig.
Ich habe letzthin mit einer Schulleiterin über dieses Thema gesprochen und sie hat mir gesagt, dass man in der Schweiz bezüglich HB noch viel zu wenig weit sei und die Förderung dieser Kinder noch zu wünschen übrig lasse. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sehr auf die LP ankommt. Wenn sie bereit ist, sich mit diesem Thema zu befassen dann klappt es gut, wenn nicht passiert nicht viel. Es ist nicht getan, wenn man dem Kind einfach Zusatzblätter gibt. Es müssen spezifische, den Schulstoff vertiefende Aufgaben sein.

Bei uns gibt es eine Privatschule, die einen Halbtag ein Förderprogramm für HB Kinder anbietet. Diesen Halbtag können auch Kinder besuchen, die in der öffentlichen Schule sind. Vielleicht gibt es im Kanton Bern ja auch irgendwo ein solches Angebot.

Ist denn dein Sohn besonders klein, dass die Lehrerin das Gefühl hat, dass sie ihn nicht springen lassen möchte? Unser Jüngster ist mit Abstand der Kleinste in der Klasse. Anfangs Schule war er auch noch sehr sensibel und weinte schnell, wenn etwas nicht so lief wie er es vorgestellt hatte oder wenn er geplagt wurde. Trotzdem ist er in der Klasse gut aufgehoben und unterdessen hat sich das auch stark gebessert. Die 2. Klasslehrerin sagte uns, dass man vorallem im Turnen merke, dass er noch jünger sei. Jetzt ist er in der 4. Klasse und hat auch im Turnen sehr aufgeholt und fällt nicht mehr auf.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Malaga1 » Sa 20. Jan 2018, 12:35

Mila: Dein Text könnte von mir mir sein. Unser Sohn hat nach den Herbstferien in die zweite Klasse gewechselt und im Moment ist es gut. In der 1. Klasse wäre er durchgedreht, da bin ich mir sicher. Allerdings hat er den Stichtag nur gerade um sieben Wochen verpasst und körperlich (und vom Mundwerk her...) fällt er gar nicht auf. Er darf während der Unterrichtszeit einInstrument lernen, geht einen Nachmittag in die Begabtenförderung und hat zusammen mit drei anderen starken Zweitklässlern eine Stunde Mathe-IF. Das wurde uns alles von der Schule angeboten. Wir mussten dafür nicht kämpfen oder so. Die Schule hat echt super reagiert.
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Mila31 » Sa 20. Jan 2018, 13:30

@AnnaMama
Danke für deine Antwort. Ja ich weiss, dass der Klassensprung nicht alle Probleme löst, daher sind wir seit 1 Jahr am überlegen und abwägen aber die aktuelle Situation ist einfach nicht mehr haltbar.
Er geht bereits einen Halbtag in ein Förderprogramm, dies gefällt ihm sehr. Die restlichen Tage sind jedoch eine Qual. Er ist von der Grösse, Geschwindigkeit etc. im Schnitt, wird aber wohl nie der Topsportler sondern ist eher der Kopfmensch. Die Lehrerin spricht va die Pubertät an, aber was bis dann noch passiert und welche Kinder früher und welche später sind, kann niemand voraussagen. Es ist aber schön zu hören, dass ihr mit dem Klassensprung gute Erfahrungen gemacht habt, auch wenn es nicht alle Probleme löst. Anscheinend macht unsere Schule bisher keine oder nur äusserst selten Klassensprünge.

@Malaga 1
Vielen Dank! Von dir habe ich im Herbst gelesen und mich mit euch gefreut, dass dein Sohn springen konnte und gut aufgenommen wurde. Wir hatten leider die Gelegenheit von der Schule nicht und ja er dreht durch. Wie geht es deinem Sohn heute? Unser Sohn hat auch im Herbst Geburtstag, es wären also auch nur ca 10 Wochen zum Stichtag. Im Turnen würde er wohl auffallen resp wäre einfach bei den langsameren aber vom Mundwerk her könnte er gut mithalten (evtl. besser als jetzt). Wow da habt ihr von der Schule wirklich viel erhalten. Dies wäre ja ein Traum! Wir haben aktuell einen Halbtag Pull-out. Ich würde ihn gerne zusätzlich für ein Instrument oder für ein Projekt dispensieren lassen habe aber ausser hier im Forum bei dir und ayru keine Berichte oder rechliche Grundlagen gefunden. Bist du auch aus dem Kanton Bern? Die zusätzliche Mathe IF ist natürlich das Tüpfchen auf dem i. Und dies noch in der höheren Klasse. Uns wurde im Sommer gesagt er erhalte noch IF aber im Herbst hiess es dann, dies wäre ja durch das Pull-out abgedeckt. Dein Sohn hat aber beides, wenn ich dich richtig lese. Leider kann ich keine PN senden, da ich Forumneuling bin. Wir sind aber langsam so verzweifelt, dass ich um jede Hilfe froh bin!

Danke vielmals
Mila

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Malaga1 » Sa 20. Jan 2018, 15:04

@Mila: Wir wohnen im Kanton Zürich. Meinem Sohn geht es gut in der 2. Klasse. Er sagt, dass es viel besser sei wie in der ersten obwohl er seine zwei Freunde vermisst. Mit denen macht er aber immer noch ab und auch in der neuen Klasse hat er Freunde gefunden. Er ist in dieser Hinsicht sehr unkompliziert und kannte sowieso schon fast alle Kinder. Vom Stoff her ist es gar kein Problem. Allerdings ist er ein Schluderi und hat dadurch schon zwei schlechte Noten eingefangen, was ihn sehr getroffen hat. Da er aber seit jeher nur durch selber erfahren lernt, hat ihm das gut getan. Er gibt sich jetzt sichtlich mehr Mühe. Am Montag haben wir Elterngespräch und ich bin sehr gespannt. Und ja: Er hat IF und Begabtenförderung. Unser Schulleiter ist echt top! Toll ist auch, dass er sich mit einem anderen Bub, der auch in die Mathe-IF geht, angefreundet hat. Gestern Nachmittag haben sie dann unter anderem zusammen Schach gespielt. Ich hoffe sehr, dass ihr auch bessere Unterstützung findet. Ich glaube, das ist das A und O. Klar mache ich mir auch ab und zu Gedanken wegen der Pubertät. Aber ich weiss nicht, was in fünf, sechs Jahren ist. Für jetzt war der Entscheid mit dem Klassensprung das einzig richtige. Wie es rechtlich genau aussieht, weiss ich nicht. Der Schulleiter sagte mir, dass er über Massnahmen, die nicht zusätzlich kosten, selber entscheiden kann, alles andere müsste zur Schulpflege. So zahlen wir den Instrumentenunterricht natürlich selber, er darf einfach während einer Schulstunde hingehen. Aus meiner Sicht ist das eine sehr pragmatische Lösung, die allen etwas bringt, ohne grossen Aufwand zu verursachen. Könnte evtl. Der schulpsychologische Dienst Hilfe bieten? Wenn sie an einem Elterngespräch dabei wären?
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » Sa 20. Jan 2018, 16:58

Ich würde nicht jetzt schon an die Pubertät denken. Es ist wichtig dass ihr für den jetzigen Moment schaut. Es ist wichtig dass es ihm jetzt wohl ist. Wenn es später nicht mehr passt kann man dann immer noch eine gute Lösung suchen.

Bei uns gibt es leider keine Pullout-Stunden. Wenn wir unseren Sohn abklären lassen würden, bekäme er spezielle IF-Stunden. Bis jetzt hatten wir aber keine Veranlassung dies zu tun. Er bekommt während dem Unterricht ab und zu vertiefende Aufgaben und darf auch mal Übungsaufgaben weglassen. Er hat ein gutes Verhältnis zur Lehrerin und kann ihr sagen wenn es ihm langweilig ist. Bis jetzt ging es so sehr gut. Zudem fordeet er sich in der Freizeit selber mit versch. Projekten heraus. So spielt er nun mit 9 Jahren bereits das zweite Instrument, baut Mindstormsroboter (stösst dort aber noch an Grenzen), macht Stop-Motion Filme etc.

Falls ein Klassensprung bei euch wirklich nicht möglich ist würde ich mit der LP die Abmachung treffen, dass er sich z.B. bei Wiederholungsaufgaben melden darf wenn er diese nicht braucht. HB Kinder brauchen keine Wiederholungsaufgaben und in der Primarschule werden jedes Schuljahr Themen wiederholt. Ein Beispiel ist bei uns die Uhrzeit. Für Kinder, die die Zeit schon vor der Schule auf die Sekunde genau kannten ist das einfach nur langweilig.

Ich würde in eurem Fall auf einen Klassensprung hintendieren. Die Idee, den SPD ins Gespräch zu involvieren finde ich gut. Bei uns arbeitet der Dienst in einem solchen Fall mit der Schule zusammen. Im Schulhaus unserer Kinder gibt es auch nicht viele Klassensprünge. Da aber keine spezielle Förderung angeboten wird, waren wir sehr froh, dass es möglich war. Bei uns hat der Klassensprung die Kindergärtnerin initiiert. Ich bin ihr heute noch sehr dankbar. Wir hätten nichts unternommen, da wir damals gerade Troubles mit unserem Ältesten hatten.

Ich wünsche euch gute Gespräche und drücke euch die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.
Zuletzt geändert von AnnaMama am So 21. Jan 2018, 00:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Mila31 » Sa 20. Jan 2018, 17:52

Malaga das tönt wirklich super, das würde ich mir für unseren Sohn auch wünschen. Ich habe im Kanton Zürich gesehen, dass dies möglich ist. Für den Kanton Bern habe ich leider keine Regelung gefunden. Leider sieht es so aus, als wären mit dem Pull-out die Möglichkeiten ausgeschöpft. Leider bringt uns dies nur einen Tag in der Woche Entspannung. Ich werde ich einmal an den schulpsychologischen Dienst wenden, danke für den Tipp. Wir hatten nach der Abklärung noch einmal kurz Kontakt aber wenn ich konkret mit der Dispensation komme, gibt es evtl. noch mehr Möglichkeiten. Ich wusste bisher nicht, dass dies in anderen Kantonen möglich ist. Zum Glück haben wir Harmos :D .

AnnaMama Ja aktuell ist die Pubertät noch weit weg und die aktuellen Schwierigkeiten müssen gelöst werden. Bei uns hiess es zuerst Pull-out und IF, später dann nur, dass beides nicht geht. Werde sicher nochmals nachfragen. Zuhause kann er sich auch stundenlang mit lesen oder seinen Projekten (zB Mindstorms) beschäftigen. Das Sonderprogramm in der Schule hat ihm bisher nicht zugesagt, aber evtl. gibt es auch da noch andere Möglichkeiten.

Wir werden uns nochmals an den SPD wenden und versuchen herauszufinden, weshalb genau keine Klasse gesprungen werden kann. Nach dem ersten Semester wissen ja nun alle Beteiligen etwas mehr, wo das Problem genau liegt. Es ist aber sehr schön von anderen zu lesen, dass die Probleme gelöst werden können. Anscheinend ist wirklich der Klassensprung im Moment die beste Lösung.

Danke vielmals!

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von stella » Sa 20. Jan 2018, 19:10

Die Kinderuni ist noch super!!! Schaut doch mal, wenn ihr in der Nähe einer Uni wohnt, was diese für die Kids speziell anbietet!!!
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » So 21. Jan 2018, 00:02

Uh Stella, danke das du das hier erwähnst. Habe im Herbst noch dran gedacht, jetzt aber wieder vergessen. Ich möchte unbedingt unseren Jüngsten anmelden. Ich hoffe, dass ich noch nicht zu spät bin. Bei uns kommen von der Schule leider nur selten Infos zu solchen Angeboten nach Hause.
Zuletzt geändert von AnnaMama am So 21. Jan 2018, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von AnnaMama » So 21. Jan 2018, 00:05

... scheint noch nicht zu spät zu sein :D .

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von stella » So 21. Jan 2018, 08:41

Wir wollen eben auch mit der Kleinen...
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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Hausdrache » Mo 22. Jan 2018, 15:53

Mila
also, unsere Grosse scheint ähnlich gewesen zu sein, wie dein Sohn. KIGA war ihr bald langweilig. Ich fand, lieber noch etwas Kind sein lassen. Die Kindergärtnerin sah ihre Begabung nicht wirklich. Von daher war es von Schulseite her nie Thema, früher einzuschulen.
Erste Klasse war soooo langweilig. Erstes Semester war noch O.k. Aber ich hörte oft, es sei langweilig. PullOut gab es nicht, auch sonst keine Förderung. Dann kam das zweite Semester und sie fand es immer schlimmer. Bis sie anfing sich nicht mehr an Regeln zu halten, auffällig zu werden und sich sehr klar Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Mitte zweiter Klasse war ich dann so weit, dass wir einem Springen zustimmten, auf Rat des SPD, gegen den Willen der Schule. Die fand, sie sei nicht sooo gut. Auch würden wir unserem Kind die Kindheit nehmen, ihr etwas Verbauen und es würde sie später dann bestimmt einholen.
Es ging nur wenige Wochen, da war ihr wieder langweilig. Es ging aber gerade so. In der vierten Klasse wurde sie dann leistungsmässig immer schlechter. Auch wurde sie wieder vermehrt auffällig und unruhig in der Schule, zu Hause tickte sie öfter mal aus und war oft wütend und frustriert, wenn sie von der Schule kam.

Wir entschlossen uns für eine Privatschule. Da war sie glücklich, während einem guten Jahr, dann fing es wiederum an. Wir liessen sie erneut direkt in die Oberstufe springen, mit grossen Stofflücken. Sie hatte zu Beginn zu beissen, es ging aber immer besser. Sie wurde aber nie wieder eine gute Schülerin, sie setzte sich einfach nicht ein für die Schule, fand Schule öde, langweilig und doof. Sie hat sich dann für eine Lehre entschlossen und auch sofort eine Lehrstelle gefunden, bei der sie auch noch die Berufsmatura machen konnte. WIr hoffen nun, dass sie diesen Sommer erfolgreich abschliessen wird. Danach will sie reisen und Geld verdienen. Sie hat auch beruflich noch zwei drei Projekte, an denen sie teilnehmen möchte. Eines ist der Bau des Klosters St. Gallen, nur mit Mitteln und Möglichkeiten, die es im Mittelalter gab. Ohne heute Maschinen und Geräte. Es gibt so ein Projekt in Deutschland, die suchen immer wieder Handwerker. Und danach möchte sich dann studieren.
Da sie viel jünger ist, als Gleichaltrige, hat sie nun sehr viel Zeit. Zeit zu leben, zu reisen, sich umzusehen und andere Dinge zu erleben, als das, was sie schon kennt. Und auch wenn sie nun zwei Jahre einfach mal das tut, was ihr gefällt, wird sie immer noch sehr jung sein, wenn sie mit dem Studium beginnt. Die Männer müssen ja auch noch ins Militär und verlieren da einige Zeit.

Ich denke, Springen kann entlasten, löst aber nicht alles. PullOut hat es bei uns, als es das dann mal gab, eher verschlimmert. Schule war dann umso langweiliger. Auch haben wir gemerkt, wie schnell verpasster Schulstoff nachgeholt werden konnte. Ganz Schuljahre, in wenigen Wochen, das hat mich sehr erstaunt.

Ich denke, in der Schweiz weiss man definitiv zu wenig über HB-Kinder. Auch werden sie zu sehr an Details gemessen, die ihnen oft nicht so liegen, die aber auch nicht wirklich entscheidend sind.
Aber die Schule sieht das oft anders und es ist schwierig, da eine andere Sichtweise reinzubekommen.

Für uns war einfach der Leidensdruck des Kindes entscheidend. Sind gerade bei unserer Jüngsten dran. Es ist dann vor allem schwierig, wenn die Schule es ganz anders sieht. Hilfe gibt es nicht und es macht mich schon sehr nachdenklich und traurig, wenn das Thema einfach ausgeklammert wird und man nur Defizite sieht ohne zu überlegen, warum ein Kind aufgibt.

Kinderuni
ist zumindest bei uns relativ schwierig. Die sind immer sehr gut ausgebucht.

Schweizer Jugend forscht
das hat unsere Grosse gemacht. Es gibt so Camps, die sind absolut toll. Ich glaube, etwa ab fünfter Klasse können sie die besuchen. Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Bild

Pädagogik ist der organisierte Kampf der Erwachsenen gegen die Kinder.(Mark Twain)

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Mila31 » Mo 22. Jan 2018, 20:00

Danke für das Teilen eurer Erfahrungen. Für Kinderuni und Schweizer Jugend forscht ist er leider noch zu jung. Ihr habt mir sehr geholfen. Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass ein Klassensprung das Problem kurzfristig löst, aber wohl nicht auf einen Schlag alle Probleme weggeblasen sind resp wieder kommen. Schlussendlich kommt es wohl sehr stark auf die Klassenlehrperson (Verständis, Erfahrung), auf die Ressourcen und nicht zuletzt auf den Kanton an.

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Re: Abklärung Hochbegabung

Beitrag von Sanne » Mo 22. Jan 2018, 20:24

Hallo zusammen

ich habe nicht alles gelesen, nur in die letzten Seiten... Es fiel immer wieder der Begriff PullOut. Was ist das? Und dann hat glaub ich aryu geschrieben, dass ihr einen freien Nami bewilligt bekommen habt. Wie habt ihr das denn geschafft?

Kurz zu unserer Situation:
Wir sind im Moment mal wieder in einer schwierigen Situation. Die Tochter ist in der 5. Klasse, hat also noch 1,5 Jahre bis zur Oberstufe, sprich Langzeitgymi. Der grosse Bruder hat mit dem Langzeitgymi angefangen im Sommer und ist extrem aufgeblüht, er liebt es und sagt immer wieder, dass es toll ist, dass nun sein Hirn endlich Arbeit hat :-) Töchterlein sieht natürlich, wie es sein könnte und empfindet die Schule umso mehr als nur langweilig und öde.
Wir haben beide Kinder vor etlicher Zeit abklären lassen, aus unterschiedlichen Gründen und rückblickend für mich nicht unbedingt zum Vorteil. Weiss nicht, ob ich es wieder machen würde... Irgendwie sind beide Kinder (und wir Eltern) in einer Schublade gelandet, in die wir nie wollten... Leider hat es beiden bisher nix gebracht, zu wissen, dass sie HB sind. Irgendwie mussten wir uns immer selber organisieren, die Schule hat sich absolut nicht interessiert.
Nach der Abklärung wurde uns geraten, die Tochter springen zu lassen. Was wir aber aus verschiedenen Gründen nicht wollten. Sie ist sozial nicht so weit, eher klein, etc. Ausserdem wurde uns gesagt, dass sie wohl auch trotz springen schnell wieder voraus sein würde und wir wieder gleich weit wären. Jedenfalls ist es jetzt eine ganze Weile gut gegangen. Allerdings mit minimalster Unterstützung der Schule. Zwei Lektionen Förderstunden bekommt sie in einer Gruppe, sonst nix, einfach durchhalten ist angesagt... Deshalb würde mich eben sehr interessieren, wie ihr andere Angebote bekommen habt und wie ihr die Schule dazu gekriegt habt, mitzumachen.

Beim Standortgespräch waren dann v.a. die Defizite ein Thema (sie getraut sich nicht, was zu fragen, will nicht auffallen, keine Zusatzaufgaben machen, etc.) Die LP findet, sie müsse halt an diesen Sachen arbeiten. Sich quasi selber mehr Stoff holen, das müsse sie können. Naja, ich denke, das ist halt nur ein Teil der Wahrheit.
Dann fängt ja dann irgendwann in der 6. Klasse die Gymi-Vorbeitung an. Nun müssen die Kinder, die an die Prüfung wollen (und die sich eh schon langweilen im Unterricht) am Mittwoch Nami in die Schule für diese 2 Lektionen... Ich hab mich so aufgeregt! Anstatt dass sie das während dem normalen Unterricht machen dürfen, wie alle anderen, die irgendwelche IF brauchen, müssen sie den freien Nami opfern. Da hört echt mein Verständnis auf... Die LP meint, so sei es halt, das könne man nicht ändern... Oje, meine Nerven...

Jetzt ist das länger geworden, als beabsichtigt... Ich bin gespannt, wie ihr das mit den Behörden/Schulleitung/LP geregelt bekommen habt...

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