SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » Sa 25. Nov 2017, 16:44

Sillyspider
Ich habe schnell alle Gesetze deines Wohnkantons durchgeguckt und bin nicht fündig geworden, dass etwas Konkretes über Klassenwechsel stehen würde... mich würde es dann auch interessieren, auf welchem Artikel sie die Anmeldung zur EB betreffend Klassenwechsel begründen würden.

Noch wegen deinem Schulbesuch: Dir ist bestimmt klar, dass dein Besuch einen Einfluss auf das Verhalten deines Kindes und auch auf das der Lp hatte!?
Und ja, als Lehrerin und auch damals als Tagesschulleiterin erwarte ich, dass Kinder auch Dinge wegräumen, die sie nicht hervor genommen haben. Wir helfen einander, bis wir fertig sind. Das habe ich auch von Kigäler in der Tagesschule erwartet. Und zwar ohne Diskussion.

Und ja, in der Basisstufe müssen die Kleinen oft Dinge machen, die sie überfordern, wie lange im Kreis sitzen. Genau so müssen die Grossen Dinge tun, die sie langweilen, weil es an den jüngeren orientiert ist. Man kann da als LP geschickter agieren oder weniger geschickt. Die Entwicklungsstadien der Kinder in der Basisstufen klaffen mehrere Jahre auseinander. Ein reifer 2. Klässler entspricht u.U. bereits einem 4. Klässler und ein junger Kigäler ist u.U. entwickelt wie ein 3-Jähriger.

Mich dünken deine Sdchilderungen normal. Und wenn ein Kind im Fokus ist, kann es sein, dass halt punkto aufräumen genauer hingeschaut wird als bei anderen. (Ich würde nie so arbeiten, aber es ist der jeweiligen LP überlassen, ob sie für so etwas einen Kläberliplan machen will. Und es ist an den Kids, sich so zu verhalten, dass es ins Konzept der LP passt - natürlich nur, wenn es sich im rechtlichen Rahmen bewegt und das tut es...)
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Christa » Sa 25. Nov 2017, 17:58

sillyspider
Danke für den ausführliche Bericht.Schade konntest du nicht an zwei Tagen gehen.Die IF ist war die an diesem morgen Anwesend.
Wäre noch interessant gewesen was dein Sohn gemacht hätte, wenn du da nicht eingegriffen hättest mit dem Aufräumen.
Ich weiss gar nicht mehr wie es bei meinen Kindern war im Kindergarten aber ich dachte da war mehr noch so Bewegung eingebaut als
Stillsitzen.Mag mich da z.b erinnern da mussten sie in Gruppen auf einem Bein hüpfen und wer am längsten hüpfen kann.
Nur so 5 Min.malen ist schon sehr kurz und da sind halt die Kinder auch dauernd am Aufräumen.
Aber so wie du schilderst ist es ja ziemlich gesittet zu und her gegangen.Also kein streiten oder lärmen.
Ach ja was sie bei uns hatten, die 1.Kiga hatten ein Götti aus dem 2.Kiga und z.B das mit dem Puzzle da hätte es den Götti fragen dürfen.
Aber eben die Lehrpersonen arbeiten schon verschieden, vielleicht hat sie eben das Kind bewusst alleine das Problem lösen lassen.
Aufräumen da hat er wohl schon gerecht den Smiley nicht bekommen, der ja rumgetrödelt hat und zuerst die Bastelarbeit gezeigt.
Aber die andere die sich weigerten sollten natürlich auch den Smiley nicht bekommen.
Denke da ganze ist noch schwierig, finde aber sie sollten einfach auch mal genau begründen und nur wegen dem aufräumen dann grad
als IF Fall zu sehne finde ich übertrieben, da gehört doch auch dazu, macht er mit im Kreis ist er ruhig, hört zu etc.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Käfermutti » Sa 25. Nov 2017, 23:28

Kind: "aber die anderen dürfen das...".
-mutter: "du bist aber nicht die anderen!"

Kennst du diesen dialog? Ich denke, sowas zählt nicht nur für ein kind sondern genau so für die eltern, wenns darum geht zu beurteilen, wie die LP's mit dem Kind umgehen. Klar darf es nicht zu extremer Ungerechtigkeit führen, aber wenn man mit einem Kind genaue Ziele ausgearbeitet hat, dann zählt nunmal das verhalten des Kindes und nicht im vergleich zu den anderen. Ja, vielleicht haben die anderen viel mehr herumgeblödelt, aber vielleicht ist es sonst kein thema bei ihnen, aber bei deinem sohn schon, daher dieses ziel.

Genau das selbe gilt bei dem puzzle, vielleicht wollte die LP schauen, wie das kind sein Puzzle-problem löst. Sucht es selbst nach einer Lösung? Bittet es jemanden um hilfe?
Das andere kind hat seine hilfsbereite seite schon oft gezeigt, aber kann es sich auch auf seine eigenen aufgaben konzentrieren?
Vielleicht profitieren beide kinder nicht von der 'zusammenarbeit'. Sie sollen sich auf sich selbst konzentrieren.
Meine älteste Tochter z. B. bringt ihrer babyschwester alles was sie will. Sie tragt sie auch in der wohnung herum, tröstet sie bei jedem piep. Aber sie kann sich kaum darauf konzentrieren sich selbst für den KiGa bereit zu machen. Ihre eigenen aufgaben geraten neben ihrer hilfsbereitschaft zu sehr in den hintergrund. Und ihre babyschwester kommt dank der hilfsbereitschaft kaum dazu das krabbeln zu lernen. Also profitieren beide nicht wirklich davon. Verstehst du meinen vergleich?

Ich finde, nebst der aussage bezgl. des sprachverständnis, keine situation deines schulbesuches als wirklich tragisch. Vielleicht nicht unbedingt der wünschenswert (hinter der LP sitzen und nichts sehen, eskalation bei der aufräumsituation), aber nichts was man nicht mit netten worten bereden könnte. Ich erachte das verhalten der LP nicht sonderlich deeskalierend und das finde ich schade. Sie lassen die kinder ihren frust spüren. So kommt es mir zumindest anhand deiner erzählung rüber.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Caipi16 » So 26. Nov 2017, 08:24

Ws ich halt extrem finde - und wahrscheinlich auch ist:

Auf der einen Seite stehen der Schulleiter und 2-3 LP, die offenbar mit dem Verhalten, der Art Deines Sohnes völlig überfordert sind und deswegen schon schriftlich mit KESB drohen.

Auf der anderen Seite bist Du, die Deinen Sohn faktisch als brävstes, unkompliziertestes Kind der Welt schildert bzw. als völlig durchschnittliches 0-8-15-Kind...

Irgendwie passt das für mich halt nicht zusammen. Und meine Lebenserfahrung sagt mir: Die Wahrheit liegt immer irgendwo in der Mitte ;-) - bzw. ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 2-3 ausgebildete Pädagogen ein total "normales", pflegeleichtes und unkompliziertes Kind derart anders beurteilen.

Ich denke auch: Du hast nun EINEN halben Tag erlebt - und Kinder verhalten sich meistens anders, wenn die Eltern in der Schule/im Kindergarten anwesend sind. Ich denke, das ist logisch.

Ich würde Dir wirklich raten, schriftlich zu verlangen, was genau die Problempunkte bei Deinem Sohn sind bzw. wo die LP diese sehen, um mal sachlich-konstruktiv darüber zu sprechen. Denn ich denke, wenn die Fronen derart verhärtet sind und Ihr Euch auf den Standpunkt stellt, dass alles tipp-topp in Ordnung ist und einfach alle LP nicht ganz dicht sind und Euren Sohn ungerecht behandeln und die LP/Schulleitung umgekehrt das Gefühl haben, dass ihr ihre Anliegen und die Probleme null ernst nehmt (und offenbar nicht mal wahrnehmen wollt), wird es ganz ganz schwierig werden, eine für Euer Kind gute Lösung zu finden.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » So 26. Nov 2017, 08:29

Caipi
Es kann schon sein, dass sich ein Kind auswärts total anders verhält als zuhause. Im Kiga beim Elterngespräch habe ich die Kigä gefragt, ob sie das richtige Dossier hat. Bei uns war es umgekehrt: Pfunzi war auswärts total ruhig, verträumt und überangepasst und den damit verbundenen Frust hat sie zuhause wütend raus gelassen. Es ging bis in die 5. Klasse, bis eine LP mich ernst genommen hat und mitgearbeitet hat, damit unsere Situation zuhause bessern kann.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Phase 1 » So 26. Nov 2017, 11:08

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Gutemine » So 26. Nov 2017, 11:28

Ich möchte hier nur noch anmerken, dass ich es auch schon ein paar Mal erlebt habe, wie relativ normale Situationen im Schulbereich eskalierten. Häufig hat es damit zu tun, dass gewisse Kinder relativ früh auf den Radar "beobachtenswert" kamen und dann eben und Dauerbeobachtung waren. Dies führt bei wenigen Kindern dazu, dass sie ihr Verhalten wirklich verändern. Aber meistens führt es bei Kindern zum Widerstand und zum Protest auf Grund einer Unsicherheit, da sie ja bemerken, dass sie mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere.
Wer das selber mal persönlich oder auch bei einem Kollegen/einer Kollegin erlebt hat, wird dies nachvollziehen können. Man macht nicht weniger Fehler, wenn man unter Dauerbeobachtung steht, im Gegenteil.
Es ist schwierig, aus der Distanz so eine Situation zu beurteilen, grundsätzlich würde ich mir aber wünschen, es wäre eine systemische Lösungskultur im Gange, die nicht die Fehler bei einer Person sucht, sondern gemeinsam mit Verhaltensänderungen eine positive Auflösung der Situation zu bewirken.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Caipi16 » So 26. Nov 2017, 11:55

Genau - genau das wollte ich mit meinem Posting sagen ;-):

Sillyspider schildert ihr Kind hier als ein absolut "normales" (blöder Ausdruck, sorry), relativ unkompliziertes 0-8-15-Kind - und die Rückmeldung bzw. Wahrnehmung der Schule ist offenbar eine ganz andere. Ich sage ja nicht, dass Sillyspider lügt (sicher nicht!) - aber ich kann mir halt auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass mehrere LP und die Schulleitung Probleme sehen, die es gar nicht gibt und mal wegen einem "Lätsch" oder einer Jacke, die nicht richtig aufgehängt wird, so ein Fass auftun.

Von daher denke ich halt schon, dass es nicht reicht, wenn Sillyspider einfach darauf beharrt, dass alles i.O. ist, weil es für sie so ist... denn wie gesagt: Mehrere ausgebildete Pädagogen sehen das offenbar ganz anders.

Und wie Stella schreibt: Bei ihr wurde es erst besser, als eine LP sie ernst genommen hat. Hier haben wir offenbar den umgekehrten Fall: Da fühlen sich (mehrere!) LP mit einem Kind überfordert, schlagen Lösungswege vor und die Eltern sehen es total anders, gehen eigene Wege und beurteilen auch die Situation, das Kind ganz anders (eben absolut 0-8-15 und problemlos).

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Käfermutti » So 26. Nov 2017, 12:09

Caipi16 hat geschrieben: Und wie Stella schreibt: Bei ihr wurde es erst besser, als eine LP sie ernst genommen hat. Hier haben wir offenbar den umgekehrten Fall: Da fühlen sich 8mehrere!) LP mit einem Kind überfordert, schlagen Lösungswege vor und die Eltern sehen es total anders, gehen eigene Wege und beurteilen auch die Situation, das Kind ganz anders (eben absolut 0-8-15 und problemlos).
Naja, lösungsweg bringen sie keine, sie beharren auf eine 2. Abklärung. Und die eltern zeigen sich nicht stur, sondern versuchen lösungen zu finden.

Die poststellerin hat zum einen geschrieben, dass sie die abklärung beim neuropädiater gemacht hat, da sie nicht etwas übersehen wollte, nur weil sie es selbst nicht erleben.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Caipi16 » So 26. Nov 2017, 12:15

Die Schule wollte von Anfang an EB - FAmilie Sillyspider wehrte sich von Anfang an dagegen, wandten sich dafür an Kinderarzt, befreundete Heilpädagogin und Neuropädiater, d.h da wird von Anfang an in gegensätzliche Richtungen gezogen.

Abgesehen davon - ich bin kein Experte darin, aber wenn ich google, wofür die Neuropädiatrie ist, bekomme ich folgendes Resultat:

Bei der Neuropädiatrie (auch Kinderneurologie genannt) handelt es sich um das medizinische Fachgebiet, das sich mit den Nervenkrankheiten der Kinder beschäftigt. Der Neuropädiater ist bewandert in der Klinik der neurometabolischen Störungen (z. B. Refsum-Syndrom), der heredodegenerativen Störungen des neuromuskulären Apparates (z. B. Spinale Muskelatrophie Werdnig-Hoffmann), der Missbildungen des Nervensystems (z. B. Chiari-Malformation), der Epilepsie des Kindes- und Jugendalters (z. B. BNS-Anfälle) sowie der Tumoren und vaskulären, entzündlichen und traumatischen Schäden des Nervensystems.Er wird etwa zu Rate gezogen bei Kindern mit fehlendem Neuralrohrverschluss, Bewegungsstörungen oder geistigen Behinderungen.

Ich könnte mir halt vorstellen, dass das - je nach Auffälligkeiten und Problemen - die falsche Anlaufstelle ist. Wenn Sillyspiders Sohn Auffälligkeiten zeigt, muss das ja nicht heissen, dass er eine Nervenkrankheit hat (d.h. dass man diese ausgeschlossen hat, heisst ja nicht per se, dass das Kind damit nicht auffällig ist). Und ob eine befreundete Heilpädagogin der richtige Weg ist - na ja, da bin ich halt auch etwas kritisch... und ich denke, auch der Kinderarzt ist bei solchen Geschichten nicht wirklich die richtige Ansprechsperson. Als bei meinem Sohn z.B. der Verdacht Legasthenie aufkam, hat uns der Kinderarzt an die Fachstelle des Spitals Winterthur überweisen, weil er eben für sowas die falsche Person ist bzw. sowas gar nicht abklären kann.

Aber so oder so: Ich denke, schwierig ist einfach, dass da Eltern und Schule wohl vom ersten Augenblick an gegeneinander arbeiten. Die Schule verlangt Massnahmen, Schritte, gegen die sich die Eltern vehement weigern (EB) - umgekehrt leiten die Eltern Massnahmen ein (Heilpädagoge, Neuropädiater), die die Schule so gar nie verlangt hat. Da fühlen sich wohl beide Seiten total falsch verstanden und in ihren Bemühungen und Bedürfnissen torpediert... und das hilft einer Lösung sicher nicht!

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » So 26. Nov 2017, 12:33

In so einem Fall ist Kommunikation und eine gemeinsame Richtung absolut wichtig. Wie würde es gelingen, wieder das Kindswohl in den Fokus zu setzen und gemeinsam an der Lösung zu arbeiten? Wie würde es gelingen, dass beide Seiten einen Schlussstrich ziehen könnten, um so mit der Arbeit an einer echten Lösung fürs Kind zu arbeiten?
Ich glaube, es beginnt auf beiden Seiten beim Zuhören und Anerkennen dessen, was ist. Aufnehmen und mithelfen, auch wenn man selber eine andere Situation hat.
Eltern sind zur Zusammenarbeit verpflichtet. Das heisst in dieser Situation auch, die Not der LP anzunehmen und als ihre "Wahrheit" zu erkennen. Das heisst auch, sich mit dem Kind echt auseinander zu setzen, was es denn an seinem Verhalten verbessern könnte.
Mich dünkt, es gibt wie zwei Fronten, die gegeneinander statt miteinander arbeiten und dazwischen wird das Kind zermalmt. Eventuell wäre ein Metagespräch eine Möglichkeit oder ein Gesprächsführer (oft macht das das Inspektorat).
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Gutemine » So 26. Nov 2017, 12:46

Genau so sehe ich auch stella.
Jeder sieht bei jedem die Fehler.
Kommt das Kind in die Schule, sehen die Lehrpersonen vermutlich nur noch, was er falsch macht und nicht, wenn er mal was gut macht.
Sillyspider geht in die Schule und sieht nur noch, was die Lehrpersonen falsch machen.
Das Kind selber erwartet ja nur noch, dass es negativ bewertet wird.
Der Schulleiter sieht die Fehler bei den Eltern.
Die Eltern sehen diese in der Schule / bei der EB.
Im Forum hier sind die Meinungen gemacht und je nach dem liegen die Fehler bei der TE oder bei der Schule.
Schlussendlich geht es in diesem Machtkampf nur noch um einen "Sieg" und jedes Eingeständnis würde als Niederlage gesehen. Es wäre nicht schlecht, wenn man eine neutrale Person dazu bringen könnte, das ganze Geflecht aufzuzeigen und konstruktive Lösungen anzupeilen. Meist wäre dies die Schulleitung, die hier aber selber involviert wäre, bei uns wäre das vielleicht noch der SPD, was bei sillyspider aber die EB ist, so wie ich das verstanden ist. Also sind auch die involviert. Dann wäre vielleicht noch eine Schulsozialarbeiterin verfügbar?

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » So 26. Nov 2017, 13:13

Gutemine
Bei sillyspider könnte eben das Inspektorat die Rolle des Vermittlers und der Gesprächsleitung übernehmen. Alle anderen Stellen sind involviert. Falls es einen Schulsozialarbeiter gibt, ist der hierarchisch dem SL unterstellt, somit nicht die richtige Person.

All
Ich kenne die Position der ohnmächtigen Eltern aus eigener Erfahrung. Es ist keine angenehme Position. Man könnte die Lp und den Sl auf den Mond schicken. (Auch wir haben einen SL nach dem Motto "l'état c'est moi"..) Da wir uns weder eine Privatschule noch einen Umzug leisten können, müssten wir eine Lösung finden.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Gutemine » So 26. Nov 2017, 13:29

Bei uns gibt es keine Inspektorate mehr, aber der Kanton bietet Kriseninterventionen, Mediationen und Coaching bei Problemen an. Ich würde hier eher eine Fachperson für solche Fälle hinzuziehen.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » So 26. Nov 2017, 13:59

Gutemine
Wer hat denn die Oberaufsicht über die Schulen? Wer ist Bindeglied zur ERZ und zur Politik?
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Gutemine » So 26. Nov 2017, 14:37

Bei uns ist es eine kantonale Dienstelle, die die Schulaufsicht inne hat. Sie kooridiert die Volkschule und organsiert die Weiterentwicklung . Zudem ist sie auch zuständig für externe Evaluationen und Sonderschulungen. Und eben, sie bieten auch Beratungen bei Problemfällen an. In den Gemeinden ist dann eine Bildungskommision dafür verantwortlich, dass die Vorgaben des Kantons umgesetzt werden. Wir haben also auch keine Schulpflege mehr.

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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von sillyspider73 » So 26. Nov 2017, 17:05

@stella, caipi:
Irgendwie kommt es mir vor, als wärt Ihr enttäuscht, dass nichts vorgefallen ist :wink: Wenn es ein katastrophaler Morgen gewesen wäre, hätte der Tenor gelautet: "Siehst Du?!" So aber ist der Morgen sicher nur gut gelaufen, weil das Kind sich total verstellt hat. Ich kann leider nichts anderes berichten; er hat sich durchs Band unauffällig verhalten und ist auf durchaus vorhandene Provokationen "schlechten" Verhaltens nicht eingestiegen. Den Unterrichtsstil der LP fand ich jetzt nicht den absoluten Hit, aber jetzt auch nicht abgrundschlecht.
Worüber ich hat noch rumgrüble ist, dass andere Erwachsene sehr gut mit ihm klarkommen und dass er in Pfadi, Judo, .... guut in der Gruppe funktioniert und sich integrieren und den Regeln anpassen kann.

@stella:
Das ist mir bewusst; ich unterstelle auch mal, dass sich die Lehrtpersonen nicht so verhalten haben, wie sie es in meiner Abwesenheit tun würden, was ich auch als normal erachte.
Ich behaupte aber, dass sich ein gerade erst sechs Jahre alt gewordenes Kind nicht fast vier Stunden lang total verstellen kann. Und auch wenn dem so wäre: Das würde ja bedeuten, dass allein durch meinbe Anwesenheit sämtliche negativen Punkte, welche normalerweise im Unterricht auftreten, an diesem Ort nicht in Erscheinung treten. Mein Sohn hätte sich also total unter Kontrolle, was wiederum darauf schliessen lässt, dass es an der Interaktion LP-Sohn liegt, dass so viele Probleme auftreten, und nicht am Kind allein.
Ja, in der Basisstufe müssen sich alle anpassen. Wie aber schon geschrieben, hat unser Sohn die lange ruhige Sequenz ohne Gehampel und Stören mitgemacht, was nicht bei allen Schülern der Fall war.
Dass Herr Sohnemann aufräumen muss, ist natürlich klar, das muss er zuhause auch (und macht es auch hier nicht gerne). Aber dass andere Kinder sich genau gleich verhalten und dies offenbar ignoriert oder anders bewertet wird, während man bei ihm extra IF-Stunden dafür verbrät, finde ich....interessant.

@christa:
Nein, die IF war nicht da.
Ja, ich fand auch, dass der Morgen in meinen Augen NORMAL verlaufen ist.

@käfermutti:
Ich finde eben, dass das Aufräumen nur eine derart prominente Rolle in der Beurteilung spielen sollte, wenn er da total aus dem Rahmen fallen sollte im Verhältnis zu den anderen Schülern. Ich hätte jetzt eher erwartet, dass dier IF z.B. an seiner Frustrationstoleranz arbeitet.
Ich habe das Beispiel mit dem Puzzle eher deswegen gebracht, weil mich die Entwicklungsunterschiede zwischen den Schülern sehr gross vorkamen.
Ich fand es generell auch in Ordnung. Die Aussage von wegen "versteht nix" hätte ich jetzt sicher einer aussenstehenden Person gegenüber nicht gemacht, aber ich habe ja sonst mit dem Kind nichts zu tun.

@caipi:
Sohnemann ist kein perfektes, aber in meinen Augen ein normales Kind. Er hat sich an diesem Morgen in der Schule verhalten, wie er sich zuhause zeigt. Wenn meine alleinige Anwesenheit dazu führt, dass alles in geordneten Bahnen verläuft, könnte man ja mich um Hilfe fragen, z.B. wie ich mit ihm in bestimmten Situationen umgehe. Das war aber bisher kein Thema, resp. die Ratschläge, die ich unaufgefordert abgegeben habe, wurden nicht aufgenommen.
Meiner Meinung nach ist die "Hauptbaustelle" meines Sohnes seine sehr hohen Ansprüche an sich selbst und damit verbunden die noch verbesserungswürdige Frustrationstoleranz.
Es hat nichts damit zu tun, dass wir die LPs für nicht ganz dicht halten. Ich selber komme aus einer Lehrerfamilie, mein Mann und ich haben selber eine pädagogische Ausbildung und das Gotti meines Sohnes übt seit 40 Jahren den Beruf der Unterstufen-LP (+ heilpädagogische Ausbildung) aus. Wir haben uns in alle Richtungen informiert, viele Meinungen eingeholt und sowohl uns selbst als auch unseren Sohn kritisch hinterfragt. Du schreibst, wir hätten die LPs nicht ernstgenommen. Weshalb haben wir dann sowohl eine Heilpädagogin als auch einen Neuropädiater engagiert? Wieos haben wir an so vielen runden Tischen teilgenommen und versucht, an einer Lösung mitzuarbeiten? Wenn wir die LPs nicht ernstgenommen hätten, hätten wir einfach mit den Schultern gezuckt und weggeschaut.
Ich finde es bemerkenswert, dass Du mehr weisst als ich - welche Lösungswege haben denn die LPs vorgeschlagen? Der Witz ist, dass wir im Moment einfach noch ein zweites Gespräch bei der EB wollten, um zu erfahren, was denn in diesem Fall geplant wäre. Das wurde uns ja nun verweigert.
Schon gehört, dass in der neuropädiatrischen Praxis auch Neuropsychologen arbeiten? Bei unserem Arzt wird das ganze Spektrum - von dem, was Dir Google geliefert hast bis zu Angstörungen, AD(H)S, HB-Abklärungen etc. geleistet. Reicht Dir das?
IUnd wo habe ich geschrieben, dass ich von Anfang an gegen die EB war? Kannst Du mich zitieren?

@Gutemine:
Es geht uns eben auch darum, eine gute Lösung für unser Kind zu suchen und nicht, irgendjemandem irgendeine Schuld zuzuschieben oder eine LP in die Pfanne zu hauen. Wir möchten einen Klassenwechsel, um unserem Sohn eine faire Chance auf eine unvoreingenommene Beurteilung zu geben, genauso wie die Lehrpersonen ihre Chance auf unvoreingenommene Aufnahme ihrer Anliegen bekommen sollten. Unseres Erachtens ist die Objektivität auf beiden Seiten nicht mehr gegeben, da ist zuviel Geschirr zerbrochen worden.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von stella » So 26. Nov 2017, 17:09

Nene... Sillyspider...
Es geht darum, dass ihr eine Lösung für dein Kind findet. Ich weiss, wie SL sein können. Und wenn schon zu viel Geschirr verschlagen ist, dann müsste es wirklich in Richting Klassenwechsel gehen. Wie könnt ihr den erreichen, so dass die LP und der SL das Gesicht wahren können?

Und wenn eine Fee käme und für euch die Situation lösen würde, was würdet ihr euch von ihr wünschen? In diese Richtung würde ich arbeiten.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Stella* » So 26. Nov 2017, 17:27

Hallo sillyspider
Eigentlich ist es gut, dass der Besuchsvormittag so unspektakulär war. Allerdings verstehe ich auch nicht ganz, wieso ein Gespräch mit der EB nicht ohne Anmeldung möglich ist.
Hast du schon mal versucht, mit der EB direkt Kontakt aufzunehmen, um dies zu klären? Je nach dem bekommt ihr ja dort eine andere Antwort.

Hast du nach dem Schulbesuch noch mit den LP gesprochen, wie für sie der Vormittag war? Wäre ev. Interessant gewesen, wie sie ihn erlebt haben.

Die Kigä hat mir mal bei einem Schulbesuch gesagt, dass sie meinen Sohn noch nie so «gesprächig» erlebt hatte. Für mich war er allerdings so wie immer. Fand ich sehr interessant.

Finde den Vorschlag von stella sehr gut – eine Lösung anzustreben, bei der die LP das Gesicht wahren können, so dass sie nicht als Verlierer da stehen. Vielleich könntet ihr in eurer Antwort vorschlagen, dass dein Sohn eine Probewoche in einer anderen Klasse machen darf bevor die EB eingeschaltet wird. Wenn man sieht, dass es dort besser geht als bisher, könnt ihr ja dann schauen, dass er die Klasse wechseln kann und es die EB gar nicht braucht.
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Re: SOS - Schulleiter droht mit Gefährungsmeldung an KESB!!!

Beitrag von Caipi16 » So 26. Nov 2017, 17:34

@Sillyspider
Nein, ich bin nicht enttäuscht, dass an dem Morgen, an dem Du in der Schule warst, nichts Besonderes vorgefallen ist - ich habe genau dieses Feedback von Dir erwartet ;-). Aber ich denke, aufgrund von 3-4 Stunden, die man mal in der Schule war, kann man sich vom Kind auch kein objektives Bild machen. Ich sehe das bei der Klasse meines Sohnes: Am Besuchstag, wenn Eltern da sind, sind sie entweder überdreht, vorlaut oder total scheu - in Anwesenheit von Eltern ist in der Schule praktisch kein Kind 1:1, wie es im normalen Schulalltag ist ;-).

Eine ganze generelle Bemerkung: Mag sein, dass der Schulleiter und die betroffenen LP nun Dein "Feindbild" sind. Aber mach nicht Userinnen, die sich die Zeit nehmen, sich mit Dir und Deiner Situation auseinanderzusetzen, auch zu Deinem Feindbild. Das bringt Dir nichts.

Und wo Du geschrieben hast, dass Ihr Euch von Anfang an gegen die EB gewehrt habt? :shock: Aehm.. in Deinem allerersten Posting?

"Am runden Tisch mit Lehrerinnen und Schulleiter wollte uns letzerer zu einer Blanko-Unterschrift für eine Erziehungsberatungs (EB)-Anmeldung überreden. Da die EB bei uns einen sehr schlechten Ruf hat und wir aufgrund der Einschätzung der Heilpädagogin keinen Grund dazu sahen, lehnten wir ab, organisierten aber auf eigene Initiative eine Abklärung unseres Sohnes (damals knapp vor seinem 5. Geburtstag) bei einem renommierten Neuropädiater – als Eltern will man ja schliesslich wissen, was los ist und ob das eigene Kind Hilfe benötigt."

... womit ich gemäss Deinem Wunsch zitiert habe ;-).

Lehrerwechsel: Ob das was bringt? Die LP reden ja untereinander - und da wird sicher schon jede LP von den Problemen mit Eurem Sohn und der Eskalation zwischen Euch und dem Schulleiter erfahren haben. Eine unvoreingenommene Beurteilung bzw. ein unvoreingenommener Neustart an dieser Schule ist da kaum mehr möglich...

Aber ich denke, Du fasst jetzt jedes Posting, das nicht ausdrücklich "pro Du - und contra LP/Schulleitung" ist als Angriff auf ;-). Entsprechend macht es keinen Sinn, dass ich hier weiter diskutiere.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass Ihr die Situation bald zur Zufriedenheit aller lösen könnt - in erster Linie zum Wohle Eures Sohnes.

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