Regeln im Kindergarten

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Ilse
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Ilse » So 17. Dez 2017, 13:28

Elternkontakt:
Ich könnte mir so eine fixe "Sprechstunde", z.B. immer am Freitagnachmittag gut vorstellen. Aber in der Praxis ist das sehr schwierig und diskriminierend für die, die am Freitag arbeiten und vielleicht nur am Mittwoch könnten.

Eltern sollen sich einfach melden, wenn sie Gesprächsbedarf haben! Die Kindergärtnerin wird sicher darauf eingehen. Aber es kann eben sein, dass die Kigä keinen dringenden Gesprächsbedarf sieht und sich deshalb nicht von sich aus meldet.

Und ja, ich weiss, es ist für viele Eltern sehr schwierig ihr Kind loszulassen. Gerade wenn das Kind kaum erzählt zuhause, ist da durch die Kindergartenzeit plötzlich eine Art Blackbox im Leben des Kindes - die Eltern wissen nicht genau wie das Kind den Vormittag verbracht hat.
Und auch diese Eltern versuche ich so gut wie möglich zu begleiten - nebst 22 Kindern. Oft ist für die Eltern der Schritt in den Kindergarten fast grösser als für die Kinder selber. Aber auch die Eltern müssen sich weiterentwickeln und dazulernen. Täglicher Rapport ist im Kindergarten - anders als in der Kita - nicht möglich.

Aber nochmals: Bei Bedarf bei der Kigä melden!

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Ilse » So 17. Dez 2017, 13:33

Ah, und noch wegen der Arbeitszeit:
Ich finde deine Behauptung schon etwas frech. Musste gerade leer schlucken als ich gelesen habe, was du da behauptest.
Vermutlich gibt es schon Lehrpersonen, die sich das Leben einfach machen und so wenig wie möglich arbeiten (wenn ich auch keine kenne).
Die, die ich kenne sind fast ausnahmslos sehr engagiert!
(ich z.B. verbringe den heutigen Sonntag mit dem versäubern von Webarbeiten der Kindergartenkinder.....)

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von badeentli84 » So 17. Dez 2017, 13:37

Ilse: Für mehr Schulwegsicherheit kann man ja Unterschriften sammeln, wir leben schliesslich in der Demokratie. Vondem her verstehe ich nicht, was du meinst was dies mit der Lehrerin zu tun hat, hä?! Komme nicht draus??? Kann es sein, dass Lehrerinnen unter massiven Druck stehen, und Schuld von sich abweisen, obwohl niemand etwas vorgeworfen hat? Stehe echt auf den Schlauch??? *AndenKopfkratz*
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Ilse » So 17. Dez 2017, 13:46

Badeentli, ich schreibe meine Antwortet fett in dein Zitat:
badeentli84 hat geschrieben:Ilse: Für mehr Schulwegsicherheit kann man ja Unterschriften sammeln, wir leben schliesslich in der Demokratie.
klar können Unterschriften gesammelt werden. Das ist aber für mich Aufgabe der Eltern (den Einwohnern der politischen Gemeinde) und nicht der Lehrperson. Sehe ich jedenfalls so.Vondem her verstehe ich nicht, was du meinst was dies mit der Lehrerin zu tun hat, hä?! Komme nicht draus???
Ich habe es so aufgefasst, das die TE ziemlich über die Kindergärterin wettert, weil sie mit der Schulwegsituation nicht einverstanden ist und die Schnittstelle Kiga-Tagesschule anscheinend nciht optimal funktioniert. Da meinte ich, die Dinge haben nicht mit der Lehrperson zu tun.Kann es sein, dass Lehrerinnen unter massiven Druck stehen, und Schuld von sich abweisen, obwohl niemand etwas vorgeworfen hat? Stehe echt auf den Schlauch??? *AndenKopfkratz*

Ich weiss nciht wie es anderen geht, aber ich stehe jedenfalls nicht unter massivem Druck. Aber ich habe es eben so verstanden, das die TE ihrer Kindergärtnerin eben genau sowas vorwirft.

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von badeentli84 » So 17. Dez 2017, 13:58

Ilse:

Ja klar, die Unterschriften muesste von den Elrern sprich Einwohner kommen, sehe ich genau so.

Ok, dann fassen wir glaub ziemlich unterschiedlich auf, was TE meint. TE gehts einfach darum, dass ihr Kind alleine war an dem Mittag, wo es beim.Mittagstisch sein sollte, sie ist schockiert und zu gleich traurig, so empfinde ich ihr Posting... Das kann schon sehr schockierend sein fuer eine Mutter, aber sie zeigt ja niemand an oder so, sondern es ist halt passiert, und sie moechte darüber reden, das ist alles. Wir koennen froh sein, dass das Kind ja noch da ist. (Zum Glück in der CH, denke in Columbien waere das Kind schon lange entführt worden) . Was Schulwegsicherheit betrifft ist halt ein Thema, wo sie auch beschäftigt, und diese zwei Themen haben schon vieles miteinander zu tun. Ich denke, fuer die TE ist es wichtig, sich von dem Schock zu erholen, und freuen dass ihrem Kind nichts zugestossen ist. Und ich denke, so was kann einmal passieren, und wird sich nicht mehr wiederholen nach so einem Vorfall.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von F. Scarpi » So 17. Dez 2017, 14:58

stella hat geschrieben:Scarpi
Man kann die Bfu beiziehen, wenn man das Gefühl hat, der Schulweg sei unsicher. Die haben dann mehr Gewicht auf der Gemeinde.
Danke stella.
Es gibt schon seit längerem Initiativen auf dieser Strasse Tempo 30 einzuführen. Aber die Chancen stehen, wie es scheint, schlecht. Es ist zwar keine Hauptstrasse, aber es verkehrt ÖV darauf. In so einem Fall hat Tempo 30 es besonders schwierig. (Gibt Kosten, blablabla...) Die Kreuzung hat eine Ampel, aber Konfliktgrün. Gemäss Polizei müsse das so bleiben, wegen dem Verkehrsfluss. :|
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von stella » So 17. Dez 2017, 15:03

Scarpi
Da gibt es eben einen Nutzungskonflikt, bei dem ihr euch als Eltern von der Bfu beraten und stützen lassen könnt. Ich kenne viele solche Fälle, in denen dann doch eine Verbesserung erzielt werden konnte.
In den Städten ist es durchaus üblich, dass ÖV durch 30ger Zonen fahren.
Oder allenfalls könnte der Schulweg auch anders geführt werden - haben wir hier gemacht, er ist zwar länger und beinhaltet mehr Höhenmeter, führt darum aber nicht der Hauptstrasse lang.

Die von der Bfu sind einfach Profis und sehen u.U. noch andere Möglichkeinten.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von ausländerin » So 17. Dez 2017, 21:32

TE-verurteilung: habt ihr schon mal ein 4 jahriges Kind verloren? Mir ist 2 mal meine 2 jahrige weg gelaufen so dass ich sie nicht finden konnte- und es war beides mal Schock situation für mich. Es wäre bei 4 jahrigem Kind nicht anderes. Klar fragt man sich danach wie sowas passieren konnte. Bei uns in Kiga wäre es unmöglich da Kigas genau wissen welche kinder ins Hort gehen, welche von Eltern abgeholt werden und welche selber laufen. Sie stehen vor der Türe bis alle kinder weg sind. Hier wird kein kind alleine stehen gelassen. Ich weiss nicht warum das nicht das normal fall ist.

@Ausländer/Kultur Thematik: mich regt immer auf wie manchmal hier pauschalisiert wird. Wenn jemand meint dass Schweizer Kinder selbständig sind hat noch nicht viel vom dem Welt gesehen. Ja, es gibt Länder wo schulweg nicht selbständig gelaufen wird. In meinem heimatland werden sogar 10-15 jährige kinder Von reubern beobachtet und bis nach hause verfolg. Wenn sie dann die Türe aufmachen, brechen die Räuber ins Wohnung rein und räumen es aus. Deshalb werden sogar 15 jährigen in manchen Quartieren vor Schulen abgeholt. In der USA kommt man in vielen Staaten ins Gericht wenn er ein 9 Jahriges Kind alleine in der Schule laufen lässt. Und es ist gut so, weil es vieleorts gar kein Trottoirs gibt und auch keine 30 -zonen oder fussgänger streifen. Klar brauchen die Eltern erst umstellung wenn sie in der Schweiz kommen. Nach 1-2 monaten/jahren gewöhnen sie sich auch daran. In anderen (meisten) Ländern der Welt ist Kiga weg halt zu gefährlich. Und in der Schweiz ist es übrigens für viele kinder auch: Daten Polizei: jährlich verunfallen über 400 Kinder in der Schweiz auf dem Schulweg. Erst mit 8 Jahren kann ein Kind die Verkehr ähnlich wie ein erwachsener einschätzen. Bevor ist Gehirn noch nicht genug ausgereift. Ich finde es sind 400 Kinder zu viel - Selbständigkeit hin oder her. Klar gibt es Gemeinden wo 4-jahrige problemlos alleine laufen können. Meine tochter lauft bei uns im Quartir alleine seit sie 3 ist. Der Kiga weg wird sie nie alleine laufen dürfen. Diese Entscheidung haben wir vor 2 Wochen getroffen: an dem Tag wenn mein Mann eine 5 Jahrige kiga gespänli die alleine oder mit 6 jahrigen freundinen lauft vor dem Tram noch rechtzeitig geschnappt hat und rausgezogen hat. Die Eltern haben danach das Kind begleitet und am Mi habe ich sie wieder alleine gesehen. Das kann ich nicht verstehen! Polizei findet diese Kreuzung übrigens genug gesichert: trotz Konflikt Grün und Tram und lehnt das Lotse dienst ab. Tram fährt dann auch wenn die Fussgänger grün haben. Die andere Eltern (auf unsere Seite Wohnen nur wenig Kindern und die sind 6 jährig oder fast 6 jährig) finden es ok. Interessanterweise finden die gleiche Eltern dass es unmöglich schlimm ist wenn eine Mutter ihre 4 jährige (kiga knapp verpasst da 3 Monate junger als meine Tochter) und schlafendes baby kurz alleine zu hause lässt um ihre 5 jährige ins kiga zu begleiten. So viel zu Selbständigkeit fordern. Oft erfahre es ich in meiner recht weltoffener Umgebung dieses Schwarz/Weiss denken: schweizer kinder müssen mit 4 umbedingt alleine ins kiga, alleine anziehen können, alleine schlafen können, alleine spielen können sonst sind sie überbehütet und haben helieltern. Wenn die gleiche Kinder alleine einkaufen gehen, kurz zu hause bleiben, essen aufwärmen, ins wald gehen oder alleine 1 Station zug fahren - dann sind eltern fährlässig, das kann doch ein 4 jahriges kind nicht. Es gibt doch nicht Der 4 jähriges Kind: egal ob mit migrationshintergrund oder nicht.

@Caipi - du hast in deinem Beitrag TE empfohlen zu überlegen zurück ins ihre Heimat zu gehen falls ihr das Kiga nicht gefällt. Solche Aussagen finde ich mehr als arrogant! Schweiz, so viel ich weiss, ist immer noch eine Demokratie und sogar Ausländer dürfen ihre Meinungen haben und sogar was kritisieren. Speziell nachdem eine Kiga/Tagesschule ihres Kind verloren hat, hat sie gutes Grund aufzuregen. Mich nervt übrigens auch vieles an Schweizer Schulsystem. Und ich freue mich schon auf Tagesschule in 2 jahren. Und, soll ich auch das Land deswegen verlassen?

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von stella » So 17. Dez 2017, 21:47

Ausländerin
Ich finde, du pauschalisierst hier.
Ich habe meine Erfahrung als Tagesschulleiterin hier geschrieben - übrigens finde ich es gut, haben meine Expads, die, die nicht mit der Situation leben konnten, eine für sie andere tragbare Lösung gewählt. Ich konnte Ihnen nur das bieten.

Und ja, es ist schrecklich, wenn ein 4 Jähriges Kind abhanden kommt. Darum noch einmal an die TE: Schnittstelle Kiga und Mittagsbetreuung klären, Ansprechperson dafür ist die Tagesschulleitung.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von ausländerin » So 17. Dez 2017, 22:10

Stella, mein Beitrag war eher Reaktion auf das was Caipi geschrieben hat. Das war vermutlich nicht klar. Ich finde deine antworten sehr hilfreich. Und ja, ich bin einverstanden dass reden ist wichtig. Unsere Kiga und Hortmitarbeiterinen sind immer offen für ein Gespräch und das schätze ich sehr. Ich schätze unsere kiga allgemein wirklich sehr.

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von F. Scarpi » Mo 18. Dez 2017, 07:03

ausländerin hat geschrieben:
@Ausländer/Kultur Thematik: mich regt immer auf wie manchmal hier pauschalisiert wird. Wenn jemand meint dass Schweizer Kinder selbständig sind hat noch nicht viel vom dem Welt gesehen.
Nein, das habe ich nicht geschrieben! Ich habe geschrieben, dass die Schweizer viel Wert auf Selbständigkeit legen. Das ist nicht dasselbe.

Diese Einstellung zieht sich durch sehr vieles durch, hat seine Vor- und Nachteile, und ja, WIE GESAGT, ich verstehe, dass es übertrieben wirken kann, sogar herzlos, oder fahrlässig (jedoch, Nebenbemerkung zum Thema Fahrlässigkeit: das Sicherheitsdenken hat auch bei uns, wie vielleicht überall in der westlichen Welt, stark zugenommen in den letzten Jahrzehnten, und kann selbstverständlich auch hier absurde oder hysterische Ausmasse annehmen :wink:) Es ist ein Teil der Mentalität, ist vielen Schweizern oft nicht mal explizit bewusst (und wird darum manchmal zu wenig hinterfragt!), und ich habe das geschrieben, damit "ihr" ev. besser versteht, was da manchmal abläuft in den KiGas, zum Beispiel mit dem Anziehen, oder anderswo.
Es war sicher kein Angriff auf andere Kulturen oder andere Vorgehensweisen! Im Gegenteil. Es braucht deshalb keinen Gegenangriff :wink:
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von F. Scarpi » Mo 18. Dez 2017, 07:28

stella hat geschrieben:Scarpi
Da gibt es eben einen Nutzungskonflikt, bei dem ihr euch als Eltern von der Bfu beraten und stützen lassen könnt. Ich kenne viele solche Fälle, in denen dann doch eine Verbesserung erzielt werden konnte.
In den Städten ist es durchaus üblich, dass ÖV durch 30ger Zonen fahren.
Oder allenfalls könnte der Schulweg auch anders geführt werden - haben wir hier gemacht, er ist zwar länger und beinhaltet mehr Höhenmeter, führt darum aber nicht der Hauptstrasse lang.

Die von der Bfu sind einfach Profis und sehen u.U. noch andere Möglichkeinten.
Vielen Dank, stella! Ich bin bei uns (ZH) nicht sicher, wie viel ÖV durch 30er-Zonen fährt. Mir kommt gerade keine solche Strasse in den Sinn. So wie ich das verstehe, werden neue 30er-Zonen auf Strassen, wo ÖV fährt, abgelehnt. Der Schulweg kann nicht anders geführt werden, d.h. nur punktuell, für die Kindergärtler z.B., wenn die Eltern das durchsetzen und mit ihnen so üben. Die Schüler werden aber immer die problematische Strasse benutzen, u.a. da die Schule (wie auch einer der KiGas) an dieser Strasse liegt. Auch die problematische Kreuzung muss und wird immer benutzt werden.
Auf deinen Input hin werde ich nun aber dem zuständigen Sicherheitsbeauftragten des bfu wegen der Kreuzung schreiben! Das Konfliktgrün ist vielen Eltern eine Sorge und ist vielleicht schwerwiegender als das Tempo auf der Strasse. Wegen dem Tempo läuft die Petition...
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von mimetta » Mo 18. Dez 2017, 08:42

Ich kann die TE schon auch verstehen. Mein kind ging am mittag auch mal verloren als es in den hort musste. Es war niemandes schuld, die erwachsenen haben einfach mein kind überschätzt (sie liessen sie nach kindi etwas zu hause holen, danach traute sie sich nicht mehr in den hort, da sie dachte es sei zu spät und sie müsse jetzt halt zu hause den ganzen nami alleine auf mich warten). Nach 30 min haben sie sie gefunden, sie war völlig aufgelöst. Danach hatte sie horror vor den hort- tagen, hatte immer sehr angst, dass irgendetwas nicht klappt. Schlussendlich habe ich für sie eine andere lösung suchen müssen. Ich finde an vielen orten wird bezüglich hort/tagesschule unterschätzt, wie klein dass die kigäler noch sind und die übergaben sehr schlecht organisiert und die LP s sehen es halt nicht mehr in ihrer verantwortung. Was vielleicht ja auch stimmt, aber für die kinder ist das sehr verunsichernd, wenn sie merken, dass sich niemand dafür zuständig fühlt. Und wenn man das als LP weiss, finde ich schon dass man ein auge darauf haben kann, dass alle kinder "versorgt" sind. Das ist, ehrlich gesagt jetzt auch kein riesenaufwand.
Ich bin selber LP und ich erlebe es schon so, dass es LP s gibt, die, sobald kiga-zeit um, sich nicht mehr kümmern. Damit haben sie zwar im grunde recht, nett finde ich es aber überhaupt nicht.
Lieben Gruss Mimetta

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Lotus » Mo 18. Dez 2017, 09:02

BfU/Strassen:
Bei uns hiess es: Fussgängerstreifen in 30er Zone nicht möglich, da die Regeln in den 30er Zonen schon diese Sicherheit geben würden. Mittlerweile haben wir sogar einen Streifen über den Fahrradweg :mrgreen: . Ein Quartier weiter hat es eine zeitbegrenzte 30er Zone, was es auch hiess, das ginge nicht! ;) aber zB haben einfache Fussgängerstreifen keine Schilder und die Ländler die nach Basel fahren, wissen leider auch nicht, wie man in der Stadt fährt :(

Grüssli
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von ausländerin » Mo 18. Dez 2017, 12:45

@f.scarpi - ich habe es nicht als angrief gemeint, eher als feststellung dass mich das verlangen nach früheres selbständigkeit und hochlob an was so alles achweizer kinder können in vergleich zu amis nervt. (Nicht auf grund von deinem beitrag, aber gesamt, inkl was man so mal in medien liest).
Das Sicherheitsdenken in der Schweiz finde ich oft sehr... gewöhnungsbedürftig. Von einer Seite haben viele Angst von Entführung von Kindern was fast nie passiert in der Schweiz passiert ausserhalb der Familie. Die Kinder dürfen aber alleine über starkbefahrene strassen (die noch bei uns von baustelle betroffen sind) mot statistisch relevanten folgen. Oder ein 5-jahriges kind wird in hochsicherheits sitz im auto gefahren, danach velos ausgepackt und danach auf gleiche hauptstrasse auf eigenes velos weiter gefahren (Kind fährt noch zigzag). Und 8-10 jahrige von einer schulklasse die ein hang ausserhalb der pisten in skigebiet runterfahren bei erheblichen oder grossen lawinengefahr, die Leute die mit ihren kindern unter schmelzenden Gletscher laufen; die die Angst haben nach Ägypten in der Ferien zu fliegen, aber seine 6-7 jahrige unbeaufsichtig im see/schwimmbad spielen lassen usw. Die liste ist unendlich lang. Es ist alles nicht als kritik gemeint, nur als beobachtung. Ich finde immer sehr faszienierend wie oft Menschlichen Ängste Subjektiv sind und weit weg von Realität und Statistik.

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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von danci » Mo 18. Dez 2017, 13:13

@ Amarylies
Danke. Aber nein, ich bin nicht immer gleich entspannt und empathisch, dann versuche ich es jedoch eher als mein Problem zu sehen, weil ich einen schlechten Tag oder zu wenig geschlafen habe und nicht meine Mitmenschen. Das ist der Vorsatz, ganz umsetzen kann man ihn nie ;-)

@ Ausländerin
Ich muss gerade ab Deinem letzten Posting so lachen. Du hast absolut recht mit dem verschiedenen und teilweise widersprüchlichen Sicherheitsdenken, je nachdem was es gerade betrifft. Und wenn ich jeweils sage, ich bringe meinen Kindern absichtlich NICHT bei, dass man nicht mit fremden sprechen darf, bin ich ein Rabenmami, dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mal Hilfe braucht, auch von Fremden tausendfach grösser als dass es genau dann an einen Kinderentführer gerät. Ausser in einem Punkt: Ich kenne kein Land der Welt, wo Kinder am Wasser derart gut beaufsichtigt werden wie in der Schweiz.

@ Stella
Also, ich muss zugeben, wenn mich die Tagesschule anruft und sagt, mein Kind sei verloren gegangen (ein Kind, das sie ja anscheinend hätten abholen sollen und nicht eines, das einfach selber nicht kam) und ich sage, dass ich komme, aber sie doch schon suchen sollen, dann wäre ich mehr als irritiert, wenn dann einfach kommt, sie könne nicht und wenn ich dann ankomme, wäre sie friedlich am Essen, während mein Kind fehlt, dann hätte ich auch sehr gewundert und meine Betreuungslösung nochmals überdenkt. Vielleicht ist es allgemein ein Problem, dass eine Tagesschule/Hort nicht zwangsläufig auf 4jährige eingerichtet sind, da wäre je nachdem die Weiterführung der KITA besser und ich muss zugeben, das war damals mein Hauptargument für eine Tamu. Ich finde es schön, nimmst Du Deine Berufskollegen in den Schutz und vielleicht wissen wir nicht alles, aber einfach da zu sitzen und zu essen, wenn ein 4jähriges Kind draussen herumirrt, finde ich mehr als befremdlich. Tatsache ist halt auch, dass es tatsächlich viele gibt, die dann denken, das sei einfach nicht ihr Problem.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von F. Scarpi » Mo 18. Dez 2017, 13:37

ausländerin, ich bin total mit dir einverstanden!
Nur mit einer Korrrektur: diese Absurditäten betreffend „Sicherheit“ sind kein Schweizer Phänomen, sondern die gibt es überall. Einfach in den Details verschieden...
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Schwups » Mo 18. Dez 2017, 14:27

Danci
"Vielleicht ist es allgemein ein Problem, dass eine Tagesschule/Hort nicht zwangsläufig auf 4jährige eingerichtet sind..." Ich denke, da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Man schiebt einfach den Stichtag 3 Monate nach hinten und auf einmal sollen die Kinder 3 Monate reifer sei. Aber weisst Du was, dieses Problem zieht sich weiter ... Sie kommen früher in die Oberstufe. Bei uns sind die Sekklassen mit A- und B-Schüler gemischt, es gibt im Englisch, Franz und Mathi 3 verschiedene Niveaus, 10 Wochenlektionen individuelle Lernstunden (sie planen, arbeiten und reflektieren selbständig mit Hilfe des Semesterbuches) und müssen selbständig sein, um den Zimmerwechsel, die immer wechselnden Klassen, dieses selbständige Arbeiten, etc. im Griff zu haben. Auch kommen sie früher in die Lehre, denn nach 3 Sekjahren werden sie aus der Schule entlassen (Wiederholen wie bei mir früher, indem man von der Sek in die Bezirksschule übertritt, geht nicht mehr). Meine Tochter ein Dezember-Kind (d.h. Mitten drin) wird sich in der 2. Sek, d.h. ab 13 1/2 Jahren mit den der Berufswahl herumschlagen und mit 15 1/2 Jahren die Lehre anfangen. Wir haben uns beim Sohn (Juni-Kind) lange überlegt, ob wir ihn nur ein Jahr Kindsgi machen lassen sollen, weil er "schulreif" war. Heute bin ich so froh, dass wir uns dagegen entschieden haben und er normal als einer der ältesten in der Klasse problemlos durch die Schule läuft. Wenn er 6 Jahre später geboren wäre, wäre er automatisch schon mit 4 Jahren in den Kindsgi gekommen, der Übertritt in die Sek und dann Lehre wäre in meinen Augen "zu" früh gekommen. Ich bin übrigens gut im "loslassen können", beide Kinder liefen den Kindsgiweg schon in der 1. Woche alleine, gingen 1x wöchentlich an den Mittagstisch, gingen beide schon mit 8 bzw. 9 Jahren in ihre ersten Lagern mit Übernachtungen (da wir beide in Teilzeitpensums arbeiten und nicht 13 Woche Ferien haben). Ev. sollten sich die Eltern mit "jungen" Kinder mehr überlegen, ob sie ihr Kind ein Jahr zurückstellen wollen, auch wenn es knapp vor dem Stichtag geboren ist und man sich ein Jahr teure Krippe-/Tagesmutter kosten sparen könnte. Mir ist schon bekannt, dass in anderen Ländern (z.B. Deutschland) die Kinder viel früher eingeschult werden, aber bei uns ist das ganze System nicht auf "unselbständige" Kinder eingerichtet und es gehen auch die meisten nach der obligatorischen Schulzeit in eine Lehre und schlagen nicht den gymnasialen Weg mit Matur/Abitur ein.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von danci » Mo 18. Dez 2017, 16:17

@ Schwups
Nun, als jemand, der den gymnasialen Weg eingeschlagen hat, finde ich den früheren Schulabschluss nicht so schlimm. Wenn Du erst nach Mitte 20 Deinen Abschluss machst, bist Du um 1-2 Jahre froh. Andererseits wurde dem ja schon dadurch entgegengekommen, dass man nach der 8. Klasse ins Gymnasium geht (ich hatte noch 4 Jahre nach der 9. Klasse), da wäre mehr nicht nötig. Aber auch sonst würde ich wohl meine Kinder darin bestärken ein Auslandjahr oder ein Praktikum oder so etwas zu machen, und eine Pause zwischen der Schule und der Lehre einzulegen. Ich finde, das sind Erfahrungen, die einem niemanden nehmen kann.

Und trotzdem sage ich heute, nachdem ich lange eine Gegnerin der Rückstellungsflut, dass ich sehr froh bin, in einem Kanton zu leben, wo uns diese Wahl völlig freigelassen wird. Für mich ist jedoch einzig und allein die Reife in diesem Augenblick ausschlaggebend. Für mein Augustkind war es ok, "erst" mit 5 Jahren zu gehen, sie hätte es aber auch mit 4 gut gemeistert (wobei dann vielleicht ein 3. Kigajahr ein Thema gewesen wäre). Mein Julikind, 5 Tage vor Stichtag, haben wir zurückgestellt, was wir uns wirklich nicht leicht gemacht haben, v.a. ich war sehr skeptisch, ob der Entscheid richtig ist, aber es war für ihn rückwirkend betrachtet das einzig Richtige und ich bin froh, hat sich mein Mann durchgesetzt. Nun ist die Kleinste Anfangs Mai geboren und wäre zwar "schon" 4 Jahre und 3 Monate, wenn sie nach dem Stichtag gehen würde, fällt aber auch unter dieses "nach dem alten Stichtag würde sie noch nicht gehen", der wäre nämlich Ende April gewesen. Ich lasse es mir völlig frei, es geht ja noch fast 1,5 Jahre bis wir entscheiden müssen und da sie, im Gegensatz zu meinen Grossen damals, keine KITA besucht, erst jetzt mit der Spielgruppe startet und ich darum noch kein Gefühl dafür habe, wie sie es in einer Gruppe macht, habe ich auch keine Vorstellungen. Ich weiss aber bereits jetzt, dass ich viel entspannter bin als beim Mittleren und mit beiden Lösungen gut leben kann. Und trotzdem hätte ich wohl keines der Kinder im Kindergarten in die Tagesschule gegeben, auch wenn sie einen sehr guten Ruf geniesst. Auch bei mir liegt es sicher nicht am Loslassen, aber ich hätte mir nicht nach der "Kindergruppe" im Kiga noch eine weitere am Nachmittag vorstellen können.
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Re: Regeln im Kindergarten

Beitrag von Schwups » Mo 18. Dez 2017, 16:46

Danci
Bei uns im Kanton Zürich kann man, wenn man in Deutsch und Mathi im zweiten 5. Klassezeugnis einen 5er hat, in den von der Schule angebotenen Gymivorbereitungskurs, der nach den Sommerferien in der 6. Klasse startet, gehen. Angenommen der Sohn wäre mit 4 in den Kindsgi gekommen, dann müsste er sozusagen in den nächsten 3 Monaten im Alter von 10 1/2 Jahren entscheiden, will ich ins Langzeitgymi und dementsprechend lernen, dass ich auf den 5er und mehr komme, damit ich an diesen Gymivorbereitungskurs von der Schule gehen kann (ich bin nicht bereit, irgendwelche privaten Kurse zu bezahlen und den Taxis zu spielen). Man kann auch noch nach der 2. Sek oder 3. Sek an die Gymiprüfung gehen, aber dann zählen keine Vornoten mehr. Ehrlich gesagt, finde ich es nach der 3. Sek schwierig. Entweder sucht der Jugendliche eine Lehrstelle, die er dann absagt, wenn er die Prüfung besteht (nicht sehr fair dem Lehrbetrieb gegenüber) oder er macht auf Risiko, besteht die Prüfung im März nicht, findet keine Lehrstelle mehr und steht dann vor einem "ungewollten" Zwischenjahr.

Die Kinder stehen in der 3. Sek unter einem Druck, eine Lehrstelle zu finden. Ich glaube nicht, dass es im voraus geplant umsetzbar ist, ein Auslandjahr oder ein Praktikum oder so etwas zu machen, und eine Pause zwischen der Schule und der Lehre einzulegen. Das machen doch ungewollt diese, die keine Lehrstelle finden. Ob ein Lehrbetrieb einem bereits z.B. vor dem Antritt des Auslandjahres, d.h. mehr als ein Jahr voraus, ein Lehrvertrag zur Unterschrift vorlegt, glaube ich eher nicht. Eine Lehrstelle vom Ausland her zu suchen, stelle ich mir sehr schwierig vor. Dazumal bei mir vor 25 Jahre durften die Lehrverträge erst im November vor Lehrbeginn im August unterschrieben werden. Inzwischen hat sich auch das nach vorne verschoben.
Zuletzt geändert von Schwups am Mo 18. Dez 2017, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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