Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Melinde Flink
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Melinde Flink » Di 14. Mai 2019, 09:17

@Miss-Mommy

Je nach Medikament gibts verschiedene Wirkungsdauer.

Es handelt sich um den gleichen Wirkstoff, der je nach Tablette/Kapsel länger, oder kürzer wirkt.

Normalerweise beginnt man mit den kurzwirkenden Medis um die Dosis festzulegen, und steigt dann bei guter Verträglichkeit auf die Retard Medikamentation um.
Ich habe desshalb angenommen, dein Sohn erhält die „Kleine“ Version.

Kannst du die exakte Medikamentenbeschreibung geben ? (Auch per PN) die langzeitmedis sind auf 6-8h ausgelegt, sie enthalten mehr Wirkstoff der aber auf längere Zeit abgegeben wird. Concerta 56mg auf 6-8h enspricht Ritalin 10mg auf 2h Wirkung.

Mamarena
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Mamarena » Di 14. Mai 2019, 14:09

Gibt es auch betroffene Mütter hier?

desperado
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von desperado » Di 14. Mai 2019, 15:56

Ich muss hier mal mein Herz ausschütten. Ich habe einen Sohn mit ADHS, diagnostiziert seit 3 Jahren. Mangels guten Psychologen/innen haben wir praktisch keine Therapie gemacht in dieser Zeit, ausser ein- bis zwei Jahren Ergo, was m.M. nach keinen ersichtlichen Therapieerfolg gehabt hat. Er hatte bis jetzt gute Noten (eigentlich immer um +/- 5 und wir wussten, dass er, im Vergleich zu anderen Kindern die wir so kennen im Umfeld mit ADHS, nicht stark betroffen ist. Aber was heisst das schon....

Seit der 5. Klasse ist nun irgendwie der Wurm drin. Er klagt öfter über "Schule ist blöd" (geht noch weniger gern zur Schule...), "ich bin zu dumm" (er hat mindestens 2-3 Hochbegabte in der Klasse :shock: ) "ich mag nicht lernen", (obwohl er bis anhin immer gut mitgemacht hatte, wenn wir zusammen "gelernt" haben für Tests). Er hat nun auch das erste Mal eine ungenügende Note und ein bis zweimal 4-er im Math, obwohl er dafür gelernt hatte und das gibt ihm zu denken, dass er im Math Dinge nicht begreift!

Unvorbereitete Tests im Franz machen ihm auch zu schaffen. Ich habe nun Angst, dass er im Deutsch auch noch absakt, denn obwohl kein guter Leser (er hasst es), hatte er im Leseverständnis sehr gute Resultate erzielt.

Die LPs dieser Klasse wissen nichts von seiner Diagnose. Er ist nun Ende 5. Klasse und ich weiss nicht, ob und wie ich handeln soll. Ich mache mir Gedanken. Er hatte bis Ende 4. Klasse eine Stunde IF. Diese wurde gestrichen aus folgenden Gründen:
1. auf Anraten der LPs (o-Ton: Noten sind gut)
2. dauernd wechsende IF Lehrerinnen, Notstand, Zeitmangel
3. weil wir es neu beantragen und begründen hätten müssen (was ja schwierig war zur Zeit damals)
4. weil ich wohl mal schauen wollte, wie es ohne läuft
5. und last but not least: er hasst IF. Es ist ihm peinlich, er möchte nicht mit den "Schlechten" zusammenarbeiten

Jetzt denke ich, dass es vielleicht im Hinblick auf die 5./6. Klasse eine Schnapsidee war, andererseits: Was kann eine Stunde pro Woche grosses bewirken (IF war nie alleine mit unserem Kind beschäftigt, also noch weniger als eine Stunde...)

Habe manchmal das Gefühl, alles falsch zu machen: Macht er Blödsinn, von dem wir schon 100 x sagten, er solle es lassen (Dinge zerstören, nicht hören... er macht 100 x den selben Fehler...) so möchte ich ihn bestrafen, weil ich keinen anderen Ausweg mehr sehe IRGENDWIE MUSS DOCH DAS KIND LERNEN!!! Dabei sagt er dann: ER HABE ES VERGESSEN (z.B. dass er das oder das nicht darf, soll, etc. NACH 100 ERMAHNUNGEN ALL DIE JAHRE! Dann sagen wir, dann war halt die Strafe nicht schlimm genug, im Wissen, dass bei ADHS Kindern Strafen nichts nützen, ABER WIR TUN ES TROTZDEM (von Zeit zu Zeit) WIE LERNT EIN KIND MIT ADHS REGELN!!!????

Noch etwas zu den Medis: Medikamente wollen wir nicht wirklich, da er sehr dünn und zart und eher klein ist und auch ohne Medis schon Schlafprobleme hat.... Wenn Medis, dann, nach meiner Recherche nur : z.B. Strattera, Wellbutrin, Intuniv.

Aber so weit sind wir noch nicht, wir haben doch noch nicht alles ausgeschöpft, aber uns rennt die Zeit weg... (Sekübertritt!!!)

Miss_Mommy
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 15. Mai 2019, 09:12

@Melinde flink
Du meinst den Beipackzettel?
Junior meinte gestern, dass er sich besser konzentrieren könnte, aber das es gegen Nachmittag nachlässt. Ich habe ihm im Vorfeld nichts über die Nebenwirkungen, Wirkungen etc. erzählt. Anscheinend spürt er doch niedriger Dosis eine Veränderung. Es freut mich, dass er es gut aufnimmt.

@Desperado
Deine Leidensgeschichte kommt mir bekannt vor. Mein Sohn war bis zur 5. Klasse auch ein guter Schüler und das ohne viel Aufwand. Er hatte schon zwar immer etwas Mühe sich länger auf etwas zu konzentrieren, vor allem wenn es ihn nicht interessiert hat, aber seine Noten waren wirklich gut. Ab der 5. Klasse änderte sich alles schlagartig. Seine nicht vorhanden Lernstrategien und der erhöhte Druck (in Hinblick auf die Oberstufe) liessen seine Noten locker um 1-1.5 Noten sinken. Er war plötzlich nur noch knapp dabei, störte vermehrt den Unterricht etc. Auch ein Klassenwechsel auf die 6. Klasse (anderer Lehrer) hat nur wenig Besserung gebracht. Ich habe bereits da Junior zum Kinderpsychiater geschickt. Zum Teil auch, damit ich dem Druck, der die Schule auf uns ausgeübt hat, entgegenwirken konnte. Aber, die Therapie war nett, hat aber so gar nichts gebracht. Und so ist die Spirale gelaufen. Er hat es knapp in die Sek geschafft und da war ich bereits ab der zweiten Woche intensiv mit dem Lehrer im Gespräch. Sein Verhalten, seine Arbeitsleistung, Motivation etc. liess sehr zu wünschen übrige. Naja...es lief dann weiter mit Schulpflege, Time-out, usw.
Im nachhinein hätte ich bereits in der 5. Klasse schauen müssen, dass er die Hilfe bekommt, die er braucht. Der Druck der Schule erhöht sich extrem. Mein Sohn hat die Ressourcen für die Sek. Aber durch die letzten Jahre und den Stempel (schwieriger Schüler) kann er nichts von seinem Potenzial zeigen. So wie es aussieht, wird er jetzt in die Real fallen. Dabei zeigt er jetzt wirklich Fortschritte. Mit dem Wechsel vom Kinderpsychiater und der doch engen Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeiter zeigen sich neue Seiten von ihm. Nicht zuletzt, und das obwohl ich immer gegen Ritalin war, liegt es wohl auch am Medikament.

Ich glaube wichtig ist, dass dein Sohn Lernstrategien kennt und diese auch anwenden kann, dass an seinen Ressourcen angeknüpft wird und diese gefördert werden (leider ist die Schule extrem Defizitorientiert). Meinem Sohn ist die Schule komplett verleidet. Ihm fehlen die Erfolgserlebnis und der ständige Druck zeigt sich in seinem Verhalten. Hinzu kommt jetzt die Pubertät, die alles noch viel schwieriger macht. Wenn er arbeiten darf, dann brilliert er und erhält viel Lob. Daher, dein Sohn braucht Bestätigung, Erfolgserlebnisse und was ich auch lernen musste, es ist kein Weltuntergang, wenn die Noten nicht gut sind. Wir leben in der Schweiz, wo durch Weiterbildungen etc. so ziemlich jedes Ziel erreicht werden kann. Die Kinder sind in diesem Alter so im Umbruch, es ist eigentlich eine Zumutung was von ihnen erwartet wird.

Was wäre die Alternative zu IF? Diese Möglichkeit gab es leider bei uns nicht. Hätte ich aber gerne in Anspruch genommen. Ich finde es noch gut die Hausaufgaben und allenfalls auch das Lernen auszulagern. Sprich, Hausaufgabenhilfe zu besuchen etc. oder in den schwierigen Fächer einen Nachhilfelehrer zu nehmen. Für unsere Beziehung ist es besser, wenn ich nicht mit Junior lerne etc.

Was das Bestrafen betrifft: Ich ertappe mich auch immer wieder dabei. Mir hilft es zu sagen, dass er schlussendlich mit den Konsequenzen leben muss. Klare Regeln schreibe ich auf und hänge das Blatt auf. Aber ja, es ist frustrierend.

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Majoties
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Majoties » Mi 15. Mai 2019, 12:13

Ja ich bin Betroffene Mutter . Mit 4 Kids 2 mal ADHS und Asperger 1 wahrscheinlich nur ASS und - mal ADS
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Melinde Flink
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Melinde Flink » Mi 15. Mai 2019, 12:37

@Miss-Mommy:
Ich kenne Medikinet nicht als Medikament, nur den Wirkstoff.

Schön merkt dein Kind etwas. Du kannst das Medi auch mal Zuhause geben, dann siehst du ob er sich irgendwie verändert. Am besten in bekannten Situationen die sonst etwas kritisch sind. Monotone Arbeiten die viel Konzentration benötigen z.B. Hausaufgaben, oder etwas bei dem oppositionelles Verhalten hervorgerufen hat, lange Einkaufstouren oder so.

Ich mag deine Einstellung zu Schulnoten.

@Motivation & Schulfrust
Ein Hobby oder eine nebenschulische Beschäftigung die den Kindern Spass macht und in dem sie gut sind, boosten das Selbstbewusstsein und geben Kraft im Alltag. Das kann etwas künstlerisches, sportliches, musikalisches oder irgendwas sein. Auch Programmieren, oder Comicclubs, Modellflugzeuge, Miniatureisenbahnen ect. gehören dazu.
Das holt die Kinder aus der Negativspirale raus, zumindest gibt es ihnen eine Insel.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 15. Mai 2019, 12:52

@Melinde Flink

Ach so...Ich kucks mal an und schreib es dir dann.

Ich finde auch zu Hause ist er total motiviert. Er macht seine Aufgaben etc. ohne Murren. Ich weiss nicht, ob das eine Art Placebo-Effekt ist. Bis er nach Hause kommt, ist die Wirkung von Medikinet ja schon vorüber. Aber es freut mich einfach, dass er selber motivierter ist.

Macht man eigentlich im Urlaub etc. Pause vom Medikament?

Das war nicht immer so. Aber ich musste auch lernen, dass Noten nicht alles sind. Ich war eine sehr gute Schülerin. Mir war das Thema egal, ich konnte immer abliefern. Was der Lehrer verlangte, konnte ich geben. Kinder wollen Lernen. Sie sind neugierig und möchten die Welt verstehen. Wenn ich mir aber die Regelschule anschaue, kann ich verstehen warum es den Kindern die Freude am Lernen vermiesst. Es geht nicht ums Lernen um Wissen zu generieren, sondern einfach abzuliefern was verlangt wird. Völlig am heutigen Geschehen vorbei. Ich vertraue darauf, dass sobald mein Sohn den Bereich findet, wo er stark und erfolgreich sein kann, er seine Ziele erreicht. Er braucht vielleicht länger, aber er hat ja auch ein ganzes Leben Zeit....

@Majoties
Ich glaube sie meint Mütter mit ADHS etc.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Melinde Flink » Mi 15. Mai 2019, 13:00

@Miss-Mommy

Das wird er, ich bin überzeugt!

@Alle;
Mit 25 fragt Niemand mehr wann welche Schulstufe abgeschlossen wurde, oder welche Noten in der 6ten geschrieben wurde... behaltet dies im Hinterkopf wenn mal wieder eine 3 nach Hause kommt.

Yoghurt
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Yoghurt » Do 16. Mai 2019, 06:35

Heute abend kommt auf 3sat eine Sendung über ADHS: http://www.3sat.de/page/?source=/wissenschaftsdoku/sendungen/196235/index.html

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Miss_Mommy » Do 16. Mai 2019, 08:19

Danke für die Info!

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von stella » Fr 17. Mai 2019, 09:36

desperado
Ich habe gute Erfahrung gemacht, wenn ich mir Hilfe geholt habe. Und zwar auf allen Ebenen:

Schule mit ins Boot holen und dort um ein Gespräch verlangen, in dem du ihnen die Diagnose mitteilst (wenn möglich mit Bericht von einer Fachstelle) und darum bittest, dass sich die LP Gedanken machen sollen, wie sie mit den spezifischen Themen deines Kindes, welche durch das ADHS verursacht werden, umgehen wollen. IF ansprechen und darauf drängen, dass er dahin gehen kann.

Nachhilfeunterricht, respektive Lerncoaching, Lerntherapie aufgleisen. Wichtig ist hier, dass ihr eine qualifizierte Person findet, mit der die Chemie stimmt. Zahlen müsst ihr das selber. Ist es ein Lerncoaching oder eine -therapie, dann kostet das pro Stunde ca. 80 Franken. Lohnt sich in meinen Augen aber. Bei meinem Kind hat das am meisten gebracht.

Therapie für dein Kind organisieren, auch wenn es an Therapeuten mangelt. (Ich habe hier zwei Jahre gewartet, bis mein Kind genommen wurde..) Allenfalls kannst du das auch über die Erziehungsberatung deines Kantons machen.

Coaching für dich organisieren. Du kannst dort regelmässig hin und mit einer Fachperson deine aktuellen Probleme durchleuchten und nach Lösungen suchen.

Der Druck in der Schule wird nur noch grösser, Wunder werden keine passieren. Die meisten Kinder müssen irgendwann mal einhängen und lernen. Bei den ADHS Kindern ist an diesem Punkt die grösste Gefahr, dass sie die Kurve nicht kriegen und sie in einen Teufelskreis geraten. Sie reagieren einfach sensitiver auf solche Veränderungen und beziehen solche Sachen oft auf ihre eigene Unfähigkeit, auch wenn es normal ist.

Und noch wegen dem 100 mal sagen... Auch das ist normal. (Fast bei allen Kindern, bei den ADHS Kindern noch e Bitz extremer...) Meist ist ja so, dass sie in der persönlichen Entwicklung zwei, drei Jahre hinten nach hinken. Wenn man sich dann mal überlegt, dass sie ihr Leben als 5. Klässler meistern müssen mit den Anlagen von einem 3. Klässler, dann ist verständlich, dass jedes Ventil genutzt wird. Dies ist natürlich keine Legitimation, immer Blödsinn zu machen, aber eine Erklärung. Hier hilft eben dann dein Coaching.
Was ist dir besonders wichtig? Was kannst du sein lassen? In welchen Situationen treten massive Regelübertretungen auf (bei uns immer abends, bei Hunger...)? Wie können diese Situationen entschärft werden? Was kannst du dazu beitragen, was dein Kind, was der Rest der Familie?
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Joysa » So 26. Mai 2019, 17:08

Hallo Zusammen

Ich komme neu dazu und habe ehrlich gesagt nicht alles gelesen.

Bei meinem Sohn (7 Jahre) wurde vor kurzem ADHS diagnostiziert, nachdem er in der Schule auffällig wurde. Er hat keine Medikamente, da es eine leichte Form von ADHS ist. Es ist im Moment sehr schwierig mit ihm, vor allem in der Schule, aber auch zu Hause.
Ich weiss noch nicht viel über ADHS, bin mich erst am Informiere. Bin aber froh, dass gewisse Verhalten (100x etwas sagen, Blödsinn machen usw.) andere ADHS betroffene Kinder auch zeigen.

Hat jemand Erfahrung mit Therapien (Ergo- und Psychotherapie machen wir bereits)? Evtl. auch im nicht schulmedizinischen Bereich? (Sorry die Frage, falls das hier schon Thema war.)

Lese gerne auch mit.

LG Joysa

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von stella » So 26. Mai 2019, 17:25

Joysa
Ich habe mal auf elpos einen Artikel über alternative Therapien und ADHS gelesen... Fazit: Kosten viel Geld und bringen wenig bis nix. Hätte ich das am Anfang gewusst und geglaubt, dann hätte ich viel Leid und Geld und Zeit sparen können.

Aber letztendlich ist es wohl eine Glaubenssache.
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von praline84 » Di 4. Jun 2019, 21:13

hallo ihr :)
darf ich kurz fragen, an welchem punkt ihr (eltern, therapeuten, ärzte) euch für medikamente bei euren kindern entschieden habt und was die gründe dafür waren? wird bei uns nun doch langsam thema und ich bin soooo unschlüssig... seh den nutzten darin noch nicht wirklich bzw. hab ich einen riesen respekt davor.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Hibiskus » Di 4. Jun 2019, 23:47

Für mich ist immer der Leidensdruck des KINDES entscheidend. Hat "nur" die Schule den Leidensdruck, ist das für mich noch kein Grund für Medis!
Bei uns war es so, dass die Situation in der Schule immer schlimmer wurde (dreinreden, nicht stillsitzen können, andere stupsen/stören, zunehmende Konflikte) und Junior auch im Privaten immer mehr ausgeschlossen wurde. Zudem wurde die kritischen Situationen, wie warten können, wenn ich unerwartet mit jemandem spreche oder sonstige langweilige Dinge immer schwieriger. Als Junior darunter zu leiden begann, war für mich ziemlich schnell klar, dass es ohne Medis nicht mehr geht.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Miss_Mommy » Mi 5. Jun 2019, 08:59

@Praline84
Ich schliesse mich da Hibiskus an. Wir haben viel zu lange gewartet. Ich war immer gegen Ritalin und habe die Möglichkeit erst gar nicht in Betracht gezogen. Ich muss allerdings auch sagen, dass es mir auch nie nahe gelegt wurde. Mein Sohn hatte es in den letzten zwei Jahren sehr schwer. Daraus sind jetzt massive Konsequenzen entstanden. Ich wünschte wirklich wir hätten früher mit Ritalin angefangen. Vielleicht wäre dann alles besser gelaufen.
Mein Sohn sagt selber, dass es ihm damit besser geht. Die Schule ist nicht mehr nur Horror, sondern er fühlt sich wohl und ist motiviert. Gott sei Dank hat er auch keine Nebenwirkungen. Er isst wie ein Loch (Teeny halt) und schläft gut. Für uns ist es die beste Lösung und wir hätten schon viel früher damit anfangen sollen.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Melinde Flink » Mi 5. Jun 2019, 09:29

@Medis: Es ist wie mit allen Medis, wenn ein Kind wirklich unter Schmerzen leidet, dann gebt ihr ihm auch Schnerzmittel. Wenn jemand unter Depressionen leidet, dann empfehlt ihr auch Medis damit es besser geht.

Aber: bei Depressionen brauchts auch eine Therapie um das Verhalten anzupassen, und bei einem Beinbruch brauchts auch einen Gips und Physio.

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Jazz » Sa 8. Jun 2019, 20:49

Darf ich mich bei euch auch anschliessen?
Sohn wird im Winter 7Jahre alt und hat Anzeichen für Adhs. Im KIGA läuft es gut und er freut sich auch auf die Schule. Mühe hat er mit der Konzentration (je nach Situation, mal mehr, mal weniger) und mit der Ablenkung.
Was mir aber Sorgen bereitet ist die Situation zu Hause: momentan reagiert er mit Agression, wenn er etwas nicht bekommt, was er uuuunbedingt möchte :roll: . Freitag war es TV schauen morgens um 7Uhr! Für mich klar, das gibt es nicht, ergo, agressives Verhalten von ihm. Zum "Glück" richtet sich seine Wut noch auf die Möbel, aber wie lange noch?
Auch gerade vorhin, beim zu Bett gehen, wollte unbedingt noch Büechli anschauen, GG sagte nein, ausflippen hoch 10!
Wie reagiert ihr da? Was machen wir falsch?
Merci

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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von stella » Sa 8. Jun 2019, 21:28

Jazz
Ihr macht nix falsch. Kids mit ADHS können oft einfach nicht umschalten. Sie sind wie auf einer Schiene.
Meine Grosse tickt zwar nicht mehr körperlich aus (das hat sie auch lange Zeit gemacht), aber sie hat immer wieder Phasen, in denen sie verbal austickt. Das wandelt sich mit der Zeit.
Ich habe in dem Alter einfach jeweils geschaut, dass sie sich nicht verletzt und nichts kaputt macht. Und dann heisst es abwarten, bis der Sturm vorbei ist. In der Hochblüte hat das jeweils bis zu zwei Stunden gedauert.
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Re: Rund um ADHS, ADS und POS - Teil 6.

Beitrag von Jazz » Sa 8. Jun 2019, 21:54

Danke Stella. Also am besten gar nicht reagieren? Sondern, so wie heute Abend, mit dem Programm (zu Bett gehen) "weitermachen"? Sein Verhalten ignorieren? Ohne Komentar?

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