Verhandeln bis zum Umfallen

Allgemeine Themen ab dem 2. Lebensjahr

Moderator: conny85

5erpack
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von 5erpack »

ich Würde bei den „ ich muss noch dies und ich muss noch das.. einen Riegel schieben.
Aber ohne Diskussion!
Einfach Kind an die Hand nehmen( ja unter den Arm klemmen geht auch), wortlos wieder ins Bett, ein Kuss und raus gehen.
Oder einfach wortlos den pijama anziehen. Das Buch einfach weiterlesen, auch wenn gestürm kommt etc.
Wo kein zweiter Diskussionspartndr, da auch keine Diskussion.
Verstehst du was ich meine?
Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das zweite ist schwieriger ( Mark Twain)

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Lotus
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Lotus »

ChrisBern hat geschrieben: Mo 19. Okt 2020, 20:50 Ich hatte mal was zu dem selbstregulierten schlafen gelesen: das kann man halt nicht einfach mal machen, sondern man muss sich konsequent dafür entscheiden und es dauert, bis das funktioniert und das muss man aushalten. Im "geliebtesten Wunschkind" ist das gut beschrieben, ich habe mich nur gefragt, ob es da eine Altersgrenze gibt. Drum habe ich gefragt.

Aber das Buch sollte ich glaub wieder mal vornehmen. ;-)

Hatten übrigens einen super Abend, aber dann kam ein mega Unfall (ich sag nur Schlittschuhe und nackte füsse), dann nach Tränen trocknen auf allen Seiten langsam Ruhe, dann noch ein K...-unfall im Bad...und jetzt brauche ich einen Rotwein...prost!
1. Ja genau, bei uns ist es durch wenigschlafende Eulen entstanden und war fast immer so... (Niemand hier schläft vor 22 Uhr, auch nicht an Schultagen...noch nie regelmässig, nur vielleicht 1-2x pro Monat legt sich ein Kind mal früher hin. Naja, ICH liege dann schon 1h im Bett. Aber die Kids springen dann nicht im Haus rum, sie spielen, lesen, malen...sonst würde ich flippen :oops: Ruhe muss schon sein am Abend!)

2. Motiviert in den Abend starten und dann sowas! Typisch... Prost!
Zuletzt geändert von Lotus am Mo 19. Okt 2020, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Papa68
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Papa68 »

Mit drei selber bestimmen finde ich zu früh. Meine Kinder wären überfordert gewesen.
Bei meiner Jüngsten (Kiga) gibt es auch gerne Diskussionen. Ich möchte noch ein Bild malen, ein Buch lesen... Ich lasse sie jeweils gewähren, wenn es am Ende klappt, d. h. wenn zur richtigen Zeit alles erledigt ist. Zeitlich braucht sie natürlich noch Orientierungshilfe. Wenn es wegen der zusätzlichen Aktivität 10min länger dauert, das Kind aber alles gut erledigt, dann ist das in Ordnung. Wenn es klappt, dann bin ich bereit, ihr am nächsten Tag auch wieder ein Supplement zu gewähren. Wenn nicht, läuft es strikt nach meinem Plan. Da muss ich dann konsequent sein, sonst ist die Übung für die Katz.
Ob dies bei einem dreijährigen klappt, kann ich nicht beurteilen. Kinder sind so verschieden.
In ganz schwierigen Phasen haben wir Pyjama anziehen vor das Abendessen verlegt. Ein Stresspunkt weniger vor dem Zubettgehen.
Schlafanzug anziehen geht bei uns übrigens ganz gut, wenn Mäusemädchen aufs Klo geht. Dann ist die Hose schon bei den Füssen, ich streife sie einfach ab und lege die Schlafanzughose bereit. Die zieht sie dann ganz automatisch an.
Wenn nichts klappt, es ist "nur eine Phaaaaase"... :?
Selbstbestimmt ins Bett gehen fangen wir erst jetzt bei unserer 11-jährigen an. Und das auch nur, wenn sie morgens gut aus dem Bett kommt. Dies ist der Beweis, dass sie es im Griff hat. Aber es gibt bestimmt Kinder, die das schon früher können.
SCHWEIGEN IST GOLD.
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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

5erpack hat geschrieben: Mo 19. Okt 2020, 20:57 ich Würde bei den „ ich muss noch dies und ich muss noch das.. einen Riegel schieben.
Aber ohne Diskussion!
Einfach Kind an die Hand nehmen( ja unter den Arm klemmen geht auch), wortlos wieder ins Bett, ein Kuss und raus gehen.
Oder einfach wortlos den pijama anziehen. Das Buch einfach weiterlesen, auch wenn gestürm kommt etc.
Wo kein zweiter Diskussionspartndr, da auch keine Diskussion.
Verstehst du was ich meine?
Aber wie geht "Riegel schieben"? Ich diskutiere nicht, ich sage "nein, gibt es nicht " und die Boje geht an. Mindestens halbe stunde, mit Brüllen, auf Boden etc. Ich gehe dann raus und komme immer mal gucken. Kann aber die Uhr stellen mit der halben Stunde. Habe das Kind auch schon ins Bett geschleppt (an die Hand, hahaha). Was ich mich frage: lernt das Kind da was? Also muss man das xy mal durchziehen und dann wird es besser? Ich habe per se glaube nicht das Problem mit dem "nein", sondern damit, dass ich nicht sicher bin, ob das was bringt. Wenn mir jemand also ein empirisches Ergebnis bringt, dass das Kind was lernt, dann bitte! Ich glaube, in mir ist ein Restzweifel, dass das einen Sinn hat.

Versteht mich nicht falsch: Wenn mein Sohn kommt und logo Übungen um neun machen will, sage ich klar nein, das gurkt mich an! Wenn mein Sohn aber nach dem Sandmännchen noch zehnmal hopsen will, ganz ehrlich, ist mir eigentlich egal, wenn es nicht schon so spät wäre und wenn ich nicht vorher schon Zähne putzen und schlafanzug "kämpfen" hätte müssen. Bei mir ist es die schlichte Masse an Kleinscheiss, die mich mürbe macht.

Edit: mir ist sehr geblieben aus der Literatur, dass ein Kind in einem solchen "durchgeknallten" Modus in einem gewissen Alter noch nichts lernt. Aber wo ist die Grenze? Wo muss ich mich durchsetzen? Und wo ist es egal und ich kann auch mal nachgeben? Wie händelt ihr das?
Zuletzt geändert von ChrisBern am Mo 19. Okt 2020, 21:24, insgesamt 1-mal geändert.

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stella
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von stella »

Selbstbestimmt ins Bett
Hat bei meinen Kindern von ganz klein funktioniert. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Einführung der Selbstbestimmung im Autonomiealter nicht funzt.
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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

stella hat geschrieben: Mo 19. Okt 2020, 21:23 Selbstbestimmt ins Bett
Hat bei meinen Kindern von ganz klein funktioniert. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Einführung der Selbstbestimmung im Autonomiealter nicht funzt.
Kannst du mir sagen, wie und wann ihr das gemacht habt? Ich stehe da echt wie die Kuh am Berg.

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Lotus
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Lotus »

stella hat geschrieben: Mo 19. Okt 2020, 21:23 Selbstbestimmt ins Bett
Hat bei meinen Kindern von ganz klein funktioniert. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Einführung der Selbstbestimmung im Autonomiealter nicht funzt.
Das stimmt! Und man hat immer wieder mal Phasen, wo s nicht gut klappt, wie auch bei Regelungen!
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mariposa_2
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von mariposa_2 »

Hallo Chrisbern
Ich schreibe hier auch noch meine Sicht auf:
Für mich liest es sich so, als ob dein Sohn gerade viel Nähe braucht. Und dieses Hinauszögern scheint seine Strategie zu sein, sich sein Bedürfnis nach Nähe zu erfüllen. Wir leben nach dem Motto "unerfüllte Bedürfnisse verschwinden dann, wenn sie erfüllt werden".
Deshalb würde ich an deiner Stelle genug Zeit einplanen für "Zweisamkeit" mit deinem Sohn.
Damit du die Energie dafür aufbringst, wäre es gut wenn du dich mit deinem Mann abwechselst. Das ist mMn der einzige Punkt, in dem du "hart bleiben" solltest (zu deinem Schutz).

Zähne putzen kannst du auch untertags, wenn er nicht müde ist und Pyji (oder zumindest frische Windel) kann man auch anziehen wenn das Kind schläft.

Wir haben kein festes Ritual bzw. sind flexibel und schauen was unser Sohn (auch 3 geworden im Sommer) gerade braucht. Wenn ich die Energie habe dann kann ich auch 5 Bücher lesen. Wieso auch nicht?
Wenn ich aber müde bin und absolut nicht mehr mag dann sage ich ihm das auch genau so. Ich finde nicht dass es immer genau ZWEI Bücher sein müssen (um jetzt mal einfach ein Beispiel zu machen) aus Angst, dass das Kind sich sonst evt. an mehr gewöhnt oder was auch immer.
Mir ist wichtig dass mein Sohn mich spürt und auch meine ganz persönliche Grenze. Diese muss nicht immer genau gleich sein. An Tag x habe ich viel Geduld und Zeit, an Tag Y mag ich nicht mehr weil ich z.B. Kopfschmerzen habe. Dann kommuniziere ich das so. Je klarer ich im Inneren bin, desto besser kann er es akzeptieren dass jetzt Schluss ist.

@selbstbestimmtes zu Bett gehen: Wir haben uns gegen selbstbestimmtes zu Bett gehen entschieden (zumindest im Moment). Mir ist wichtig am Abend noch ein Stündchen für mich zu haben. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass er morgens früh wach ist.

Achja und früh genug essen finde ich auch wichtig. Mein Mann hat auch die Angewohnheit erst um 18.30 zu kochen und dann wird es schnell mal 19.30 bis wircessen und das erschwert dann das zu Bett gehen enorm. Unser Sohn ist dann übermüdet und dann ist ihm alles zuviel.
Chline Buddha 2017

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stella
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von stella »

Ich musste kurz darüber nachdenken...
Und in der Tat habe ich das beim ersten Kind nicht so gemacht, hatte aber bei der Kitagewöhnung der Kleinen, da war die grosse gute drei Jahre alt, den Aha-Effekt. Da kam nämlich ein zwei Jähriges Mädchen und signalisierte der Betreuerin, dass sie nun schlafen gehen will. Daraus ergab sich mit der Betreuerin ein kurzes Gespräch zu diesem Thema.

Unsere Grosse braucht extrem wenig Schlaf und zu Bett gehen war ein einziger Kampf und sehr schwierig. Und da war ja noch das 10monatige Baby. Also haben mein Mann und ich damals beschlossen, dass wir den Girls den Zeitpunkt zum Einschlafen überlassen.
Bei der Grossen haben wir einfach nix mehr gesagt von wegen "Pischitime" oder so. Die ersten Tage waren echt hart, sie blieb viel länger auf und war auch sürmelig durch den Tag. Beim Baby haben wir einfach auf die Müdigkeitszeichen geachtet und so oder so noch einschlafbegleitet.
Es dauerte seine Zeit, bis die Grosse dann von sich aus gesagt hat, dass sie ins Bett möchte. Und auch sie bat uns, noch ein wenig am Bett sitzen zu bleiben. Meist nur so 5 Minuten.
Mit der Zeit entspannte sich die Situation. Und ja, wir haben auch oft beratend gehandelt - so à la "spür einmal, wie müde du bist".
Bei der Grossen hat sich dann in dem Alter der Schlaf so eingependelt, dass sie von 23 Uhr bis ca. 6/6:30 schlief. Dafür regelmässig. Sie braucht übrigens noch heute sehr wenig Schalf. So um die sechs, sieben Stunden maximal. Sie kann aber auch über längere Zeit mit nur 5 Stunden leben.
Die Jüngere ging zeitlebens immer dann zu Bett, wenn sie müde war, mit einem kurzen Ritual. Da hatten wir fast nie Probleme oder Themen. Sie braucht auch mehr Schlaf als die Grosse.

Mein Mann braucht zum Glück ganz wenig Schlaf, so dass er diese schwierige Zeit gemeistert hat.

Rituale, Verhandel und der Umgang damit
Bei uns war es auch so, dass die Grosse immer von mir zu Bett gebracht werden wollte. Mein Mann und ich haben uns aber kategorisch abgewechselt.

Und ja, es gab auch immer wieder Phasen mit "Sonderwünschen"... Die haben auch wieder aufgehört.
Manchmal half es, ihnen Minientscheidungen zu überlassen: Zuerst Pischi anziehen oder Zähne putzen. Dann diskutiert man nicht mehr, ob sondern wie die Kids ins Bett gehen. Meine Grosse erwische ich heute noch so und sie fällt jedes Mal darauf ein und ärgert sich...

Grenzen setzen
Ich denke, du machst das ziemlich gut. Und manchmal läuft es besser, manchmal ist der Wurm drin. War bei uns der Wurm drin, dann haben wir das Kind auch mal 15 Minuten in Ruhe gelassen und noch einmal probiert. Meistens ging es dann.

Und ja.. Mir hat die Erkenntnis über die Spiegelneuronen sehr geholfen. Das zeigt auf, warum uns unsere Kinder so gut lesen können und dann unsere leisesten Unsicherheiten ausnützen.
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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Liebe Mariposa, das war jetzt echt ein Augenöffner, mein Sohn will vermutlich wirklich ganz viel nähe, unter dem Punkt habe ich das noch nie betrachtet. Bei ihm geht gerade viel (ist neu trocken, Nuggis sollen bald weg, Logo etc) und er ist tagsüber halt im Kiga. Da er sonst so mega schön alleine spielt, nehme ich mir manchmal für ihn auch weniger Zeit (die Grosse hat das mehr eingefordert). Und er ist von der Mentalität meinem Mann wohl auch ähnlich (meine Schwimu hatte bis zur 8. Klasse die Krise mit ihm). ;-)
Aber ich nehme mir schon mal mit:
- zeitiger anfangen und bei bestimmten Sachen auch großzügig sein (Buch lesen)
- überlegen, wo Kampf sinn macht und wo nicht, dort konsequent
- Ablauf noch mal anpassen und mit Sohn anschauen, wenn er fit ist

Waren heute ja recht zeitig dran und er ist wirklich besser zu händeln, wenn er nicht müde ist.

Ja, mit dem Papa abwechseln sollten wir mal ran. Es mündet tatsächlich zu 90% darin, dass ich am Ende- nachdem ich für die Grosse gelesen habe - auch noch meinen Sohn ins Bett bringe, weil er total freidreht. Also doppelte Arbeit am Ende. Ich sollte mal einen Plan machen mit meinem Mann- aber vorher, nicht, wenn wir mittendrin sind. ;-) was habt ihr gemacht, wenn das Kind bis fast zum übergeben nach der Mama brüllt? Wird das besser, wenn man es durchzieht?

Edit: wohl auch da ein Spiegelneuronenproblem, mein Mann glaubt schon gar nicht mehr dran, den Sohn harmonisch ins Bett zu bringen, wenn ich da bin. :-(

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stella
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von stella »

chris
ich bin effektiv raus zum Spazieren...
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ChrisBern
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

stella hat geschrieben: Mo 19. Okt 2020, 23:04 chris
ich bin effektiv raus zum Spazieren...
Ah, gut zu wissen. Müsste ich wohl auch so machen.

sonrie
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von sonrie »

wir hatten auch mal eine Phase, in der alle 3 Kinder nur von mama ins Bett gebracht werden wollten. Ich/wir mussten uns da ganz stark abgrenzen und wirklich ganz bestimmt klar machen, dass das kein Wunschkonzert ist und wir uns nicht einfahc so bestellen lassen. Wir haben dann jeweils abgewechselt (1 Abend die grosse Tochter, am Abend darauf die beiden Jungs) und damit auch ja keine Ungerechtigkeit passiert, haben wir jeweils einen Kleber an die jeweilige Tür gemacht, wo ich dran war (ich konnte mir nie merken wann ich wo vorgelsen habe ;-))
Irgendwann ,mal hat sich dann auch herausgestellt, warum ich so hoch im Kurs war... ich hab immer mehr vorgelesen als mein mann ;-) Bei mir gabs imme rein ganzes Kapitel, mein Mann hat oft nur ein paar Seiten gelesen :roll:
Vielleicht könntet ihr das ganze umdrehen und dein Mann bietet dem Sohn irgendwas beim ins Bett bringen an dass es nur bei ihm gibt? Muss ja nicht vorlesen sein....
"Wenn Aufregung helfen würde, Probleme zu lösen, würde ich mich aufregen." (Angela Merkel in "Die Getriebenen")

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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Ah, das ist eine coole Idee, müssen mal schauen, was der USP meines Mannes sein könnte. Echt blöd, bis jährig haben wir abgewechselt und dann fing das Drama an. Von der Grossen kenne ich das so nicht, sie hatte Präferenzen, aber die haben immer gewechselt.

sonrie
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von sonrie »

Sag mal, wie läuft das wenn du gar nicht da bist? Brüllt er auch nach mama oder gehts dann halbwegs harmonisch mit Papa?
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

sonrie hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 08:20 Sag mal, wie läuft das wenn du gar nicht da bist? Brüllt er auch nach mama oder gehts dann halbwegs harmonisch mit Papa?
Nee, das geht. Zum Glück, sonst hätte ich echt Zweifel an meinem Mann. ;-) Aber ich muss eben wirklich ausser Haus sein. Er ist auch vier Tage in der kita, da ist das süßeste Kind der Welt...

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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von sonrie »

eh klar ;-)
Dann spinnt er aber nur rum, wenn er die Wahl hat, oder? ;-) Klingt für mich also auch stark danach, zu schauen wie weit man kommt.
Ich hatte/habe mit meinem Sohn öfter mal so Machtkämpfe, da gehts dann darum, dass er über mich bestimmen will und das uach einfordert (wir kennen das also auch, mit Schreitiraden bis zu 1h :roll: ). Mittlerweile ist er 6 und es hat sich alles SEHR gebessert seit er im Kindergarten ist. Wenn er austickt diskutiere ich überhaupt nicht mehr mit ihm (er hört dann gar nicht was ich sage) sondern mache einfach meinen Standpunkt klar ("ich bin müde und will mich nicht anschreien lassen") das scheint er besser zu verkraften als jegliche "Du"-Botschaften. (ich kann dir aber nicht mehr sagen ob das mit 3 schon funktioniert hat, ich hab überhaupt kein Zeitgefühl dafür ab wann wer was konnte oder so :oops: )
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von ChrisBern »

Ja, und einen Teil habe ich mir schon selbst zuzuschreiben, mein Sohn hatte eine recht schwierige medizinische Geschichte und ich war die einzige, die dran geglaubt hat - daher ist eine zum Teil komische bzw enge Bindung entstanden. Das habe ich auch selbst verursacht und jetzt müssen wir da irgendwie wieder rauskommen.

Nina
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von Nina »

Hallo, ich lasse mit mir nicht verhandeln... erfahrungsgemäss wird es dann nur schlimmer. Ich bin den ganzen Tag für die Kinder da. Abends brauche ICH meine Auszeit und die Kinder ihren Schlaf!!! Denn wenn übermüdet, ist es wirklich mühsam. Ich sage ins Bett und dann ist es so. Mit all diesen Rituals, Gschichtli da, Fernseh dort, wird es dann immer mühsamer bis sie schlafen. Gschichtli erzählen geht auch mal am Nachmittag oder direkt nach dem Znacht. Ich lasse dann oftmal die Wahl nach dem Essen: möchtet ihr selber noch spielen oder eine Geschichte oder etwas TV oder mit uns noch rin Spiel machen... Wenn dann aber Schlafenszeit ist, ist sense, da bin ich nicht kompromissbereit. Natürlich gabs schon Theater aber dies ist mir dann ehrlich gesagt egal :oops: . Ich habe auch meine Bedürfnisse und möchte irgendwann mal Feierabend und wenn die Kinder dann am nächsten Tag nicht ausgeschlafen sind, ist auch ihnen nicht wohl. Meine Kinder merkten da schon früh, dass wir konsequent sind und es da kein Verhandlungsspielraum gibt. Die grosse Tochter mittlerweile darf danach im Zimmer noch lesen oder CD hören, dass ist mir egal. Bei der jüngeren setze ich ein Zeitfenster, dann wird gelöscht, klappt es nicht, gibts am nächsten Abend dieses Zeitfenster nicht mehr. Ich habe irgendwie einfach als sie klein waren gemerkt, sobald die Kinder merkten oh da lässt sich diskutieren, wurde es mühsam. Meine Kinder brauchen gewisse Konsequenz. Wenn es mir zu bunt wird und ich ihnen sage „ach mach doch was wotsch oder von mir aus kannst du die ganze Nacht wach sitzen oder eigentlich ist es mir egal ob du die Zähne putzt, sind ja dann nicht meine Löcher :wink: sowas mögen und wollten sie gar nie.

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mariposa_2
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Re: Verhandeln bis zum Umfallen

Beitrag von mariposa_2 »

Nina hat geschrieben: Mi 28. Okt 2020, 08:35 Meine Kinder brauchen gewisse Konsequenz. Wenn es mir zu bunt wird und ich ihnen sage „ach mach doch was wotsch oder von mir aus kannst du die ganze Nacht wach sitzen oder eigentlich ist es mir egal ob du die Zähne putzt, sind ja dann nicht meine Löcher :wink: sowas mögen und wollten sie gar nie.
Zwischen "Konsequenz" und dem was du hier beschreibst gibt es noch ganz viele Abstufungen. Das was du beschreibst hört sich für mich nach Vernachlässigung an. Du hast recht, das mögen und wollen Kinder nicht.
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