Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

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Maelle
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Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Maelle » Sa 13. Jan 2018, 22:52

Liebe Swissmoms
Ich bin in meinem Umfeld mit folgender Situation konfrontiert (es betrifft nicht mich persönlich):
Ein Paar, nicht verheiratet, zwei Kinder unter 6 Jahren, Kanton ZH. In der Beziehung bestehen seit Längerem Probleme, die Frau möchte sich trennen. (Was der Mann möchte ist nicht ganz klar, da er jegliche Kommunikation verweigert). Sämtliche Vermögenswerte gehören ihm (Eigenheim, Auto), er ist voll erwerbstätig, sie seit der Geburt der Kinder nicht mehr. Für die Kinder besteht ein Unterhaltsvertrag, für die Frau nicht (=Betreuungsunterhalt, welchen es seit 2017 gibt). Gemäss Auskunft, müsste der Betreuungsunterhalt neu in den Vertrag hinein genommen werden (was der Mann momentan nicht unterzeichnet), oder sie klagt Unterhalt ein. Sie möchte mit den Kindern gerne zurück in ihren Ursprungskanton, da sie am aktuellen Wohnort kaum vernetzt ist. Eine Wiederaufname der Erwerbstätigkeit, steht aufgrund des jungen Alters der Kinder nicht an allererster Stelle.

Nun - wo fängt man an? Was sind die ersten Schritte? Wie kommt sie da raus?
- wohin kann sie sich in dieser Situation wenden (eine kurze unentgeltliche Rechtsauskunft hat bereits stattgefunden, hat sie aber nicht viel weiter gebracht).
-wie sind ihre Rechte?
-wo findet sie finanzielle oder juristische Unterstützung? Ein grosses Problem sind vorallem die fehlenden (resp. nicht geklärten) finanziellen Mittel
-wie findet sie in dieser Situation eine Wohnung?
-kennt jemand konkrete Stellen, an die sie sich wenden kann?

Ich würde sie gerne unterstützen, kenne mich aber leider überhaupt nicht aus.

Ich danke euch für jegliche Anregungen!

Caipi16
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Caipi16 » So 14. Jan 2018, 09:16

Du schreibst, dass eine Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit bei ihr nicht an erster Stelle steht - genau darum wird sie aber nicht drum herum kommen, wenn sie sich trennen und ein eigenständiges Leben leben will. Oder wie ist der Plan: Finanziell vom Mann und vom Staat leben (sprich: Sozialhilfe)? Meines Erachtens: Schlechter Plan! Das Alter der Kinder ist da kein Argument. Auch mit kleinen Kindern unter 6 Jahren wird eine Erwerbstätigkeit (bis 50%) von ihr verlangt werden bzw. auch in den neuen Unterhaltsvertrag eingerechnet werden. Das ist auch kein Problem. Tausende von Müttern arbeiten in diesem Land mit noch viel kleineren Kindern.

Klar, der Betreuungsunterhalt steht ihr zu. Das wird aber kaum so viel ausmachen, dass sie mit den Kinderalimenten und dem Betreuungsunterhalt finanziell durchkommt. Und: Was sie auch bedenken muss: Wenn sie schon mehrere Jahre nicht mehr arbeitet und offenbar auch nicht plant, nächstens wieder erwerbstätig zu sein: Sie hat bereits Lücken in der Altersvorsorge (1. und 2. Säule) - jedes weitere Jahr verschlimmert diese Situation.

Von daher: Egal wie man es dreht und wendet - sie wird um das Arbeiten nicht drum herum kommen. Die wenigstens getrennten/geschiedenen Müttern können sich ein Leben ohne Job leisten. Erschwerend kommt halt noch hinzu: Wenn sie nicht verheiratet sind, hat sie kein Recht im Eigenheim zu bleiben, d.h. sie muss ausziehen, wenn er nicht freiwillig zustimmt, dass sie mit den Kindern dort bleibt.

Ich hatte bei meiner Trennung vor 12 Jahren eine sehr ähnliche Situation - aber: Ich hatte einen (kleinprozentigen) Job. So konnte ich es mir leisten auszuziehen (wenn auch nur in eine kleine, günstige Wohnung). Innerhalb der ersten 6 Monate habe ich mir dann einen höherprozentigen Job gesucht, so dass es zusammen mit den Alimenten gut gereicht hat und ich dann knapp 8 Monate später auch in eine grössere, schönere Wohnung umziehen konnte. Aber eben: Das alles stand und fiel mit meinem Job.

Von daher: Wenn sie sich trennen will ist der Preis, dass sie ihr Hausfrauendasein aufgeben muss - darum wird sie nicht herumkommen. Und darum müsste genau dieser Schritt für sie jetzt an allererster Stelle stehen. Alleinerziehend heisst: Wieder ganz viel (Mit-)Verantwortung für das eigene Leben inkl. finanziellem Einkommen übernehmen.

Cinderellamia
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Cinderellamia » So 14. Jan 2018, 09:58

Caipi16, was schreibst du denn da? Sicher ist das Alter der Kinder ein Argument!, nach wie vor, auch wenn dir das persönlich nicht passt und alle Hausfrauen nur zu faul sind um zu arbeiten, dass entnehme ich deinen Antworten zu diesen Themen.
Bitte lasse doch diese pauschalen Aussagen weil sie nicht der Realität entsprechen und Gerichte und Anwälte anders argumentieren.
Oder bist du eine Anwältin die genau Bescheid weiss?
Maelle, ich habe dir eine PN geschickt,
LG

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stella
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von stella » So 14. Jan 2018, 10:01

Caipi
Ist zwar offtopic und ich bin nicht persönlich betroffen, aber mir sticht der Satzt mit der "Verantwortung" ins Auge. Ein Paar entscheidet sich, dass die Frau bei den Kindern zu Hause bleibt - BEIDE übernehmen Verantwortung.
Im Falle einer Trennung kann nun nicht der ausser Haus arbeitende Teil, in diesem Fall der Mann, darauf setzen, dass der andere Teil SOFORT und umgehend einen toll bezahlten Job findet, damit der Unterhalt kleiner ausfällt. Je nach Branche sind sechs Jahre vom Job weg schon ein sehr grosses Problem.
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Caipi16 » So 14. Jan 2018, 10:24

Heiland... Cinderellamia... fühl Dich nicht grad wieder persönlich angegriffen ;-) :lol: :lol: . Tatsache ist einfach: Wer Hausfrau ist, hat keine bezahlte Erwerbstätigkeit. Punkt. Keine Wertung. Ist einfach so. Wenn man sich entscheidet, mehrere Jahre so ein Modell zu leben (was absolut i.O. ist - ich war auch mal ein Jahr Hausfrau ;-)) sollte zumindest verheiratet sein. Denn Tatsache ist auch: Unverheiratet mehrere Jahre nicht erwerbstätig sein, führt zu Defiziten in der 1. und 2. Säule - und nach wie vor ist man halt als unverheiratete Mutter bei einer Trennung schlechter gestellt als wenn man verheiratet ist. Auch das ist eine Tatsache - und keine Wertung ;-).

Und betreffend Job: Ich kenne viele geschiedene/getrennte Frauen (d.h. solche, die mal verheiratet waren und solche, die es nicht waren) und keine hat es nach der Trennung ohne Job geschafft. Im besten Fall reichen 20-40%, im schlechtesten Fall müssen die Frauen 80-100% arbeiten, damit sie finanziell mit den Kinder durchkommen. Aber ok - vielleicht kennt Ihr geschiedene/getrennt Frauen, die es weiterhin - d.h. auch nach der Trennung - ohne Job schaffen... ich nicht.

Und doch: Auch mit Kindern unter 6jährig ist ein Job bis max. 50% zumutbar bzw. wird beim Unterhalt eingerechnet. Das ist einfach so.

@Stella
Zugegeben: Ich habe ein anderes Bild von Rollenverteilung - nämlich das in einer Partnerschaft BEIDE Verantwortung für ALLES übernehmen sollten.. für die Familie, das finanzielle Einkommen, die Kinder, den Haushalt, etc. Von daher finde ich es etwas einseitig (und auch etwas "gefährlich"), wenn man die gesamte finanzielle Last jahrelang nur von zwei Schultern tragen lässt. Aber klar: Das ist nur meine ganz persönliche Meinung und keine generelle Wertung. Wenn sich ein Paar entscheidet. dass nur noch der eine arbeitet und der andere Teil Zuhause bleibt und für beide stimmt das - super! Nur eben: Als unverheiratete Frau ist das sicher kein sehr "intelligentes" Modell, weil man dabei viel mehr verliert und riskiert - und wenn die Beziehung mal auseinandergeht, steht man meistens recht blöd da. Und ja, ich gebe Dir recht: Wenn man mehrere Jahre nicht mehr arbeitet, ist der Wiedereinstieg (je nach Job, Branche, etc.) teilweise wirklich sehr, sehr schwierig. Darum fände ich es eben umso wichtiger, dass sie in dieser jetzigen Situation eben der Jobsuche schon eine gewisse Prio gibt - weil ohne Job wird eine Trennung bzw. ein eigenständiges Leben wohl schwierig werden.

Das hat mich an dem Posting eben auch irritiert... ganz viele Prios: Woher kriegt sie Geld... wie kann sie den Unterhaltsvertrag abändern... wie und wo kriegt sie juristische Hilfe... eine Wohnung... etc. Aber: "Eine Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit steht momentan nicht zur Diskussion"... sorry, das beisst sich! Und ich finde, dieser Tatsache - dass es meistens gar nicht ohne Job geht, sich zu trennen und sich vor allem nach der Trennung über Wasser zu halten - darf man schon nicht schönreden.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von stella » So 14. Jan 2018, 10:33

Caipi
Ich weiss einfach, dass das Alter der Kinder und die vorherige Erwerbssituation bei der Berechnung des Unterhalts und der Zumutbarkeit des Erwerbs berücksichtigt wird, sofern genügend Einkommen beim Mann vorhanden ist.

Ich kenne einige Geschiedene, die nicht arbeiten, auch solche mit älteren Kindern. Und ja, ich kenne etliche, die arbeiten, meist mit eher grösseren Schulkindern un ist toefprozentig, maximal 40%...

Wie die Auslegung der Gesetze im Moment sind, das müssen Fachpersonen sagen.
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Maelle » So 14. Jan 2018, 10:50

Ich danke euch für eure Beiträge. Wie geschrieben, steht die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit einfach nicht an allererster (!) Stelle. Natürlich möchte und wird sie wieder arbeiten müssen. Ich verstehe Caipi's Argumente und ich selber (als verheiratete) würde wohl auch zuerst versuchen, mich zumindest teilweise unabhängig zu machen, einfach auch um einfacher an eine eigene Wohnung zu kommen. Stella hat es aber sehr schön umschrieben: das Paar hat sich gemeinsam entschieden, dass der Mann für den finanziellen Unterhalt sorgt, während sich die Frau um die gemeinsamen Kinder kümmert. Eine Heirat wollte in diesem Fall auch der Mann nicht. Von dem her verstehe ich, wenn von dem Mann auch bei der Trennung Verantwortung verlangt wird.
Cinderellamia, ich danke dir für deine PN, diese Infos helfen weiter und leite ich gerne so weiter. Ich kann dir leider zur Zeit nicht per PN antworten (in Abklärung mit den Administratoren).

Vielleicht kennt aber doch noch jemand bezahlbare Anlaufstellen, Beratungsstellen, Mediatoren, Juristen etc. an die sie sich ALLEINE wenden kann? Weil das war eigentlich meine Frage. Fakt ist, dass der Mann ihr den Weggang nicht einfach machen möchte und zurzeit nicht an einer friedlichen Lösung interessiert ist.
Ich danke euch.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von badeentli84 » So 14. Jan 2018, 11:18

Caipi:

Dein Ex hat nicht um die Obhut des Kindes gekämpft, also du kennst die TE nicht, hör auf Tipps geben, die andere Menschen sxhaden kann! Danke


TE: kannst du etwas konkreter werden?
Quikquikquik

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Bridget » So 14. Jan 2018, 11:55

Was ist denn hier los?

@badeentli
Wo steht denn, dass der Mann um die Obhut der Kinder kämpft? Und was hat das damit zu tun, dass die Frau wohl nach der Trennung arbeiten muss?

Caipi hat doch in allen Punkten recht!

Bei meiner Scheidung vor zehn Jahren hat sich übrigens niemand dafür interessiert, wie alt unsere Kinder sind oder dass ich während der Ehe "nur" Hausfrau war. Da mein Ex-Mann keinen Unterhalt zahlen konnte (wollte), wurde ganz einfach vorausgesetzt, dass ich mir Arbeit suche. Egal wieviel Prozent, Hauptsache ich kann möglichst für mich und die Kinder selber sorgen.
Heute finde ich wirklich, dass ich damals viel zu naiv war. Wenn ich nochmals von vorne anfangen würde,würde ich in der Ehe trotz Kindern weiterhin erwerbstätig bleiben.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von badeentli84 » So 14. Jan 2018, 12:07

@bridget:

Man wird bei der Scheidung gefragt ja! Aber wenn eine Hausfrau plötzlich nach der Scheidung arbeitet kann sie das Kind gegen Kindsvater verlieren, (vorallem diese grosse Änderung fürs Kind ist auch fragwürdig)die Gesetze haben sich geändert und ich wünsche niemand das Schlechte!!!
Zuletzt geändert von badeentli84 am So 14. Jan 2018, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Nette » So 14. Jan 2018, 12:08

Mhhh, also ich bin ja auch nicht immer mit allen Beiträgen von Caipi einverstanden, aber der Satz, dass sie nicht ausser Haus arbeiten möchte, Stich mir auch ins Auge. Mittlerweile bin ich auch getrennt und war so froh, dass ich immer gearbeitet habe...
Auch was die 1. und 2. Säule betrifft, hoffe ich doch für die TE, dass er da was einbezahlt hat.
Ich kenne nur 1 Frau, die trotz Scheidung nicht arbeiten musste, da sie viel Alimente bekam. Nun sind 2 von 3 fertig mit der Ausbildung und nun kommt die Frau auf die Welt.
Auch ob ein Umzug in einen anderen Kanton so einfach ist, weiss ich nicht... kommt auch darauf an wie weit, denn ich hoffe doch, dass der Vater trotzdem noch für die Kinder schaut.
Ich habe damals noch gute Infos bekommen bei der Frauenzentrale. Ev bekommt sie auch Auskunft bei der Behörde, wo damals der Unterhaltsverteag geschrieben wurde...
Stolzes Mami vo zwei liebe Luusbuebe ;-)

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Nette » So 14. Jan 2018, 12:12

Badeentli: steh auf dem Schlauch bei deiner Aussage. Wenn eine Frau beginnt zu Arbeiten kann sie die Kinder gegen den Kindsvatee verlieren? Also, dass sie die Kinder dem Vater geben muss?

Wenn du das meinst, woher hast du diese Aussage?
Stolzes Mami vo zwei liebe Luusbuebe ;-)

Hibiskus
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Hibiskus » So 14. Jan 2018, 12:17

Maelle hat geschrieben:Liebe Swissmoms
Ich bin in meinem Umfeld mit folgender Situation konfrontiert (es betrifft nicht mich persönlich):
Ein Paar, nicht verheiratet, zwei Kinder unter 6 Jahren, Kanton ZH. In der Beziehung bestehen seit Längerem Probleme, die Frau möchte sich trennen. (Was der Mann möchte ist nicht ganz klar, da er jegliche Kommunikation verweigert). Sämtliche Vermögenswerte gehören ihm (Eigenheim, Auto), er ist voll erwerbstätig, sie seit der Geburt der Kinder nicht mehr. Für die Kinder besteht ein Unterhaltsvertrag, für die Frau nicht (=Betreuungsunterhalt, welchen es seit 2017 gibt). Gemäss Auskunft, müsste der Betreuungsunterhalt neu in den Vertrag hinein genommen werden (was der Mann momentan nicht unterzeichnet), oder sie klagt Unterhalt ein. Sie möchte mit den Kindern gerne zurück in ihren Ursprungskanton, da sie am aktuellen Wohnort kaum vernetzt ist. Eine Wiederaufname der Erwerbstätigkeit, steht aufgrund des jungen Alters der Kinder nicht an allererster Stelle.

Nun - wo fängt man an? Was sind die ersten Schritte? Wie kommt sie da raus?
- wohin kann sie sich in dieser Situation wenden (eine kurze unentgeltliche Rechtsauskunft hat bereits stattgefunden, hat sie aber nicht viel weiter gebracht).
Direkt an dir KESB wenden. Entweder machen diese die Beratung und das Aufsetzen eines neuen Unterhaltsvertrages selber oder können Beratungsadressen geben, zB. Familienbetatungsstellen. Allenfalls lässt sich der Mann auch zu einer Mediation überzeugen? Das dünkt mich jeweils eine gute Möglichkeit, vorallem auch, um die Betreuung im Detail zu regeln
-wie sind ihre Rechte?
Sie hat Anrecht auf Betreuungsunterhalt, wenn sie die Obhut inne hat. Die Kinder haben das Recht auf Kindesunterhalt und auf angemessenen Umgang mit beiden Elterteilen.
Eine Freundin von mir hat sich eine Anwältin gesucht, die ihr das Finanzielle ausgerechnet hat und so hatte sie einen ungefähren Rahmen.

-wo findet sie finanzielle oder juristische Unterstützung? Ein grosses Problem sind vorallem die fehlenden (resp. nicht geklärten) finanziellen Mittel.
Beim KESB melden, wie oben beschrieben, damit möglichst schnell ein Vertrag zurm Tragn kommt.
-wie findet sie in dieser Situation eine Wohnung?
Probieren, probeieren, probieren. Den bisherigen Unterhaltsvertrag beilegen und sagen,
dass ein neuer.in Bearbeitung ist. Allenfalls hat sie Verwandte, die für aie bürgen könnten. Aber zuerst muss sie ja sowieso.wissen, mit wieviel Geld sie monatlich rechnen kann.

-kennt jemand konkrete Stellen, an die sie sich wenden kann?
KESB, Familienberatungsstellen, Sozialdienst der Gemeinde, Kirche, etc.

Ich würde sie gerne unterstützen, kenne mich aber leider überhaupt nicht aus.

Ich danke euch für jegliche Anregungen!

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von badeentli84 » So 14. Jan 2018, 12:28

Nette hat geschrieben:Badeentli: steh auf dem Schlauch bei deiner Aussage. Wenn eine Frau beginnt zu Arbeiten kann sie die Kinder gegen den Kindsvatee verlieren? Also, dass sie die Kinder dem Vater geben muss?

Wenn du das meinst, woher hast du diese Aussage?
Guck doch selbst in die Gesetzliche Vorlage
Wer persönlich mehr betreuen kann eines der Kriterien. Früher wars sowieso die Mutter, egal ob sie arbeitet oder nicht. Die Zeiten ändern sich, wünsche trotzdem keiner Mutter so was schreckliches.
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Bridget » So 14. Jan 2018, 12:28

@badeentli
Wer wird was bei der Scheidung gefragt?

Und wieso soll die Frau die Kinder verlieren? Der Mann arbeitet ja 100%, die Frau hat sich während der Ehe um die Kinder gekümmert. Da kommt unter normalen Umständen wohl kaum ein Richter und bestimmt, dass die Kinder zum Vater kommen, weil die Mutter jetzt zumindest Teilzeit arbeiten muss.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von badeentli84 » So 14. Jan 2018, 12:33

Bridget:

Bei der Trennung wird der Richter die Frau fragen ob sie arbeiten will.

Nein, Teilzeit bin ich ganz klar für ein ja, aber dagegen wenn eine Hausfrau plötzlich 100 Prozent arbeiten muss.
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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Hibiskus » So 14. Jan 2018, 12:33

Noch vergessen: Sie hat Anrecht auf die Kinderzulagen von seinem Arbeitgeber und je nachdem auf Prämienverbilligung für die Krankenkasse. Bei kleiem Einkommen kann das sehr viel sein.
Sinn macht meiner Erfahrung nach, ein ganz genaues Budget augzustellen und gut zu schauen, wo Einsparungsmöglichkeiten vorhanden sind. Zb. bei Versicherungen, braucht es ein Auto oder geht es auch ohne, keinen Fernseher spart die Anschlussgebühr, etc.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Phase 1 » So 14. Jan 2018, 12:47

M
Zuletzt geändert von Phase 1 am Do 8. Mär 2018, 09:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Maelle » So 14. Jan 2018, 12:51

Danke für die (teils :wink: ) konstruktiven Beiträge. Vorallem mit deinen Infos, Hibiskus, kann ich viel anfangen. Auch der Tipp mit der Frauenzentrale hilft weiter, danke Nette. Leider werden meine Beiträge zurzeit nur verzögert freigeschaltet. Weiter oben habe ich schon mal Stellung genommen. Aber um es klar auszudrücken, sie hat nicht vor, nur noch auf der faulen Haut zu liegen und das weitere Leben vom Expartner oder Sozialämtern finanzieren zu lassen. Aber zuerst muss ein Job her, eine Kinderbetreuung, eine Wohnung etc.. Somit helfen Anregungen zu Anlaufstellen (welche auch schon genannt wurden) am meisten weiter.

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Re: Trennung, wo fängt man an, wo findet man Hilfe?

Beitrag von Maelle » So 14. Jan 2018, 12:55

Danke phase für deine Gedanken. Das Paar ist nicht verheiratet, darum wurden allfällige Unterhaltsbeiträge für die Kinder schon bei der Geburt geregelt. Im Haus bleiben möchte sie nicht und erhebt auch keinen Anspruch darauf.
... und DANKE, du hast das Zitat betreffend arbeiten richtig verstanden

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