Ausbildungen Coaching

Wer kennt sich aus?

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Yoghurt
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Ausbildungen Coaching

Beitrag von Yoghurt » Mi 6. Nov 2019, 07:07

Liebe swissmoms

In einem bestimmten Bereich treffe ich immer öfter auf Coaches. Die decken alle vergleichbare Bereiche ab, haben aber sehr unterschiedliche Hintergründe. Der Begriff Coach ist ja nicht geschützt, und darum habe ich immer wieder Zweifel, ob sie ihre Kunden tatsächlich fundiert unterstützen können.

Kennt sich jemand damit aus, welche Coach-Lehrgänge etc. seriös sind? (Ich formuliere das bewusst sehr offen, mir ist bewusst, dass Coaching in sehr verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommt und daher die Schwerpunkte in guten Ausbildungen durchaus verschieden sein können.)

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Lotus
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Lotus » Mi 6. Nov 2019, 08:24

Das hab ich mich tatsächlich auch schon gefragt ;) habe schon schreckliche Menschen kennengelernt, die sich Coach oder Blabla-Berater nannten - Experte kann sich übrigens auch jeder nennen! :roll:
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von jupi2000 » Mi 6. Nov 2019, 08:37

Das Thema interessiert mich auch. Es gibt ja mittlerweile sehr viele Coaches. Ich persönlich habe eine Psychologin als " Coach" . Von den Sitzungen mit ihr profitiere ich sehr und sie hat mir schon bei vielen Themen sehr helfen können. Mittlerweile besuche ich sie nicht mehr regelmässig, ich habe sie vor Jahren kennengelernt, als ich mein
Burnout hatte.

Also je nach Thema würde ich eher zur Psychologin gehen. Die haben einfach die bessere Ausbildung, oder überhaupt eine :lol: :wink:

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mariposa_2
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von mariposa_2 » Mi 6. Nov 2019, 09:07

Gute Frage

Auf FB habe ich aktuell eine Mama gesehen, die ein Coaching für 3 Monate anbietet für 12000 Franken. Dazu wird immer wieder das übliche geschwurbel geschrieben wie "Nimm dein Leben in die Hand" "du entscheidest ob du glücklich bist" etc.

Unten sind einige Kommentare von Mamas die es gemacht haben und jetzt "neue" Menschen sind usw.

Meintest du auch solche Coachings?
Diese finde ich nämlich sehr suspekt.
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Yoghurt
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Yoghurt » Mi 6. Nov 2019, 09:13

@mariposa
Nein, ich glaube nicht, dass es für so etwas Ausbildungen gibt, zumindest keine fundierten. :)

Coaching für drei Monate für CHF 12'000??? :shock: Vielleicht sollte ich auch als Coach arbeiten! :mrgreen:

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von stella » Mi 6. Nov 2019, 09:19

Ich bin schon der Meinung, dass es Ausbildungen gibt, die fundierter sind als andere. Auf dem BIZ habe ich das hier gefunden:

https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=4598

Wenn ein Coach einem Verband angehört, dann hat er eine anerkannte, fundiertere Ausbildung.

Und ja, es gibt viele spezielle Coachingausbildungen. Auch da bin ich überzeugt, dass wenn so jemand bei einem anderen auf Resonanz stösst, es okee ist. Meines wäre es nicht.
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Yoghurt » Mi 6. Nov 2019, 09:32

stella, danke!

Ich habe auch schon Leute getroffen, die eine Ausbildung zum Therapeuten gemacht haben (verschiedene Richtungen), und bei denen ich dachte, dass sie vielleicht erst einmal die eigenen Baustellen bearbeiten sollten, bevor sie anderen helfen können. Das waren dann Therapien aus der Alternativmedizin. Darum bin ich immer vorsichtig, wenn mir jemand erzählt, er / sie sei xy-Therapeut, weil man die Spreu nicht vom Weizen trennen kann.

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Alebri » Mi 6. Nov 2019, 12:38

Es gibt zig Anbieter von Coaching-Lehrgängen - aber es gibt in dem Sinn keine anerkannten Coachingausbildungen (höchstens die, die von einem Verband anerkannt sind - aber auch da: Coach ist kein geschützter Titel, kein schweizerisch oder gar europäisch anerkannter Abschluss).

Wie man so schön sagt: "Wer nichts wird, wird Coach" ;-).

Ich bin in meiner Funktion als HR-Leiterin auch oft mit Coaching-Aufgaben beschäftigt, hatte das Thema Coaching auch als Nebenthema in 2 CAS, die Teil eines anerkannten Masters waren. Sicher ein interessantes Thema. Aber: Ich würde nie Zeit und Geld in eine reine Coaching-Ausbildung investieren - weil es einfach zu wenig bringt (zumindest beruflich). Und eben: Die meisten Anbieter verlangen brutal viel Geld.

Ich habe 2-3 Kolleginnen, die in den letzten Jahren für viel Geld eine Coaching-Ausbildung gemacht haben und sich viel davon versprochen habe4n. Keiner davon hat es etwas gebracht (die eine hat sogar versucht, sich danach selbständig damit zu machen - funktionierte nicht) und keine würde es heute weiter empfehlen bzw. nochmals machen.

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von stella » Mi 6. Nov 2019, 12:52

Eine anerkannte Coachingausbildung nützt nur etwas, wenn man sie im bereits vorhandenen Beruf einsetzen kann.
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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von ChrisBern » Mi 6. Nov 2019, 14:00

Doch, es gibt schon anerkannte Coachinglehrgänge, wie schon geschrieben vom Verband, z.B. der bso (gibt noch andere, kenne die nicht alle auswendig). Wenn jemand dort eine Ausbildung gemacht hat, kann man drauf vertrauen, das dort jedenfalls gute Sachen vermittelt wurden. Ob es ein guter und passender Coach ist, ist eine andere Frage!
Prinzipiell kann man meistens auch davon ausgehen, dass jemand mit einem MSc in Psychologie durchaus eine gute Basis für ein Coaching hat und in der Tendenz seriös arbeitet. Ich kenne aber auch Psychologen, die inzwischen auf recht spezielle Coachingabwege gekommen sind. Wenn jemand eine Therapieausbildung des FSP hat (Schweizer Psychologen) und als coach arbeitet, ist das normalerweise auch seriös, die Ausbildung ist sehr strikt.
Aber ja, viele kommen via quereinstieg zum Coaching und es ist schwierig, da einen Überblick zu haben. Ich habe schon sehr gute Quereinsteiger getroffen und sehe esoterische. Und schlussendlich muss es ja für den Coachee passen, ich bin da schon viel toleranter geworden.;-)
Ich finde, eine Ausbildung lohnt sich in einigen HR-Berufen, z.B. als Organisationsentwickler etc. Eine Ausbildung zu machen, um sich dann erst als Coach selbständig zu machen, finde ich hingegen naiv. Es macht Sinn, vorher schon Kontakte zu haben. Und Coaching allein als Standbein finde ich schwierig: der Job ist auf masse gerechnet nicht lukrativ, da man je nachdem viel Reisezeit hat und die Tage zerstückelt sind (da mal 1.5h, da mal 2 h, dazwischen vielleicht zwei Stunden Reisezeit). Meistens macht es Sinn, es in Kombination mit Assessments oder Changebegleitung (Workshops) anzubieten oder anderen Schulungen. Die selbständigen Coachs, die ich kenne (alles Psychologen), betreiben das "nur" als Füllgeschäft neben anderen "Produkten", weil man eben nicht gut ganze Tagessätze abrechnen kann, die Kunden aber nicht unbedingt reihenweise bei dir schön hintereinander im Büro reinkommen.;-)

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Alebri » Do 7. Nov 2019, 10:48

Unterschrebi bei "ChrisBern" - da sind solche vom bso anerkannten Lehrgänge:

https://www.bso.ch/aus-und-weiterbildun ... rtner-bso/

Aber eben: Sowas bringt nur etwas, wenn man schon in dem Bereich arbeitet und diese neuen Fähigkeiten dann auch grad gewinnbringend im täglichen Alltag einsetzen kann.

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Nagala » Di 19. Nov 2019, 08:32

Yoghurt hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 09:13
@mariposa
Nein, ich glaube nicht, dass es für so etwas Ausbildungen gibt, zumindest keine fundierten. :)

Coaching für drei Monate für CHF 12'000??? :shock: Vielleicht sollte ich auch als Coach arbeiten! :mrgreen:
Das gibt es leider en masse... falls du bei FB bist, gebe in der Suchmaschine mal mom Networking ein oder so - da stehen dir die Haare zu Berge... mich würde es einfach mal Wunder nehmen, wie man auf so etwas kommt und ob tatsächlich so "viele" das Geld so ausgeben...
Wie auch immer, ich hätte wahrscheinlich einfach ein schlechtes Gewissen - und könnte meinen "Kundinnen" das Geld nicht einfach so aus der Tasche ziehen...
... dankbar & glücklich...

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von naura » Di 19. Nov 2019, 14:31

Es kommt darauf an mit welcher Intention/mit welchen Zielen man eine Ausbildung macht. Es gibt einige Berufe, die klassische Coachingmethoden bedingen.. im therapeutischen Bereich gefällt mir der selbstermächtigende Ansatz des Coachings auch viel besser als der klassisch therapeutische.

Ich habe eine 2,5 jährige, praxisorientierte, ganzheitliche Coachingausbildung gemacht, die mich persönlich sehr sehr vorwärts gebracht hat. Zum Einen in meiner beruflichen Laufbahn (wohin ich wollte) und zum Anderen konnte ich Vieles im Job gut gebrauchen.

Eine Selbstständigkeit wäre mit Effort auch möglich gewesen, habe ich aber nie angestrebt. Zwei Jahre habe ich es nebenberuflich gemacht, bis der gleichzeitig ausgebaute Haupterwerb (im sozialen Bereich) es kaum noch zugelassen hat. Es ist aber ein Wissensschatz, den ich nicht missen möchte. Die Werkzeuge konnte ich bereits in vielen sehr unterschiedlichen Kontexten brauchen, vor allem in der Arbeit mit Menschen, Krisenbegleitungen, in der Personalführung, aber der grösste Gewinn war, was ich für mich persönlich mitgenommen habe.

Ich habe die Ausbildung ausgewählt, weil eine befreundete Arbeitskollegin diese bereits abgeschlossen hatte und ich durch diese Gespräche genau wusste was ich erwarten kann. Ich würde Ausbildungen künftig wieder aufgrund von Erfahrungsberichten wählen.

Meine Kollegin hat übrigens einige Zusatzprüfungen gemacht mit dieser Ausbildung als Grundlage und die eidg. Anerkennung. Sie arbeitet mit 3 unterschiedlichen Methoden als Therapeutin und Coach hauptberuflich, da lohnte sich der Aufwand.
mit Meite (07)
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Wir sind da um zu strahlen, wie es die Kinder tun.
Mandela

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Re: Ausbildungen Coaching

Beitrag von Yoghurt » Mi 20. Nov 2019, 06:50

Danke für eure Erfahrungen, ich lese nach wie vor mit und finde es spannend, was ihr alles schreibt!
Nagala hat geschrieben:
Di 19. Nov 2019, 08:32
Wie auch immer, ich hätte wahrscheinlich einfach ein schlechtes Gewissen - und könnte meinen "Kundinnen" das Geld nicht einfach so aus der Tasche ziehen...
Bei FB bin ich "leider" nicht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass dort eine gute Plattform für esoterische Angebote ist. Mir würde das auch gegen den Strich gehen, auf diese Weise an Geld zu kommen. Man kann aus niemandem einen neuen Menschen machen, und Selbstveränderung ist ein langer Prozess, den man nicht mal eben so in drei Monaten bewirkt.

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