Familienhund

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Sternli05
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Familienhund

Beitrag von Sternli05 » Do 20. Jun 2019, 11:59

Bei uns kommt immer mal wieder das Thema Hund auf. Da ich und mein Mann keine Erfahrung mit Hunden haben war ich immer dagegen.
Unser Autist kann sehr gut mit Hunden und auch dem Mittleren würde es guttun. Auch das spazieren gehen und so.
Also denken wir wieder mal darüber nach.

Es müsste etwas kleineres sein. So was wie ein Pekinese. Anscheinend eignen die sich aber nicht als Familienhund.
Unsere Kinder sind 9/13/16

Am liebsten keinen Welpen mehr.

Kann man überhaupt ohne Erfahrung einen Hund halten? Also ist das nicht mit sehr viel Aufwand verbunden?

Dachte das hier sicher ein paar einen Hund haben und mir was raten können. Oder besser gesagt mir Erfahrungen weitergeben.

Yoghurt
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Re: Familienhund

Beitrag von Yoghurt » Do 20. Jun 2019, 12:20

Hallo Sternli

Meiner Meinung nach solltet ihr nur dann einen Hund anschaffen, wenn ihr Eltern ihn für euch wollt. Die Verantwortung für ein Tier liegt immer bei den Eltern, nicht bei den Kindern. Erfahrungsgemäss verlieren die Kinder irgendwann die Lust am Tier oder wollen sich einfach nicht mehr die Zeit nehmen, weil Gspändli, Ausgang etc. wichtiger werden. Das Tier braucht aber immer die gleiche Betreuung.

Und gerade beim Hund kommt noch dazu, dass Hunde Kinder oft nicht als Boss akzeptieren. Je nachdem spielen sie gerne mit dem Kind, sind gerne mit ihm zusammen etc., lassen sich durch Kinder aber nicht erziehen. Der Teenager (16) wäre allenfalls schon alt genug und hätte beim Hund Autorität, der 13-jährige wäre an der Schwelle (je nach Hund bzw. Rasse). Unser Hund z.B. würde sich von einem Kind gar nichts sagen lassen, evtl. nicht einmal führen lassen. Und unser Hund gehört zu den kleinen Rassen.

Ein weiterer Punkt: Die Lebensspanne eines Hundes. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Rasse, desto länger die Lebenserwartung. Das Ende der Schulzeit eurer Kinder ist absehbar, und was kommt danach? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie sich während der Ausbildung um einen Hund kümmern können. Selbst wenn sie noch zuhause wohnen, läge die Betreuung tagsüber bei euch. Und je nach Job könnten sie den Hund auch nach der Ausbildung nicht zur Arbeit mitnehmen. Anders ausgedrückt: Wenn eure Kinder flügge und aus dem Haus sind, bleibt der Hund immer noch bei euch. Dazu müsst ihr Eltern von ganzem Herzen ja sagen.

Bezüglich erwachsenem Hund vs. Welpen: Auch da solltet ihr euch von falschen Vorstellungen frei machen. Ein Hund ist keine Maschine, die immer gleich funktioniert, egal wer sie "bedient". Sondern ein Hund ist ein hochsoziales Lebewesen, das sein Verhalten nach seinen Bezugspersonen ausrichtet. Wenn ihr einen erwachsenen Hund aufnehmt, dann nehmt ihr ihn mit allen Vorzügen und Fehlern, beeinflusst sein Verhalten aber selbst. Ihr müsstet allfällige Erziehungsfehler entweder hinnehmen oder selbst korrigieren. Andererseits kann der Hund noch so gut erzogen sein: wenn ihr ihn "falsch" händelt, kann er sich trotzdem unerwünschtes Verhalten zulegen, z.B. weil ihr ihm nicht so gut Grenzen setzt wie sein Vorbesitzer.

Mein Fazit: Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn ihr auch ohne Erfahrung einen Hund in die Familie aufnehmt. Ihr Eltern müsst euch einfach darüber im Klaren sein, dass ihr für den Hund verantwortlich seid, und zwar sein Leben lang. Ihr solltet euch vorher gut über Hundeerziehung, Hundeverhalten etc. informieren (da gibt es gute Bücher) und auch bereit sein, bei allfälligen Problemen Hilfe in Anspruch zu nehmen. Probleme können übrigens nicht nur auftreten, wenn ihr etwas "falsch" macht. Jeder Hund ist ein Individuum, und manche sind einfacher im Umgang, andere bringen eine Veranlagung mit, bei der man sehr viel Arbeit investieren muss (z.B. wenn der Hund eine ängstliche Persönlichkeit hat).

Sternli05
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Re: Familienhund

Beitrag von Sternli05 » Do 20. Jun 2019, 12:39

Ja klar wären wir es die den Hund haben. Aber gerade den Jüngs würde das Zusammensein vielleicht auch gut tun.
Aber eben, ich habe überhaupt keine Ahnung ob ich einen Hund erziehen könnte. Es ist nur ein wager Gedanke der immer mal wieder daher kommt.

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Re: Familienhund

Beitrag von amore » Do 20. Jun 2019, 13:08

Bei uns ist es so,dass ein Hund von mir ein grosser Wunsch ist,seit ich denken kann. Nur war mein nicht so dafür. Nun haben wir uns für einen Patenhund entschieden. So können wir in diesem Jahr mal schauen,ob dass ein Hund zu uns passt oder obs nur ein "schöner" Traum war:-)
Zwöi wunderbari Meitschi

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Re: Familienhund

Beitrag von mamisbebe » Do 20. Jun 2019, 13:15

Liebe Sternli

Ich habe zwar keine Erfahrung mit Hunden aber wollte nur kurz meinen Gedanken hier lassen den ich beim Lesen deines Textes hatte: gibt es bei euch in der Nähe ein Tierheim oder ähnliches welches Leute oder Familien sucht die mit den Hunden spazieren geht oder Spielstunden zulässt? Oder gibt es in der Verwandtschaft/Nachbarschaft Bekannte mit Hunden damit du resp. ihr als Familie schauen könnt ob ihr euch das zutraut? Ich habe das nämlich bei einer befreundeten Familie erlebt, dass sie vor genau der selben Frage standen und sich unsicher waren. Sie konnten dann Spaziergänge mit den Tierheimhunden machen oder den Nachbarschaftshund mal ein Nachmittag oder Wochenende zu sich nehmen und haben dann schnell gemerkt, dass es für „mal so“ schön ist aber der Aufwand und die Freude der Kinder schnell verflogen ist.

Ich möchte überhaupt nicht sagen, dass es bei euch so sein muss, aber so könnt ihr vielleicht mal schauen ob es etwas wäre und eventuell gibt es ja sogar dann einen Hund im Tierheim der bei euch ein schönes tolles Zuhause findet 😊

Alles Gute 🙂

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Re: Familienhund

Beitrag von fläcki » Do 20. Jun 2019, 13:46

Unser Sohn, ähnliche Situation wie deiner, profitiert viel von unserem Hund. Nun da er alt genug ist. Vor einigen Jahren war das noch nicht so. Tatsächlich ist der Hund für ihn ein Brückenbauer und Türöffner und fördert seine Selbstständigkeit.
Auslastung und Pflege vom Hund ist aber bei uns. Zwar füttert Sohn den Hund recht regelmässig, macht auch einmal Spiele mit ihm oder spaziert über die Wiese, aber der Grossteil ist bei uns. Wird er wohl auch, zumindest war das bei meinem Mann und mir in beiden Familien so, als wir noch Kinder waren. Die Eltern machten das meiste.
Von der Rasse her passt unser Hund nicht zu unserem Kind. Was daran liegt, dass der Hund vor dem Kind da war und wir davon ausgegangen sind, dass wir keine Kinder haben können. Die Rasse ist arbeitsintensiv und lässt sich, wie die von Yoghurt, von Kindern nicht wirklich etwas sagen. Sollte später ein Hund wieder in Frage kommen, werden wir die Rasse stärker an die Bedürfnisse von Sohn und die veränderten Bedürfnisse von uns als Familie anpassen. Unser jetziger Hund ist ein Sensibelchen. Ein nächster Hund sollte bezüglich mancher Besonderheiten von Bub da etwas anders gestrickt sein. Daher würde ich selber schon recht stark auf die Rassenauswahl achten. Da kannst du dich im Netz, in Büchern oder bei Züchtern informieren. Es gibt Rassenportraits, in denen du auch die gewünschten Wesensmerkmale findest, auf die bei der Zucht der Rasse geachtet wird. So siehst du recht schnell was für euch gar nicht passt und was schon eher. Ich finde auch den Austausch mit Hundehaltern hilfreich. Wenn du einen Hund siehst, der dich anspricht, frag nach wie er so ist.
Klein ist übrigens nicht wirklich ein Indikator für den Aufwand :wink: Da gibts es auch unter den kleinen Rassen Raketen und unter den grossen Phlegmas. Und wie Yoghurt sagte, auch keiner für die Führigkeit.

Jeder hat einmal mit dem ersten Hund angefangen. Wenn man sich informiert, sich Hilfe holt, dann kann das gut klappen. Hundeschule hilft einem schon einiges. Ich stimme aber Yoghurt zu, es ist eine Entscheidung für eine lange Zeit und es gibt sicher Tiere die einfacher zu halten sind als Hunde und weniger Ansprüche haben. Und auch unter den Hunden eben Unterschiede.
Eine wichtige Frage finde ich auch die nach der "Freizeittauglichkeit" der Familie im Bezug auf einen Hund. Was macht man an freien Nachmittagen, an Wochenenden und in den Ferien? Hat der Hund da überhaupt Platz?
Unser Hund ist ein Familienmitglied. Unsere Ferien sind hundetauglich und wenn wir Ausflüge machen, dann kann Hund auch gut länger allein sein. Zur Not haben wir ein Plätzli für sie, wo sie sich wohl fühlt. Sie muss nicht überall mit hin und nun im Alter wird es auch zum Teil schwieriger, weil sie nicht mehr so mag. Ein Hund kann einen im Alter also auch etwas bremsen. Man nimmt ihn nicht mehr mit auf eine achtstündige Wanderung, wenn man dann noch weit fahren muss, dann muss der Hund betreut werden oder die Wanderung wird kürzer. Andererseits läuft unser Sohn am Ende der Leine noch ein ganzes Stück weiter, wenn er schon die Nase gerümpft hat, als wenn der Hund nicht dabei ist :wink:
Grundsätzlich, ein Hund bindet. Und ein Hund ist ein organisatorischer Mehraufwand. Ein Hund ist in meinen Augen eine Bereicherung, aber man muss bereit sein, sich darauf einzulassen, dass dann da noch jemand mehr ist, auf den man Rücksicht nehmen muss.

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Re: Familienhund

Beitrag von connemara » Do 20. Jun 2019, 15:54

@Sternli5
Meine Vorschreiberinnen haben gut geschrieben.

Ich habe 2 Hunde (Tibet Terrier, sind Hütehunde)und ich bin mit ihnen gewachsen. Gleiche Rasse, total unterschiedliche Persönlichkeiten. :) Beim ersten Hund war ich auch Anfängerin. Wir hatten wohl in der Verwandtschaft Hunde,(Jagdhunde: vom Dackel über den Spaniel hin zum Foxterrier und der Dachsbracke) jedoch ist das ein gewaltiger Unterschied, wenn dann 365 Tage im Jahr, Tag und Nacht, bei jeder Wetterlage, ein Hund um dich rum ist. Stell dir vor, du bekommst einfach nochmals ein Kind. Da du einen älteren Hund möchtest, wäre dass dann ein Teenager bis zum jungem Erwachsenen :wink: Er hat wie deine Kinder so seine Bedürfnisse. Die du zu erfüllen hast für die nächsten 12-15 Jahre.
Mach dir so deine Gedanken darüber: Kommt der Hund mit in die Ferien? Wenn nicht, wer kümmert sich um den Hund, während eurer Abwesenheit?! Einen Hund kannst du 2-4 Std. höchstens alleine lassen, sofern er dass kann, alleine zu sein. Es gibt Hunde, auch wenn man mit ihnen übt, die nicht gerne alleine zu Hause sind. Die dann zu Flegeln werden... Im Austausch mit anderen Hundehaltern, kommt so manches zu Tage, was du nicht in einem Rassebeschrieb findest... wo du selber nach Lösungen suchen musst. Ein Hund ist Zeit aufwändiger wie eine Katze. Und ein Hund kostet. Hundeausstattung, vom Schlafplätzchen, über Halsband oder Gstältli, Spielsachen, Hundebox, Futter, Tierarztkosten (Impfungen oder andere Sächeli, wenn sie was fressen, was ihnen nicht bekommt :oops: ) so sind im Jahr gut 1000.- weg, je nach Grösse vom Hund noch mehr. Dazu kommt noch die Hundeschule, die ich dir als Anfängerin sehr ans Herz legen möchte. Man kann nur profitieren, man lernt sich und den Hund besser kennen. Dann gibt es Hunde, die bleiben nicht im Garten, wenn es keinen Gartenzaun hat. Balkone, Terrassen je nach Grösse des Hundes und seiner Abenteuerlustigkeit, müssten auch gesichert werden, dass man lange Freude mit dem neuen Hausbewohner hat... Dass sind so Punkte, die zu Mehrkosten führen können, wenn der Hund dann mal da ist.. sieht man was geht oder eben nicht, auch wenn man mit ihm täglich übt.

Ein Hund ist viel Verantwortung, die auf dich und deinen Mann zukommt. Deine Kinder würden wohl profitieren, könnten einen kleinen Teil mit dem Gassigehen, evt. Fellpflege, füttern, spielen abdecken, aber sind die Kinder in der Schule oder mit ihrem Hobbies beschäftig, müssen du und dein Mann diesen Part zu 100% übernehmen, auch dann wenn die Kinder flügge werden...

Eine Bekannte von mir hat auch einen Hunde verrückten Sohn. Seit ca. 4 Jahren hüten sie in der Nachbarschaft, ihres Quartiers 2 Hunde, deren Halter betagt sind. Sie können die Hunde abholen, wenn sie ein Zeit Fenster haben und wieder zurückbringen. Alle profitieren!
Vielleicht wäre aber auch das noch was für euch, zum Einsteigen in das Experiment: Wir versuchen es mit einem Hund. In den Tierheimen sucht man auch krampfhaft nach Paten, die mit einem Hund Gassigehen. Hier in meinem Quartier ist auch von Zeit zu Zeit (verlängertes Wochenende oder sogar Ferien) ein Hund (Tierheim) bei Bekannten zu Gast, die sonst sich keinen Hund anschaffen können, weil sie beide noch voll Berufstätig sind. Der Hund tut beiden gut, haben abgenommen, sie bewegen sich mehr :lol:

Ein eigener Hund will gut überlegt sein... :)

Sternli05
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Re: Familienhund

Beitrag von Sternli05 » Do 20. Jun 2019, 16:18

Danke für eure Antworten.
Ja ein Hund will gut überlegt sein. Wir sind viel Zuhause und mit meinem Beruf wäre es super vereinbar. Ein kleiner Hund eher wegen dem Platz. Wir haben zwar ein Haus aber eher ein kleines. Es ist logisch das ich die meiste Arbeit hätte. Ich dachte das ich Hundeschule zusammen mit dem Mittleren machen könnte und er so etwas hat wo er rauskommt.

Aber es ist für den Moment Zuviel Aufwand wenn ich so darüber genauer nachdenke. Auch wenn es für die Jungs wohl toll wäre.

In unserem Freundeskreis hat niemand einen Hund und Tierheime gibt es nur weiter weg.

Alebri
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Re: Familienhund

Beitrag von Alebri » Do 20. Jun 2019, 16:24

Ich für meinen Teil zucke beim Thema Tiere - vielleicht noch ein bisschen mehr bei einem Hund - zusammen, wenn ich lese, dass die Basis der Wunsch der Kinder ist...!

Grundsätzlich - und das wurde ja auch schon geschrieben: Die Verantwortung für das Tier muss IMMER bei den Eltern liegen. Und so schön man sich das im voraus auch vorstellt: Meistens bleibt auch die Verantwortung und Arbeit zu 90% bei den Eltern. Mein Sohn hat, bevor wir uns den Hund angeschafft haben, auch Stein und Bein geschworen, er würde JEDEN Tag ohne Murren mit dem Hund rausgehen - Realität: Er tut es... aber nicht immer gleich gern... oft nur, wenn ich ihm sage, dass er wirklich muss bzw. er ist auch nicht böse, wenn er mal ein paar Tage nicht mit dem Hund spazieren gehen muss ;-). Und ich behaupte: Das läuft bei 90% der Kinder/Teenager nicht anders.

Du hast hier ja schon ein paarmal geschrieben, dass Du sehr stark ausgelastet bist - mit Kindern und Job und Weiterbildung. Auch das lässt mich etwas zusammenzucken. Denn ein Hund ist weiss-Gott nicht ein Tier, das man so "nebenbei" halten kann (wie evtl. z.B. noch eine Rennmaus, die sicher weniger Arbeit und Aufmerksamkeit erfordert), sondern ein Hund fordert einem - nicht nur zeitlich, aber auch. Mit einem Hund muss man mindestens 4 Mal pro Tag raus, wobei 2x längere Spaziergänge sein sollten (mind. eine halbe Stunde oder länger). So 2-3 Stunden pro Tag muss man also für Hundespaziergänge sicher rechnen - eher auch mehr. Und zwar bei jedem Wetter! Spontanes Verreisen liegt nicht mehr drin... je nachdem, wohin man in die Ferien geht, muss man organisieren (und nicht jeden Hund kann man gleich gut anderen Menschen geben oder in einen Hundehort geben!)... wenn man mal einen Tag einen Ausflug machen will, wo man den Hund nicht mitnehmen kann, muss auch wieder organisiert werden.

Dann - das wurde glaub auch schon angesprochen: Deine Kinder sind 9, 13 und 16. Das älteste wird in den nächsten Jahren mit Lehre/Job ausgelastet sein - und evtl. schon in 2-3 Jahren eigene Wege gehen (eigene Wohnung, etc.). Das Mittlere kommt in die Pubertät - ganz schwierig zu sagen, wie da die nächsten 5 Jahre laufen werden. Und der 9jährige ist noch fast etwas zu klein/jung, um die alleinige Verantwortung (alleine spazieren gehen) für einen Hund zu übernehmen.

Deshalb meine Frage: Passt ein Hund wirklich in Euer Leben? Seid Ihr Euch der Verantwortung und auch Belastung wirklich bewusst? Und seid Ihr auch wirklich bereit, Euch in den nächsten 15 Jahren für einen Hund entsprechend einzuschränken?

Und eben: Ein Hund kann locker mal 15 Jahre alt werden. Das heisst, wenn zwei Eurer Kinder wohl schon längst nicht mehr Zuhause leben und das Kleinste auch schon selbständig ist, seid Ihr immer noch an einen Hund gebunden.

Bezüglich Deiner Idee wegen einem Pekinesen: Ich hatte 13 Jahre lang einen Pekinesen. Tolle Rasse, toller Charakter. Das sind in der Tat aber eher weniger Familienhunde (ich hatte ihn, als ich noch kinderlos und alleinstehend war). Sollte ein Hund also für Euch tatsächlich in Frage kommen, würde ich mich an Eurer Stelle zuerst mal wirklich schlau machen wegen der Rasse - und für Euch auch ein paar wichtige Grundsatzfragen klären (Jagdtrieb des Hundes, Laufbedarf, Charakter, was für Fell/wie stark haart er, etc.).

Nicht zu unterschätzen ist auch der Aufwand für Erziehung. Grad mit einem Welpen/Junghund muss man in die Hundeschule (auch empfehlenswert mit einem älteren Hund). Je nachdem macht es auch Sinn, mit dem Hund sonst was zu unternehmen (Agility, Hundeplauschgruppe, etc.), auch da also wieder zusätzlicher Zeitaufwand. Mit einem Welpen muss man zudem am Anfang mit durchwachten Nächten rechnen (alle 1-2 Stunden raus, bis er stubenrein ist). Und: Jeder Hund ist schlussendlich auch ein bisschen ein Überraschungsei. Jeder hat seine Eigenarten, seine Macken. Damit muss man leben/umgehen können - nicht jeder Hund wird ein "Traumhund".

Kosten darf man auch nicht vergessen: Jährliche Impfungen, Hundesteuer, Futter, etc.... und Tierarzt kann auch schnell mal kosten (ich habe für meinen gerade ein paar hundert Franken für Zahnreinigung hingelegt).

Ich habe nun den 3. Hund in meinem Leben - und ich würde ihn sicher nicht mehr hergeben. Aber eben: Ein Hund schränkt einem in den Freiheiten schon stark ein. Oder wie ich immer sage: Das Leben mit Hund ist schöner, aber ohne wäre es einfacher ;-). Aber eben: Dadurch dass ich vorher schon 2x Hunde hatte, war ich mir dem bewusst - von daher kein Problem.

Wenn man aber gar keine Ahnung von Hunden hat und von daher sicher auch etwas "naiv" unterwegs ist, würde ich auch empfehlen: Organisiert Euch zuerst mal einen Hütehund für 1-2 Tage in der Woche. Gibt ja immer berufstätige Leute, die froh darum sind. Dann könnt Ihr so für Euch mal herausfinden, ob ein Hund wirklich zu Euch passt und das ist, was Ihr nicht nur 1-2 Tage pro Woche, sondern 5 Tage pro Woche, 365 Tage pro Jahr wollt. Denn ein Tier tut man sich lebenslang zu - und mir persönlich bricht es immer das Herz, wenn ich höre, wieviel junge Hunde (6-12 Monate) im Tierheim landen, weil die Besitzer die Verantwortung und den Zeitaufwand unterschätzt haben.

P.S. Hundeschule mit dem mittleren Kind würde ich mir grad wieder aus dem Kopf schlagen - das ist schon etwas, das Ihr als Eltern mit dem Hund machen müsst. Nochmals: Tut den Hund wirklich nur zu, wenn IHR (Eltern!!) ihn wollt - und nicht, nur um Euren Kindern einen Wunsch zu erfüllen!

Yoghurt
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Re: Familienhund

Beitrag von Yoghurt » Do 20. Jun 2019, 17:16

@Hundeschule / Kind
Es gibt bei manchen Hundeschulen spezielle Angebote für Kinder und ihre Hunde. Ansonsten hat Alebri recht: Die eigentlichen Hundekurse sind nicht so gut für Kinder geeignet.
https://www.tkjh.ch/

Sternli05
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Re: Familienhund

Beitrag von Sternli05 » Do 20. Jun 2019, 17:53

Alebri
Ich habe nirgends geschrieben das es der Wunsch der Kinder ist!!!! Es würde den Jungs guttun, sie sind beides keine Normalo Kinder.
Ich hab schon 2x geschrieben das es logisch ist das ich mich vor allem drum kümmern müsste.
Ich hab 1x geschrieben das es nur mal ein wager Gedanke ist und mir der Aufwand doch zu gross ist. Eben weil ich im Moment noch genug ausgelastet bin.
Danke für deine Meinung, trotzdem.

P.S. Ich dachte an Hundeschule, Hund, Kind und ich.

P.P.S. Wir wissen was es heisst Tiere zu haben und sind uns der Verantwortung sehr wohl bewusst.

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Re: Familienhund

Beitrag von fläcki » Do 20. Jun 2019, 18:05

@Sternli
Gut tun, das kann ich mir wirklich vorstellen. Je nach dem magst du vielleicht mal nach Autismusbegleithund suchen. Wir haben das angeschaut, aber verworfen. Vielleicht wäre es aber für euch eine Möglichkeit? Da steht man mit der Ausbildung nicht alleine da. Der Hund wird ausgebildet und in die Familie eingebunden, die Familie gut gecoacht. Oder generell ein Hund aus dem Therapiebereich. Unserer eignet sich dafür nicht, sie hat eine andere Ausrichtung. Aber sollten wenn wir über einen nächsten Hund nachdenken, dann kommen wir immer auf Rassen, die auch in die Richtung arbeiten. Auch wenn wir uns für einen Familienhund entscheiden würden.
Es gibt glaube ich auch die Möglichkeit, dass jemand mal mit einem ausgebildeten Therapiehund zu euch kommen würde. Falls es darum ginge, mal zu sehen, wie die Jungs darauf reagieren. Ich finde man sieht das sehr schnell. Unser Sohn hat einmal die Woche im Stall in dem er arbeitet Kontakt mit einem Therapiehund. Was da möglich wird ist happig. Und der Umgang des Hundes ist auch ganz anders als der von unserem eigenen. Der eigene hat eben andere Skills :wink:

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Re: Familienhund

Beitrag von Tinky » Do 20. Jun 2019, 18:48

@Sternli:
Vielleicht könnt ihr euch zuerst mal einen Tageshund / Hüetehund suchen. Dann kannst du selber am besten abschätzen, was der Aufwand ist.
Grundsätzlich möchte ich anbringen, dass ein kleiner Hund weder ruhiger ist als ein grösserer, noch massiv weniger Platz braucht. Klar, im ÖV ist es bequem, wenn der Kleine in die Handtasche genommen werden kann. Aber das wäre für mich persönlich der einzige Vorteil :-D

Informiert euch unbedingt, für was welche Rassen gezüchtet wurden und welche Hund wirklich Familienhunde sind. Viele Hunde sind "Einpersonen-Hunde". Das wäre in eurem Fall suboptimal.
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Re: Familienhund

Beitrag von Stella* » Do 20. Jun 2019, 19:39

Wir haben seit bald 2.5 Jahren einen Hund und niemand von uns würde ihn mehr hergeben. Weder mein GG noch ich sind sehr "tiererfahren".

Ich habe ca. ein Jahr überlegt, ob ich mir das Leben mit einem Hund vorstellen könnte, bevor ich mit meinem GG darüber geredet habe. Es gab während dieser Zeit auch eine Phase, wo ich es mir überhaupt nicht mehr vorstellen konnte.

Für mich war von Anfang an klar, dass es ein Bolonka sein sollte und zu uns passt er perfekt. Den Aufwand darf man aber nicht unterschätzen. Nebst der täglichen Beschäftigung/Spaziergänge will auch sein Fell gepflegt werden, dh regelmässig (idealerweise täglich) kämmen und alle 2 Wochen baden (dauert mind. 1 Stunde inkl. Föhnen/Kämmen). Da er keine Haare verliert, ist es daheim nicht ganz so schmutzig wie mit einem anderen Hund, aber etwas mehr Dreck als sonst haben wir schon.

Unser Sohn liebt den Hund über alles, doch er beschäftigt sich nicht gross mit ihm. Wahrscheinlich ein paar Minuten pro Tag. Trotzdem spüre ich, dass ihm der Hund gut tut.

Wenn man einen Welpen nimmt, ist es fast vergleichbar mit einem Baby, dh es ist am Anfang sehr aufwändig. Unser Hund war schon gut jährig, als er zu uns kam und ich war sehr froh darum. So konnte er auch fast von Anfang an kurz allein daheim bleiben.

Mit Hund muss man sich aber vieles überlegen. Was mache ich mit dem Hund, wenn ich einen Tagesausflug machen möchte und ihn nicht mitnehmen kann? Wie verbringt man die Ferien? Wir haben das Glück, dass wir in unserer Nähe einen super Hundesitter haben, wo wir ihn (fast) jederzeit hinbringen können und in den Ferien ist unser Hund immer dabei.

Ich gehe mit unserem Hund die Hundeschule, was wir beide sehr gerne machen. Einige Hundeschulen bieten auch Kind-/Hundkurse an und das möchte mein Sohn auch gerne mal machen.

Ich hoffe, diese Gedanke helfen dir ein wenig.
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Re: Familienhund

Beitrag von Lotus » Do 20. Jun 2019, 20:36

Also wir sind jetzt mit unseren Hunden auf Reisen. Es geht alles. Man muss sich nur damit auseinandersetzen. Und ich würde ganz klar einen grunderzogenen, ausgewachsenen Hund empfehlen, welcher ein neues Zuhause sucht, weil das Herrchen/Frauchen vielleicht verstorben ist oder so ähnlich. Würde über private Anzeigen suchen und da kann man meist auch probehalber Besuche machen, schauen obs passt.
Wir haben nun seit 15 Jahren immer 2 Hunde. 1x hatten wir "Pech" wegen Aggressionen und falsch bis gar nicht sozialisiert. Das ahnten wir, Bauchgefühl wusste das schon, aber wir zogen es wegen dem Gewissen dann 4 Jahre durch.
Die Hunde störten uns "nie". Früh genug Ferienunterkunft suchen. Einzig Wohnungssuche fühlte ich mich sehr eingeschränkt.
Grüsse Lotus
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Re: Familienhund

Beitrag von jupi2000 » Fr 21. Jun 2019, 08:52

Kann meinen Vorschreiberinnen nur beipflichten.

Es gibt tatsächlich Anfängerhunde, zB. den Labrador, den Bichon Frise, den Mops, die französische Bulldogge usw. Im Netz findest du viele gute und wichtige Informationen betreffend Anfängerhunde. Auf keinen Fall würde ich mit einem Hüte- oder Jagdthund beginnen. Also Schäferhunde, Border Collies, Dackel, Jack Russel usw.
In meiner Kindheit hatten wir viele Hunde uA Deutsche Schäferhunde. Die muss man wirklich gut erziehen und brauchen eine konsequente Führung. Die bewachen und beschützen einfach gerne. Und falls es denen langweilig werden sollte, kanns recht unangenehme Folgen haben! Also falls ihr euch für einen Hund entscheiden solltet, informiert euch gut im Netz oder mit Büchern etc.

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Re: Familienhund

Beitrag von Yoghurt » Fr 21. Jun 2019, 09:11

jupi2000 hat geschrieben:
Fr 21. Jun 2019, 08:52
Auf keinen Fall würde ich mit einem Hüte- oder Jagdthund beginnen. Also Schäferhunde, Border Collies, Dackel, Jack Russel usw.
Labradore sind Jagdhunde, das nur nebenbei. :wink:

Ich selbst habe mit einem Jagdhund angefangen, ohne dass ich vorher Erfahrung gehabt hätte. Und es hat wunderbar funktioniert. Allerdings hatte ich mich im Vorfeld sehr gut informiert, auch über die Rasseeigenschaften, und dann hatten wir noch einen "Traumhund" erwischt, der kein herausforderndes Verhalten hatte. Eine der von dir genannten Anfängerrassen wäre gar nichts für mich gewesen. Ich bleibe meiner Charakterrasse treu!

Das Problem bei den Rassen, die du genannt hast, ist, dass sie derzeit Modehunde sind. Viele sind überzüchtet, haben Gesundheitsprobleme (kurze Nase, HD bzw. ED etc.), und viele werden unter übelsten Umständen im Ausland produziert und in die Schweiz gekarrt. Wer sich überlegt, einen Hund anzuschaffen, sollte unbedingt diesen Artikel hier lesen: https://www.beobachter.ch/familie/haustiere/hundehandel-das-schmutzige-geschaft-mit-den-importierten-hundewelpen?wtmc=socialmedia.facebook.shared.web

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Re: Familienhund

Beitrag von jupi2000 » Fr 21. Jun 2019, 09:20

Labradore gelten trotzdem als absolute Anfängerhunde :wink:

Und dass man den Hund bei einem seriösen Schweizer Züchter kauft, versteht sich von selbst.

Yoghurt
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Re: Familienhund

Beitrag von Yoghurt » Fr 21. Jun 2019, 09:29

Wenn sich das von selbst verstehen würde, dann würden nicht so viele Menschen diese Billig-Welpen aus dem Internet kaufen. Die Hundehändler können dieses Geschäft nur deshalb betreiben, weil es genügend Käufer gibt, die es unterstützen.

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Re: Familienhund

Beitrag von Stella* » Fr 21. Jun 2019, 09:45

jupi2000 hat geschrieben:
Fr 21. Jun 2019, 09:20
Und dass man den Hund bei einem seriösen Schweizer Züchter kauft, versteht sich von selbst.
Wenn man keinen Welpen möchte, kann man seinen Hund nicht beim Züchter kaufen. :wink:
Viele Tierheime verkaufen ihre Hunde nicht an Familien mit Kindern. Haben wir selber so erlebt. Und Hunde, bei denen der Besitzer verstorben ist, sind oft nicht an Kinder gewöhnt. Es ist also nicht ganz einfach...
Wir haben unseren Hund auf Tutti gefunden - für uns wie ein 6er im Lotto!
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