Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von flurina » Mo 11. Feb 2019, 19:39

Hallo zusammen
Unser Sohn (6.Klasse) hat nun das zweite Jahr Französisch-Unterricht in der Schule. Sie benutzen das neue Lehrmittel "Dis donc!"

Meine / Unsere Begeisterung für dieses Lehrmittel hält sich sehr in Grenzen.
Wie sind eure Erfahrungen?

Würde mich freuen ein paar andere Meinungen zu hören und wie es euren Kindern mit diesem Lehrmittel ergeht!
Liebe Grüsse
flurina

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stella
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Re: Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von stella » Mo 11. Feb 2019, 19:49

Ich unterrichte Fremdsprachen im Kanton Bern, mit dem Pendant mille feuille und clin d'oeil.

Ja, die neuen Sprachlehrmittel sind gewöhnungsbedürftig. Es ist aber unser Auftrag, mit diesen zu unterrichten und in einem gewissen Masse müssen wir Lehrpersonen und auch Eltern (ich bin auch noch als Mama davon betroffen) Vertrauen haben, dass diese Lehrmittel funktionieren.

Was ich daneben finde, sind die vielen Lehrpersonen, namentlich auf der Oberstufe, die einen Schattenlehrplan erfüllen und so total neben den Kompetenzzielen der neuen Sprachlehrmittel vorbei zielen.

Gleichzeitig habe ich an einem Master mitgemacht, der aufzeigt, dass im Spracherwerb auf den Stufen A1 bis B1 der Wortschatzerwerb viel zentraler als die Strategien sind, die dann erst beim besseren Sprachverständnis zum Tragen kommen.

In diesem Spannungsfeld bewege ich mich als Mutter und als Lehrerin, das ist nicht ganz einfach.

Hier noch ein Link, der die "neue" Didaktik des heutigen Sprachenlernens mit eurem Lehrmittel gut erklärt:

https://www.lmvz.ch/schule/dis-donc/unt ... t-dis-donc
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8. Klasse und 5. Klasse

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Hausdrache
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Re: Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von Hausdrache » Di 12. Feb 2019, 06:35

Ich finde das dis donc deutlich besser, als was wir vorher hatten. Und ich unterrichte nun seit zwanzig Jahren Französisch, das alte Lehrmittel haben wir seit zwanzig Jahren.

Ich habe auch von meinen Kollegen nur Begeisterung gehört. Was toll ist, ist die Online Trainingsplattform für die Kinder. Die Schüler lieben es und können damit auch das Hören üben, das bislang viel zu kurz kam. Nun haben sie die Hörtexte auch zu Hause, können sie nochmal hören, auch das Voci können sie so trainieren.

Ich finde es ein sehr gutes Lehrmittel.
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Pädagogik ist der organisierte Kampf der Erwachsenen gegen die Kinder.(Mark Twain)

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carina2407
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Re: Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von carina2407 » Di 12. Feb 2019, 08:02

Mein Sohn lernt auch mit dis donc. Seine anfängliche Abneigung gegen Französisch hat sich gewandelt, ich persönlich schreibe das dem Lehrmittel zu. Es ist übersichtlich und hat gute Uebungen, auch kreative, was meinem Sohn zugute kommt, da er so Sachen gerne macht. Zusätzlich können sie mit Quizlet üben, das ihnen die Lehrerin eingerichtet hat. Obwohl er es anfänglich gehasst hat und behauptete er könne es nicht, ist er zur Zeit bei einer 5 im Zeugnis. Ich finde es auch ein gutes Lehrmittel.

Was gefällt Euch denn daran nicht?
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Re: Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von flurina » Mi 13. Feb 2019, 14:38

Merci für eure Rückmeldungen.

@Hausdrache: wie hiess denn euer vorheriges Lehrmittel?
die online Lernplattform ist super und auch dass das Wörtlilernen einfacher geht weil mit Quizlet verknüpft!

@stella: ich habe von den anderen Lehrmitteln schon gehört, kenne sie aber nicht. hier war das Vorgänger-Lehrmittel das Envol, wir haben es aber selber nie kennengelernt.
Darf ich nachfragen, was du damit meinst, "dass im Spracherwerb auf den Stufen A1 bis B1 der Wortschatzerwerb viel zentraler als die Strategien sind, die dann erst beim besseren Sprachverständnis zum Tragen kommen." ??
merci für den Link!

@carina: bei uns ist es nicht das Problem mit den Noten. Er hatte jetzt und auch schon in der 5. Klasse jeweils eine 5.5 im Zeugnis.

Es ist vielmehr der "Chrampf" nebst der einten Fremdsprache (Englisch ab der 3. Klasse, das funktioniert gut) jetzt noch eine so für uns fremde und abstrakte Sprache zu lernen. Wir sind in der Ostschweiz zu Hause, haben so gut wie nie mit französischer Sprache zu tun.
Es ist für die meisten Kinder ein mühsames Auswendiglernen von neuen Lauten und Schreibweisen. Das hat sogar die Lehrerin zugeben müssen.
Einerseits ist es das Lehrmittel, mit welchem ich selber nicht viel anfangen kann (komische themen, Wörter die ich nie als Beginner wissen wollte).... andererseits aber auch unser System im Allgemeinen.
Ich war eine Befürworterin von Frühfranzösisch als ich selber Schülerin war 8) :D . Nun bin ich eine Gegnerin, jedenfalls so wie es im Moment hier abläuft. In der 5. Klasse wurden pro Woche 3 Lektionen aufgewendet, jetzt in der 6. sind es noch 2 Wochenlektionen. Das scheint nicht viel zu sein. Es ist aber zu viel, wenn ich sehe, wie gut oder eben wie schlecht die Kinder in Deutsch sind! Die Rechtschreibung (deutsch) ist eine einzige Katastrophe, Umgang mit Texten und Wörtern wurde stets nur gestreift, nie vertieft geübt. Diktate sind eh out. Die Kinder können auch keinen Text "analysieren" und damit arbeiten, keine Zusammenfassungen schreiben, Wesentliches herauslesen, Duden verwenden ect.
Grammatikregeln? Was ist das? Es zählt das Lautgetreue reden und schreiben. Jedenfalls bisher..... eine einzige Katastrophe!
Kurz gesagt, ich finde es wird viel zu viel Zeit und Mühe in eine 2.Fremdsprache investiert, obwohl nicht einmal das Deutsch sitzt. Ich finde, es würde genügen, wenn überhaupt, das Französisch als Wahlfach jenen Kindern anzubieten, die das wollen und die gefördert werden wollen, weil sie den anderen schon voraus sind oder einfach überdurchschnittliche Leistungen bringen. Bei allen anderen würde es reichen, wenn sie in der Oberstufe damit anfangen. Ich bin davon überzeugt, dass sie das, was sie jetzt in diesen 2 Jahren lernen, später in einem halben Jahr aufgeholt hätten, aber sie sehr profitieren würden, wenn die Lektionen ins Deutsch investiert würde. Noch besser wäre es, man würde Zeit und Aufwand ab der Oberstufe ins Englische investieren. Jene welche dann noch Franz lernen wollen oder müssen, können das selber machen.

Beim Lehrmittel kritisiere ich vor allem, dass teils Wörter, Texte und Themen in den unités vorkommen, die recht abstrakt sind....
Wörter die ich nicht zu Beginn bringen würde, wenn ich eine neue Sprache lernen muss ....
Als Beispiel jetzt grad: dis donc 6 Unité 3 die Geschichte von Gaston le cochon: im Zentrum steht eine auf den 1. Blick herzige Bildergeschichte mit passendem Text in Reimen von einem kleinen Schweinchen, das sich zu dick findet und sich Strategien überlegt, abzunehmen....
Der Text enthält die abstraktesten Reimwörter, in diversesten Zeitformen. Also auch Zukunft, Möglichkeitsform und auch einige umgangssprachliche Ausdrücke, die nicht mal der Translater kannte, auch nicht meine französisch sprechende Verwandtschaft.
Es ist grad in dem Gedicht wichtig, dass man die feinen Facetten der Sprache heraushört. Bei allem Respekt, soweit sind die Kinder bei Weitem nicht! Sie haben noch nicht einmal die Konjugation von avoir und être intus, gerade mal knapp die -er verben..... aber noch KEINE Ahnung von den diversen Zeitformen, passé composé ect.... und sollen Ausdrücke sprechen und verstehen, die in den total schwierigen und fremden Zeitformen aufgeschrieben sind. Teils sollen sie diese Passagen flüssig lesen und zum Teil auch noch auswendig aufsagen können, dazu noch einen Rhythmus klatschen und sich auf französisch Bewegungsabläufe anweisen können......
Ich frage mich, was zum Henker sich die Macher dieses Lehrmittels bei dieser Geschichte gedacht haben... solche Aufgaben, nehmen den Kindern die Freude eine Fremdsprache zu lernen! DAs ist nur ein Beispiel dafür, warum ich nicht begeistert bin und meinen Sohn verstehen kann, dass er die Freude daran verloren hat....

Darum würde es mich interessieren, ob andere das auch so empfinden....

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stella
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Re: Lehrmittel dis donc! Wie sind eure Erfahrungen?

Beitrag von stella » Mi 13. Feb 2019, 15:10

flurina hat geschrieben:
Mi 13. Feb 2019, 14:38
Merci für eure Rückmeldungen.

@Hausdrache: wie hiess denn euer vorheriges Lehrmittel?
die online Lernplattform ist super und auch dass das Wörtlilernen einfacher geht weil mit Quizlet verknüpft!

@stella: ich habe von den anderen Lehrmitteln schon gehört, kenne sie aber nicht. hier war das Vorgänger-Lehrmittel das Envol, wir haben es aber selber nie kennengelernt.
Darf ich nachfragen, was du damit meinst, "dass im Spracherwerb auf den Stufen A1 bis B1 der Wortschatzerwerb viel zentraler als die Strategien sind, die dann erst beim besseren Sprachverständnis zum Tragen kommen." ??
Die neue Sprachdidaktik arbeitet mit Strategien. Als Beispiel Leseverstehen: Streiche bekannte Wörter, Namen, Zahlen an und suche Parallelwörter, achte auf die Bilder und den Titel. Nun habe ich eben mit meiner Klasse an einem Master mitgemacht, der untersucht hat, ob dies wirklich der effektive Weg zum Lernen einer Sprache ist. In der Arbeit wurden gleich alte Klassen verglichen, die je mit dem neuen Sprachlehrmittel und je mit dem alten Sprachlehrmittel unterrichtet wurden. Es wurde das Leseverstehen von beiden Gruppen gemessen. Und der Unterschied vom Leseverstehen war frappant. Die Lerngruppen, die mit dem alten Lehrmittel (hier im Kanton Bern das Bonne chance...) unterrichtet wurden, verstanden die Texte deutlich besser als die SchülerInnen, die mit dem neuen mille feuilles und clin d'oeil und mit Frühfranzösisch (bei uns startet Franz auf der 3. Klasse) unterrichtet wurden. Die Arbeit hat sehr hohe Wellen geschlagen, bis in die Erziehungsdirektion und bis in die Sprachforschung. Und ich nehme an, dass bei der Überarbeitung der Lehrmittel diese Erkenntnis stärker mit einfliessen wird.

merci für den Link!

@carina: bei uns ist es nicht das Problem mit den Noten. Er hatte jetzt und auch schon in der 5. Klasse jeweils eine 5.5 im Zeugnis.

Es ist vielmehr der "Chrampf" nebst der einten Fremdsprache (Englisch ab der 3. Klasse, das funktioniert gut) jetzt noch eine so für uns fremde und abstrakte Sprache zu lernen. Wir sind in der Ostschweiz zu Hause, haben so gut wie nie mit französischer Sprache zu tun.
Es ist für die meisten Kinder ein mühsames Auswendiglernen von neuen Lauten und Schreibweisen. Das hat sogar die Lehrerin zugeben müssen.
Es steht und fällt halt mit der Einstellung aller Beteiligten, ob Franz gerne gemacht wird oder nicht. Aber das ist nicht abhängig vom Lehrmittel. Und es ist auch okee, wenn man ein Fach nicht mag.

Einerseits ist es das Lehrmittel, mit welchem ich selber nicht viel anfangen kann (komische themen, Wörter die ich nie als Beginner wissen wollte).... andererseits aber auch unser System im Allgemeinen.
Die neue Sprachdidaktik geht von authentischen Texten aus. Ich kenne euer Lehrmittel nicht, aber es liegt ihm die gleiche Sprachdidaktik zu Grunde, wie dem, mit dem ich arbeite. Und ja, es ist auch für mich immer noch sehr befremdend, dass die Kinder sehr spezielle Wörter lernen, aber in der 8. Klasse immer noch nicht selbständig nach dem Weg fragen können oder immer noch nicht selber einkaufen können, weil ihnen der Wortschatz und zum Teil das Sprachgerüst (Grammatik) fehlt.

Ich war eine Befürworterin von Frühfranzösisch als ich selber Schülerin war 8) :D . Nun bin ich eine Gegnerin, jedenfalls so wie es im Moment hier abläuft. In der 5. Klasse wurden pro Woche 3 Lektionen aufgewendet, jetzt in der 6. sind es noch 2 Wochenlektionen.
Die Frühsprachen wurden politisch sehr gut verkauft. Jedoch wurden in den meisten Kantonen die Gesamtlektionenzahl über alle Volksschuljahre nicht angehoben. Im Kanton Bern haben sie gar eine Jahreslektion weniger als früher. Da man nun sehr früh beginnt, sind die Lektionen natürlich schön verteilt. Und mit 2 Lektionen pro Woche macht es weniger Sinn. Und da man früher beginnt, wird auch der Sprachlevel ende Volksschule nicht mehr am gleichen Ort sein. 3./4. Klasse Englisch bei euch kann man wenig Sprachbetrachtung und Grammatik machen... Das fehlt dann oben hinaus..

Das scheint nicht viel zu sein. Es ist aber zu viel, wenn ich sehe, wie gut oder eben wie schlecht die Kinder in Deutsch sind! Die Rechtschreibung (deutsch) ist eine einzige Katastrophe, Umgang mit Texten und Wörtern wurde stets nur gestreift, nie vertieft geübt. Diktate sind eh out. Die Kinder können auch keinen Text "analysieren" und damit arbeiten, keine Zusammenfassungen schreiben, Wesentliches herauslesen, Duden verwenden ect.
Das hat halt ganz klar gewechselt. Der Schwerpunkt ist überhaupt nicht mehr dort. Und die Didaktik geht davon aus, dass, wenn die Kinder den Dingen immer wieder begegnen, sie diese automatisch anwenden. Die Kompetenz "schreiben" hat noch 1/4 der Unterrichtszeit zur Verfügung. Darin enthalten ist "produktives Schreiben", Rechtschreibung und Grammatik. Daran kann man sehen, dass dies eben ein sehr kleinen Stellenwert heute hat.

Noch etwas zum Diktat: Bei Diktaten weiss man heute, dass sie praktisch keinen Einfluss auf die Rechtschreibung haben. Die, die gut sind, bleiben gut, die, die Mühe haben, kommen auf keinen grünen Zweig. Viel interessanter wären individuelle Rechtschreibeprogramme.


Grammatikregeln? Was ist das? Es zählt das Lautgetreue reden und schreiben. Jedenfalls bisher..... eine einzige Katastrophe!
Kurz gesagt, ich finde es wird viel zu viel Zeit und Mühe in eine 2.Fremdsprache investiert, obwohl nicht einmal das Deutsch sitzt.
Was spricht dagegen? Jemand, der bilingue ist, der lernt ja auch beide Sprachen, obwohl er keine richtig beherrscht.

Ich finde, es würde genügen, wenn überhaupt, das Französisch als Wahlfach jenen Kindern anzubieten, die das wollen und die gefördert werden wollen, weil sie den anderen schon voraus sind oder einfach überdurchschnittliche Leistungen bringen. Bei allen anderen würde es reichen, wenn sie in der Oberstufe damit anfangen. Ich bin davon überzeugt, dass sie das, was sie jetzt in diesen 2 Jahren lernen, später in einem halben Jahr aufgeholt hätten, aber sie sehr profitieren würden, wenn die Lektionen ins Deutsch investiert würde. Noch besser wäre es, man würde Zeit und Aufwand ab der Oberstufe ins Englische investieren.

Ja, die Mehrheit hat nun anders entschieden. Und zum Glück können wir nicht Einzelinteressen als Entscheidungsgrundlagen nehmen! Ich hatte mal eine Mutter, die von mir wollte, dass ich Chinesisch anbieten würde. Würde Sinn machen. Aber ist hier und heute nicht angedacht.
Und als Bewohnerin eines zweisprachigen Kantons finde ich es evident wichtig, dass mindestens eine Landessprache erlernt wird. Ich finde den Entscheid der ostschweizer Kantone, zuerst mit Englisch anzufangen, grenzwertig. Und ich vermute, dass wir, die mit Franz beginnen, weniger Probleme haben, weil wir mit der schwierigeren Sprache zuerst anfangen und die Kinder die Erfahrung gemacht haben, dass sie durchaus Fortschritte erzielen können und dass dies Spass machen kann. Englisch geht dann wie von selber und wird als sehr einfach empfunden.


Jene welche dann noch Franz lernen wollen oder müssen, können das selber machen.

Beim Lehrmittel kritisiere ich vor allem, dass teils Wörter, Texte und Themen in den unités vorkommen, die recht abstrakt sind....
Wörter die ich nicht zu Beginn bringen würde, wenn ich eine neue Sprache lernen muss ....
Als Beispiel jetzt grad: dis donc 6 Unité 3 die Geschichte von Gaston le cochon: im Zentrum steht eine auf den 1. Blick herzige Bildergeschichte mit passendem Text in Reimen von einem kleinen Schweinchen, das sich zu dick findet und sich Strategien überlegt, abzunehmen....
Der Text enthält die abstraktesten Reimwörter, in diversesten Zeitformen. Also auch Zukunft, Möglichkeitsform und auch einige umgangssprachliche Ausdrücke, die nicht mal der Translater kannte, auch nicht meine französisch sprechende Verwandtschaft.
Es ist grad in dem Gedicht wichtig, dass man die feinen Facetten der Sprache heraushört. Bei allem Respekt, soweit sind die Kinder bei Weitem nicht! Sie haben noch nicht einmal die Konjugation von avoir und être intus, gerade mal knapp die -er verben..... aber noch KEINE Ahnung von den diversen Zeitformen, passé composé ect.... und sollen Ausdrücke sprechen und verstehen, die in den total schwierigen und fremden Zeitformen aufgeschrieben sind. Teils sollen sie diese Passagen flüssig lesen und zum Teil auch noch auswendig aufsagen können, dazu noch einen Rhythmus klatschen und sich auf französisch Bewegungsabläufe anweisen können......

Wie weiter oben geschrieben: DAS ist die neue Sprachdidaktik! By the way: Wir Oberstufenlehrpersonen haben bereits Kritik angebracht und unsere Lehrmittel vom passepartout Verbund werden nun angepasst. Sprachstruktur, Alltagswortschatz...
Was ich aber toll finde: Die Kids gehen an diese Texte. Sie trauen es sich zu. Ich selber habe noch in der Ausbildung immer Muffensausen gehabt!


Ich frage mich, was zum Henker sich die Macher dieses Lehrmittels bei dieser Geschichte gedacht haben... solche Aufgaben, nehmen den Kindern die Freude eine Fremdsprache zu lernen! DAs ist nur ein Beispiel dafür, warum ich nicht begeistert bin und meinen Sohn verstehen kann, dass er die Freude daran verloren hat....

Darum würde es mich interessieren, ob andere das auch so empfinden....
Was ich beobachtet habe, Franz und Englisch auf der Oberstufe: Die Jugendlichen sind bis zum Schluss dabei. Sie lernen Dinge in der Fremdsprache, die ihnen auch ein wenig die Angst nehmen. Sie können andere Dinge als die Kinder, die mit der vorhergehenden Sprachdidaktik unterrichtet wurden. Seien wir ehrlich: Ich konnte am Ende der 9. Klasse kaum einen Satz frei sprechen ausser vielleicht "je ne comprends pas, je suis touriste"! Ich finde das einen enormen Gewinn, dass sogar meine 9. Klässler in beiden Sprachen mitarbeiten und Freude daran haben. Die fehlende Sprachstruktur bringe ich hinein. Wortschatz übe ich mit ihnen. Dafür lasse ich ab und an Dinge weg und wähle gezielt aus. Meine Aufgabe als Sprachlehrerin.
Pfunzle 06/04 und Gumsle 10/07

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