„Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

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dan79
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„Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von dan79 » Mo 22. Apr 2019, 07:56

Hallo Zusammen
Ich überleg schon länger daran herhum, ob man gewisse Themen, die man in der Vergangenheit anders gemacht hat, als man es heute machen würde....wegen mehr Erfahrung/lernen aus den eigenen Fehler etc.

Ein Beispiel:
Ich bereue es zum Beispiel, dass ich meinen Sohn nicht von klein an in den Haushalt mit einbezogen habe, dass ich ihm somit verwehrt habe, Freude am „Helfen“ zu entwickeln.... wenn ich ihm nämlich heute etwas auftrage oder ihn frage, welche Arbeit er im Haushalt übernehmen möchte, kommt oft ein „Nein“ oder „Nichts“. Er wird in 2,5 Monaten 6 Jahre...ist es zu spät um solche Themen noch hinzubekommen?

Wie gesagt, das ist ein Beispiel...aber hat man mit bei einem 6-jährigen Kind noch die Chance, mit der Erziehung „eingerissene“ Verhaltensweisen zu „ändern“?

Ich schreibe vieles in Anführungszeichen...es ist alles nichts dramatisches...aber ich lese viel über das Thema Erziehung und oft denke ich: „Oh nein, für dieses und jenes ist wohl der Zug schon abgefahren nach knapp 6 Jahren“

Was denkt ihr? Versteht ihr überhaupt was ich meine?

Schönen Ostermontag allen
Daniela

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Coneli
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Coneli » Mo 22. Apr 2019, 08:23

Ich (wir) haben unseren Sohn so erzogen wie ich es für richtig hielt. Beeinflussen lassen oder Bücher gelesen habe ich nie. Nun zu deinem Beispiel. Ich verlangte von unserem Sohn auch nie regelmässig etwas im Haushalt mitzuhelfen. Er hatte auch nie ein Ämtli. Wenn ich ihn aber Zwischendurch gebeten hatte eine Kleinigkeit einkaufen zu gehen oder mir den Geschirrspüler auszuräumen akzeptierte ich kein Nein. Der Zug ist doch noch nicht abgefahren. Du musst einfach konsequent sein/bleiben.

Heute ist unser "Bub" ein erwachsener toller Kerl, welcher mir auch ohne Aufforderung mithilft. ;-)

So wie du ihn bis zum heutigen Tag erzogen hast, stimmt es so für dich nicht(mehr) ,weil du viel Erziehungstipps gelesen hast oder warum möchtest du jetzt was ändern?
Ha ä tolle Giuu!♥

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von jupi2000 » Mo 22. Apr 2019, 08:43

Du kannst bestimmt noch Regeln einführen oder ändern, das ist nie zu spät. Es braucht vielleicht nur mehr Energie und Dranbleiben, wenns bis jetzt ganz anders gehandhabt wurde. Du kannst ihm ja sagen, dass du ab jetzt möchtest, dass er was kleines im Haushalt hilft. Wenn dir das wichtig ist, musst du konsequent dranbleiben. Wenns dir nicht so wichtig ist, wird er das auch merken und es eher nicht tun.
Bei uns kamen auch hin und wieder neue Regeln dazu (oder weg), weil die Kinder einfach älter wurden und Regeln angepasst werden mussten. ZB mal was einkaufen gehen oder so. Das können sie mit 5 gar noch nicht. Oder TV Regeln ändern sich ja auch mal, wenn aus Kindern Teenies werden.
Es ist nie zu spät.

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dan79
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von dan79 » Mo 22. Apr 2019, 18:46

Coneli hat geschrieben:
Mo 22. Apr 2019, 08:23
Ich (wir) haben unseren Sohn so erzogen wie ich es für richtig hielt. Beeinflussen lassen oder Bücher gelesen habe ich nie. Nun zu deinem Beispiel. Ich verlangte von unserem Sohn auch nie regelmässig etwas im Haushalt mitzuhelfen. Er hatte auch nie ein Ämtli. Wenn ich ihn aber Zwischendurch gebeten hatte eine Kleinigkeit einkaufen zu gehen oder mir den Geschirrspüler auszuräumen akzeptierte ich kein Nein. Der Zug ist doch noch nicht abgefahren. Du musst einfach konsequent sein/bleiben.

Heute ist unser "Bub" ein erwachsener toller Kerl, welcher mir auch ohne Aufforderung mithilft. ;-)

So wie du ihn bis zum heutigen Tag erzogen hast, stimmt es so für dich nicht(mehr) ,weil du viel Erziehungstipps gelesen hast oder warum möchtest du jetzt was ändern?
Unsere generelle Erziehung stimmt total für mich. Wir haben einen Jungen mit tollen Werten.
Trotzdem hab ich nie ausgelernt und reflektiere mein Handeln ständig....und es gibt Teil-Themen wie das mithelfen im Haushalt. Ich glaube, ich hatte in der Vergangenheit zu wenig Geduld und Nerven und habe immer alles selber gemacht und kann mir gut vorstellen, dass er so gar keine Freude an Hausarbeiten entwickeln konnte. Das ist meine Theorie.

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Ups... » Mo 22. Apr 2019, 19:28

Kann man Freude an Haisarbeiten entwickeln?
Unsrer muss schon immer helfen und tuts nicht gerne..

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Dragonfly2012 » Mo 22. Apr 2019, 21:33

Du kannst doch gut erklären, dass er jetzt, wo er älter wird, auch mehr Pflichten übernehmen muss, aber dann auch mehr Rechte hat (Sachen machen darf, die jüngere nicht dürfen). Bei meinem funktionieren solche "Vernunftserklärungen" jeweils ganz gut, auch auf anderen Gebieten...
Und ich glaube nicht, dass Du "Erziehungsfehler" gemacht hast, Du bist zu streng zu Dir selber!
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von sonrie » Mo 22. Apr 2019, 21:40

ich finde, solche Regeln die man durchsetzen / ändern möchte haben weniger mit dem Alter des Kindes, als mit der eigenen Haltung zu tun. Es geht nicht darum, ob er das nun toll findet, hausarbeit mag oder nicht und auch nicht, dass er mit 6 jahren zu alt ist, etwas zu lernen - es geht darum, wie wichtig es dir ist und wie du ihm das vermittelst. Natürlich kann man sich - wenns nicht so funktioniert - das auch so erklären, dass man vor jahren was versäumt hat - oder aber man fragt sich, wie man das JETZT durchsetzt.
Wenn du ihn natürlich fragst ob er helfen möchte oder was er gerne übernehmen möchte, ist "nein" und "nichts" eine durchaus legitime Antwort - damit musst du rechnen ;-)
Ich frage meine Kinder nicht, ich verteile die Aufgaben wer was machen soll, sie wissen aber auch dass ich nicht die Hausangestellte bin.

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dan79
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von dan79 » Di 23. Apr 2019, 08:34

Dragonfly2012 hat geschrieben:
Mo 22. Apr 2019, 21:33
Du kannst doch gut erklären, dass er jetzt, wo er älter wird, auch mehr Pflichten übernehmen muss, aber dann auch mehr Rechte hat (Sachen machen darf, die jüngere nicht dürfen). Bei meinem funktionieren solche "Vernunftserklärungen" jeweils ganz gut, auch auf anderen Gebieten...
Und ich glaube nicht, dass Du "Erziehungsfehler" gemacht hast, Du bist zu streng zu Dir selber!
Jep meine Schwäche ist der Hang zum Perfektionismus und immer im Bestreben, etwas immer besser macen zu wollen....

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von dan79 » Di 23. Apr 2019, 08:42

sonrie hat geschrieben:
Mo 22. Apr 2019, 21:40
ich finde, solche Regeln die man durchsetzen / ändern möchte haben weniger mit dem Alter des Kindes, als mit der eigenen Haltung zu tun. Es geht nicht darum, ob er das nun toll findet, hausarbeit mag oder nicht und auch nicht, dass er mit 6 jahren zu alt ist, etwas zu lernen - es geht darum, wie wichtig es dir ist und wie du ihm das vermittelst. Natürlich kann man sich - wenns nicht so funktioniert - das auch so erklären, dass man vor jahren was versäumt hat - oder aber man fragt sich, wie man das JETZT durchsetzt.
Wenn du ihn natürlich fragst ob er helfen möchte oder was er gerne übernehmen möchte, ist "nein" und "nichts" eine durchaus legitime Antwort - damit musst du rechnen ;-)
Ich frage meine Kinder nicht, ich verteile die Aufgaben wer was machen soll, sie wissen aber auch dass ich nicht die Hausangestellte bin.
Wie gesagt, der Haushalt dient nur als Beispiel...Aber ich merke, es ist schwierig zu erklären was ich meine.

Trotzdem vielen Dank für eure Inputs....

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Timimi » Di 23. Apr 2019, 11:27

Wir halten ab und zu eine Familienkonferenz ab. Wir besprechen dann, was gut und was nicht so gut läuft in der Familie. Danach machen wir allenfalls neue Regeln ab, passen den Ämtliplan an oder regeln Sackgeld/Fernsehzeit neu. Einfach gerade was so Themen sind, was die Kinder und uns Eltern beschäftigt. Wir nehmen auch die Kritik der Kinder an uns ernst.

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von stella » Di 23. Apr 2019, 15:45

Also die Erziehung ist doch eine rollende Planung und Anpassung. Und klar kann man die neuen Situationen anpassen oder Dinge, die man e Bitz vergessen hat, aufnhemen.

Wir funktionieren wie Timimi... Ab und an haben wir Familienkonferenz und da besprechen wir Dinge. Da werden auch Wünsche aufgenommen von den Kindern und gelegentlich, wie z.B. mit dem Jugendbudget, bringe ich ein ganz neues Thema. Dabei funktionieren wir nach dem lösungsorientierten Ansatz (googelt mal... finde den für Familienthemen und Probleme supi...). Ich selber habe Vertrauen, dass sich meine Kinder entwickeln wollen und dass sie sich so verhalten wollen, dass es für alle angenehm ist. Wenn sie über längere Zeit ein spezielles Verhalten (Oposition, Ausrufen, Weinen, Wüten) zeigen, dann gehe ich davon aus, dass dies eine Botschaft an mich ist und ich dahinter schauen sollte, wenn ich dieses Verhalten nicht mehr möchte.

Punkto Haushalt, der ja nur ein Beispiel war: Wir haben nie Ämtli gehabt. Mir war der Aufwand, das durchzusetzen, zu gross. Aber wenn ich meinen Kindern heute erkläre, dass ich im Seich bin und ich ihre Hilfe brauche, dann kommen sie von selber in 95% Prozent der Fälle. Ich lasse sie dann vom Aufgabenberg auslesen, was sie machen wollen und das machen sie dann jeweils auch selbständig. Wir haben ihnen Hilfe einfach immer vorgelebt.
Was wir auch noch haben, ist Rituale... Die haben sich natürlich dem Alter immer wieder angepasst. So räumt jedes sein Geschirr ab, in die Maschine.
Und wir haben neu auch "Verträge", in denen zu den mehr Recht haben auch mehr Pflichten hinzu kommen. Bsp Jugendbudget: Darin ist enthalten, welchen Betrag Pfunzi bekommt und was sie damit machen muss und wie viele Kleider sie haben muss und auch welche Art. Weiter ist enthalten, dass sie eben NEU ihr Zimmer selber putzen muss, einmal die Woche.

Und so passen wir einfach unsere Aufgaben, Ideen, Anforderungen, Wünsche immer und immer wieder an.

Darum: Ja, Erziehungsfehler, so wie du sie nennst, kann man korrigieren und anpassen. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht. Manchmal hat es ein wenig härter, weil neu und ungewohnt, manchmal sehen die Kids es durchs Gespräch ein und dann läuft es wieder gut.

Da fällt mir ein: Heute Abend möchte ich ein Gespräch führen über Wäsche sortieren und dass sie nicht immer verdreht in die Wäsche geworfen wird. Da haben wir, wieder einmal, Optimierungspotential.
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Solvej2 » Di 23. Apr 2019, 20:37

Ups... hat geschrieben:
Mo 22. Apr 2019, 19:28
Kann man Freude an Haisarbeiten entwickeln?
Unsrer muss schon immer helfen und tuts nicht gerne..
Kann man??? Und wenn, wer bringt mir bei, wie das geht???

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Finchen
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Finchen » Di 23. Apr 2019, 21:02

Mein Sohn ist 4 und macht es vor allem dann gerne, wenn es um Sachen geht, die Ergebnisse bringen oder die die kleine Schwester noch nicht darf. Also mit den wirklich scharfen Messern schneiden oder Rüebli schälen oder so. Backen tut er total gerne und beim kochen stehen oft beide am Herd und wechseln sich ab mit umrühren. Staubsaugen tun auch beide gerne. Aufräumen mag keiner und Bad putzen findet er auch doof...
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von stella » Mi 24. Apr 2019, 08:45

Solvej2 hat geschrieben:
Di 23. Apr 2019, 20:37
Ups... hat geschrieben:
Mo 22. Apr 2019, 19:28
Kann man Freude an Haisarbeiten entwickeln?
Unsrer muss schon immer helfen und tuts nicht gerne..
Kann man??? Und wenn, wer bringt mir bei, wie das geht???
Gerne hier, ich auch!

Im ernst: Ich habe noch nie einen grossen Fokus auf die Hausarbeit gelegt. Das geschieht neben bei. Und eben, wenn mein Mann und ich im Seich sind, dann helfen uns die Kids, mal mehr, mal weniger. Gerne tun müssen sie es nicht, einfach tun. Und anschliessend ist es dann toll, wenn wir als Familie so Zeit gewonnen haben, die wir für etwas Spannenderes brauchen können.

Finchen
In dem Alter haben meine auch noch gerne Haushalt gemacht... Das kann und wird sich noch verändern.
Meine Grosse konnte z.B. im Kiga - Alter super gut aufräumen, dann konnte sie es eine Zeit lang wirklich nicht mehr - Umbau frontaler Kortex - und nun hat sie in ihrem Zimmer eine penible Ordnung, damit sie sich nicht immer mit Aufräumen beschäftigen muss.

Also es gibt in allen Bereichen noch Entwicklungen, in beide Seiten, positive oder negative.
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Nette » Mi 24. Apr 2019, 13:10

Liebe Dan79

Meine Jungs mussten nicht wahnsinnig viel helfen im Haushalt, als sie jünger waren als 6 Jahre alt. Heute aber mit 12 und 14 helfen sie mir regelmässig. Teilweise von sich aus oder nach Aufforderung. Meine Jungs kann ich bitten, eine neue Wäsche zu starzen, der jüngere kocht regelmässig usw.
Eine Kollegin von mir, sie war diesbezüglich sehr streng (in meinen Augen) mit ihren Kindern. Sie mussten schon seeeeh früh sehr viel im HAushalt helfen. DAmals auch mit Freude, klar. Heute, täglich ein grosser Machtkampf. Und wie die Waschmaschiene funktioniert wissen sie nicht....

Und noch was. Ich habe zwei Jungs, was gewisse Erziehungsstrategien beim Grossen geklappt hat, hat beim Kleinen nicht funktioniert und umgekehrt... Daher, wenn du etwas anpassen möchtest in der ERziehung, dann fange an. Und ob dein Sohn heute der grösste Helfer und dies mit grösster Freude im HAushalt wäre, wenn er dies spielerisch mit 2 begonnen hätte, steht in den Sternen ;-)
Stolzes Mami vo zwei liebe Luusbuebe ;-)

Alebri
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Alebri » Fr 26. Apr 2019, 09:55

Ich seh's jetzt auch nicht wirklich als Erziehungsfehler an, wenn man Kinder unter 6jährig noch nicht (so) in den Haushalt einbindet. Mein Sohn musste in dem Alter auch nicht wirklich was helfen.Seinen Teller abräumen... mal (sporadisch!) beim Ein- oder Ausräumen des Geschirrspülers helfen... ab ca. 6/7jährig musste (wollte ;-)) er ab und zu mal sein Zimmer selber staubsaugen (sein Zimmer aufräumen war immer sein Job)... ab ca. 10jährig habe ich ihm mal gezeigt, wie die Waschmaschine funktioniert (wobei er bisher auch noch nie selber waschen musste), damit er es mal gesehen hat, falls er mal dringend etwas waschen muss... usw. Aber so fixe Aemtli oder dass ich ihn wirklich regelmässig und konsequent in irgendeine Haushaltsarbeit eingebunden hatte, hatten wir auch nie. Ehrlich gesagt bis heute nicht - und er reisst sich natürlich auch heute (mit bald 14) nicht darum, mir im Haushalt zu helfen ;-). Aber wenn ich noch im Geschäft bin, ihn anrufe und ihm sage, dass er den Geschirrspüler aus- und wieder einräumen soll... die Küche schnell aufräumen soll... bitte noch schnell mit dem Staubsauger überall durchgehen soll, etc., macht er das problemlos. Das sind ja auch nicht wirklich schwierige Sachen, die man den Kindern jahrelang lernen muss ;-). Inzwischen muss er auch sein Bett selber an- und abziehen. Logisch. Ich denke, das sollte man bei einem 14jährigen auch nicht mehr machen ;-). Beim Kochen habe ich ihn auch nie eingebunden - weil ich selber Kochen hasse :oops: . Er kann sich jetzt über den MIttag aber locker mal selber Nudeln oder Gnocchi oder ähnliches machen, hat ja nun auch in der Schule seit 2-3 Jahren 1x pro Woche Kochen und kriegt auch von dort was mit.

Ich finde, das Mithelfen im Haushalt kommt mit den Jahren automatisch. Ob sie nun fix mithelfen müssen (wirklich wöchentliche Aemtlis) oder nach Bedarf, ist doch egal. Wichtig ist, dass sie es ab und zu auch mal machen müssen und da nicht bis 18 Jahren völlig "verbäbelet" werden. Aber ob das nun wirklich schon unter oder mit 6jährig "antrainiert" werden muss, glaube ich nicht. Das ist wohl auch je nach Familienkonstellation (mehrere Kinder, nur ein Kind, Eltern beide berufstätig, usw.) unterschiedlich. Ich musste als Kind/Jugendliche auch sehr wenig im Haushalt mithelfen - und schaffe es nun trotzdem, seit über 20 Jahren selbständig einen Haushalt zu schmeissen ;-). Obwohl ich schon sagen muss, dass ich froh gewesen wäre, wenn mir meine Mutter das eine oder andere mal gezeigt hätte - ich musste als ich mit 20 von Zuhause auszog, wirklich von der "Pieke an" alles lernen. Von daher ist es mir schon wichtig, dass mein Sohn zumindest mal weiss, wie eine Waschmaschine funktioniert, dass man Farbig und Weiss getrennt waschen soll ;-), dass er ein paar einfache Sachen kochen/zubereiten kann, jetzt mit bald 14 auch selber die Verantwortung für sein Zimmer trägt (aufräumen, staubsaugen, Bett frisch anziehen), etc. Aber eben: Dass man da schon 4jährige oder 6jährige wirklich fix in den Haushalt einbinden muss, ist meines Erachtens (und gemäss meiner Erfahrung als Mutter eines Teenagers ;-)) nicht matchentscheidend.

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Bleistift79 » Fr 26. Apr 2019, 17:04

Ich denke das mit den Hausarbeiten war eher als Beispiel gemeint?

ich denke auch, dass man viele Dinge nicht unbedingt bom Alter der Kids abhängig sind. Jedoch wird es je älter das Kind wird und je mehr sich das was man ihnen angewöhnt hat eingeschliffen hat, schwieriger zum ändern.

Das liest man auch immer wieder hier im Forum. Was im Kleinkindalter noch mit „ wenn, denn“ - Sätzen, Strafen, Androhungen gelungen sind durch zu setzen; spätestens ab der Mittelstufe & Pupertät häufen sich dann die Probleme. Die Betreffenden Eltern eröffnen Posts und stehen meist mit Unverständnis da.

Deshalb meine Antwort auf deine Frage: jein.
Ja, wenn es einem gelingt mit völliger innerer Überzeugung neu an die Sache heranzugehen und man sich gleichzeitig vollstens im Klaren ist, dass man als Eltern das schlechte Vorbild war und das Kind nur auf das Vorleben der Eltern reagiert/Handlungsweisen sich angeeignet hat.
nein, wenn obiges nicht möglich ist, weil das Kind einem nach wie vor nicht als authentisch wahrnimmt.

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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Bleistift79 » Fr 26. Apr 2019, 17:32

ich persönlich erlebe immer wieder zwei Dinge:
-es wird den Kindern zu wenig zu gemutet, weil man zuwenig Vertrauen in den Mut des Kindes hat. Lernen, kommt von üben. Wir Eltern sind da Hilfe zu geben wo nötig.

- in der Beziehung; das Wort Erziehung find ich doof, denn es erinnert mich immer irgendwie an „ dressieren“.
In der Erziehung geschieht vieles unter dem grossen Wort „ Liebe“. Eltern wollen von ihrem Kind geliebt werden und das auch ihr Kind sich von ihnen geliebt fühlt.
Viele Eltern kommt dabei ihre eigene Familien-Geschichte“ ihrem Rucksack an Erfahrungen der eigenen Kindheit in den Sinn. Oft, ist das Kinder bekommen und haben auch eine Kompensationsmöglichkeit, von etwas was fehlt. Via das Kind.

Ich glaube, das kennen wir alle. Schon vor oder in der Schwangerschaft haben wir unsere Vorstellungen wie das dann mit Baby/Kind wird. Wie wir was machen, meist natürlich sowieso besser als unsere Eltern ; ) .
Dann bekommen wir dieses kleine Wesen und meist folgt na dies na „ das Erwachen“. Was wir uns in der Babyzeit noch recht gut erklären können, bringt uns an unsere Grenzen, wenn das kleine Wesen anfängt seinen eigenen Willen, seinen Charakter zu zeigen. -
Oft wird es dann für die Eltern schwierig(er), dass eigene „aber ich will doch, wir wollten doch und es muss doch“ an zu erziehen. Den zu viel Druck erzeigt zu viel Gegendruck.
Da kommt dann meist wieder das Argument „ aber ich liebe doch, aber ich will doch geliebt werden“.

Ich persönlich glaube, dass ein Kind „ Liebe“ nicht über materielles, noch über „du bist am jetzt mein Hauptmittelpunkt“ im Leben erfährt. Auch nicht im „ ich nehme dir alles ab“.
Ich persönlich glaube, dass ein Kind sich geliebt fühlt, wenn es spürt „ meine Eltern vertrauen mir. Meinem Drang nach zu eifern, selbstständig zu werden und Eigenverantwortung zu üben & zu fördern“. Sie akzeptieren, dass es anstrengend ist, ein Kind auf seinem Weg zu begleiten, dass viele Missgeschicke dazugehören. Das Austesten, das Probieren, das Anstrengend sein zu empfinden mit Kindern.

Ich glaube, wir Eltern müssen unperfekt sein, damit auch unser Kind das sein darf. Ich glaube aber auch, dass wir Eltern authentisch sein müssen und das Kind das auch sein darf.

Somit hat vieles in der Beziehung mit Kindern mit Erwartungshaltung von uns Eltern an die Kinder zu tun. Unsere Kinder aber, haben dies nicht von Geburt an. Wenn denn nehmen sie uns als Vorbild und wir, versuchen im dümmsten Fall, ihnen das wieder abzugewöhnen. Lg

Melinde Flink
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Re: „Erziehungsfehler“ wieder gut machen?

Beitrag von Melinde Flink » Mi 15. Mai 2019, 21:09

Ich musste immer viel mitarbeiten, da ich mit meiner Mum alleine war, gab es auch nichts anderes.
Büblein ist noch im Kleinkindalter, aber ich habe nicht vor den ganzen Haushalt alleine zu schmeissen, und je nach Alter und Fähigkeiten werden gewisse Dinge dann einfach erwartet.


Man kann die Erziehung immer ändern, es wird einfach schwerer. Konsequent sein und die geänderten Dinge durchboxen wäre mein Ansatz, wird nicht einfach, aber nicht unmöglich.

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