Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Fragen zur Ernährung und Gesundheit

Moderator: Mrs. Bee

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SophieKitten
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Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von SophieKitten »

Hallo allerseits

Meine Tochter (11) leidet seit ca drei Jahren an einem Phänomen, von dem ich vermute, dass es das sogenannte "zyklische Erbrechen" ist.
Das heisst bei uns: Kind wacht auf und flitzt zum Klo, wo sie sich übergibt und Durchfall hat.
Nach fast exakt zwei Stunden ist es vorbei und sie ist absolut topfit.

Egal was wir in dieser Zeit tun, nichts verkürzt die Attacken. Wir waren bereits im Spital, drei Mal, wo man aber nichts feststellte, ausser dass sie sich übergibt und Durchfall hat und etwas lichtempfindlich ist. Man tippte auf Migräne (da ich selber auch welche hatte) und schickte uns (mit mittlerweile fittem Kind) nach Hause.
MRT hat sie hinter sich, ist unauffällig. Die ganzen Antibrechmittel helfen gar nicht, Schmerzmittel ebensowenig. Wir sind mittlerweile bei Novalgin, was das Brechen immerhun verkürzt (dafür wird sie jeweils eiskalt und fühlt sich noch elender).

Wir könnten uns eigentlich relativ gut damit arrangieren, wenn, ja, wenn da nicht die Schule wäre. Aufgrund der Attacken hatte sie massive Fehltage, und wegen ein paar anderer Probleme, die dazu kamen, fiel sie letztes Jahr so weit zurück, dass sie in eine Sonderschule kam. Denen hab ich die Situation von Anfang an geschildert, hab gesagt, dass wir tun was wir können, und vor allem, dass ich sie bitte jeweils trotzdem schicken können muss, sobald die Attacken vorüber sind. Schien anfangs kein Problem.
Schön wär's.
Heute der Anruf von der Schulleitung mit der quasi Drohung, meine Tochter dürfe nicht mehr krank sein. Sie hat bereits 15 Halbtage verpasst (kein Wunder, sie hatte eine Woche lang einen grippalen Infekt, aber ok) dieses Jahr, und der Sozialdienst, der wegen der Sonderschulmassnahme mit uns arbeitet, musste wohl informiert werden. Ich müsse aufpassen, dass das Kind nicht "umplatziert" würde.
:evil:
Aber egal, darum geht es nicht.

Mein Problem ist, dass niemand dieses CVS zu kennen scheint. Weder von den Ärzten, noch den ganzen Lehr- und Pädagogikpersonen scheint jemand irgendwas zu wissen. Und so langsam zweifle ich an meinem eigenen Verstand.

Darum suche ich nach anderen Eltern, deren Kind etwas ähnliches hat, oder bei dem die Diagnose gestellt wurde, oder die jemanden kennen, der das hat(te).
Einerseits zum Erfahrungsaustausch, andererseits auch um dieses ewige "Alleindasteh" -Gefühl zu verlieren.

Gibt es irgend jemanden hier, der ähnliches durchgemacht hat?

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dede
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von dede »

https://deximed.de/home/b/paediatrie/pa ... l=copylink

Ich würde es mal so behandeln wie eine Migräne und weniger auf der fixen Diagnose zyklisches Erbrechen bestehen. Man könnte dem ganzen auch "abdominale Migräne" sagen, gibt es auch im Erwachsenenalter.
Wichtig wären vor allem Prodromalsymptome erkennen und eine frühzeitige Medikation. Sobald die volle Migränesymptomatik da ist, dauert der Anfall einfach seine Zeit. Kann man den Anfall im Vorstadium schon behandeln, bleibt der Anfall aus oder tritt nur sehr abgeschwächt auf. Allenfalls eine Migräneprophylaxe durchführen.

Laila1980
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von Laila1980 »

Liebe SophieKitten
Ich mache dir eine PN sobald ich heute Zeit habe, wollte nicht einfach wegklicken

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lafourmi
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von lafourmi »

Oje...

Unsere Tochter litt an „azetonämischem Erbrechen“, aber das ist nicht dasselbe?!
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SophieKitten
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von SophieKitten »

Danke für eure Antworten.
Wir waren heute beim Kinderarzt und haben jetzt mal Blut dagelassen für einen Labortest auf Unverträglichkeiten. Wobei der Arzt nicht sehr optimistisch klang.

@lafourmi
Davon widerum habe ich bis jetzt noch nichts gehört, das könnte aber unter Umständen ebenso in Frage kommen. Meine Tochter hatte, bevor das ganze losging, in der ersten Klasse oder so, bereits sowas wie "Kreislaufprobleme", und meine Schwester leidet auch regelmässig darunter.
Ich werde mich da definitiv mal einlesen, und dann mit dem Arzt besprechen.

@dede
Das Problem ist, dass es in dem Sinn keine Vorzeichen gibt, weil sie aus dem Schlaf damit beginnt. Sie schläft auch nicht speziell in der Nacht bevor's losgeht. Ich werd jedesmal eiskalt erwischt, wenn ich von den Geräuschen aus dem Bad aufgeweckt werde.
Auch dass die Antibrechmittel nicht helfen ist eben mühsam. Grundsätzliche Migräneprophylaxe machen wir, da ich weiss, dass sie mindestens zeitweise darunter litt.

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lafourmi
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von lafourmi »

Das ist Beim Azetonämischen Erbrechen auch so. Es kam immer morgens direkt nach dem Aufwachen vor - meist, wenn sie am Abend vorher wenig gegessen hat.
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Marissa
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von Marissa »

Wurde Diabetes schon mal untersucht? Meine Kollegin hatte auch sowas und jahrelang wurde nichts gefunden. Bis 1 Doc das mit dem Zucker rausgefunden hat.

lipbalm
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von lipbalm »

Warst du schon bei einer Kinesiologin?
Ich war letzte Woche wegen täglichem Durchfall dort.
Sie hat rausgefunden, das es mit einem Sturz, welchen ich im Alter von 14 Monaten hatte, zusammenhängt.
Seit der Behandlung geht es mir besser.
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Kleio
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Re: Verdacht auf CVS - zyklisches Erbrechen

Beitrag von Kleio »

Das hatten wir letztes Jahr. Ojeh... jede Nacht um Punkt 2:00 Erbrechen und Durchfall.
Ich have von Anfang an vermutet das es psychosomatisch ist. Wir habe auch mehrere Abklärungen gemacht. Schlussendlich denke ich es war, weil wir in dieser Zeit in der Abklärungsphase für ADHS waren und ihn das doch mehr mitgenommen hat als er selbst (und alle andern) realisierten. Erstaunlich war auch, das es im ersten halben Jahr war, in dem er endlich eine wirklich erfahrene und gute Lehrerin hatte. Davor hatten wir vier Jahre reine Katastrophe. Ich vermute es war fast wie ein symbolisches „auskotzen“ und aufatmen. Als die Abklärungen vorbei waren und er in der neuen Schulkonstellation richtig angekommen war ist auch das Erbrechen und der Durchfall einfach so wieder gegangen. Kann es sein, das da etwas ähnliches läuft bei deiner Tochter? Ich will dir nicht Angst machen, aber tue psychische Belastung als Grund nicht zu schnell ab. Da kann auch ganz viel laufen in ihrem Leben von dem du gar nichts weist oder das für dich nicht wirklich belastend wirkt. Was uns geholfen hat, war die eventuelle psychosomatischen Seiten genau so ernst zu nehmen wie körperliche. Ich habe das Gespräch mit der Lehrerin gesucht und sie fand auch es sähe danach aus, als ob grad alles etwas zu viel sei für ihn. Ich hab mit ihr ausgemacht, das er morgens jeweils zur Schule kommt aber nach Hause kommen kann, auch einfach so, ohne einen „triftigen und nachvollziehbaren Grund“, einfach weil es grad zu viel ist. Das hat er dann am zweiten Tag nach der Abmachung probiert, ob er das wirklich darf und ob es verhält. Als er tatsächlich heim durfte und auch zuhause deswegen nicht in Frage gestellt wurde war das der letzte Tag an dem er von diesem Angebot gebrauch gemacht hatte und er hat danach auch nie mehr erbrochen.

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