Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Schwanger oder noch nicht?

Moderator: Minchen

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Sarasara
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Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Sarasara » Mo 4. Feb 2019, 22:43

Ich versuche seit 2 1/2 Jahren schwanger zu werden. Letztes Jahr hatte ich zwei Fehlgeburten.
Normalerweise bin ich eine unkomplizierte Plaudertasche und kann sehr offen über meine Gefühle sprechen. Meinen Liebsten teile ich normalerweise mit, was mich bewegt.

Aber mit dem Thema Kinderwunsch fühle ich mich sehr alleine. Hier fällt es mir ausserordentlich schwer, mich mit anderen auszutauschen. Ich weiss, ich bin undankbar, aber ich mag keine Vorwürfe oder Ratschläge von meiner Mutter mehr hören, kein Mitleid von Freundinnen mit Kindern erhalten, ich mag von meinem Mann oder meinem Frauenarzt keine Sätze mehr hören wie "es ist wichtig, dass du dir keinen Stress machst" oder "es klappt dann schon einmal", ich mag auch die wohlgemeinte Frage, wann es denn soweit sei, nicht mehr beantworten, ich mag nicht mehr an Feste eingeladen sein, bei welchen mir aus Prinzip ein Baby in die Arme gedrückt wird um dann zu hören, dass ich "soooo bereit sei für ein eigenes Baby". Dabei weiss ich auch nicht, was ich von diesen Menschen den lieber hätte.
Ich mag einfach nicht mehr. Ich mag nicht mehr jeden Monat traurig sein, ich mag nicht mehr 5 - 10x am Tag meine AVA-Werte anschauen um vielleicht doch irgend einen Hinweis hineininterpretieren zu können, ich mag diesen geplanten Sex nicht mehr, ich mag diese Schwangerschaft - Scheinsymptome nicht mehr haben, welche stets unmittelbar nach dem Eisprung einsetzen, ich mag aber auch nicht aufhören, es zu versuchen...alles dreht sich im Kreis.

Ich war noch nie in einem Forum, das ist mein allererster Beitrag. Aber schon diese Zeilen zu schreiben tut irgendwie gut.
Verzeiht diesen düsteren Beitrag. Ich hoffe es werden noch ein paar heitere folgen.

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Xera
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Xera » Di 5. Feb 2019, 07:58

@sarasara
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assena
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von assena » Mi 6. Feb 2019, 10:57

Liebe Sarasara, ich kann echt mitfühlen. Als mein Mann und ich heiratete wussten wir, ab jetzt dürfe ein Wunder passieren. Dann gabs eine Phase in der wir "froh" waren das Mutternatur noch nicht eingeschlagen hatte. Nach dieser Phase war aber klar das wir den Wunsch noch immer haben ... doch das Schicksaal machte uns einen Strich durch die Rechnung. Denn leider sieht das SG meines Mannes nicht rosig aus. Daher wurde er Medikamentös behandelt, dies hat zwar zu einer leichten Verbesserung geführt, aber auf "natürlichem" Weg wird es für uns sehr schwierig sein Eltern zu werden. Nun sind wir in eine KiWu - und der Teufelskreis nimmt nun auch seinen Lauf. Denn hier stellt sich die Fragen was will ich alles tun um mir diesen Wunsch zu erfüllen und will das mein Partner auch. Wir beide stehen hier an einem anderen Punkt, ich würde gern die Möglichkeit ausschöpfen welche die höchste Erfolgschance aufzeigt und mein Mann möchte erstmal die "geringere" Variante versuchen und dann schauen ob man doch noch einen Schritt weiter geht... daher geht es mir zur Zeit ähnlich wie dir. Ich mag nicht mehr darüber reden, mag nicht mir Ratschläge anzuhören wie: mach dir doch keinen Druck - kommt dann schon gut... alles bla bla, dass man in dieser Situation wirklich nicht hören will.

Da du bei der FA warst, nehme ich an das man bei dir alles getestet hat... was ist mit deinem Mann? Du musst natürlich nur Antworten wenn du willst.
Herzliche Umarmung.
10/19 erste IUI :arrow: neg. :(

Buttercup
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Buttercup » Mi 6. Feb 2019, 19:36

Liebe Sarasara

Es tut mir sehr, sehr leid. Niemand der so etwas selber durchgemacht, kann nachfühlen und diese dummen Tipps "Stress dich nicht" finde ich total daneben.
Meine Erfahrung (persönliche und Forum) ist, dass nur in sehr wenigen Fällen gar keine Gründe für eine ungewollte Kinderlosigkeit gefunden wird. Daher meine logische Frage. Bist du in einer KIWU-Klinik? Was sind die Gründe? Bei zwei oder spätestens 3 Fehlgeburten sollten auch diverse Ursachensuchen gemacht werden.

Wenn du Region Kt. Bern wohnst, hätte ich dir eine gute KIWU-Adresse.

Liebe Grüsse

emu
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von emu » Mi 6. Feb 2019, 22:57

Liebe sarasara
Ich hatte bereits 2 Kinder, dann kam alles anders... ich hoffe, ich darf dir dennoch so schreiben.
Ich kenne das Gefühl des wartens, hoffens, interpretierens...der Versuche, des geplanten GV. Und auch das Gefühl, Kinder wieder ziehen lassen zu müssen und unter Null dazustehen mit allem. Auch das Alleinsein, die vermeintlichen guten Ratschläge oder Sprüche, von "lass dich nicht stressen" über "es soll halt jetzt nicht sein" bis hin zur Ärztin, die mir nach der Feststellung der missed Abortion doch tatsächlich sagte "Sie können ja bald wieder schwanger werden". Es war zum davonlaufen.

Lass dich drücken. Du darfst traurig sein. Du darfst wütend sein und du darfst dir deinen Raum und deine Zeit nehmen für DEINE Situation.
Ich wünsche dir sehr, dass du dich gut betreut fühlst und du ernstgenommen wirst. Ansonsten wäre vielleicht ein Arztwechsel befreiend...

Ich hatte nach 3 FG keine Kraft mehr, für nichts. Ich konnte und wollte auch nicht mehr nachdenken, reden.... gar nichts. Ich ertrug keine Schwangeren, keine Babies, nicht einmal Kleinkinder. Dann hat sich - entgegen aller Möglichkeiten, entgegen Zyklus und allem - auf einer Reise ein kleines Wunder eingeschlichen. Es ist weder rechnerisch noch anders erklärbar (ich bin ein sehr planender und organisierter Mensch und würde es immer noch gern begreifen). Es ist einfach passiert und geblieben. Einfach so.
Ich bin sehr dankbar, weiss aber immer noch genau, wie ich mich gefühlt habe vorher... insofern kann ich dir leider nur sagen: du bist nicht allein.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du für dich einen Weg findest, in deinem persönlichen Kinderwunschalltag.
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waterlilly
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von waterlilly » Fr 8. Feb 2019, 12:32

Liebe Sarasara

Ach, ich kann dich soooo gut verstehen. Warum? Weil ich auch so fühle.
Wir versuchen es seit 5 Jahren, die erste "Behandlung" war im Sommer 16, eine Insemination. Ich wurde schwanger, war überglücklich und hatte dann einen MA in Woche 12. Peng! Danach KiWu-Klinik, letzten Nov. der 3. Transfer. Wieder negativ. Wir sind beide gesund.
Es ist unglaublich schwer. Und man fühlt sich allein, weil im Umfeld niemand mitfühlen KANN. Alles ist wohl gut gemeint, nur machen die von dir genannten Aussagen alles noch schlimmer.
Ich stehe jetzt mit 39 vor der Entscheidung, ob ich meinen Lebenstraum begraben soll oder ob ich nochmals von Anfang an durch diese Mühle durch soll. Mein Mann ist eher gegen nochmals. Auch das ist schwierig.

Du siehst, du bist mit deinen Sorgen nicht allein. Sei traurig, sei wütend. Es muss raus. Weil man sonst "platzt". Kannst mir gerne eine PN senden, wenn du dich austauschen möchtest.

Alles Liebe
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Sarasara
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Sarasara » Fr 15. Feb 2019, 08:19

Guten Morgen
Von Herzen danke ich euch für eure lieben und aufmunternden Worte. Diese haben mich sehr berührt und ich fühle mich sehr verstanden. Unglaublich wertvoll – ganz lieben Dank hierfür!
Bitte verzeiht meine späte Antwort. Ich bin zum ersten Mal in einem Forum unterwegs und dachte, ich werde via Email benachrichtigt, wenn auf meinen Eintrag geantwortet wird.
Ich bin 39 und mein Frauenarzt sah es noch nicht als notwendig an, mich in einer Kinderwunschklinik anzumelden oder meinen Mann zu untersuchen. Mein Frauenarzt ist eigentlich ein toller und sehr entspannter Typ. Aber jetzt ist er mir doch etwas zu sehr entspannt. Habe mir nun vorgenommen nächste Woche bei ihm einen Termin zu vereinbaren und all diese Themen mit ihm aufzunehmen. Eure Hinweise haben mir sehr geholfen.
Ich bin aus dem Raum Zürich, ev. kennt jemand hier in der Nähe eine gute KIWU-Klinik? (Ich glaube Bern ist etwas zu weit weg, da wir da doch immer wieder hingehen müssten... trotzdem lieben Dank für das Angebot!)
Ganz liebe Grüsse
Sarasara

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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Pointy » Mi 20. Feb 2019, 12:29

Liebe Sarasara

Ich habe mich von deinem Beitrag sehr angesprochen gefühlt. So sehr, dass ich nach Langem beschlossen habe mich hier zu registrieren.
Auch ich wünsche mir nun mit 39 seit fast drei Jahren ein Kind. Aber anstatt schwanger zu werden, versuchen mein Mann und ich es Monat für Monat. Zwar hat meine Frauenärztin prompt reagiert und Hormonstatus und andere Untersuchungen gemacht. Aber das einzige was jeweils heraus kommt ist, dass alles in Ordnung ist.
Versteh mich nicht falsch, das ist wunderbar, aber schwanger werde ich trotzdem nicht. Ich bin es leid immer wieder zwischen Hoffnung und Resignation hin und her zu wechseln. Eine einzige Achterbahn! Ich bin es leid, die Frage "Wollt ihr eigentlich auch Kinder?" irgendwie versuchen zu beantworten ohne, dass weiter Fragen entstehen. Ich bin es leid, dass so viele um mich herum schwanger werden oder auch schon zum zweiten mal geworden sind und ich muss einfach zu schauen. Natürlich missgönne ich niemandem sein Glück aber immer dabneben zu stehen ist sehr bitter!
Mit meinen Freundinnen darüber sprechen kann/will ich leider auch nicht. Es ist irgendwie kein Thema, wenn die eine mit dem zweiten Kind schwanger ist und für die andere nicht klar ist, ob sie überhaupt ein Kind möchte. Das ganze Schweigen über eine Thema entspricht mir eingentlich nicht, denn ich bin eigentlich jemand, der sein Herz auf der Zunge hat. Aber ich möchte auch nicht oberflächlich mit jemandem sprechen oder irgendwelches Mitleid bekommen. Da fühle ich mich immer total klein und unfähig, weil es einfach nicht klappen will.
Und meine Mama, na ja, sie meint es gut, aber ihre Ratschläge helfen mir gerade nicht...
Seit vergangenem Dezember sind mein Mann und ich nun bei einer Kinderwunschklinik in Winterthur in Behandlung. Aktuell bin ich im dritten Zyklus mit hormoneller Stimmulation. Leider hat es bisher noch nicht geklappt- bin eben immer noch in der Achterbahn.
Die Klinik allerdings finde ich bisher sehr empfehlenswert. Die Ärztinnen sind sehr kompetent und die Beratung ist top. Auch das sonstige Personal ist echt supertoll - total nett und superprofessionell. Ich/wir fühlen uns dort gut aufgehoben.

Ich war froh zu lesen, dass ich nicht alleine bin mit diesen Gefühlen zwischen Frust und trotzdem versuchen/hoffen. Es macht echt einsam, wenn man sich an gewissen Tagen bei allen Menschen so geben muss, als ob alles okay ist, aber es im innersten ganz ander aussieht. Ich danke dir darum gleichtzeitig für deinen Beitrag!

Herzliche Grüsse und ich denke an dich (auch wenn ich dich nicht persönlich kenne)
Pointy

Lindalove
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Lindalove » Di 26. Feb 2019, 13:03

Hallo ihr Lieben.

Mir geht es ganz genauso. Ich bin 39 Jahre alt und seit etwa sieben Jahren versuche ich mit meinem Partner schwanger zu werden. Ich hatte bereits zwei Fehlgeburten und es wurden unzählige Untersuchungen bei mir gemacht....
Außer eine Schilddrüsenunterfunktion wurde kein Problem bei mir entdeckt. Nun kam heraus dass das Spermiogram von meinem Mann mit jedem Jahr schlechter wurde. Nun hat unser Kinderwunsch Arzt uns gesagt dass mit diesem schlechten Spermiogramm es kaum möglich ist auf natürliche Weise ein Kind zu bekommen.
Wir sind seit Januar 2019 in einer Kinderwunschklinik im Aargau und haben zwei Inseminationen hinter uns. Bei der zweiten Insemination war ich zwei Tage schwanger und habe leider gerade meine Tage bekommen... es ist wirklich zum verzweifeln wenn man so viel versucht und es einfach nicht klappt. Und ich finde es ganz schlimm dass man mit Leuten überhaupt nicht sprechen kann. Ich habe zwei Freundinnen die beide keine Kinder haben. Die eine hat keinen Partner gefunden und die andere hat in jungen Jahren abgetrieben und danach keine Kinder mehr bekommen. Bei beiden habe ich das Gefühl dass sie mich nicht so richtig verstehen und auch andere Leute inclusive meiner Familie möchten über so etwas Negatives nicht sprechen. Wir werden nun noch eine Insemination angehen und unser Kinderwunsch Arzt rät mir zu einer ICSI aber ich bin extrem unsicher ob ich das möchte.
Ich finde schon die Insemination mit den ganzen Spritzen recht aufwändig und psychisch belastend! Wie soll das dann mit der ICSI werden?
In der Schweiz muss man die ICSI leider selber bezahlen das bedeutet dass große Kosten auf uns zukommen und es keine Garantie für eine Schwangerschaft gibt.
Wenn ich die ganzen erfolglosen Frauen sehe die eine ICSI hinter sich haben oder sogar mehrere weiß ich nicht ob ich das mitmachen möchte aber was tun wenn dies die einzige Möglichkeit ist?
Ich bin froh dass es hier ein Forum gibt wo man sich etwas austauschen kann.

Grüsse Lindalove

spunkina82
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von spunkina82 » So 3. Mär 2019, 12:59

Hallo ihr Lieben

Gerne würde ich hier auch mitschreiben, weil ich seit 4 Jahren ebenfalls in dieser Situation bin und mit jedem Monat es ein wenig unerträglicher wird. Die Gefühle nehmen so Vorderhand, dass für mich die Freude am Leben immer weniger wird. Alles dreht sich nur noch um diesen Kinderwunsch, der einfach nicht im Erfüllung zu scheinen geht.
Wir haben unzählige Behandlungen hinter uns, ich war 3x schwanger und hatte soeben letzte Woche meine 3. MA und Curettage.
Und obwohl man denkt man ist auf so was vorbereitet und nicht übereifrig, fällt man wieder in so ein tiefes Loch aus dem man immer schwerer rauskommt. Und alle um einen herum werden schwupps schwanger und scheinen keine Probleme zu haben. Das traurige ist, man zieht sich so zurück und wird immer einsamer. Nur schwer kann ich mich für das Glück Anderer freuen, dabei war ich immer so ein offener und aufgestellter Mensch. Ich bin einfah so traurig, dass diese Situation einen solchen Menschen aus mir gemacht habe und unser Umfeld hat sich auch distanziert, weil sie halt auch nicht wissen wie damit umzugehen. Aber wenn ich hier lese, merke ich, dass nicht nur ich so fühle. Ich will eben gar nicht so fühlen, aber es geht einfach nicht anders. Ich flüchte mich in die Arbeit, die mir als einzige geholfen hat - sonst sind die Tage ja immer nur da um zu schauen ist es der richtige Zyklustag oder nicht etc. Habe mich auch körperlich total gehen lassen, weil ich Angst habe, dass es sich viell. durchs joggen mal nicht einnisten könnte etc.
Ich han das Gefühl nur eine Schwangerschaft kann mich da rausholen, aber kann man lernen mit diesem Kinderwunsch zu leben? Wenn ja, hat jemand vielleicht ein Rezept? War lange auch bei Psychologen, aber das hatmir so geholfen finde ich.

Sorry für den echt negativen Post, aber meine Gefühle sind gerade wieder ganz unten und ich musste es einfach schreiben.

lg spunkina
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Wolkenbruch
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Wolkenbruch » So 3. Mär 2019, 21:00

Liebe Spunkina

Du sprichst mir aus dem Herzen. Mir geht es sehr ähnlich. Ich hatte kürzlich nach zweijähriger Kinderwunschzeit für das zweite Kind ebenfalls mit vielen Behandlungen einen Abort, welcher mich massiv geknickt hat. Aber schon vorher fiel es mir sehr schwer bzw. es war mir unmöglich, mich über all die Schwangerschaftsnachrichten zu freuen, mittlerweile sind einige Bekannte und Freundinnen, welche es auch schwierig hatten schwanger zu werden, schwanger. Einige Leute kann ich momentan nicht treffen, es tut mir zu sehr weh.
Manchmal habe ich auch das Gefühl, zu wenig in meinem Leben zu leben und zu sehr diesem unerfüllten Wunsch nachzutrauern. Es tut mir dann auch leid für mein Kind, wenn ich die Zeit mit ihm nicht einfach geniesse, sondern so sehr leide. Andererseits kann ich noch nicht abschliessen, das habe ich gemerkt, das ist momentan undenkbar.
Bei mir drängt zudem die Zeit, ich bin schon fast 40, und wohl auch deswegen ist das schwanger werden erschwert.
Ich habe auch keine Lösung, wollte Dir nur sagen, dass ich gleich fühle wie Du.

Alles Liebe

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heffalump
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von heffalump » Mo 4. Mär 2019, 10:16

Hallo zusammen!

Darf ich mich kurz einklinken bei euch? Es tut mir sehr leid, dass ihr das durchmachen müsst.
Ich habe eine gute Freundin, die auch schon seit Jahren versucht, schwanger zu werden und es belastet sie sehr. Und ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn man nicht über dieses Thema sprechen mag oder durch irgendwie daher gesagte Ratschläge verletzt wird.
Aber was hättet ihr denn gerne, wie die Leute reagieren? Irgendwie vermeide ich es meistens, dieses Thema anzuschneiden, aber ich möchte ja auch nicht, dass sie glaubt es sei Desinteresse. Oder ich halte mich manchmal zurück zu sagen, dass die und die nun ein Kind erwartet, weil ich mir vorstellen kann, dass es dann wieder etwas in ihr auslöst. Andererseits würde sie es ja vielleicht eh früher oder später erfahren. Ich weiss nie so recht, was ich machen, wie ich reagieren soll...
Wahrscheinlich ist das auch sehr individuell, aber es würde mich trotzdem interessieren, was ihr von den "Aussestehenden" erwartet oder eben nicht.
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spunkina82
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von spunkina82 » Mo 4. Mär 2019, 11:39

@wolkenbruch:
schön von dir zu lesen und es tut gut zu lesen, dass jemand auch so fühlt. in der "normalen" welt, fühlt man sich so schlimm überhaupt solche gedanken zu haben, dass man sich nicht freuen kann für andere und sich so zurückzieht. mein mann versteht mich manchmal, aber manchmal auch nicht. er meint ich müsse jemanden finden (psychologen), der mir besser helfen kann. in den letzten 2 jahren hatte ich 2, die ich zwar gut fand, aber die gefühle in mir drin, sind einfach stärker. und jemand der das nicht durchmacht, kann das glaube ich schlecht verstehen, darum finde ich zuflucht im forum - da kann man offen sein und die gefühle mitteilen. und ja, da kommt einfach die zeit dazu.. man geht gegen 40 zu oder ist es schon und man hat einfach einen inneren stress, der sicher auch nicht gut ist, aber man kann es einfach nicht ändern. weisst du, würde mir jemand sagen: im 2022 wirst du mami sein von einem gesunden baby, könnte ich einfach loslassen, obwohl es noch 3 jahre dauern würde, aber ich hätte ein ziel und wüsste ok es wird auch für mich kommen. aber diese ungewissheit macht einem so traurig und innerlich krank.

@heffalump: danke für deine nachricht und als aussenstehende person ist es sicher auch nicht einfach - vor allem weil du ja deine freundin nicht verletzen willst und nur das beste für sie möchtest. ich bin einfach von jahr zu jahr sensibler geworden. wir hatten familienparties, wo es eigentlich um den geburtstag meines mannes ging, da aber babykleider ausgetauscht wurden, die einem neuankömmling gut passen würden. andere rennen mit ultraschallbilder zu uns und erzählen von ihrem glück. usw. wieder andere schwärmen einfach, wie toll ihr leben ist - die geburt eines babies sei das schönste im leben etc. oder noch andere reden einfach nur noch über entweder ihre schwangerschaft oder ihr baby. Und so wurde ich von vielen schlechten Ereignissen gebrannt und möchte mich solchen Situationen gar nicht mehr stellen und habe darum angefangen Leute mit Babies zu vermeiden.
Und ja, es ist sicher schwierig für jemanden wie Dich zu wissen: kann ich jetzt fragen oder kann ich nicht fragen. Wird das als Desinteresse interpretiert. Ich kann nur sagen: lieber 1x mehr fragen - das hat mir sehr oft gefehlt. Jemanden zum Reden, aber nicht jemdand der dann wieder sagt: ja nimms endlich mal easy. Das kommt schon. Ich sei zu verbittert in der Sache. Aber eben, die Zeit, die Eingriffe, die Medis prägen und wie ein Wunder bin ich noch mit meinem Mann zusammen, aber wir haben harte Zeiten hinter uns und es ist immer noch schwierig.

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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von heffalump » Mi 13. Mär 2019, 22:00

Danke spunkina, für deine Antwort. Ich finde es wirklich nicht immer einfach. Eigentlich weiss sie ja, dass sie immer zu mir kommen kann, wenn sie reden möchte. Einmal haben wir über das Thema gesprochen und da ist sie gleich in Tränen ausgebrochen. Natürlich sage ich dann nicht: nimm's mal locker. Aber eben, es ist einfach eine Gratwanderung. Hinzu kommt, dass sie eigentlich selten was von sich erzählt, sie fragt lieber nach meinem Wohlbefinden oder anderen Themen. Aber vielleicht ist es ja gerade deshalb, weil sie nicht über sich reden will.
Glücklicherweise verstehen wir uns sehr gut, sehen uns (aus geografischen Gründen) leider aber nicht so oft. Und dann ist es manchmal auch wieder schwieriger, eine Vertrautheit aufzubauen, die es für ein solches Thema bräuchte.
Merci und lieber Gruss

heffalump
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Xera » Fr 15. Mär 2019, 12:29

@heffalump
Ich finde deine Frage gut und wichtig. Während meiner Kinderwunschzeit hatte ich Phasen, in denen ich reden wollte und andere, wo ich lieber nicht darüber reden mochte. Ein genereller Tipp ist also nicht so einfach.
Aber bei mir hat eine Freundin einen guten Weg gefunden, mit ihrer diesbezüglichen Unsicherheit: Sie hat ungefähr folgendes gesagt: Ich bin mir nicht sicher, wo du gerade steckst. Wenn du gerne über den Kinderwunsch reden möchtest, bin ich da. Aber wenn du lieber über andere Finge reden magst, bin ich auch da.
Und ich entschied mich mal für das eine und mal für das andere.
Ich glaube, für mich machte diese Unmittelbarkeit in der Situation den Unterschied zu dem, was du schreibst: „Eigentlich weiss sie ja, dass sie immer zu mir kommen kann!“ Oft weiss man dies ja - und möchte dem anderen doch nicht zur Last fallen.
Für mich war ihre Offenheit und Ehrlichkeit wirklich hilfreich - und ich durfte selber entscheiden, was ich gerade brauche. Das hat gut getan.
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von heffalump » Fr 22. Mär 2019, 10:18

@xera: danke, das ist auch ein super Input. Vielleicht muss ich ihr das mal so sagen. Merci!
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von mariposa_2 » Fr 22. Mär 2019, 11:05

@heffalump mir fällt noch etwas ein was du machen kannst. Ich habe damals sehr stark auf SS News reagiert. Es war jeweils sehr schwierig für mich dies zu verdauen. Deswegen war es mir am liebsten, wenn ich diese z.B. per Whatsapp erfahren habe. So konnte ich gleich meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Bis das dann zum Thema wurde irgendwo in Gesellschaft war ich gefasst und konnte besser damit umgehen.

Ich hatte deshalb mit einer Freundin die Abmachung, solche News schriftlich zu bekommen. Frag doch mal deine Freundin ob sie das möchte?

Jeder Mensch ist natürlich anders, eventuell ist es ihr lieber wenn du sie auffängst wenn sie News erfährt. Ich wollte dann lieber alleine sein.
Chline Buddha 2017

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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Pointy » Di 26. Mär 2019, 20:06

Hallo ihr Lieben

Es geht mir mit Nachrichten zu Schwangerschaften und Geburten auch so, wie einige geschrieben haben- am liebsten ist es mir, wenn ich eine Nachricht bekomme. Ich muss dann erst mal alleine sein und alles verdauen. Meist gelingt es mir auch, wenn es mir direkt gesagt wird, dass ich "das Gesicht" wahren kann. Richtig schlecht geht es mir dann immer hinterher. Ich versuche es im Moment der direkten Konfrontation nicht richtig an mich ran kommen zu lassen. Aber es ist schwer.
Am schlimmsten war es, als mich vor kurzem eine Freundin gleichzeitig noch fragte, ob ich Taufpatin ihres zukünftigen Babys werden möchte. Ich hatte das Gefühl, dass es schlimmer nicht mehr werden kann... Wusste irgendwie nicht mehr, was ich sagen soll. Es war einfach zu viel!!! Habe dann irgendwas gestammelt, dass ich es mir überlege.
Nach langem hin und her überlegen, habe ich dann beschlossen, dass ich nur absagen kann. Es geht beim besten Willen nicht einen "auf Goti zu machen" und dabei kaputt zu gehen. Aber oihr könnt euch sicher vorstellen, dass auch die Erklärung zur Absage schwierig war.
Ich denke, dass es unter guten Freundinnen sicher eine gute Lösung ist, ab und zu mal zu fragen. Natürlich nur, wenn es dabei ehrlich okay ist, wenn der andere nicht reden will. Das spürt man...
Auch meine Freundin und ich sehen uns nicht mehr so oft und nach den drei langen Jahren des Schweigens zu diesem Thema von meiner Seite, ist es schwer wieder einen Anfang zu finden. Aber ich denke, so ein ehrlich gemeintes gelegentliches Gesprächsangebot würde es mir vielleicht erleichtern. Ich bin auch der Meinung- lieber einmal mehr (aber ehrlich) fragen bzw. anbieten.

Herzliche Grüsse an alle

Pointy

Romina
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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von Romina » Mi 27. Mär 2019, 08:37

Es gibt leider auch sehr unsensible Leute... ich habe eine sehr gute Freundin, welche leider auch noch keine Kinder hat und schon viele Behandlungen hinter sich. Sie sagte mir, seit sie geheiratet hätten, seis von Aussen noch viel schlimmer😢alle erwarten Baby News und fragten sie ständig. Sie geht nur noch sehr selten an Familienanlässe, fühlt sich beobachtet, wenn sie mal wieder keinen Wein trinken mag... und sie mag das Gewusel der Kleinkinder und Babies welche ihr einfach so in die Arme gedrückt werden nicht mehr ertragen. Ich kann sie gut verstehen und wir reden offen darüber. Wenn sie jeweils schwanger ist, sagt sie es mir und ich fiebere natürlich mit. Aber sie kann es nicht einmal mehr den engsten Familienangehörigen sagen. Das ist doch traurig. Aber leider erwartet unsere Gesellschaft immer, dass Alles so einfach zu laufen hat.
Ihr Vater 'drängt' zum Bespiel immer drauf, endlich einen Enkel zu haben, hat er doch 'nur' Enkelinnen bis jetzt... der checkt das irgendwie einfach nicht. Ich habs ihm an einem Geburtstag mal gesagt. Aber er schnallts einfach nicht.
Meine Freundin geht an ihrem Geburri seit Jahren in den Wellness Urlaub, da sie auch schon Babyfinkli geschenkt bekommen hat. Dass es heute noch so doofe Leute gibt, also echt.

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Re: Mit dem Thema Kinderwunsch fühl ich mich allein

Beitrag von mariposa_2 » Mi 27. Mär 2019, 11:51

Pointy hat geschrieben:
Di 26. Mär 2019, 20:06
Meist gelingt es mir auch, wenn es mir direkt gesagt wird, dass ich "das Gesicht" wahren kann.
Mir gelang das auch immer, aber für meine Seele war das gar nicht gut. Ich trauerte hinterher umso mehr.

Dein ganzer Text könnte von mir sein. Auch ich wurde gefragt ob ich Gotti sein will in meiner Kiwu Zeit. Ich habe dann geweint und es wurde als Freudentränen interpretiert. Ich habe aber ja gesagt, da ich gar nicht richtig gefragt wurde sondern mehr so "gratuliere du wirst Gotti".

Ich würde heute auch nein sagen. Mittlerweile ist es ok für mich und ich freue mich Gotti zu sein. Aber es ist so wichtig die eigenen Gefühle zuzulassen, anzunehmen und dementsprechen zu reagieren.

Ich musste erst Mutter werden um zu erkennen, dass all diese Gefühle in der Kiwuzeit wirklich ok waren. Ich habe mir selber verzeiht, dass ich den Kontakt zu Freundinnen mit Kindern abgebrochen habe. Ich habe mir verzeiht, dass ich einen Polterabend einer guten Freundin abgesagt habe (sie war damals ss). Ich habe mir verzeiht, mich manchmal völlig daneben benommen zu haben. Es ist ok.
Ich habe mittlerweile den Kontakt zu allen Freundinnen wieder aufgenommen. Ich habe mich entschuldigt für mein Verhalten und war auch offen wegen dem Grund. Sie haben mir verziehen und dafür bin ich sehr dankbar.

@romina das tut mir Leid für deine Freundin. Geburtstage fand ich auch immer schlimm. Wieder ein Jahr vorbei ohne ein Baby. Und die Fruchtbarkeit nimmt ja bekanntlich auch nicht zu.....

Ja viele Menschen sind sehr verletztend, aber ich glaube, es ist nahezu unmöglich die Tragweite der Trauer eines unerfüllten Kinderwunsches nachzuvollziehen, wenn man es nicht selber erlebt. Ich glaube dass viele sogar einfach ein Smalltalk machen wollen und sich nicht bewusst sind, dass sie den anderen Menschen mitten ins Herz treffen. Die Finkli (die zugegeben, sehr geschmacklos sind) sollten wsh. etwas witziges sein.
Chline Buddha 2017

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